Camellia Sinensis als Zimmerpflanze?

Hallo zusammen,
ich habe mir 3 kleine (15-20cm) Camellia Sinensis Pflänzchen bestellt die morgen hier eintreffen sollten. Leider habe ich zu spät gelesen wie pflegeaufwändig diese Pflanze ist. Ich habe auch nicht wirklich einen platz wo ich die Pflanze bei 5 - 10° überwintern kann ausser im Keller aber da ises (durch nur 1 vorhandenes kleines fensterchen) sehr düster.
Meine Fragen nun:

Wie soll ich verfahren wenn die Pflanzen bei mir ankommen? Gleich in den keller oder erstmal ans fenster?

Kann man den hohen Luftfeuchtigkeitsbedarf durch tägl. besprühen ausgleichen?

Kann ich die Pflanzen auch in der Wohnung „überwintern“ bei 18 - 20° im Schlafzimmer? Die temteraturen schwanken dort aber stark dur häufiges lüften.

Wie kann ich (grünen) Tee daraus zubereiten? Müssen die Blätter besonders behandelt werden oder kann ich sie frisch überbrühen?

Leider keine Erfahrung damit, tut mir leid.
Hallo zusammen,
ich habe mir 3 kleine (15-20cm) Camellia Sinensis Pflänzchen
bestellt die morgen hier eintreffen sollten. Leider habe ich
zu spät gelesen wie pflegeaufwändig diese Pflanze ist. Ich
habe auch nicht wirklich einen platz wo ich die Pflanze bei 5

  • 10° überwintern kann ausser im Keller aber da ises (durch
    nur 1 vorhandenes kleines fensterchen) sehr düster.
    Meine Fragen nun:

Wie soll ich verfahren wenn die Pflanzen bei mir ankommen?
Gleich in den keller oder erstmal ans fenster?

Kann man den hohen Luftfeuchtigkeitsbedarf durch tägl.
besprühen ausgleichen?

Kann ich die Pflanzen auch in der Wohnung „überwintern“ bei 18

  • 20° im Schlafzimmer? Die temteraturen schwanken dort aber
    stark dur häufiges lüften.

Wie kann ich (grünen) Tee daraus zubereiten? Müssen die
Blätter besonders behandelt werden oder kann ich sie frisch
überbrühen?

Hallo

Sorry ich bin da der Falsche. Ich habe keine Ahnung.

MfG stinni

Hallo, kenne mich mit dieser Pflanze nicht aus, aber habe gerade was sehr brauchbares im Netz gefunden! Wünsche Dir viel Glück mit Deinen Pflanzen! :smile:

Kompletter Erfahrungsbericht:

Ich möchte euch die Angst vor der Kamelie nehmen. Der Bericht von „xaviera“ ist kaum noch zu toppen! Leider erweckt er aber - neben der Liebe und Leidenschaft zu diesen Blumen - gerade doch den Anschein, die Kamelie ist nur etwas für die Leute, die Gärtnerblut haben.
Eigentlich will die Pflanze nur ihre Ruhe und kalkfreies Umfeld. Seit ich gesehen habe, wie die in Italien oder Kalifornien in der prallen Sonne (am Straßenrand!)und in nicht sehr nassem Boden wuchern können, habe ich alle Furcht vor der Pflege verloren!
Und tatsächlich: seit drei Jahren habe ich zwei Kamelien, die mich jedes Jahr aufs neue erfreuen - nicht nur die wunderschönen Blüten, sondern auch durch ihr dunkelgrün-glänzendes, ebenmäßiges Blattwerk.
Meine Tipps:

  1. Ich habe mir zwei kleinere Pflanzen gekauft - zum einen wegen dem Preis und zum anderen, damit sie sich eben an „meine“ Verhältnisse von kleinauf gewöhnen können. Große Pflanzen machen natürlich von Anfang an mehr her und sollten eigentlich schon „abgehärtet“ sein, doch meistens kommen die Pflanzen ja doch aus modernen „Züchtungsanlagen“ wo mit den superidealen Bedingungen schnell große Pflanzen „erzeugt“ werden. Diese Glashausgewächse sind aber dann entsprechend empfindlich, wenn die Bedingungen eben nicht mehr optimal sind. Die Bedingungen bei uns zu Hause - da können wir uns abstrampeln wie wir wollen, werden nie ideal für eine bestimmte Pflanze sein, falls man in seiner Wohnung noch andere Sachen machen möchte, z.B. leben und der eigene Garten nun mal nicht in Asien, am Berg, am Fluss oder sonstwo liegt, sondern einfach mitten in Europa in bewohntem Gebiet und neben der Arbeit auch noch Freude machen soll.

  2. Kalk mag sie nun nicht. OK, kann sie kriegen! Reste vom Teewasser (also abgekochtes Wasser), Reste vom Tee selbst, Reste vom Mineralwasser fallen doch immer an und die bekommt mein Kamelchen. Manchmal habe ich das aber nicht und dann bekommt sie doch schnödes kaltes Leitungswasser und guten Zuspruch: das nächste Mal gibt es wieder was schönes! Übrigens, es wurde von der Fachhochschule Weihenstephan mit einem wissenschaftlichen Experiment bewiesen, dass der alte Bauernspruch: „Die Schritte des Herren düngen den Garten“ so verkehrt nicht ist. Pflanzen mit Zuspruch gediehen besser, als die unter den selben Bedingungen, aber eben ohne Zuspruch - tja - von wegen grüner Daumen - vielleicht macht es die grüne Stimme???

  3. Die Kamelie kommt so spät wie möglich im Frühwinter von der Terrasse in die Wohnung und im Frühjahr so früh wie möglich wieder raus. Wobei ich mir aber die Mühe mache und sie rausstelle und nachts nochmal reinhole oder abdecke, wenn es nochmal richtig kalt kommen sollte. Aber Temperaturen um die Null Grad vertragen sie problemlos.
    Die wahren Gärtner werden jetzt einen Aufschrei machen müssen: diese Temperaturunterschiede! Pfui Spinne, das ist nichts für die Kamelie! Tja - ich kann nur sagen, dass ihr das wesentlich besser bekommt, als wenn sie im warmen Zimmer stehen müssen. Das erste Jahr hatte ich mich das noch nicht getraut, sie brav reingeholt, als es noch nicht so kalt war und sie im Zimmer gelassen, bis es draußen garantiert frostfrei war und die Blüte vorbei. Doch so richtig glücklich sahen die Pflanzen dabei wirklich nicht aus und die Blüte war sooo schnell vorbei. Dann gab mir meine Bekannte den Tipp : lass die Pflanze einfach draußen: sie wollte ihre vermickerte Zimmer-Kamelie schon wegwerfen, sie hat sie aber eben nur rausgestellt in die hinterletzte Ecke unter eine Hecke und sich im Frühjahr gewundert, dass die Kamelie wie wild treibt. Gut, die Frau wohnt im Stadtgebiet und hat einen supergeschützten Garten und ich wohne in einem sogenannten Spätfrostgebiet auf dem platten Land, wo es doch kälter wird. Aber in den letzten beiden Jahren habe ich sie wirklich bis auf den „richtigen“ Winter nur draußen gehabt und das hat sie mir mit gesundem Aussehen, fettem Austrieb und langer Blütenpracht gedankt.
    Wenn ich sie reinhole, dann steht sie an einem Ostfenster bei ca 20 Grad.

  4. Im ersten Jahr habe ich auch den Fehler gemacht und sie auf die Ostseite des Hauses abgestellt - das war ein falscher Fehler: die Morgensonne hat auf die gefrorenen Knospen geschienen und die sind dann regelrecht abgefault. Nun steht sie im Westen, wo ich sie nicht hinstellen wollte, weil es dort nicht windgeschützt ist, aber das verträgt sie doch. Sie wird durch einen Baum vor der prallen Mittagssonne geschützt. Wenn es wirklich heiß und trocken ist, dann sprüh ich über die Pflanzen - zum einen wegen dem Staub und zum anderen soll sie es ja mögen.
    aber bitte auch wieder nur mit Mineralwasser oder Regenwasser! Leitungswasser gibt häßliche Kalkflecken.

  5. Ich habe die Pflanzen gleich in einen großen Kübel gesetzt. Der große Kübel hat ja zudem den Vorteil, dass die Pflanze nicht so schnell vertrocknen kann, man kann auch mit zuviel Wasser nicht so schnell einen Schaden anrichten. Der Kübel ist auch schwer, so dass er nicht beim ersten Windhauch umkippt. Als Erde habe ich fertige Rhododendronerde genommen und pflanze sie vorläufig nicht um- sondern nehme nur die oberste Erdschicht runter und pack bischen neue Erde drauf (ich hatte mich doch mit der Kamelie unterhalten und sie meinte: laß meine Wurzel lieber in Ruhe, das ist für ich genauso unangenehm wie für euch Menschen neue Schuhe). Nachdem sie so treibt, bekommt sie im Sommer so alle zwei Wochen, Rhododünger an die Füße.

  6. Mein Kamelchen blüht im März/April. Das ist eigentlich schade, denn ich seh die Blüten nur, wenn ich draußen bin und das kommt zu dieser Jahreszeit dann doch nicht so oft vor. Aber es ist so eine Pracht dann auch im Sommer, wenn man zusehen kann, wie die neuen Triebe wachsen und die neuen glänzenden Blätter zum Vorschein kommen.

  7. Die verblühten Blüten werden natürlich schnell entfernt - sollte man übrigens bei allen Pflanzen so machen, das schont die Kräfte der Pflanze, sofern man keine Samen gewinnen will - und wer braucht schon die Samen? Beschnitten habe ich die Pflanze auch - obwohl man sagt, das ist unnötig, aber ich mag eben die Pflanzen lieber, wenn sie auch so als ganzes eine schöne Form haben. So schneid ich über einer Blattachsel weg, was mir nicht paßt und dadurch verzweigt sie dann ja auch.

  8. Einmal fanden auch Schildläuse die Kamelie (Während des Zimmeraufenthaltes) lecker. Böse Falle, denn ich habe die glänzenden Tropfen nciht schnell genug ernst genommen und dann war die ganze Pflanze davon voll. Aber ich habe sie dann eine Stunde lang „gelaust“ und alle diese platten Schildläuse mit einem mit Küchentuch umwickelten Finger abgekratzt. Danach sind die Dinger wirklich weg gewesen. Naja - und in dieser Stunde hab ich mich auch ausführlich mit meinem Kamelchen unterhalten! - lach

  9. Achso - vielleicht interessiert Euch, welche von den zigtausend Sorten an Kamelie ich habe: es ist zum einen eine Camellia japonica und eine andere, deren Namen ich nicht weiß und nirgendswo gefunden habe, es ist eine sogenannte Winterkamelie mit kleinen Blättern, die nicht so glänzen sondern eher matt sind und die blüht tatsächlich im Frühwinter. Sie wächst auch buschiger als die Japonica. Die Sorte Japonica ist die gebräuchlichste, die bei uns in den normalen Gartencentern angeboten wird. Die einzelnen Japonica - Arten unterschieden sich dann noch in den Blütenformen und Farben, aber meines Wissens nicht in den Ansprüchen.
    Die Camellia sinensis, unter der Rubrik wir hier schreiben, ist eigentlich die „Nutzpflanze“: der Teestrauch, aber den werden wir meistens uns ja nicht als Blütenstrauch in den Garten stellen.
    Und der alte Gärtner, bei dem ich die Kamelien gekauft hab, hat mir auch verraten, dass die Kamelie zu Ehren des Priesters und Botanikers George Joseph Kamel oder Camellus benannt worden ist, der im 17.Jh Asien bereist hat.

Mein Fazit:
Die Kamelie als reine Zimmerpflanze würde ich nur dem empfehlen, der ein eisekaltes Zimmer mit Licht hat (hat das jemand?)
Balkon- und Terrassenbesitzer sollten sich wirklich so eine Pflanze zulegen! Es ist so ein tolles Gefühl, wenn diese doch nicht so alltägliche Pflanze gedeiht und blüht und man sich als „Kameliendame“ fühlen kann.

Hallo TeeMaus,

hmm, gute Frage, habe selbst mit dieser Pflanze keine Erfahrung. Was ich so bei Wikipedia lese, bringt mich zur folgenden Schlussfolgerung:
Normalerweise subtropisches Klima mit feucht-heißen Sommern und trocken-kühlen Wintern. Also kann es an sich nicht schaden, solange wir noch keine Nachtfröste haben, die Pflanzen einfach rauszustellen. Spätestens wenn Nachtfröste drohen, würde ich sie dann rein holen, natürlich so kühl wie möglich. Und so ganz schlecht muss der Keller mit dem einen Fenster nicht sein, meine Mutter überwintert auch viele Pflanzen in recht dunklen Kellern. Und gerade die Teepflanze scheint natürlicherweise ohnehin eher im Unterholz zu gedeihen, folglich müsste sie mit wenig Licht gut zurechtkommen.
Ansonsten würde ich den kühlsten Wohnraum wählen (mir persönlich wäre 18 - 20°C im Schlafzimmer ohnehin zu warm, aber das ist ja Geschmackssache…), eher nicht sonnig. Und je wärmer es ist, um so feuchter würde ich die Pflanze halten, und zwar tatsächlich gar nicht mal so sehr die Erde (es werden mehr Pflanzen ertränkt als dass sie vertrocknen), sondern eher wenig gießen, dafür täglich mit Wasser einsprühen.
Ich persönlich halte übrigens auch nicht viel von Übertöpfen, also so geschlossenen, wasserdichten Porzellantöpfen. Meistens staut sich doch Wasser darin, kaum Luftaustausch, es modert und gammelt, vertragen die Wurzeln, gerade von tropischen Pflanzen, gar nicht. Lieber einen normalen Tontopf auf einem Untersetzer, da kommt genügend Luft an die Erde, und man sieht sofort, wenn man zu viel gegossen hat.

Noch 'ne Idee: Wenn Du 3 Pflanzen hast, wie wär’s damit, eine im Keller überwintern zu lassen, eine so lange wie möglich draußen zu halten, und eine gleich jetzt drinnen im Schlafzimmer? Dann minimierst Du das Risiko, dass alle 3 auf einmal das Zeitliche segnen…

Zum Aufbrühen: Ja, ich denke, ich würde sie vielleicht kleinschneiden (dann kommen die Inhaltsstoffe besser raus, gerade wenn die Blätter frisch sind), und dann frisch aufbrühen. Mit nicht ganz kochendem Wasser (knapp 90°C). Ziehen lassen nach Geschmack. Das besondere am grünen Tee ist ja gerade, dass die Blätter nicht fermentiert oder sonstwie groß behandelt sind.

Du kannst auch mal probieren, sie erst zu trocknen (luftig lose in einem offenen Pappkarton, öfters mal umschütteln), und dann aufzugießen. Auch andere Kräuter (Pfefferminze, Salbei etc.) schmecken dann oft noch intensiver.

Viel Spaß und viel Erfolg!

Codolino

PS: Kannst ja irgendwann mal berichten, wie’s funktioniert hat…