Hi IT-Girl,
steht IT für Informations-Technologie?
Wenn Du als Bürokauffrau Karriere machen willst, würde ich Dir unbedingt zu einer Weiterbildung raten - unsere Ausbildung erhält in Wirtschaft und Verwaltung oft nicht die angemessene Anerkennung. Unten*) ein kleine Geschichte dazu.
Möchte danach studieren, und zwar etwas was auf der
kaufmännischen Ausbildung aufbaut. Würde gern den Studiengang
International Business besuchen.
Leider schreibst Du nicht in welcher Branche Du bist. Auch sind Deine Angaben zum Studiengang nicht gerade präzise… Ich möchte Dir aber ein paar - hoffentlich - überlegenswerte Punkte mitgeben (Details spare ich mir dabei, wenn Du näheres wissen willst „spreche“ mich gerne an.)
In vielen Branchen gibt es spezielle kaufmännische Weiterbildungsangebote (Fachwirt, Betriebswirt). Viele Unternehmen sind bereit die Kosten dieser Weiterbildung zu übernehmen, wenn Du Dich verpflichtest, anschließend eine gewisse Zeit für das Unternehmen weiter zu arbeiten. Wenn Du gut bist, darfst Du vielleicht sogar einen Teil Deiner bezahlten Arbeitszeit für das Studium verwenden. Bevor ich auf „eigene Kosten“ studiere würde ich diese Alternative mal prüfen.
Zu den klassischen BWL-Studiengängen kann ich wenig sagen. Du fragst ob es sich lohnt? Nun, nach meiner Erfahrung (25 Jahre Berufserfahrung, davon viele Jahre in leitenden Positionen, seit ein paar Jahren als selbständiger Berater mit mehreren Angestellten) zählt bei Bewerbungen neben der Ausbildung besonders Berufserfahrung und Auftreten. Eine qualifizierte kaufmännische Ausbildung i.V.m. entsprechender Weiterbildung wird dabei einem Studium durchaus ebenbürtig gesehen. Bewerber die Berufserfahrung + qualifizierte Weiterbildung haben werden nach meiner Erfahrung sogar reinen Universitätsabsolventen vorgezogen. Ich habe sogar Fälle kennengelernt wo diplomierten Akademikern nur schlecht bezahlte „Praktika“ angeboten worden, nach dem Motto „Studium schön und gut, aber zeige erstmal was Du damit wirklich leisten kannst“.
Persönlich würde ich immer eine Kombination von Studium und Berufstätigkeit vorziehen. Neben den o.g. Modellen, gibt es eine Reihe allgemeiner Fernstudien, die man berufsbegleitend absovieren kann. Vorteil: Man gewinnt Berufserfahrung und Qualifikation gleichzeitig. Sogar Universitäts-Abschlüsse sind dabei möglich. Ich kann Dir besonders empfehlen, Dich mal mit folgenden Angeboten auseinander zu setzen:
www.fernuni-hagen.de
www.vwa-aachen.de (WAs gibt es wie Sand am Meer und in unterschiedlicher Qualität, mit den Aachenern hat ein Freund von mir sehr gute Erfahrungen gemacht)
Noch ein Hinweis zur Vorsicht: Gerade auf dem Weiterbildungsmarkt gibt es nicht nur seriöse Anbieter. Schließt die Ausbildung mit einer anerkannten staatlichen oder Kammer-Prüfung ab? Ist Sie ggf. international anerkannt (Glaube nicht einfach den Versprechen des Anbieters, sondern laß Dir Referenzen geben und frage ggf. bei Unternehmen im Ausland gezielt nach). Eine reine Zertifizierung eines Fernlehrgangs würde mir übrigens nicht ausreichen. Diese Zertifikate sind nicht viel wert.
Zuletzt bleibt mir nur noch, Sebastians Rat zu bestätigen - lern was Dir Spaß macht, solange Du die Freiheit dazu hast!
HTH Conrad
*) Eine Anekdote zum Thema - am Ende, damit ich keinen Langweile der nur schnell Fakten sucht:
Ich erinnere mich, wie ich als Neuling in einem Unternehmen nach einer Tagung mit ein paar Kollegen abends beim Bier zusammen saß. Man kam auf die Ausbildung zu sprechen. Die Kollegen erzählten von Ihrem Studium und irgendwann kam die Frage auch an mich: „Wo hast Du eigentlich studiert?“ Auf mein "Bekenntnis, ich hätte nicht mal Abi und wäre gelernter Bürokaufmann, trafen mich entsetzte Blicke. Ein Kollege (Dipl. Kaufmann): „Ich dachte Du hättest BWL studiert.“ Ein anderer (Industriekaufmann und Dipl. Kaufmann): „Bürokauffrau … das haben bei - es folgte der Name eines großen deutschen Industriekonzerns - die Tippsen gelernt, wer nicht als Hilfskraft enden wollte mußte schon Industriekaufmann lernen“…
Aufschlußreich an diesem Gepräch ist zweierlei:
- Das Image der Ausbildung Bürokaufmann/-frau ist nicht das beste.
- Das Image steht in starkem Kontrast zur tatsächlichen Qualifikation - immerhin hatte ich schon ein paar Wochen mit diesen Kollegen gemeinsam an durchaus anspruchsvollen Projekten gewerkelt. Daß keiner der Studierten dabei gemerkt hat, daß ich „nur Bürrokaufmann“ war spricht doch für sich
)