BWL-Vordiplom mit 30. Alternativen zum Dipl?

Hallo an die WWW-Gemeinde!

Habe nach dem Abitur eine Lehre zum Industriekaufmann gemacht und studiere seit 14 Semestern BWL. (2 Krankheitssemester und insgesamt ca.4 Jahre Auslandsaufenthalte durch die Tätigkeit als professionelles Fotomodell mit den Stationen L.A., New York, Mailand, Tokio, Taipei, Hongkong etc…)
Fehlende Nachschreibtermine und ein völlig schwachsinniges Studiensystem (jedes Semester ein anderer Prof. mit anderen Schwerpunkten, unsinniges Hinterherlaufen von Unterlagen etc) taten dann das übrige.
Ich hatte eigentlich die Absicht auszuwandern (hatte auch schon eine befristete Arbeitserlaubnis in den Staaten), wußte aber auch, daß das „Showbizz“ im Prinzip eine ganz „kranke“ Sache ist, die man nur eine begrenzte Zeit machen sollte.
Jetzt habe ich mich auch aufgrund einer nunmehr dreijährigen Beziehung entschlossen in Deutschland zu bleiben. Ich habe inzwischen mit meiner Freundin zwei Modeboutiquen aufgebaut und bin inzwischen finanziell „fast“ unabhängig.
Diese Tätigkeit füllt mich aber langfristig nicht aus und ich bin jetzt am Überlegen wie es weitergehen soll.

Mein Hauptinteresse liegt schon seit mehreren Jahren im Bereich Banken und Wertpapierhandel. Das ist spannend und es macht mir Spaß mich damit täglich zu beschäftigen.
Meine größten Stärken liegen in einem sehr sicheren Auftreten und fießenden Englischkenntnissen.

Nun zu meinen Fragen (endlich, oder?):

1.Gibt es nach dem Vordiplom eine Möglichkeit auf eine fundierte und fachbezogene Ausbildung, Trainee-Programm oder auch Studium im Bereich Aktien, Unternehmensbewertung, Bewertung von Anlagerisiken etc.?
Empfehlungen?

2.Gibt es gute Praktika in NRW?

3.Ist es aufgrund meines Alters überhaupt empfehlenswert noch in diesen Bereich hereindrängen zu wollen? Ich könnte mir gut vorstellen, daß ich dann mit 33 und Diplom nicht viel besser dastehe als jetzt…

4.Welche Alternativen wären denkbar?

Über viel „input“ würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank (allein für die Mühe bis hierhin gelesen zu haben…)

Ciao Jan

Mein Hauptinteresse liegt schon seit mehreren Jahren im
Bereich Banken und Wertpapierhandel. Das ist spannend und es
macht mir Spaß mich damit täglich zu beschäftigen.
Meine größten Stärken liegen in einem sehr sicheren Auftreten
und fießenden Englischkenntnissen.

Nun zu meinen Fragen (endlich, oder?):

1.Gibt es nach dem Vordiplom eine Möglichkeit auf eine
fundierte und fachbezogene Ausbildung, Trainee-Programm oder
auch Studium im Bereich Aktien, Unternehmensbewertung,
Bewertung von Anlagerisiken etc.?
Empfehlungen?

mit 30 ein trainee-programm… hmm… die stellenanzeigen, die ich kenne, erwarten da alle ein diplom.
wenn du nachweislich fit in geldsachen bist, kannst dich natürlich auf gut glück mal bei der einen oder anderen firma bewerben und versuchen, den personalchef davon zu überzeugen, daß du dich auch ohne hochschulabschluß gewinnbringend für’s unternehmen einsetzen kannst.

3.Ist es aufgrund meines Alters überhaupt empfehlenswert noch
in diesen Bereich hereindrängen zu wollen? Ich könnte mir gut
vorstellen, daß ich dann mit 33 und Diplom nicht viel besser
dastehe als jetzt…

in deutschland stehst immer besser da, wennst nen zettel hast, auf dem steht, daß du qualifiziert bist.

4.Welche Alternativen wären denkbar?

selbständig machen mit dem, was du vorhast? z.b. als finanzdienstleister. vermittler von versicherungen/bausparverträgen/aktienfonds… wennst dabei nicht ganz selbständig sein willst, kommen so organisationen wie bonnfinanz in frage. das bedeutet dann allerdings: sehr viel unterwegs sein. sehr viel streß.

gruß

michael

Selfmademan
Hallo Jan,

in einem Punkt möchte ich meinem Vorredner widersprechen: Man kann es in unserem Lande durchaus ohne Zertifikat & Abschluß zu etwas bringen.

Absoluter Bonuspunkt ist dabei allerdings ein überzeugendes, überzeugtes Auftreten.
Ist jemand Selfmademan wie Du, macht es keinen guten Eindruck, einen Abschluß so weit zu verschleppen, wie Du es bisher getan hast (aus welchen Gründen auch immer). Besser kein Abschluß, als ein halbherziges Zuendebringen nach 10 Jahren.

Es gibt einige Unternehmen, die für Dich in Frage kommen könnten - z.B. Startups, die nach guten Leuten suchen, sich allerdings hochqualifizierte (und damit teure) Mitarbeiter in der Anfangsphase noch nicht leisten können.

Wichtig: Schick Deine Bewerbungsunterlagen nicht vorab zu; nimm Kontakt per Telefon auf - nicht mit der Personalabteilung, sondern eher mit dem Verantwortlichen des Bereichs, in dem Du arbeiten willst. Informier Dich vorab gut über das Unternehmen. Wenn Dein Auftreten überzeugend ist - überzeug ihn oder sie von Deinen Qualitäten. Frag nicht zu Beginn: „Benötigen Sie noch Mitarbeiter?“ sondern fang so an: „Guten Tag, mein Name ist Jan xxx. Herr/Frau yyy, haben Sie einen Augenblick Zeit? Ich studiere BWL und interessiere mich für den Bereich xy.“ Dann sprich über das Fachgebiet. Du glaubst gar nicht, wie gerne Manager über ihr Thema plaudern. Gib zu erkennen, was Du alles beherrscht. Halte das Gespräch ruhig etwas persönlicher. Im Gespräch kannst Du erkennen, ob Du weit genug bist für die entsprechende Abteilung. Sollte das nicht der Fall sein, bedanke Dich für das Gespräch. Und geh sauber wieder raus. Sollte der Manager beeindruckt sein von Deiner Praxiserfahrung, durchstarten! Biete Deine Unterstützung an. Mach einen Termin ab. Das geht viel leichter, als sich die meisten Menschen das vorstellen.

Zum Aufwärmen solltest Du es einfach ausprobieren, bei 2,3 Firmen, die für Dich nicht in die engere Wahl kommen, anzurufen, um zu sehen, wie gut Du Dich verkaufen kannst, ob Deine Person Interesse weckt.

Ein sicher ungewöhnlicher Tipp
der Dich aber Deine Marktchancen besser erkennen läßt als der klassische Weg.

Viel Erfolg
Diana

Hi,

ich kann Diana da nur unterstützen. Ich würde immer, wirklich immer, vorher den persönlichen Kontakt suchen, wenn Du dich nicht alleine aufgrund von Zahlen bewerten lassen möchtest. By the way hättest Du da wie ich glaube auch schlechte Karten (Alter etc.). Ist alles aber auch ein bisschen Branchenabhängig. Wenn Du in den Finanzbereich möchtest, also Banken, Wirtschaftsprüfung, Steuern, Unternehmensberatung wirst Du es definitiv ziemlich schwer haben, da dort sehr auf einen Abschluss geachtet wird und sich diese Unternehmen im Moment auch die Leute aussuchen können. Das wollen halt zuviele machen. Abgesehen davon ist es auch eine Frage der Kommunikation zum Kunden hin. Wenn ein Unternehmen heftig für eine Unternehmensberatung ablatzt, wollen die halt gerne auch Titel über ihre Türschwelle gehen sehen. *smile*

Bye Jörn

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