BUZ - Antidepressiva nicht angegeben

Hallo liebe WWW-Gemeinde!

Vor zwei Jahren schloss ich eine BUZ in Kombination mit einer Lebensversicherung ab. Damals hatte ich eine schwere Zeit und bekam von meinem Arzt Antidepressiva. Das teilte ich meinem Finanzberater auch bei Abschluss mit. Er riet mir davon jedoch ab, so nach dem Motto: „Davon werden Sie doch nicht berufsunfähig.“ Ich habe aber seitdem immer wieder Bedenken. Falls ich mal einen Unfall haben sollte, kann dann die Versicherung nicht sagen, dass es ja auf den depressiven Zustand zurückzuführen sei und der Unfall z. B. wegen mangelnder Konzentration selbst verschuldet ist?
Ich will vermeiden, Monat für Monat in eine Versicherung einzuzahlen, die letztendlich nur dem Finanzberater was bringt.
Was könnt ihr mir raten? Was sollte ich am besten tun? Oder verjähren etwa die gemachten Angaben nach einer gewissen Zeit? Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen?

Viele Grüße
Naila

Was könnt ihr mir raten?

Schlicht und einfach: Melde Deiner Versicherung diese Angaben nach. Und den „Finanzberater“ würde ich mit einem Hausverbot belegen und auf der Straße die Seite wechseln, solltest Du ihm begegnen müssen.

Du hast aller Wahrscheinlichkeit nach Deine vorvertraglichen Anzeigepflichten verletzt. Dies berechtigt die Versicherung zur außerordentlichen Kündigung. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß Du dann noch mal eine BUZ bekommen wirst.

Sprich also mit Deiner Versicherung. Möglich sind ein Risikozuschlag oder ein Ausschluß bestimmter Erkrankungen von der Leistungspflicht. Auch eine Kündigung wäre möglich. Deshalb solltest Du auf gut Wetter machen und auf Kulanz hoffen.

Dein „Finanzberater“ beriet Dich unbewußt oder vielmehr ganz bewußt falsch, weil er an dem Geld interessiert war, welches ihm die Versicherung für Dich als Neukunden zahlte und bis heute zahlt. Das ist eben das Problem, wenn „Berater“ nicht von Dir als Auftraggeber, sondern vom Auftragnehmer (Versicherung) bezahlt werden.

Für die Zukunft: Fülle die Gesundheitsfragen sehr genau aus. Beantworte nur, was gefragt ist, davon aber alles wahrheitsgemäß und umfassend. Normalerweise ist dafür ein Beiblatt nötig. Denn selbst simple Erkältungen, die man vergißt anzugeben, können später mindestens einen langwierigen Rechtsstreit auslösen. Gerade bei BUZ-Versicherungen ist dies nötig, weil wohl bei keiner anderen Versicherung der Klageanteil so hoch ist. Mit anderen Worten, bei keiner anderen Versicherung zahlt dieselbe öfters erst nach einem Rechtsstreit.

Es ist immer ein Spagat: Ist man zu ehrlich, bekommt selbst der Otto-Normal-Mensch kaum eine BUZ, geschweige denn zu bezahlbaren Preisen. Ist man nicht so ehrlich, bekommt man zwar vielleicht eine, hat aber hinterher unter Umständen noch viel größeren Ärger.

Kleiner Tip: Für Leute, die keine BUZ bekommen, gibt es von mehreren Anbietern auch aufgestockte Unfallversicherungen. Das Extra: Der Leistungsumfang ist gegenüber einer herkömmlichen Unfallversicherung um Aspekte einer BUZ angereichert (Infektionskrankheiten und ähnliches). Das ist kein Ersatz für eine BUZ (auch wenn solche Unfallversicherungen weit billiger als eine BUZ sind), sondern nur ein Notbehelf für Leute, die keine BUZ bekommen.

Benni

Schlicht und einfach: Melde Deiner Versicherung diese Angaben
nach. Und den „Finanzberater“ würde ich mit einem Hausverbot
belegen und auf der Straße die Seite wechseln, solltest Du ihm
begegnen müssen.

Hallo Benni!

Vielen Dank für deine schnelle Antwort! Demnach war meine weibliche Intuition von Anfang an richtig. DIESE VERSICHERUNGSBRÜDER! Wie findet man überhaupt einen seriösen Versicherungsmakler/Finanzberater? Arbeiten die nicht immer für irgendwelche Versicherungen? Ist überhaupt jemand ernsthaft auf der Seite des Versicherten?

Viele Grüße
Naila

Wie findet man überhaupt einen seriösen
Versicherungsmakler/Finanzberater?

  1. In diesem Forum schreiben nicht wenige Versicherungsmakler. Das sollte man sich bei der Bewertung von Antworten vorher klarmachen.

  2. Deine Frage ist sehr berechtigt. Am besten wäre es, wenn Du einen Makler finden würdest, der von Dir für seine Beratungsleistung bezahlt wird und sich vertraglich verpflichtet, keine Provisionen von Versicherungen anzunehmen bzw. falls doch, Dir auszuzahlen. Solche Makler nennt man normalerweise Honorarmakler, weil der Auftraggeber (Du) ihnen ein Honorar zahlst. Es gibt einige freie oder auch in Ketten zusammengeschlossene Makler dieses Typs. Ich werde Dir hier keine Namen nennen (nein, ich bin keiner). Aber mit etwas Mühe findest Du sie.

  3. Wenn wir ein Auto kaufen, informieren wir uns normalerweise lange vorher schon über alle möglichen Einzelheiten, um irgendwann dann genau das Auto zu kaufen, was wir wollen. Wenn wir ein Haus bauen oder kaufen, gehen wir ebenso vor. Wir informieren uns aus den unterschiedlichsten Quellen, bevor wir eine Entscheidung fällen. So sollte man es auch bei Versicherungen handhaben. Es gibt im Internet, bei den Verbraucherzentralen, bei der Stiftung Warentest und auch im Buchhandel neutrale Informationsmöglichkeiten zu allen möglichen Versicherungsthemen. Nutze sie. Bleiben dann noch Fragen offen, insbesondere bei sehr wichtigen Versicherungen (private Krankenversicherung, BUZ…) erwäge einen Honorarmakler. Solltest Du Dich für einen abhängigen Makler (abhängig von den Versicherungen) oder gar einen Vertreter einer bestimmten Gesellschaft entscheiden, hinterfrage kritisch, stelle viele Fragen und bleib skeptisch. Solche Menschen werden von den Versicherungen dafür bezahlt, Dir ein Produkt zu verkaufen. Vergiß das nicht.

Benni

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Nutze sie. Bleiben dann noch
Fragen offen, insbesondere bei sehr wichtigen Versicherungen
(private Krankenversicherung, BUZ…) erwäge einen
Honorarmakler. Solltest Du Dich für einen abhängigen Makler
(abhängig von den Versicherungen) oder gar einen Vertreter
einer bestimmten Gesellschaft entscheiden, hinterfrage
kritisch, stelle viele Fragen und bleib skeptisch. Solche
Menschen werden von den Versicherungen dafür bezahlt, Dir ein
Produkt zu verkaufen. Vergiß das nicht.

Benni

Das Beispiel mit dem Honorarmakler passt hier überhaupt nicht! Die Dame hat schlicht und einfach einen unseriösen Finanzberater erwischt!
Unseriöse Menschen gibt es bekanntermaßen in jeder Branche!)
Vielleicht , wie oft bei solchen Sachen, einen sog. Strukki!

Im übrigen hätte die Dame wahrscheinlich bei korrekter Angabe mit großer Wahrscheinlichkeit keine BUZ bekommen!

Cooler

Das Beispiel mit dem Honorarmakler passt hier überhaupt nicht!

Doch, es paßt schon, nicht nur in diesem Fall. Die Gründe habe ich ausführlich erläutert.

Die Dame hat schlicht und einfach einen unseriösen
Finanzberater erwischt!

Ja, hat sie.

Unseriöse Menschen gibt es bekanntermaßen in jeder Branche!)

Natürlich, keine Frage. Nur bleiben selbst bei seriösen Maklern immer noch die Probleme, die ich im Beitrag beschrieb.

Im übrigen hätte die Dame wahrscheinlich bei korrekter Angabe
mit großer Wahrscheinlichkeit keine BUZ bekommen!

Davon gehe ich leider auch aus. Deshalb auch mein Hinweis auf die erweiterten Unfallversicherungen, als (unbefriedigenden) Ersatz.

Benni