C / K, Wirth/Wirt - Schreibreformen

Suche Quellen zur Entwicklung der Rechtschreibung im 19. Jh. Gab es Mitte/Ende des Jh. eine Reform oder „ergab es sich“, dass nun Katharina mit K und Wirt ohne h geschrieben wurde? Bezug: Das Durcheinander in Kirchenbüchern. mfg Paul-W.

Hallo,

das „Orthographische Wörterbuch“ von Konrad Duden erschien 1880. Es ist die erste Regelung der deutschen Sprache, die regionübergreifende Bedeutung haben sollte, und genau dieses Buch wurde dann auch (allerdings erst 1901) „Amtliches Regelwerk“ der deutschen Rechtschreibung.

Allerdings wurde diese amtliche und damit grundsätzlich einheitliche Rechtschreibung (für das einfache Volk) dadurch wieder durcheinander gebracht, dass 1915 die „Allgemeiner Volksorthographie“ mit dem „Buchdruckerduden“ wieder zusammengelegt wurde. Mit diesem Problem haben wir bis heute zu kämpfen, da sich gewisse Uneinheitlichkeiten in der Neuen Deutschen Rechtschreibung direkt darauf zurückführen lassen.

Für Namensschreibungen gibt es bis heute und gab es auch damals keine rechtschreibbezogenen Regelungen, weil hier neben das Traditionsprinzip über das orthographische dominiert. Namen werden (standes-)amtlich festgelegt, und da ist auch die Meinung des einzelnen wichtig (Hörfehler und Eigenheiten eingeschlossen).

Interessante Literatur:

  • W. Wilmanns, Kommentar zur Preußischen Schulorthographie; Berlin 1880
  • Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis, hrsg. i. Auftr. d. Kgl. Preuß. Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten;
    Berlin 1902

Historisch:

  • B. Garbe (Hg.), Die deutsche rechtschreibung und ihre reform 1722-1974; Tübingen 1978

Beispiel:

  • Verband Ostermeyer’scher Familien (Hrsg.), Verstreute Nachrichten über die Ostermeyer ohne Rücksicht auf die Namensschreibung und Stammverwandtschaft; Königsberg 1904-1907

Herzliche Grüße

Thomas Miller