Bus mit nur einer GND-Leitung

Hallo,
wenn man sich die Pinbelegung mancher Bussysteme anschaut, dann fällt auf, dass für manche Leitungen genau eine GND-Leitung da ist.
Warum kann man nicht für alle Leitungen eine GND-Leitung nehmen?
Das würde die Anzahl der Drähte doch halbieren.
Oder passt dann was mit dem Widerstand nicht, dass es dann irgendwie störende Reflexionen gibt?
Falls ja, was stört da genau?

P.S. Bei einem Telefonanschluss kommen zwei Drähte ins Haus. Einer Davon ist GND. Wird der bis zum nächsten Verteiler mitgeführt oder wird nur die Datenleitung mitgeführt und GND kommt dann kurz vor dem Haus dazu, sowie beim Strom die Erdungsleitung?

Vielen Dank
Tim

Hallo,
wenn man sich die Pinbelegung mancher Bussysteme anschaut,
dann fällt auf, dass für manche Leitungen genau eine
GND-Leitung da ist.

Ja? Beispiele, bitte.
Die Busse, die ich kenne, haben symmetrische Übertragung, da ist GND nur auf dem Schirm.

Warum kann man nicht für alle Leitungen eine GND-Leitung
nehmen?
Das würde die Anzahl der Drähte doch halbieren.
Oder passt dann was mit dem Widerstand nicht, dass es dann
irgendwie störende Reflexionen gibt?
Falls ja, was stört da genau?

P.S. Bei einem Telefonanschluss kommen zwei Drähte ins Haus.
Einer Davon ist GND.

NEIN!
Das Telefonsignal ist ein typisches Beispiel für symmterische Übetragung, es gibt keine Masseleitung.
Ebenso der S0-Bus: Er hat je eine verdrillte Doppelader für TX und RX, die beide massefrei sind.
Wäre das nicht so (und hätte man drei Adern, je eine RX, TX und GND), dann hätte man eine Stromschleife im Kabel und massives Übersprechen.
So hat man zwei Stromschleifen, die dank der Verdrillung der Paare recht gute Nebensprechdämpfung haben, da sich M und E Feld der beiden Adern eines jeden Paares gegenseitig gut aufheben.

Ja? Beispiele, bitte.

Hier, http://www.hardware-bastelkiste.de/index.html?scsi.html, sind sehr viel GND-Verbindungen.
Warum müssen die hier sein und können nicht durch eine ersetzt werden?

Das Telefonsignal ist ein typisches Beispiel für symmterische
Übetragung, es gibt keine Masseleitung.

Da wird ja noch bei analogen Telefonen eine 60V Spannung übertragen.
Werden da die Spannungsschwankungen, verursacht durch Senden und Empfangen von Informationen, wieder herausgearbeitet, z.B. mit einer Gabelschaltung?
Wird diese Gabelschaltung auch heute noch bei DSL eingesetzt um im Duplexmodus zu empfangen und zu senden? Oder gibts da bei hohen Frequenzen Schwierigkeiten?
Warum fasst man eigentlich, vorausgesetzt man kann die Gabelschaltung da verwenden, den vieradrigen So-Bus oder Ethernet-Verbindungen nicht auch so zusammen, dass die Teilnehmer über zwei Adern verbunden wären? Lohnt der Aufwand einer Gabelschaltung bei den hausüblichen Entfernungen nicht und bei Internet kann man da durchaus wie oben beschrieben ansehen?

Vielen Dank
Tim

Hallo,

Hier, http://www.hardware-bastelkiste.de/index.html?scsi.html,
sind sehr viel GND-Verbindungen.
Warum müssen die hier sein und können nicht durch eine ersetzt
werden?

Weil man hier mit hohen Frequenzen arbeitet, benötigt man die GND-Leitungen als Abschirmung gegen sonst auftretendes Übersprechen.

Das Telefonsignal ist ein typisches Beispiel für symmterische
Übetragung, es gibt keine Masseleitung.

Da wird ja noch bei analogen Telefonen eine 60V Spannung
übertragen.

Die hat mit dem Signal aber nichts zu tun.

Werden da die Spannungsschwankungen, verursacht durch Senden
und Empfangen von Informationen, wieder herausgearbeitet, z.B.
mit einer Gabelschaltung?

Nö. Einfach durch einen Kondensator und eine Induktivität.

Wird diese Gabelschaltung auch heute noch bei DSL eingesetzt
um im Duplexmodus zu empfangen und zu senden? Oder gibts da
bei hohen Frequenzen Schwierigkeiten?

Bei DSL benötigt man einen Splitter, um das relativ niederfrequente Telefonsignal vom wesentlich höherfrequenten DSL-Signal zu trennen.

Warum fasst man eigentlich, vorausgesetzt man kann die
Gabelschaltung da verwenden, den vieradrigen So-Bus oder
Ethernet-Verbindungen nicht auch so zusammen, dass die
Teilnehmer über zwei Adern verbunden wären?

Weil Ethernet im Duplexbetrieb läuft - Senden und Empfangen gleichzeitig über deshalb getrennte Leitungspaare für die beiden Richtungen.

Lohnt der Aufwand
einer Gabelschaltung bei den hausüblichen Entfernungen nicht
und bei Internet kann man da durchaus wie oben beschrieben
ansehen?

Die Echounterdrückung durch die Gabelschaltung ist viel zu gering, als dass sie bei digitalen Signalen einen Sinn hätte. Dazu kommt die unerwünschte Dämpfung des Signals.
Gruß
loderunner

Wird diese Gabelschaltung auch heute noch bei DSL eingesetzt
um im Duplexmodus zu empfangen und zu senden? Oder gibts da
bei hohen Frequenzen Schwierigkeiten?

Bei DSL benötigt man einen Splitter, um das relativ
niederfrequente Telefonsignal vom wesentlich höherfrequenten
DSL-Signal zu trennen.

Und wie wird das da geregelt, wann der Router sendet und wann empfängt?
Durch Halbduplex oder werden zweit unterschiedliche Trägerfrequenzen benutzt?

Wenns durch Halbduplex geregelt wird, entspricht dann die Zeit fürs Senden und Empfangen dem Verhältnis zwischen Up- und Download?

Hallo,

Und wie wird das da geregelt, wann der Router sendet und wann
empfängt?
Durch Halbduplex oder werden zweit unterschiedliche
Trägerfrequenzen benutzt?

Es werden unterschiedliche Trägerfrequenzen verwendet. Aber genauer betrachtet ist es noch viel komplizierter: http://de.wikipedia.org/wiki/Asymmetric_Digital_Subs…
Gruß
loderunner

Ja? Beispiele, bitte.

Hier, http://www.hardware-bastelkiste.de/index.html?scsi.html,
sind sehr viel GND-Verbindungen.
Warum müssen die hier sein und können nicht durch eine ersetzt
werden?

Diese Massen sollen dafür sorgen, dass zwischen den Signalen weniger Übersprechen ist. Also in der Art einer Schirmung.

Das Telefonsignal ist ein typisches Beispiel für symmterische
Übetragung, es gibt keine Masseleitung.

Da wird ja noch bei analogen Telefonen eine 60V Spannung
übertragen.

Analoges Telefon ist komplizierter, als man denkt.
Zunächst mal hast Du eine Ruhespannung, eine Gleichspannung von ca. 40V. Dann wird darauf beim Klingeln eine Wechselspannung moduliert. Und schließlich nach dem Abheben bricht die Spannung zusammen, der Schleifenstrom fließt und dieser wird moduliert (das ist dann die Sprache).

Werden da die Spannungsschwankungen, verursacht durch Senden
und Empfangen von Informationen, wieder herausgearbeitet, z.B.
mit einer Gabelschaltung?

Die Gabelschaltung sorgt dafür, dass man auf einer Doppelader hören UND sprechen kann. Der Sender sendet die Information auf die Leitung und gleichzeitig mit entgegen gesetzter Polung auf die sog. „Leitungsnachbildung“. Das Summensignal aus beiden Informationen wäre dann eigentlich Null und man würde in der Summe nur die Gegenstelle hören, aber man legt es so aus, dass der umgepolte Teil in Richtung Leitungsnachbildung etwas geringer ist. SO hört man sich selber im Hörer.

Wird diese Gabelschaltung auch heute noch bei DSL eingesetzt
um im Duplexmodus zu empfangen und zu senden?

Ich weiß jetzt nicht genau, wie das beim DSL abläuft. Aber auch hier wird gegeneinander gesendet. Ob man da ebenfalls so arbeitet oder Sende- und Empfangsdaten auf unterschiedlichen Frequenzen laufen lässt, entzieht sich meiner Kenntniss.

Oder gibts da
bei hohen Frequenzen Schwierigkeiten?
Warum fasst man eigentlich, vorausgesetzt man kann die
Gabelschaltung da verwenden, den vieradrigen So-Bus oder
Ethernet-Verbindungen nicht auch so zusammen, dass die
Teilnehmer über zwei Adern verbunden wären?

Bei ISDN schlichtweg nicht möglich. Um auf zwei Adern senden und empfangen zu können, muss jeder Teilnehmer vom Bussignal das selbst gesendete Signal abziehen. Das geht nur bei Punkt-zu-Punkt Verbindungen. Teilnehmer 1 kann ja sein Sendesignal wissen und abziehen, aber wenn Teilnehmer 2 sendet, sieht Teilnehmer 1 nur das Misch-Masch aus dem, was die Gegenstelle und Teilnehmer 2 senden.
Klappt also nicht.

Beim Ethernet ist es nur bei 100MBit/s so, dass es je ein Empfangs- und Sendepaar gibt. Ab 1000Mbit/s wird auch hier Duplex gesprochen.