Hallo, erinnert ihr euch an dieses Gedicht? Es wurde vor einiger Zeit hier danach gefragt, weil in den meisten Ausgaben nur der Schluss abgedruckt ist.
Ich habe jetzt in einer alten DDR-Reclam-Ausgabe eine Variante gefunden, bei der der Frosch überlebt.
Bitte schön:
**Fink und Frosch
Auf leichten Schwingen frei und flink
zum Lindenwipfel flog der Fink
und sang ap dieser hohen Stelle
sein Morgenlied so glockenhelle.
Ein Frosch, ein dicker, der im Grase
im Boden hockt, erhob die Nase,
strich selbstgefällig seinen Bauch
und denkt: Die Künste kann ich auch. -
Alsbald am rauhen Stamm der Linde
begann er, wenn auch nicht geschwinde -
doch mit Erfolg, emporzusteigen,
bis er zuletzt von Zweig zu Zweigen,
wobei er freilich etwas keucht,
den höchsten Wipfelpunkt erreicht
und hier sein allerschönstes Quacken
ertönen läßt aus vollen Backen. -
Der Fink, dem dieser Wettgesang
nicht recht gefällt, entfloh und schwang
sich auf das steile Kirchendach.
Wart, rief der Frosch, ich komme nach.
Und richtig ist er fortgeflogen,
das heißt, nach unten hin im Bogen,
so daß er schnell und ohne Säumen,
nach mehr als zwanzig Purzelbäumen,
zur Erde kam mit lautem Quack,
nicht ohne großes Unbehagen.
Er fiel zum Glück auf seinen Magen,
den dicken weichen Futtersack,
sonst hätt er sicher sich verletzt.
Heil ihm! Er hat es durchgesetzt.**
Gruß Fritz