BUZ-Modell sinnvoll?

Hallo zusammen,
mein Finanzberater hat mir (25J Doktorand) folgendes Modell zur BUZ angeboten und jetzt bin ich völlig ratlos was ich machen soll, da man ja eigentlich immer liest es sei besser eine BU einzeln abzuschließen. Hier die wichtigsten Punkte:

Beitrag: 90,- mtl,(BU-Anteil: 40,-)
1000,- monatl. BU-Rente bis ans Lebensende
10% jährliche Dynamik, ablehnbar beliebig oft
die restlichen 50,- gehen in eine fondsgebundene Rente, d.h. bei 3% Dynamik/Jahr und 6% Wachstum bekäme ich ab 65 eine Rente von ca. 540,- pro Monat

Der große Vorteil davon sein, dass die Beiträge zu 60%(+2% pro Vertragsjahr) steuerlich absetzbar sind , sowie die Absicherung bis ans Lebensende.
Alle sonstigen Klauseln(Verweisung, Anerkennung usw) sind in Ordnung.
Was haltet ihr von einem derartigen Modell? Wäre evtl eine klassische BU + zB eine Kapitallebensversicherung oder extra Rentenversicherung für die 50 Euro sinnvoller?

Vielen Dank schonmal, Miklo

Hallo Miklo,

es scheint sich hier um eine steuerlich geförderte Rürup-bzw. Basisrentenversicherung zu handeln.
Vorteil: auch der Beitrag für die BUZ (Voraussetzung Beitrag für die Altersabsicherung macht mehr als 50% des Gesamtbeitrages aus) kann steuerlich abgesetzt werden.

Hier hat jeder sicher seine eigene Meinung, von einer Kopplung einer BUZ-Absicherung mit einem Ansparprozess.

Aus meiner Sicht keine schlechte Idee, die nötige BUZ-Absicherung über diesen Weg zu nehmen.
Voraussetzung: Das Einkommen ist groß genug, um einen vernünftigen Steuervorteil überhaupt zu haben.

denn Nachteil: Leistungen werden nachgelagert versteuert (Nettoleistung ist dadurch geringer, als wenn man einen Vertrag ohne steuerliche Förderung der Beiträge hätte).

Jetzt müsste man schauen, ob 1.000 mtl. ausreichend ist…

Und ob das Angebot an sich preiswert oder teuer ist - da muss sich jemand anderes äußern.

Viele Grüße

Thomas

Hallo Miklo, Hallo Thomas

es scheint sich hier um eine steuerlich geförderte Rürup-bzw.
Basisrentenversicherung zu handeln.
Vorteil: auch der Beitrag für die BUZ (Voraussetzung Beitrag
für die Altersabsicherung macht mehr als 50% des
Gesamtbeitrages aus) kann steuerlich abgesetzt werden.

Hier hat jeder sicher seine eigene Meinung, von einer Kopplung
einer BUZ-Absicherung mit einem Ansparprozess.

Als Grundvorsorge für jetzt und Alter finde ich das in Ordnung.

Aus meiner Sicht keine schlechte Idee, die nötige
BUZ-Absicherung über diesen Weg zu nehmen.
Voraussetzung: Das Einkommen ist groß genug, um einen
vernünftigen Steuervorteil überhaupt zu haben.

Als Doktorant müßte das jetzt vielleicht nicht der Fall sein, aber der Steuervorteil bezieht sich in den ersten Jahren auch nur auf 60 + 2 % jedes Jahr.

denn Nachteil: Leistungen werden nachgelagert versteuert
(Nettoleistung ist dadurch geringer, als wenn man einen
Vertrag ohne steuerliche Förderung der Beiträge hätte).

Jetzt müsste man schauen, ob 1.000 mtl. ausreichend ist…

Grundsätzlich richtig, aber bei einer Absicherung von 1.000 mtl., was wird den da an Steuer fällig?

Und ob das Angebot an sich preiswert oder teuer ist - da muss
sich jemand anderes äußern.

Angebot bzgl. Preis-/Leistung afaik ganz in Ordnung, wobei die Rahmendaten zu einer genauen Betrachtung dafür zu dürftig sind.

Grüße
Matthias

Hallo,

BU und Kapitalbildung trennen. Was passiert, wenn Sie nach der Doktoranden Stelle Arbeitslos sind oder zwischendurch einmal.

Für Kapitalbildung nach Rürup haben Sie noch genügend Zeit.

50 Euro mtl und 540 Euro Rente dünkt mir kein gutes Angebot zu sein.

BU ist aber wichtig!!!

Bitte alle Zusagen - auch bezüglich Dynamikaussetzung schriftlich bestätigen und in den Bedingungen aufzeigen lassen.

Viele Grüße
Thorulf Müller

[email protected]

Hört sich sehr merkwürdig an !!!

Beitrag: 90,- mtl,(BU-Anteil: 40,-)
1000,- monatl. BU-Rente bis ans Lebensende

BU-Rente wird in der Regel bis zur Altersrente gezahlt, hier unbedingt noch einmal nachhaken.

10% jährliche Dynamik, ablehnbar beliebig oft

viel zu viel, 10 % dynamik heißt, nach 7 Erhöhungen hat sich der Beitrag ungefähr verdoppelt

die restlichen 50,- gehen in eine fondsgebundene Rente, d.h.

Fondsgebundenen Rente nur als 2 oder 3. Element einbauen, als Erstabsicherung viel zu unsicher.

bei 3% Dynamik/Jahr und 6% Wachstum bekäme ich ab 65 eine
Rente von ca. 540,- pro Monat

40 Jahre lang 3 % Dynamik ? Rechne mal aus wie hoch der Beitrag in den letzten Jahren sein wird.

Der große Vorteil davon sein, dass die Beiträge zu 60%(+2% pro
Vertragsjahr) steuerlich absetzbar sind , sowie die
Absicherung bis ans Lebensende.

Das stimmt so nicht! Wenn Du Arbeitnehmer werden wirst wird dieser Anteil von 60 % massiv gekürzt. Die 60 % plus die 2 % Stufen gelten nur für Selbstständige. Dafür wird Deine Rente in voller Höhe steuerpflichtig.

Was haltet ihr von einem derartigen Modell? Wäre evtl eine
klassische BU + zB eine Kapitallebensversicherung oder extra
Rentenversicherung für die 50 Euro sinnvoller?

Wahrscheinlich. BU und Rentenversicherung und Risikoleben, wenn Du es brauchst (Familie, Hausbau etc.)

Hallo Miklo,

es dürfte sinnvoller sein, BU und Altersvorsorge getrennt abzuschließen. Hier im Forum ist es aber sehr schwierig, alle dafür erforderlichen Aspekte zu berücksichtigen. Meine Empfehlung lautet wie folgt: Lass Dir, sofern noch nicht geschehen, dass Angebot einmal schriftlich geben und suche mit diesem Angebot die nächste Verbraucherzentrale (http://www.verbraucherzentrale.de) auf. Dort wird das vorliegende Angebot geprüft und Dir werden unabhängige Empfehlungen gegeben. Zwar ist diese Beratung kostenpflichtig aber immer noch besser, als später festzustellen, dass doch ein Fehler beim Vertragsabschluss gemacht worden ist.
Norbert

Hallo zusammen,
mein Finanzberater hat mir (25J Doktorand) folgendes Modell
zur BUZ angeboten und jetzt bin ich völlig ratlos was ich
machen soll, da man ja eigentlich immer liest es sei besser
eine BU einzeln abzuschließen. Hier die wichtigsten Punkte:

Beitrag: 90,- mtl,(BU-Anteil: 40,-)
1000,- monatl. BU-Rente bis ans Lebensende
10% jährliche Dynamik, ablehnbar beliebig oft
die restlichen 50,- gehen in eine fondsgebundene Rente, d.h.
bei 3% Dynamik/Jahr und 6% Wachstum bekäme ich ab 65 eine
Rente von ca. 540,- pro Monat

Der große Vorteil davon sein, dass die Beiträge zu 60%(+2% pro
Vertragsjahr) steuerlich absetzbar sind , sowie die
Absicherung bis ans Lebensende.
Alle sonstigen Klauseln(Verweisung, Anerkennung usw) sind in
Ordnung.
Was haltet ihr von einem derartigen Modell? Wäre evtl eine
klassische BU + zB eine Kapitallebensversicherung oder extra
Rentenversicherung für die 50 Euro sinnvoller?

Vielen Dank schonmal, Miklo

Hallo,

ebenfalls darauf achten, ob du überhaupt laut „Günstigerprüfung“ die Beiträge absetzen kannst (also falls es eine Rüruprente ist, oder ob insgesamt das alte Steuerrecht günstiger ist. Sollte das der Fall sein bringen dir die 60% garnix.
Grundsätzlich halte ich es auch für wichtig, Versicherung und Geldanlage zu trennen.

Viele Grüße

Laber

Hört sich sehr merkwürdig an !!!

Beitrag: 90,- mtl,(BU-Anteil: 40,-)
1000,- monatl. BU-Rente bis ans Lebensende

BU-Rente wird in der Regel bis zur Altersrente gezahlt, hier
unbedingt noch einmal nachhaken.

10% jährliche Dynamik, ablehnbar beliebig oft

viel zu viel, 10 % dynamik heißt, nach 7 Erhöhungen hat sich
der Beitrag ungefähr verdoppelt

Je nach Nachversicherungsgarantie kann man durchaus darüber reden.

die restlichen 50,- gehen in eine fondsgebundene Rente, d.h.

Fondsgebundenen Rente nur als 2 oder 3. Element einbauen, als
Erstabsicherung viel zu unsicher.

Was denn als 1. Element?

bei 3% Dynamik/Jahr und 6% Wachstum bekäme ich ab 65 eine
Rente von ca. 540,- pro Monat

40 Jahre lang 3 % Dynamik ? Rechne mal aus wie hoch der
Beitrag in den letzten Jahren sein wird.

Der große Vorteil davon sein, dass die Beiträge zu 60%(+2% pro
Vertragsjahr) steuerlich absetzbar sind , sowie die
Absicherung bis ans Lebensende.

Das stimmt so nicht! Wenn Du Arbeitnehmer werden wirst wird
dieser Anteil von 60 % massiv gekürzt. Die 60 % plus die 2 %
Stufen gelten nur für Selbstständige. Dafür wird Deine Rente
in voller Höhe steuerpflichtig.

Stimmt so auch nicht ganz, es gibt eine Günstigerprüfung(s.u.), in den nächsten Jahren werden die meisten AN noch nach der alten Regelung besser fahren. Auch bei Selbständigen muss das geprüft werden.

Was haltet ihr von einem derartigen Modell? Wäre evtl eine
klassische BU + zB eine Kapitallebensversicherung oder extra
Rentenversicherung für die 50 Euro sinnvoller?

Wahrscheinlich. BU und Rentenversicherung und Risikoleben,
wenn Du es brauchst (Familie, Hausbau etc.)

Kapitallebensversicherung / klassische Rentenversicherung ist ja wohl das Renditegrab schlechthin.

Viele Grüße

Laber

Was denn als 1. Element?

Ich würde eine klassische LV oder ein Eigenheim wählen, aber darüber kann man natürlich trefflich streiten.

Das stimmt so nicht! Wenn Du Arbeitnehmer werden wirst wird
dieser Anteil von 60 % massiv gekürzt. Die 60 % plus die 2 %
Stufen gelten nur für Selbstständige. Dafür wird Deine Rente
in voller Höhe steuerpflichtig.

Stimmt so auch nicht ganz, es gibt eine
Günstigerprüfung(s.u.), in den nächsten Jahren werden die
meisten AN noch nach der alten Regelung besser fahren. Auch
bei Selbständigen muss das geprüft werden.

Die Günstigerprüfugn hatte ich nicht gemeint. Bei AN werden von diesen 60 % plus 2 % Stufen die AG Anteile zur GRV abgezogen, sodaß der steuerlich wirksame Betrag für den AN deutlich kleiner wird.

Wahrscheinlich. BU und Rentenversicherung und Risikoleben,
wenn Du es brauchst (Familie, Hausbau etc.)

Kapitallebensversicherung / klassische Rentenversicherung ist
ja wohl das Renditegrab schlechthin.

Das würde ich nicht sagen. Es gibt auch jetzt noch LV-Versicherer, die über 4 % ausschütten. außerdem reden wir hier über eine Versicherung und nicht über eine Kapitalanlage, wir haben also ein versichertes Risiko dabei. Aber wie oben schon gesagt, über das „richtige“ Konzept zur Altersvorsorge läßt sich streiten.

Meines sieht so aus:

  1. LV
  2. Eigenheim
  3. RV
  4. Aktienfond/Fondpolice

Und zwar in dieser Reihenfolge.

Hallo, Miklo!

So weit ich mich erinnere, darf man keine höhere Berufsunfähigkeitsrente absichern als das derzeitige Netto bzw. sogar nur einen Prozentsatz davon (Überversicherung darf nicht vorliegen, man befürchtet sonst dass sich einer BU schreiben lässt und dann mehr hat als vorher).

Daher solltest du eine BU machen, bei der du jederzeit die Möglichkeit hast OHNE erneute Gesundheitspüfung die Versicherungssumme (BU-Rente) zu erhöhen, wenn sich dein Einkommen erhöht.
Ein fester Erhöhungsprozentsatz ist Mist.

Das geht aber wahrscheinlich nicht bei so einer Kombi-Lösung.

Michael

Was denn als 1. Element?

Ich würde eine klassische LV oder ein Eigenheim wählen, aber
darüber kann man natürlich trefflich streiten.

Das stimmt so nicht! Wenn Du Arbeitnehmer werden wirst wird
dieser Anteil von 60 % massiv gekürzt. Die 60 % plus die 2 %
Stufen gelten nur für Selbstständige. Dafür wird Deine Rente
in voller Höhe steuerpflichtig.

Stimmt so auch nicht ganz, es gibt eine
Günstigerprüfung(s.u.), in den nächsten Jahren werden die
meisten AN noch nach der alten Regelung besser fahren. Auch
bei Selbständigen muss das geprüft werden.

Die Günstigerprüfugn hatte ich nicht gemeint. Bei AN werden
von diesen 60 % plus 2 % Stufen die AG Anteile zur GRV
abgezogen, sodaß der steuerlich wirksame Betrag für den AN
deutlich kleiner wird.

Was du beschreibst ist doch die Günstigerprüfung, zumindest so ähnlich. Entweder die alte Regelung bleibt, oder die Neue. Das Finanzamt entscheidet jedesmal individuell, welche Regelung für den AN günstiger ist. Wenn die alte Regelung besser ist bringt die Rüruprente garnix.

Wahrscheinlich. BU und Rentenversicherung und Risikoleben,
wenn Du es brauchst (Familie, Hausbau etc.)

Kapitallebensversicherung / klassische Rentenversicherung ist
ja wohl das Renditegrab schlechthin.

Das würde ich nicht sagen. Es gibt auch jetzt noch
LV-Versicherer, die über 4 % ausschütten.

4% auf den Sparanteil, richtig! Wieviel dabei als Nettorendite unten rauskommt kann man sich denken.

außerdem reden wir
hier über eine Versicherung und nicht über eine Kapitalanlage,

Ok, mir ist lieber, Versicherung und Kapitalanlage zu trennen.

wir haben also ein versichertes Risiko dabei. Aber wie oben
schon gesagt, über das „richtige“ Konzept zur Altersvorsorge
läßt sich streiten.

Allerdings, da geb ich dir Recht.

Meines sieht so aus:

  1. LV
  2. Eigenheim
  3. RV
  4. Aktienfond/Fondpolice

Und zwar in dieser Reihenfolge.

Also will jetzt wirklich nicht anfangen über Altersvorsorgekonzepte zu streiten, aber KLV bitte nicht.
Der Punkt war eigentlich, daß man sehr aufpassen muss mit der Rüruprente in Verbindung mit der Günstigerprüfung.

Viele Grüße

Laber

Hallo, Miklo!

So weit ich mich erinnere, darf man keine höhere
Berufsunfähigkeitsrente absichern als das derzeitige Netto
bzw. sogar nur einen Prozentsatz davon (Überversicherung darf
nicht vorliegen, man befürchtet sonst dass sich einer BU
schreiben lässt und dann mehr hat als vorher).

Ist unterschiedlich von Gesellschaft zu Gesellschaft. Manchmal 50% oder 75%Brutto oder nur Netto. Generell gilt: Was einmal versichert ist, wird auch ausgezahlt, zumindest im Hinblick auf die Höhe der versicherten BU-Rente.

Daher solltest du eine BU machen, bei der du jederzeit die
Möglichkeit hast OHNE erneute Gesundheitspüfung die
Versicherungssumme (BU-Rente) zu erhöhen, wenn sich dein
Einkommen erhöht.
Ein fester Erhöhungsprozentsatz ist Mist.

Gibts das? Es gibt Nachversicherungsgarantien, die dir eine Höherversicherung bei Eintritt bestimmter Ereignisse wie Heirat, Kinder, etc. erlauben. Aber jederzeit und in beliebiger Höhe nicht. Jährlich um einen bestimmten Prozentsatz zu erhöhen halte ich für durchaus sinnvoll, vor Allem zum Inflationsausgleich. Natürlich muss man da ganz schön aufpassen, die Beiträge laufen schnell davon.

Viele Grüße

Laber

Danke!!
Danke an alle,
werd jetzt erst mal ne reine BU abschließen, und die Rentensache getrennt zu gegebener Zeit in Angriff nehmen!