BUV......alles Quatsch ?

Hallo.

Ich befasse mich schon länger mit dem Thema BU-Versicherung.

Nun bin ich der Meinung, dass diese für berufstätige wie mich kaum noch interessant ist.
Zum einen bin ich nach 1961 geboren aber schon länger im Beruf.
Somit würde es für mich entweder nur Ablehnung oder Ausschluss geben. Was soll denn dann eine BU Versicherung ?
Als ich die Lehre bgann, war das alles kein Thema. Und nachher wurde das Thema ja auch nur beiläufig bekannt.
Nach der Neuregelung 2000 sieht das ja wohl alles anders aus.

Auch ich habe schon den „üblichen“ Rückenverschleiss als Handwerker.
Zum Glück bin ich ja im öffentlichen Dienst gelandet, da wird man im Falle einer BU nicht gleich rausgeschmissen.

Nun frage ich mich, wer überhaupt eine BUV bekommt ? Handwerker doch wohl kaum und gibt es echte Alternativen ?

Grüsse …

Nun bin ich der Meinung, dass diese für berufstätige wie mich
kaum noch interessant ist.

Wenn Du meinst, dann ist das so.

Somit würde es für mich entweder nur Ablehnung oder Ausschluss
geben. Was soll denn dann eine BU Versicherung ?

Es gibt ja nicht nur Rückenleiden. Zugegebenermaßen sind Rückneliden ein häufiger Grund für eine BU, seelische Erkrankungen stellen aber schon 25 % der Fälle.

Nun frage ich mich, wer überhaupt eine BUV bekommt ?

Sehr viele.

Handwerker doch wohl kaum und gibt es echte Alternativen ?

Warum nicht ? Auch du würdest eine bekommen, die z.B. bei einer Krebserkrankung, bei einem Schlaganfall, einem Herzinfark oder einer Depression leistet. Es ist alles eine Frage der Risikobewertung.

Das sind eigentlich drei separate Fragen:

  1. Bekommt man mit Problemen im Rücken noch eine BU-Versicherung?
  2. Ist die BU-Versicherung überhaupt sinnvoll?
  3. Heißt berufsunfähig zu sein, gleich arbeitslos zu sein?

zu 1) Ja, aber häufig nur mit Zuschlägen oder Ausschlüssen. Zuschlag heißt, du zahlst mehr und hast vollen Versicherungsschutz. Ausschluss bedeutet, dass bei bestimmten Erkrankungen, falls sie zur Berufsunfähigkeit führen, die Versicherung die Rente nicht zahlt. Es leuchtet ein, dass ein Zuschlag immerhin das kleinere Übel ist. Woran wird wohl statistisch jemand berufsunfähig, der ohnehin schon ein Rückenleiden hat? Wahrscheinlich besonders häufig, weil das Kreuz nicht mehr mitspielt. Bleiben drei Möglichkeiten: a) Ausschluss akzeptieren und immerhin den BU-Schutz für die anderen Risiken wie Psyche, Unfälle usw. versichern. b) auf eine englische Dread Desease-Versicherung oder Grundfähigkeitsversicherung ausweichen. Aber Vorsicht, das sind nur scheinbare Alternativen, weil sie eigentlich andere Risiken versichern. c) verstärkt in die Altervorsorge buttern, für den Fall, dass doch etwas passiert.
Auf jeden Fall würde ich ein paar Angebote einholen. Vergleichsrechner im Internet gibt´s ja genug.

zu 2) Die BU steht bei allen Verbraucherschützern fast an Nummer eins unter den wichtigen Versicherungen. Ein Drittel aller Leistungsfälle sind psychsische Erkrankungen, dann folgen die Skelettschäden mit knapp einem Fünftel. Unfälle spielen übrigens fast keine Rolle.

zu 3) Berufsunfähig zu sein, heißt übrigens nicht zwangsläufig arbeitslos zu sein. Ein erheblicher Teil derer, die eine BU-Rente beziehen, haben innerhalb weniger Jahre einen anderen Job durch Umschulung oder ähnliches. (Das hängt übrigens auch damit zusammen, dass die Kunden privat ziemlich niedrige Renten abschließen, die sowieso nicht ausreichen.) Auch die Versicherer machen bei diesem so genannten Reha-Management mit. Schließlich müssen sie nicht weiter zahlen, wenn der Kunde wieder arbeitet.

In diesem Zusammenhang GANZ wichtig: Nur Policen abschließen, die die abstrakte Verweisbarkeit ausschließen! In diesem Fall kann die Versicherung - grob gesagt - die Zahlung verweigern oder kürzen, wenn man in einem gleich angesehenen Beruf wie vorher ähnlich viel verdient. Andernsfalls genügt schon das Argument, dass man einen solchen Beruf theoretisch ausüben könnte.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass fast jede Versicherung scharf darauf ist, jeder x beliebigen Person eine BU-Vers. aufzuschwäzen. Selbst bei mir, 61 Jahre alt und schon 11 Jahre EU-Rentner, hat man es probiert, obwohl ich nicht mehr im Berufsleben bin.

Im Schadensfall würde die Versicherung sich dann auf nichtbenannte Vorschädigungen berufen und den Versicherungsschutz verweigern. Wenn man in den Mühlen dieser Vers. mal drin ist, kommt man sehr schwer wieder raus, wenn doch, dann mit sehr großen Verlusten.

Welchen Beruf möchtest Du denn angeben, wenn Du jetzt auf Deinem Beruf gar nicht mehr arbeitest, eventuell den, den Du gar nicht erlernt hast?

In jungen Jahren würde man Dich im Schadensfall umschulen, im fortgeschrittenen Alter würde man bei Dir Vorschäden finden, die Du vergessen hast bei Versicherungabschluss anzugeben.

Ich könnte Dir genügend Fälle aus eigener Erfahrung aufzählen.

Gruß Bert