Hallo,
ich fahre eine Ducati Monster 600 mit 54 PS, mein Hinterreifen
war vor kurzem unten und ich hab mir einen neuen drauf machen
lassen. Der Händler meinte ich sollte ihn 300 km einfahren
oder mehrere Burnouts machen!?!
Liebe Tanja,
das mit dem Einfahren ist der brauchbare Teil. Der Reifen ist von der Produktion noch glatt und hat u.a. auch noch einiges an Additiven auf der Außenschicht. Damit ist die Haftung bescheiden. Áus eigener Erfahrung rate ich zu einer kleinen Spritztour ins kurvige - möglichst zuerst mit 50 - 100 km Autobahnanfahrt. Wenn Du von der Bahn kommst ist der Reifen schon mal warm und die erste Schicht in der Mitte angerauht. Dann mit etwas Vorsicht durch die Kurven, nicht bis in die letzte Rille. So fährt sich die ganze Nutzbreite an, Aufrauhen und vor allem auch das erste „Ausheizen“ der Additive (Formtrennmittel und anderes) müssen sein, bevor Du den gewohnten Grip hast. Ist ein bißchen wie beim Formel 1 Reifen. Dann kann man langsam mehr fordern.
Wie geht das? Ich hab die Vorderbremse bis zum Anschlag
gezogen (im Stand) und Gas gegeben in der Hoffnung das der
Hinterreifen durchdreht, aber das Bike schiebt sich nach
vorne…Muss ich mich mit aller Gewalt nach vorne legen um
mehr Gewicht auf den Vorderreifen zu bekommen?
Nö, Du mußt nur mit brachialer Gewalt aus der Haft- in die Gleitreibung springen. Ich bitte Dich nur, das da zu tun, wo das Mopped (mit oder ohne Fahrerin) 200 m fliegen kann, ohne andere zu gefährden. Ist bestimmt schön, wenn die Kiste sich an einer Mauer zerbröselt, auch die Nachbarn freuen sich, wenn der Lärm und der Gestank endlich ein Ende haben. Wenn´s mit dem Burnout klappt, dann darfst Du hinterher auch schön Mopped putzen, das halb gescholzenen Gummi klebt hartnäckig in allen Ecken…
Mal ernsthaft: Den Händler kannste knicken. So blöde Empfehlungen sind in meinen Augen schlicht kriminell. Ganz davon zu schweigen, daß es eh´ schon viel zu viele Durchgeknallte gibt, die glauben es sei was Tolles, wenn sie mit ihren Reiskochern und Joghurtbechern eine pubertäre (Lärm-) Show abziehen. Schadet nur dem Ruf des Bikers, leider noch nicht genug dem Portemonnaie des Unreifen…
Dabei habe ich noch eine Frage, ich habe ein Video gesehen in
dem ein Biker von 160 Kmh runter gebremst hat und dann auf dem
Vorderrad einen Kopfstand gemacht hat. Hab ich auch versucht,
aber mein Vorderrad fängt dann meistens an zu quietschen und
ich hatte das Gefühl dass es gerade noch mal gut gegangen ist.
Oder liege ich da falsch? Kann man einfach auf der Geraden die
Vorderbremse (hinterradBremse auch) bis zum Anschlag anziehen,
oder kanns passieren dass man seitlich vorne weg rutscht?
Zum sogenannten „Stoppie“ sei nur zu sagen : Ich hab´ zwei Moppeds mit überbremstem Vorderrad auf die Seite geschmissen, das hat mir gereicht. Gottseidank war ich in beiden Fällen langsam. Daraus schlau geworden gibt´s jetzt nur noch Moppeds, die der heutigen Technik entsprechen, also mit ABS.
Die Showeinlagen gehören in die Hände von Experten auf abgesperrter Strecke. Wenn Du sowas machen (lernen) willst, dann wende Dich an eine lokale Motorsportvereinigung.
Kennt jemand eine Web page auf der diese physikalischen Regeln
des Bikes erklärt werden? Mann muss ja nicht alles auf eigene
Faust ausprobieren 
Das klingt nach weiser Selbsterkenntnis, leider hab´ ich keinen Link dazu.
Die linke Hand zum Gruß
Bernd
Vielen Dank für eure Hilfe 
Liebe Grüsse Tanja