CAME Torsteuerungen

Wiederholt wurde bei meiner CAME Torsteuerung die Steuerplatine BY2-3 wegen „angeblicher Feuchtigkeit“ ersetzt (und das, obwohl die Platine für den Außenbetrieb ausgelegt wird und im zur Anlage gehörenden Gehäuse im Freien montiert ist). Es interessiert mich als Elektronikbastler natürlich, was denn da ausgefallen ist. Lötunkte, Leiterbahnen, Relais und auch die einzelnen Bauelemente scheinen, soweit sie als Einzelelemente testbar sind, in Ordnung zu sein. Die von außerhalb angeschlossenen Steuerungen können es nicht sein, da die ersetzten Platinen es tun. Wer hat entsprechende Erfahrungen?
Danke für Anregungen und Hinweise-
H.Meyer

Hallo H.Meyer,

Wiederholt wurde bei meiner CAME Torsteuerung die
Steuerplatine BY2-3 wegen „angeblicher Feuchtigkeit“ ersetzt
(und das, obwohl die Platine für den Außenbetrieb ausgelegt
wird und im zur Anlage gehörenden Gehäuse im Freien montiert
ist).

Grundsätzlich sollte man in einem solchen Fall wohl auch das undichte Gehäuse abdichten oder ersetzen. Eine neue Steuerplatte wird einen neuen „Wassereinbruch“ nicht verhindern.
Iat also grundsätzlich die falsche Vorgehensweise !!

Der Defekt durch Feuchtigkeit ist ja ein Sekundärschaden !!

Es interessiert mich als Elektronikbastler natürlich,
was denn da ausgefallen ist. Lötunkte, Leiterbahnen, Relais
und auch die einzelnen Bauelemente scheinen, soweit sie als
Einzelelemente testbar sind, in Ordnung zu sein. Die von
außerhalb angeschlossenen Steuerungen können es nicht sein, da
die ersetzten Platinen es tun. Wer hat entsprechende
Erfahrungen?

Konkrete Ausagen kann man nur Messtechnisch machen, da kommen unterschiedliche Fehler in betracht.

Kontakte (Relais, Schalter, Stecker) können korrodieren. So eine oxydhaut kann dan isolierend wirken. Allerdings kommt es auch auf die verwendeten Materialien an, also von Kontakt zu Kontakt unerschiedlich.

Korrosion an Bauteilen, Leiterbahnen oder Lötstellen sind aber normalerweise sichtbar. Bei elektrischen Geräten kommt aber mit der Feuchtigkeit auch die Galvanik ins Spiel, welche die Korrosion auslöst, bzw. verstärkt.

Bis hierher sollte das meiste sichbar sein.
Bei Spulen (Relais) kann es sein, dass die Spulendrähte weggefressen werden, ist aber ohmisch messbar.

Ein weiteres Problem ist, dass Wasser zusammen mit Salzen ein Leiter ist. Besonders in hochohmigen Schaltungsteilen spielen dann paralelle Widerstände, irgendwo zwischen allen möglichen Schaltungspunktem, im Bereich von 100kOhm zu einen Fehlverhalten.

Hierbei spielen besonders Kolophonium-Reste eine bedeutende Rolle. Kolophonium ist hygroskop, saugt also gerne Feuchtigkeit auf und fängt dann an zu leiten. Gerade in feuchten Umgebungen hilft meist waschen der Leiterplatte mit Brennspiritus und anschliessendes lackieren mit Plastik 70 Spray.
Dabei ist darauf zu achten, dass weder Spiritus noch der Lack, in Potentiometer, Relais usw. eindrinkt oder Kontakte lackiert werden.

Ein befreundeter Elektro-Ing hatte mal einen CMOS RC Oszillator für ein Austellungsmodell gebastelt und dick mit Lötlack 20 (auf Kollophonium-Basis) eingesprayt. Das ganze lief auch tagelang bei ihm im Büro. Die Rs hatten Werte im MOhm-Bereich.

Bereits am ersten Austellungstag hat die Schaltung dann Mittags versagt und war nicht mehr zum laufen zu bringen. Durch die vielen Besucher steigt die Luftfeuchtigkeit in Messehallen an.
Nach abwaschen des Kollophoniums und lackieren mit einem isolierenden Lack gab es dann bis zum Ende der Ausstellung keine Probleme mehr.

MfG Peter(TOO)

MfG Peter(TOO)