Camus, l'étranger

Hallo, ich bin im Französisch Leistungskurs und es geht zäh aber unaufhaltsam aufs Abitur zu…
Im Moment lesen wir nun also Camus und ich habe im Web leider erschreckend wenig über das Buch gefunden und auch in der örtlichen Bibliothek steht man nicht so sehr auf Existentialisten, so scheint es mir. (Könnte auch daran liegen, dass Camus weniger als 100 jahre tot ist.) Wer von euch kennt denn vielleicht eine brauchbare Analyse oder am liebsten eine nütztliche Seite im Netz?
Danke, Christina

Hallo Christina,

vielleicht hilft Dir der folgende Link ein bisschen weiter:
http://www.uni-jena.de/~c5stho/Texte/Der_Fremde.html

(Das ist allerdings kein französischer Text.)
Der Autor (oder die Autorin, keine Ahnung) stellt hier eine Beziehung zwischen „Der Fremde“ und dem „Mythos von Sysiphos“ her und beginnt mit einer Klärung von Philosophie und Begriff des Absurden. Es folgt eine philosophische Interpretation des Romans.
Nun ist der Text natürlich nicht von einem Literaturwissenschaftler geschrieben und auch nicht besonders umfangreich, aber ich denke, als Einstieg kann er recht hilfreich sein. Außerdem hängt eine ganz brauchbare Literatur- und Quellenliste dran.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

Liebe Grüße
Susanne (die Camus liebt :smile: )

Hallo Christina,

vielleicht helfen Dir der nachfolgende Textauszug bzw. die links etwas weiter:

http://www.fundus.org/referat.asp?ID=4029

hier unter Punkt 5: Fremdheit und Anpassung
http://www.erichfromm.de/lib_2/biancoli01.html

„…„Aujourd’hui, maman est morte. Ou peut-être hier, je ne sais pas. J’ai reçu un télégramme de l’asile: »Mére décédée. Enterrement demain. Sentiments distin-gués.« Cela ne veut rien dire. C’était peut-être hier.“

In seinem 1986 an der Konstanzer Universität gehaltenen Vortrag Nouveau Roman et autobiographie führt Alain Robbe-Grillet diese ersten Sätze von Camus´ L’Étranger an, um deutlich zu machen, wie sehr sich die Unsicherheit, das Nicht-wissen des Subjekts seit den Romanen eines Balzac, den Romanen einer sinnbe-ständigen, fest gemauerten Welt, in der französischen Literatur manifestiert hat. So sieht er in L’Étranger wie auch in Sartres La Nausée erste Vorläufer für den in den fünfziger Jahren entstehenden Nouveau Roman , die beide als Beispiel eines Verlu-stes der „Kohärenz der Welt“ und der „Kompetenz des Erzählers“ gelten können, da dieser als eines der zentralen Ziele die Repräsentation des gestörten Verhältnisses vom modernen Menschen zur ihn umgebenden Welt versucht.

Camus’ Figur weiß nicht, wann seine Mutter gestorben ist, und überhaupt ´hat das alles nichts zu sagen, die Welt ist vage, der Erzähler blickt nicht zurück, überblickt nicht, sondern ist nur ein mehr oder weniger integriertes Subjekt, das sich unsicher umschaut. Dieses Subjekt spricht, obwohl als Ich-Erzähler angelegt, nicht von seinen Gefühlen, bleibt verschlossen und gelangt zu keiner Introspektion. Der Leser erfährt nicht, ob sich hinter dem Ausgelassenen, dem Verschwiegenen, Ungesagtes versteckt, oder ob das nicht zur Sprache Gebrachte der Ausdruck einer Leere ist…“

http://www.esh.uni-linz.ac.at/~cubic/misc/misc.html

Gruss
Eve*

dankeschön… habt mir sehr geholfen