Cäsium 137 Tschernobil-Unfall

Halbwertszeit Cäsium 137

Vorgeschichte :

Nach dem Tschernobyl-Unfall 1986 konnte man Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere feststellen.
In meinem Garten konnte ich zwei gravierende Merkmale feststellen.

a. Ein Schneeglöcklein blühte 2 Monate zu früh, d.h. erste Woche November
Die haben sich im Verlauf der Jahre vermehrt und die Eigenart beibehalten.
Kein Witz, wer es nicht glaubt bekommt von mir auf Verlangen eine Foto von letzter Woche.

b. ca. jede 10 te senkrecht stehende Birnen-Blütenknospen ist krumm gewachsen. Birnenknospen werden jeweils anfangs Juli an Endknospen mit 5- 7 Blättern gebildet.
Diese Eigenart kann ich seither jeden Frühling beim Schneiden beobachten.
Vor zwei Jahren hat sich aus einer solchen Knospe am Roten –Wiliams eine gelbe Birne mutiert.
Auch hievon kann ich Foto abgeben.

Also jetzt meine Fragen :

Damals wurde die Schweiz mit strahlenden Staubpartikeln Cäsium 137 verseucht.
Physikalische Halbwertszeit 30.2 Jahre
Biologische „ 110 Tage

Nach meinem bescheidenen Wissen sind immer noch insgesamt gleichviel Staubpartikel vorhanden. Das zeigt sich auch bei der Anzahl der geschädigten Birnenknospen. Da sie immer noch gleich krumm sind wie vor 18 Jahren , ist anzunehmen, die abgeklungene Strahlung sei immer noch hoch genug um schädlich zu wirken.

Fragen :

Wieviel solcher Staubpartikel pro m2 oder m3 schwirren so herum ?
Kann man dies mit einem empfindlichen Geigerzähler feststellen ?
Wenn man ein solches Staubpartikel einatmet und allenfalls in der Lunge stecken bleibt, gilt da die biologische Halbwertzeit ?

Sollten die 30.2 Jahre gelten, könnte die Lunge eines heute 20 jährigen strahlen wie ein kleiner Reaktor.
Wenn diese Staubpartikel tatsächlich immer noch in der Luft herum schwirren, wie vor 19 Jahren, müsste man doch gelegentlich dies wieder einmal mit den Medien bekannt machen.
Damals durfte man keine Pilze mehr essen, alles Gemüse und Obst waschen.

Vielen Dank für aufklärende Antworten

Gruss
Fritz
a.d.Uw.

a. Ein Schneeglöcklein blühte 2 Monate zu früh, d.h. erste
Woche November
Die haben sich im Verlauf der Jahre vermehrt und die Eigenart
beibehalten.

Ob ein ursächlicher Zusammenhang zur Tschernobyl-Katastrophe besteht, ist trotzdem äußerst fraglich.

b. ca. jede 10 te senkrecht stehende Birnen-Blütenknospen ist
krumm gewachsen. Birnenknospen werden jeweils anfangs Juli an
Endknospen mit 5- 7 Blättern gebildet.
Diese Eigenart kann ich seither jeden Frühling beim Schneiden
beobachten.
Vor zwei Jahren hat sich aus einer solchen Knospe
am Roten –Wiliams eine gelbe Birne mutiert.
Auch hievon kann ich Foto abgeben.

s. o.

Also jetzt meine Fragen :

Damals wurde die Schweiz mit strahlenden Staubpartikeln Cäsium
137 verseucht.
Physikalische Halbwertszeit 30.2 Jahre
Biologische „ 110 Tage

Nach meinem bescheidenen Wissen sind immer noch insgesamt
gleichviel Staubpartikel vorhanden.

Das stimmt nicht. Die Staubpartikel werden relativ schnell aus der Atmosphäre ausgewaschen (Regen) und sedimentiert (d. h. sie befinden sich irgendwo im Boden).

Das zeigt sich auch bei
der Anzahl der geschädigten Birnenknospen. Da sie immer noch
gleich krumm sind wie vor 18 Jahren , ist anzunehmen, die
abgeklungene Strahlung sei immer noch hoch genug um schädlich
zu wirken.

Wenn Die Veränderung Deines Birnbaums eine Strahlenfolge wäre, dann müsste man nicht voraussetzen, dass die Strahlung heute noch aktiv ist. Solange noch teilungsfähige Zellen vorhanden sind, die mutiertes Erbgut enthalten, würde die Mutation auch auftreten.

Fragen :

Wieviel solcher Staubpartikel pro m2 oder m3 schwirren so
herum ?
Kann man dies mit einem empfindlichen Geigerzähler
feststellen ?

Nein. Vor ca. 10 Jahren war ich Hiwi am physikalischen Institut der Uni Hohenheim. Wir beschäftigten uns unter anderem mit genau dieser Geschichte: Radioaktivität der trockenen Diposotion (d. h. Staubniederschlag). Es gab sehr weit zurückreichende Messreihen. Im April 1986 war die Beta-Aktivität um ein Vielfaches höher als die sonst gemessene natürliche Radioaktivität, fiel jedoch innerhalb weniger Tage/Wochen wieder auf ihren ursprünglichen Wert. Allerdings: In den 50er und 60er Jahren war die radioaktive Belastung über Jahre hinweg auf einem vergleichbaren Niveau wie in den wenigen Tagen nach Tschernobyl. Das besserte sich erst Mitte der 60er Jahre, als die Amis und Russen ihre Atombombentests unter die Erde verlagerten.

Wenn man ein solches Staubpartikel einatmet und allenfalls in
der Lunge stecken bleibt, gilt da die biologische
Halbwertzeit ?

Die biologische Halbwertszeit gibt die Verweildauer im Körper an. Ist sie erheblich kürzer als die physikalische, so ist das meiste von dem Dreck schon wieder ausgeschieden, während er noch weiter strahlt.

Sollten die 30.2 Jahre gelten, könnte die Lunge eines heute
20 jährigen strahlen wie ein kleiner Reaktor.

Wie gesagt: Das Zeug akkumuliert nicht in der Lunge. Und ein kleiner Reaktor… Das ist dann doch um einige Größenordnungen daneben!

Damals durfte man keine Pilze mehr essen, alles Gemüse und
Obst waschen.

Es ist generell kein Fehler, Obst und Gemüse zu waschen, schon aus ganz anderen Gründen. Man darf auch nicht vergessen, dass damals vieles übertrieben wurde.

Strahlenschutz ist ein schwieriges Thema. Radioaktivität ist uns naturgemäß so wenig vertraut, dass wir die Strahlendosen und damit verbundenen Risiken nur extrem schwer einschätzen können.

Um Dir mal einen Anhaltspunkt zu geben: Ein Mensch nahm im Jahr 1986 in Deutschland folgende Strahlungsdosen auf:

natürliche Radioaktivität: 1,3 mSv (Millisievert)
zivilisationsbedingte Radioaktivität: 1,55 mSv
(Davon Röntgenuntersuchungen u. ä.: 1,50 mSv)
Zusätzliche Radioaktivität durch Tschernobyl: 0,11 mSv

Das war wohlgemerkt in dem Jahr, in dem der Tschernobyl-Unfall geschah! Man beachte, dass die Röntgenuntersuchungen über die gesamte Bevölkerung gemittelt ist. Eine Frau nimmt bei einer einzigen Mammographie eine Strahlendosis von 40 mSv auf!

Hallo erstmal.

Damals durfte man keine Pilze mehr essen, alles Gemüse und
Obst waschen.

Es ist generell kein Fehler, Obst und Gemüse zu waschen, schon
aus ganz anderen Gründen. Man darf auch nicht vergessen, dass
damals vieles übertrieben wurde.
natürliche Radioaktivität: 1,3 mSv (Millisievert)
zivilisationsbedingte Radioaktivität: 1,55 mSv
(Davon Röntgenuntersuchungen u. ä.: 1,50 mSv)
Zusätzliche Radioaktivität durch Tschernobyl: 0,11 mSv

Das war wohlgemerkt in dem Jahr, in dem der Tschernobyl-Unfall
geschah! Man beachte, dass die Röntgenuntersuchungen über die
gesamte Bevölkerung gemittelt ist. Eine Frau nimmt bei einer
einzigen Mammographie eine Strahlendosis von 40 mSv auf!

Wie das mit der menschlichen Wahrnehmung so ist: auf die natürliche
Strahlung ist Mann/Frau vorbereitet, nicht auf irgendwelche Veränderungen in die subjektiv falsche Richtung. Bisschen Literatur: http://www.maxeiner-miersch.de/standp2005-05-04a.htm

HTH
mfg M.L.

Hallo

Wie das mit der menschlichen Wahrnehmung so ist: auf die
natürliche
Strahlung ist Mann/Frau vorbereitet, nicht auf irgendwelche
Veränderungen in die subjektiv falsche Richtung. Bisschen
Literatur:
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2005-05-04a.htm

Ah ja, Tschernobyl war also nicht die Technologische Mega-Katastrophe des 20 Jahrhunderts…
Könnte sein, dass die Russen, Weißrussen und Ukrainer dies ein bisschen anders sehen
Mit betroffener Fläche war das der Hammer im letzten Jahrhundert, Landstriche mit einer Gesamtfläche des Bundeslandes Hessen wurden derartig verseucht, dass bis heute keine Sinnvolle Besiedlung möglich ist

Auch ein wenig Literatur
http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/chapte…
und folgende Seiten

Gruß
Mike

3 „Gefällt mir“

Hallo,

ich kann diesen Artikel nicht bestätigen, aber da wir
hier selbst recht engen Kontakt nach Weißrußland haben
(Kinderkuren, Hilfstransporte, Kurzurlaube ),
wissen wir ein wenig mehr als der Großteil der Bevölkerung.
-> http://www.bag-tschernobyl.net/start.html

Ich persönlich denke auch, daß die unmittelbaren Folgen
in der Tschernobylregion gar nicht das eigentliche Problem
sind, sondern eher der totale Niedergang der Wirtschaft,
sowie der Kahlschlag in den Infrastrukturen und die
daraus resultierenden Hoffnungslosigkeit und Armut.

Gruß Uwi

Wie das mit der menschlichen Wahrnehmung so ist: auf die
natürliche
Strahlung ist Mann/Frau vorbereitet, nicht auf irgendwelche
Veränderungen in die subjektiv falsche Richtung. Bisschen
Literatur:
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2005-05-04a.htm

Ah ja, Tschernobyl war also nicht die Technologische
Mega-Katastrophe des 20 Jahrhunderts…
Könnte sein, dass die Russen, Weißrussen und Ukrainer dies ein
bisschen anders sehen
Mit betroffener Fläche war das der Hammer im letzten
Jahrhundert, Landstriche mit einer Gesamtfläche des
Bundeslandes Hessen wurden derartig verseucht, dass bis heute
keine Sinnvolle Besiedlung möglich ist

Auch ein wenig Literatur
http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/chapte…
und folgende Seiten

Gruß
Mike

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a. Ein Schneeglöcklein blühte 2 Monate zu früh, d.h. erste
Woche November
Die haben sich im Verlauf der Jahre vermehrt und die Eigenart
beibehalten.
Kein Witz, wer es nicht glaubt bekommt von mir auf Verlangen
eine Foto von letzter Woche.

Hallo
Das kann ich Dir glauben. Ich denke aber an das Wetter, weil die Blütezeiten der Pflanzen hauptsächlich vom Wetter gesteuert werden.

b. ca. jede 10 te senkrecht stehende Birnen-Blütenknospen ist
krumm gewachsen. Birnenknospen werden jeweils anfangs Juli an
Endknospen mit 5- 7 Blättern gebildet.
Diese Eigenart kann ich seither jeden Frühling beim Schneiden
beobachten.

Hier gibt es auch die Möglichkeit des Einflusses von Pflanzenschutzmitteln und von Pilzen. Eine subjektive Beobachtung dieser Art reicht wohl noch nicht, um auf einen Einfluss aus Radioaktivität zu schliessen. Der Einfluss von Radioaktivität ist auch nicht bestimmter Art, zum Beispiel auf das Wachstum. In der Tat wird man die größere Anzahl von Mutationen überhaupt nicht mit bloßem Auge wahrnehmen.
Es gibt auch Literatur zu diesem Thema.

Vor zwei Jahren hat sich aus einer solchen Knospe
am Roten –Wiliams eine gelbe Birne mutiert.
Auch hievon kann ich Foto abgeben.

Das kann auch mit Befruchtung zusammenhängen, eine gelbe Birne = keine Panik.

Also jetzt meine Fragen :
Damals wurde die Schweiz mit strahlenden Staubpartikeln Cäsium
137 verseucht.
Physikalische Halbwertszeit 30.2 Jahre
Biologische „ 110 Tage

Fragen :
Kann man dies mit einem empfindlichen Geigerzähler
feststellen ?

Mit einem Geigerzähler kann man gut Beta- und Gammastrahlen feststellen. Alphastrahlen nicht so gut oder nur indirekt.
Die natürliche Radioaktivität sollte maximal nur gering überschritten werden, ein genaues Ergebnis ist aber wiederum etwas komplizierter, man müßte sich mit etwas Theorie beschäftigen. Ich glaube, ein Meßgerät mit hauptsächlich Indikatorwirkung(Knackimpulse) sollte schon Deine Sorgen beseitigen(oder eventuell auch bestätigen) können.

Damals durfte man keine Pilze mehr essen, alles Gemüse und
Obst waschen.

Pilze haben die Eigenschaft, bestimmte radioaktive Elemente stark anzureichern. Man konnte regelrecht seinen Geigerzähler mit Pilzen testen.
Heute wird die Radioaktivität in D durch Meßstationen überwacht.

MfG
Matthias