BWL Fragen rund um das Unternehmen

Hallo, BWLer hier ?
*puh* das Wetter ist übel oder ? Bei euch auch so hitzig warm ?

hätte trotzallem mal 2 Frage an euch, die ich gerne mit euch diskutieren würde bzw. auf eure Antworten gespannt bin. Es dreht sich natürlich um BWL ist ja klar. :smile:

  1. Weshalb ist es sinnvoll, die Angabe über die Höhe des Jahresgewinns um die EK-Rendite zu ergänzen?

Meine Antwort:
EK-Rendite = EK-Rentabilität des Unternehmens. Die Rendite zeigt die Verzinsung des Eigenkapitals des Unternehmens an. Dies ist wichtig für die Investoren und Gesellschafter, da sie ja schließlich wissen wollen, ob es sich lohnt in dieses Unternehmen ihre Kapital zu investieren. Kapitalgeber/Investoren sind am Gewinn des UN und an der Verzinsung für ihr EK interessiert.

Je höher die EK-Rendite, desto positiver die Beurteilung.

Fall euch noch etwas besseres einfällt bitte ergänzt es.

2.Frage:
Was geschieht, wenn sämtlich Gläubiger ihre Kredite schlagartig fällig stellen?

Die Finanzkraft des Unternehmens wird überlastet.
In der Regel wird das UN nicht in der Lage sein das Geld aufzubringen.
Das Unternehmen kommt in Zahlungsschwierigkeiten oder Illiquidität. Dies kann bis zur Insolvenz führen.
Je geringer das EK, desto schwieriger ist es das FK zurückzuzahlen.

hierzu brauch ich eindeutig mehr! bloß fällt es mir so schwer, es in Worte zufallen…

wäre super wenn ihr mir was dazu sagen könntet.
danke
G.Force

Hallo,

  1. Weshalb ist es sinnvoll, die Angabe über die Höhe des
    Jahresgewinns um die EK-Rendite zu ergänzen?

das klingt so apodiktisch. Ist die Angabe überhaupt sinnvoll und bei welcher Gelegenheit könnte es denn sinnvoll sein?

Meine Antwort:
EK-Rendite = EK-Rentabilität des Unternehmens. Die Rendite
zeigt die Verzinsung des Eigenkapitals des Unternehmens an.
Dies ist wichtig für die Investoren und Gesellschafter,

Was ist denn der Unterschied zwischen Investor und Gesellschafter?

ja schließlich wissen wollen, ob es sich lohnt in dieses

Unternehmen ihre Kapital zu investieren.

Und dafür brauchen die die Angabe der EK-Rendite? Und: Kann man die nicht selbst ausrechnen, wenn der Jahresabschluß vorliegt?

Kapitalgeber/Investoren sind am Gewinn des UN und an der
Verzinsung für ihr EK interessiert.

Was denn nun? Am Gewinn oder an der Eigenkapitalverzinsung?

Je höher die EK-Rendite, desto positiver die Beurteilung.

Auch das ist mir ein bißchen zu forsch formuliert. Eine hohe EK-Rendite kann sich nicht nur aus hohen Gewinnen sondern auch aus einem niedrigen Eigenkapital ergeben, was wiederum daher kommen kann, daß in den Vorjahren Eigenkapital durch Verluste vernichtet wurde.

2.Frage:
Was geschieht, wenn sämtlich Gläubiger ihre Kredite
schlagartig fällig stellen?

_Alle> Gläubiger? Das wird wohl kaum passieren. Mutmaßlich meinst Du alle Kreditinstitute.

Die Finanzkraft des Unternehmens wird überlastet.

Kann sein, muß aber nicht.

In der Regel wird das UN nicht in der Lage sein das Geld
aufzubringen.
Das Unternehmen kommt in Zahlungsschwierigkeiten oder
Illiquidität. Dies kann bis zur Insolvenz führen.

Vier Bezeichnungen letztlich für den gleichen Sachverhalt.

Je geringer das EK, desto schwieriger ist es das FK
zurückzuzahlen.

Wieso das denn?

Gruß,
Christian_

  1. Weshalb ist es sinnvoll, die Angabe über die Höhe des
    Jahresgewinns um die EK-Rendite zu ergänzen?

Rein aus Gründen der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit. Grundsätzlich kann sich das jeder selbst ausrechnen, muß dafür aber schon ein paar Kenntnisse der Bilanzierungsregeln mitbringen - und die sind ja von Land zu Land auch unterschiedlich. (OK, dem wird mit IAS grad abhilfe geschaffen, dennoch). Eigenkapital ist ja nicht nur der Betrag am EK Konto sondern auch Gewinn- und Kapitalrücklagen. Nur, daß die unterschiedlich verwendet werden dürfen.

Für den ausländischen Investor, der schnell einmal einen Überblick bekommen will, bevor in die Details gegangen wird, ist die Angabe der EK Rendite schon hilfreich. Für die Gesellschafter, die z.B. bei größeren Familienbetrieben, ja auch nicht immer BWLer sind ist es auch eine sinnvolle Kenngröße.

2.Frage:
Was geschieht, wenn sämtlich Gläubiger ihre Kredite
schlagartig fällig stellen?

Du solltest bei der Beantwortung solcher Fragen Schritt für Schritt vorgehen und nicht ausschließlich ein Szenario beschreiben:

Nun, das Unternehmen muß die Kredite zurückzahlen. Grundsätzlich kommt es zu einer Bilanzverkürzung, z.B. wenn die Kredite auf der Passiva durch Liquidierung von Aktiva bezahlt werden. Da dies auch Bargeld oder Wertpapiere sein können, kommt es nicht automatisch zu einer Überlastung der Finanzkraft. Es kommt nicht einmal unbedingt zu einer Belastung.

Falls das Unternehmen innerhalb der Fristen die liquiden Mittel nicht aufbringt, dann muß Geld von außen her: Umschuldung. Falls dies auch nicht möglich ist, dann erst haben wir ein Liquiditätsproblem. Dieses kann behoben werden durch verschiedene Maßnahmen, von Sale&Lease-Back bis hin zum Verkauf von Aktiva und der Aufdeckung stiller Reserven usw usw. Alle hier aufzuzählen wäre sinnlos.

Im schlimmsten Fall kommt es zur Insolvenz des Unternehmens, dann werden die Werte sämtlicher Aktiva den gereihten Ansprüchen auf der Passiva gegenübergestellt und eines nach dem anderen Befriedigt. Da gibt es eine Rangfolge, ich glaube Schadenersätze und Hypothekardarlehen zählen zu den ersten, logischerweise sind die Eigentümer jene die als Letzte, wenn überhaupt, Geld sehen.

Meine Antwort:
EK-Rendite = EK-Rentabilität des Unternehmens. Die Rendite
zeigt die Verzinsung des Eigenkapitals des Unternehmens an.
Dies ist wichtig für die Investoren und Gesellschafter, da sie
ja schließlich wissen wollen, ob es sich lohnt in dieses
Unternehmen ihre Kapital zu investieren.
Kapitalgeber/Investoren sind am Gewinn des UN und an der
Verzinsung für ihr EK interessiert.

Naja, und was amchen Unternehmen, wenn sie eine Bessere Eigenkapitalrendite haben wollen? Richtig, mehr Fremdkapital.
Google am besten mal ein bisschen nach Leverage Effect / Leverage Risk.

mal n gaaanz simples, vereinfachtes BSP:

Unternehmen 1 mit 100€ EK und 0 € Fremdkapital macht 10€ Gewinn.
EK-Rendite = 10%.

Ein anderes Unternehmen (2) hat 10€ Eigenkapital und 90€ Fremdkapital, und ebenfalls ein Gewinn von 10€.
EK-Rendite 100%

Welches Unternehmen ist nun schneller Pleite, wenn mal Umsätze ausbleiben, die, denen nur Gewinne entgehen (1), oder denen, die für 90% FK dementsprechend hohe Zinsen zahlen müssen (2)? Wem würdest du dein Geld geben?
(jaaaa ich weiß seeeeehr vereinfacht :smile: )

Irgendwie so hatte auch der Ackermann seine Bilanz verschönert… hab irgendwo noch ein Bericht liege, wenn ich ihn demnächst mal finde, poste ich mal etwas dazu!

Somit ist das nicht unbedingt ne gute Kennziffer. Lieber anhand von cashflow, Ratings (Moody’s, Standard & Poors), Cash-Flow, etc die Fiananz-/Ertragslage ablesen bzw. schätzen.

Irgendwie so hatte auch der Ackermann seine Bilanz
verschönert… hab irgendwo noch ein Bericht liege, wenn ich
ihn demnächst mal finde, poste ich mal etwas dazu!

Das wäre fein. Das Eigenkapital bzw. die Eigenkapitalquote der Deutsche Bank AG ist nämlich vergleichsweise hoch.

Somit ist das nicht unbedingt ne gute Kennziffer. Lieber
anhand von cashflow, Ratings (Moody’s, Standard & Poors),

Ich bin ja eher nicht dafür, fremddenken zu lassen.

Gruß,
Christian

Irgendwie so hatte auch der Ackermann seine Bilanz
verschönert… hab irgendwo noch ein Bericht liege, wenn ich
ihn demnächst mal finde, poste ich mal etwas dazu!

Das wäre fein. Das Eigenkapital bzw. die Eigenkapitalquote der
Deutsche Bank AG ist nämlich vergleichsweise hoch.

Trotzdem hat Ackermann die 9%ige Beteiligung an der Deutschen Börse für eine Bruchteil des heutigen Wertes verkauft, genauso wie sonstige Beteiligungen, was von einigen Wirtschaftsforschern eben kräftig kritisiert wurde.

Somit ist das nicht unbedingt ne gute Kennziffer. Lieber
anhand von cashflow, Ratings (Moody’s, Standard & Poors),

Ich bin ja eher nicht dafür, fremddenken zu lassen.

Jupp, da stimme ich dir zu. Allerdings hat man als privater Investor eben nicht unbedingt die Möglichkeiten, hinter die Kulissen zu schauen, was bei Ratingagenturen eben nicht der Fall ist. Aber grundsätzlich stimme ich dir da zu!

Greetz

Irgendwie so hatte auch der Ackermann seine Bilanz
verschönert… hab irgendwo noch ein Bericht liege, wenn ich
ihn demnächst mal finde, poste ich mal etwas dazu!

Das wäre fein. Das Eigenkapital bzw. die Eigenkapitalquote der
Deutsche Bank AG ist nämlich vergleichsweise hoch.

Trotzdem hat Ackermann die 9%ige Beteiligung an der Deutschen
Börse für eine Bruchteil des heutigen Wertes verkauft, genauso
wie sonstige Beteiligungen, was von einigen
Wirtschaftsforschern eben kräftig kritisiert wurde.

Öhm, was hat denn das mit der EK-Quote bzw. dem Leverage-„Effekt“ zu tun? Daß ich Ackermann für einen Scharlatan halte, ist so oder so klar:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ich bin ja eher nicht dafür, fremddenken zu lassen.

Jupp, da stimme ich dir zu. Allerdings hat man als privater
Investor eben nicht unbedingt die Möglichkeiten, hinter die
Kulissen zu schauen, was bei Ratingagenturen eben nicht der
Fall ist. Aber grundsätzlich stimme ich dir da zu!

Nach meinen jüngsten Begegnungen mit Ratingagenturen halte ich von denen noch weniger. Jeder Anleger erhält über die Pflichtveröffentlichungen von börsennotierten bei Bedarf und Willen mehr Informationen, als sie ein Ratingbericht liefert. Die Ratingfuzzies haben schlichtweg keine Ahnung und tauchen in das Rechenwerk eines Unternehmens deutlich flacher ein, als man meinen sollte.

Gruß,
Christian