Ausgangssituation:
Letzte Woche hab ich in der Arbeit (momentan noch schlechte Bezahlung, eintönig, Stress (Servicetelefon) und 80km vom Wohnort entfernt) plötzlich Schwindel und Kopfschmerzen bekommen, hab aber gedacht es handle sich um eine Sommergrippe. Diese Woche dann plötzlich am Morgen extreme Panikzustände, extremer Schwindel, ich wollte nur noch fliehen und nach Hause. Die darauffolgende Nacht war auch die Hölle.
Tag 2-3
Arzt / Neurologe:
Nach eingehenden Untersuchungen (+MRT) das Fazit:
Arzt1: Depression
Arzt2: Burn-Out
Arzt3: Generalisierte Angststörung
Zumindestens gingen in diesen Tagen die Symptome um ca. 70% zurück. Appetitlosigkeit und Schwindel sind aber immer noch da. Mein Kopf fühlt sich auch an, wie wenn irgendein wichtiges Vitamin fehlen würde.
Situation Heute (4. Tag nach Ausbruch):
Mein Versuch wieder in die Arbeit zu fahren brachte (nach zwischenzeitlicher teilweiser Erhohlung) nur einen Rückfall. Bereits beim Aufstehen war mir so schwindlig und ich war so in Panik, das ist doch nicht mehr normal. Ich bin extremst auf die Arbeit angewiesen (Beamter auf Probe) und darf mir eigentlich keine solchen Patzer erlauben. Ich hab tierische Angst, dass sich das Problem nicht zeitnah bessert. Nächste Woche sollte (= muss) ich eigentlich auftauchen, weil die ganze Vertretungsordnung schon geregelt ist und ich diese Woche nur Urlaub genommen habe und mich nicht krankschreiben lies. Natürlich bin ich manchmal zu pflichtbewusst, sollte mehr entspannen und endlich mal meinen Urlaub ganz abbauen, aber zur Zeit ist einfach zu viel los und meine Probezeitbeurteilung (ich steh eh schon auf der Kippe wegen eines anderen Gesundheitsproblems) will ich mir nicht verhageln.
Antidepressiva - Frage
Der Neurologe hat mir eine Packung Antidepressiva („Opipramol 50 - 1A Pharma“) verschrieben. Ich bin mir bei den Dingern absolut unsicher, weil ich schon viel schlechte Artikel in alternativen Medien dazu gelesen habe. Der eine Arzt sagte auch, die Nebenwirkungen lt. Beipackzettel sind von der Häufigkeit etwas untertrieben. Andererseits hab ich die Sache lt. Arzt u.U. von meiner Mutter geerbt, weil die kommt ohne (viel stärkere) Tabletten auch nicht aus. Also bleibt mir wohl keine Wahl?
Wer hilft mir?
- keine freien Therapieplätze bei (von der Kasse bezahlten) Gesprächs-Therapeuten
- auch bei den staatlichen Psychiatern zwei Monate Wartezeit für einen einzigen Termin
- am liebsten würde ich zu irgendsoein Personal-Coach gehen, kanns mir aber finanziell nicht leisten
- Bücher ect. werden wohl nix helfen, weil ich immer zu viel „grüble“ und die Sache dann doch nicht umsetze
- wenn ich mich ins Bezirksklinikum einweisen lasse (Ganztags, oder in die Tagesklinik) bekommt das mein Arbeitgeber wieder mit, weil man als Beamter ja die Arztrechnungen einreichen muss, wenn man das Geld zurück will; wahrscheinlich wird eh schon über mich gelästert, weil ich am Montag wegen Schweißausbruch und der unüberlegten Begründung „das wird mir heute zuviel“ einfach abgehauen bin
Ich denke eigentlich sehr rational und kann mir beim besten Willen nicht erklären woher meine Probleme kommen. Warum taucht sowas von heute auf morgen auf, obwohl in den vergangenen Jahren es keine Probleme gab? Gab schon viel stressigere Situationen. Plötzlich hab ich sogar Angst beim Autofahren auf mittleren Strecken. Ich hab enorme Angst vorm Dienstag, ich will nicht nächste Woche wieder zuhause bleiben müssen.
Guten Morgen!
:Ich denke eigentlich sehr rational und kann mir beim besten
Willen nicht erklären woher meine Probleme kommen.
Vielleicht ist genau das das Problem!
Ein Mensch besteht aus Verstand und Gefühlen! Wenn du deine emotionale Seite unterdrückst, dann bricht sie sich irgendwann auf ihre Weise Bahn.
Warum
taucht sowas von heute auf morgen auf, obwohl in den
vergangenen Jahren es keine Probleme gab?
Weil du ein Meister im Verdrängen bist?
Wenn jemand plötzlich und so heftig zusammenbricht, dann kann es sehr gut möglich sein, dass Dinge lange Zeit nicht gesehen werden wollten. Nun musst du dir deine Probleme angucken, weil sie so groß geworden sind, dass du sie nicht mehr verstecken kannst.
Gab schon viel
stressigere Situationen. Plötzlich hab ich sogar Angst beim
Autofahren auf mittleren Strecken. Ich hab enorme Angst vorm
Dienstag, ich will nicht nächste Woche wieder zuhause bleiben
müssen.
Wenn Ängste lange unterdrückt werden, brechen Sie sich oft anderweitig Bahn und es entwickelt sich eine Angststörung, die scheinbar irrationale Auslöser hat.
Mein Rat:
Hör endlich auf dich! Kümmere dich nun um deinen Körper und deine Seele. Deine berufliche Karriere ist sicherlich wichtig, aber nicht wichtiger als deine Gesundheit. Und offensichtlich sind die beruflichen Anforderungen für dich zuviel, auch wenn du das jetzt bestimmt nicht hören magst.
Ich finde, du solltest dich in eine Klinik begeben. Egal, was aus deiner Verbeamtung wird. Das Leben geht auch anders weiter.
Buchtipp für die Zeit dort: „Die Kunst des Scheiterns“ von Konstantin Wecker.
Alles Gute
wünscht
noigierich
Burnout is was anderes
Panikattacken und burn-out sind zwei Paar Schuhe.
Damit ist alles gesagt. Von mir gibts ein Sternchen.
Gruß Ralf
Panikattacken und burn-out sind zwei Paar Schuhe.
„Panik“ wird der UP aber auch gewiss nicht im Sinn der „Panikstörung“ gemeint haben, sondern als Beschreibung eines heftigen Angstanfalls.
Ansonsten ist Burn-out sowieso nur eine (modische) Verlegenheitsdiagnose.
E.T.
Guten Tag!
Mein Versuch wieder in die Arbeit zu fahren brachte (nach
zwischenzeitlicher teilweiser Erhohlung) nur einen Rückfall.
Bereits beim Aufstehen war mir so schwindlig und ich war so in
Panik, das ist doch nicht mehr normal. Ich bin extremst auf
die Arbeit angewiesen (Beamter auf Probe) und darf mir
eigentlich keine solchen Patzer erlauben. Ich hab tierische
Angst, dass sich das Problem nicht zeitnah bessert. Nächste
Woche sollte (= muss) ich eigentlich auftauchen, weil die
ganze Vertretungsordnung schon geregelt ist und ich diese
Woche nur Urlaub genommen habe und mich nicht krankschreiben
lies. Natürlich bin ich manchmal zu pflichtbewusst, sollte
mehr entspannen und endlich mal meinen Urlaub ganz abbauen,
aber zur Zeit ist einfach zu viel los und meine
Probezeitbeurteilung (ich steh eh schon auf der Kippe wegen
eines anderen Gesundheitsproblems) will ich mir nicht
verhageln.
Wenn irgendwie möglich ist, wärs schon sehr ratsam, ein paar Tage Abstand von der Belastungssituation zu bekommen.
Der Neurologe hat mir eine Packung Antidepressiva („Opipramol
50 - 1A Pharma“) verschrieben. Ich bin mir bei den Dingern
absolut unsicher, weil ich schon viel schlechte Artikel in
alternativen Medien dazu gelesen habe. Der eine Arzt sagte
auch, die Nebenwirkungen lt. Beipackzettel sind von der
Häufigkeit etwas untertrieben. Andererseits hab ich die Sache
lt. Arzt u.U. von meiner Mutter geerbt, weil die kommt ohne
(viel stärkere) Tabletten auch nicht aus. Also bleibt mir wohl
keine Wahl?
Nichts an der Schilderung deiner Symptomatik lässt darauf schließen, dass du längerfristig Psychopharmaka nehmen müsstest, also künftig „nicht mehr ohne sie“ auskommen würdest.
Im Sinne einer schnellen Symptombehandlung in Anbetracht deiner beruflichen Situation ist das Opipramol auf jeden Fall sinnvoll (in Bezug auf alle drei Diagnosen übrigens), weil es sehr rasche angstlösend wirkt ohne (wie die klassischen Angstlöser) Suchtpotential zu besitzen.
M.E. solltest du den Rat des Arztes definitv befolgen.
Zusätzlich solltest du versuchen, in den nächsten Tag so gut es „abzuschalten“. Vielleicht Sport, vielleicht andere soziale Aktivitäten mit Freunden, die dich auf andere Gedanken bringen. Falsch wäre es mE, das verlängerte Wochenende allzu sehr in einer Schonhaltung zu verbringen.
Vergiss übrigens den schrecklichen Titel „Burnout mit 24 Jahren“. Damit machst du dir bloß völlig unnötigen Stress.
- keine freien Therapieplätze bei (von der Kasse bezahlten)
Gesprächs-Therapeuten
- auch bei den staatlichen Psychiatern zwei Monate Wartezeit
für einen einzigen Termin
Psychotherapeutische Maßnahmen würden dir für eine kurzfristige Lösung deines Problems sowieso nicht weiterhelfen.
Das Problem Psychotherapie + Verbeamtung ist natürlich insgesamt heikel, leider.
E.T:
Ansonsten ist Burn-out sowieso nur eine (modische)
Verlegenheitsdiagnose.
Das sehe ich ähnlich. 
Gruß,
B.
Moin,
ein MRT wurde gemacht und ‚eingehend‘ untersucht… was sagen denn die Blutwerte? Schilddrüse? Du erwähnst eine andere Erkrankung… das kann nichts damit zu tun haben? Wie ist deine Zinkversorgung…
Was sind das für Fachrichtungen ‚Arzt 1,2,3‘?
Ist das eine vorläufige Diagnose? Sind noch andere Untersuchungen geplant?..
Klar hast du Stress, und dagegen was zu unternehmen - prima. Aber ich finde das alles ein wenig ‚hoplahop‘
Gute Besserung…lux
ein MRT wurde gemacht und ‚eingehend‘ untersucht… was sagen
denn die Blutwerte? Schilddrüse? Du erwähnst eine andere
Erkrankung… das kann nichts damit zu tun haben? Wie ist deine
Zinkversorgung…
Das ließe sich übigens noch erweitern: z.B. akute allergische Reaktionen könnte die Symptomatik erklären. Oder auch unerkannte Entzündungsherde, ja vielleicht sogar eine bestehende Schwangerschaft 
E.T.
Danke E.T. deine Antwort macht mir Mut für die Zukunft. Ich nehm jetzt das Opipramol, hoffe jedoch schnellstmöglich davon wieder loszukommen. Es ist zwar sehr schnell angstlindernd, jedoch meinem Selbstvertrauen Probleme selber zu lösen hilft es nicht gerade. Außerdem will ich mich nicht wie eine Maschine manipulieren lassen. Empfohlene Behanldungsdauer lt. Beipackzettel 1-2 Monate. Ich hoffe bis dahin irgendwo eine kognitive Verhaltenstherapie beginnen zu können. Weiß jemand vll. zufällig vorab schon ein gutes Selbsthilfebuch?
Ansonsten ist Burn-out sowieso nur eine (modische)
Verlegenheitsdiagnose.
Das sehe ich ähnlich. 
Warum nicht genauso 
Ja, vielleicht auch genauso. Aber (unbewusst) mag mich zu der Formulierung „ähnlich“ der Umstand gebracht haben, dass ich ab und an echte burn-outs zwischen den vielen Mimosen und Rentenbegehrern sehe. 
2 „Gefällt mir“
Hallo AngelJdF,
zu Deiner Frage nach einem Selbsthilfebuch:
Ich kann Dir das Buch „Burnout-Prävention“ von Thomas M.H. Bergner sehr empfehlen. Du schreibst, Du bist ein sehr rationaler Mensch, daher vermute ich, dass Dich der logische und klar strukturierte Inhalt ansprechen wird.
Bitte beachte aber: es ist kein Buch, das man nur durchliest. Mit dem Anspruch kann man sich die 30€ Anschaffungskosten wahrscheinlich besser sparen. Es beinhaltet viele Übungen und Reflexionsfragen, mit denen Du Dich auch (am besten schriftlich) auseinandersetzen solltest. In diesem Fall wirst Du einiges über Dich erfahren und über Deine Bedürfnisse und Motive lernen können.
Ich (als medizinischer Laie) kann Dir nur anraten, Deine Symptome ernst zu nehmen und Dich nun erst einmal um Deine Gesundheit zu kümmern. Dein Körper will Dir mit seiner Reaktion ja etwas sagen (ich verstehe, dass organische Ursachen bereits ausgeschlossen werden konnten) und wie bereits jemand anderes hier schrieb, brechen verdrängte Dinge sich notfalls auch mal anderweitig Bahn, wenn sie lange genug ignoriert werden. Medikamente zu nehmen, damit Du wieder „funktionierst“ und so weiter machen kannst wie vorher, halte ich für eine kurzsichtige Lösung (meine private Ansicht). Damit dokterst Du ja nur an den Symptomen herum und änderst nichts an den Ursachen.
Wenn ein Arzt Dir bereits Burn-Out, Depression o.ä. attestiert hat, wird er Dich mit dieser Diagnose ja vermutlich auch eine Weile krank schreiben können, damit Du etwas Abstand zu der belastenden Situation bekommen kannst? Dass damit möglicherweise die Verbeamtung auf dem Spiel steht ist natürlich gerade äußerst unpassend und schade. Aber möglicherweise stellst Du bei näherer Beschäftigung mit Deinen Wünschen und Bedürfnissen ja auch fest, dass Du in Deinem Beruf ohnehin gerade versuchst, eine Leiter zu erklimmen, die an der falschen Wand lehnt?
Ich wünsche Dir alles Gute!
Viele Grüße
Kerstin
Zwei Ergänzungen habe ich noch zu meinem letzten Kommentar:
-
Hier kannst Du Auszüge aus dem genannten Buch lesen.
-
Ich möchte keinesfalls suggerieren, dass Deine Situation sich alleine mit dem Lesen und Bearbeiten eines Buchs lösen lässt. Wie ich verstanden habe, bist Du aber ohnehin dabei, Dir professionelle Hilfe zu holen und suchst lediglich unterstützend bzw. überbrückend nach Büchern zum Thema.