Capodaster, Tonverzerrung?

Ja, und nach Gehör musst Du letzterem Vertrauen.

jein. wenn du weißt, wie eine schwebung klingt, geht es nur noch darum, die schwebung zu hören und zu eliminieren bzw. je nach bedarf einzustellen.

Auf der Bühne
mitten im Stück kannst Du nicht anfangen, nach Flageolet-Tönen
zu stimmen.

mitten im stück sollte man vielleicht gar nicht stimmen :wink:
also klassische gitarristen stimmen zwischen den stücken eher mit flageolet als mit stimmgerät, weil es schneller geht. außerdem muß man mit dem stimmgerät eventuell alle saiten umstimmen, wenn sie zb. wegen der temperatur alle ein bißchen höher/tiefer geworden sind, mit flageolets stimmst du aber nur die, die nicht zu den anderen passen.

Was da aktiv bzw. passiv sein soll, verstehe ich nicht ganz.

ok, die bezeichnung hab ich ja auch nur so erfunden für folgenden sachverhalt:
beim stimmgerät sagt dir ein stimmgerät: richtig oder falsch (zu hoch oder zu niedrig). das gehör verhält sich dabei passiv bzw. ist eigentlich nicht mal notwendig. gleichzeitig schränkt das ja auch ein… beim stimmen mit flageolets oder generell mit referenztönen ist das gehör aktiv beteiligt.

Es gibt bei den Stimmgeräten solche, die lassen eine
Umschaltung zu.

natürlich gibt es ganz supertolle professionelle stimmgeräte, aber die meisten gitarristen haben solche, die nur die 6 gitarrensaiten erkennen, und das auch nur auf A=440Hz und gleichschwebend temperiert.

Und dann ist, wenn wohltemperiert sein soll,
das Gehör ein recht ungenaues ‚Messgerät‘.

man braucht kein wahnsinnig ausgefeiltes gehör, um schwebungen zu hören udn zu zählen. mit hilfe von schwebungen kann man JEDE beliebige stimmung wesentlich genauer erreichen als mit einem herkömmlichen stimmgerät (sicher gibt es auch sehr professionelle modelle, aber die gängigen sind eben nicht so exakt). man muß nur wissen, wieviele schwebungen in der jeweiligen stimmung beim jeweiligen intervall zum referenzton vorhanden sein müssen.

Lediglich die Aussage, nach Flageolet zu
stimmen sei zwingend besser als mit Stimmgerät, da kann ich
nicht zustimmen.

zwingend besser natürlich nicht, das hängt von vielen dingen ab. aber du hast ursprünglich behauptet, flageolets hätten keine vorteile gegenüber dem stimmgerät, was nicht stimmt - aber natürlich muß man sich damit erst mal beschäftigt haben, um sie zu erkennen.

Hallo,

Ja, und nach Gehör musst Du letzterem Vertrauen.

jein. wenn du weißt, wie eine schwebung klingt, geht es nur
noch darum, die schwebung zu hören und zu eliminieren bzw. je
nach bedarf einzustellen.

Für Anfänger ist die Flageolet-Methode nicht immer zu empfehlen. Nach Schwebungsnull zu stimmen, erfordert eine gewisse Sicherheit, sonst kann man auch daneben liegen.

mitten im stück sollte man vielleicht gar nicht stimmen :wink:
also klassische gitarristen stimmen zwischen den stücken eher
mit flageolet als mit stimmgerät, weil es schneller geht.

Wenn man Pausen hat im Stück, und es ergibt sich eine Notwendigkeit zu stimmen, dann tue ich es auch. Die Flageolet-Prozedur wäre da aber umständlich, es sei denn, ich setze mir einen Monitor-Kopfhörer auf.

außerdem muß man mit dem stimmgerät eventuell alle saiten
umstimmen, wenn sie zb. wegen der temperatur alle ein bißchen
höher/tiefer geworden sind, mit flageolets stimmst du aber nur
die, die nicht zu den anderen passen.

Das kann ich nur machen, wenn ich alleiniger Solist bin, mit einer Gruppe kann ich mir nicht erlauben, komplett daneben zu liegen.

natürlich gibt es ganz supertolle professionelle stimmgeräte,
aber die meisten gitarristen haben solche, die nur die 6
gitarrensaiten erkennen, und das auch nur auf A=440Hz und
gleichschwebend temperiert.

Inzwischen können auch billigere Modelle mehr als nur die 6 Töne erkennen. Und viele haben sogar Frequenzanzeige, genauer ist das Gehör sicher auch nicht.

man muß nur wissen, wieviele schwebungen in der
jeweiligen stimmung beim jeweiligen intervall zum referenzton
vorhanden sein müssen.

Dann muss man aber außer dem Gehör auch eine Zeitbasis besitzen, oder man schaut auf die Uhr.

Lediglich die Aussage, nach Flageolet zu
stimmen sei zwingend besser als mit Stimmgerät, da kann ich
nicht zustimmen.

zwingend besser natürlich nicht, das hängt von vielen dingen
ab. aber du hast ursprünglich behauptet, flageolets hätten
keine vorteile gegenüber dem stimmgerät, was nicht stimmt -

Okay, für manche Gitarristen sind sie gang und gäbe. Für andere wieder nicht, die stimmen lieber nach Stimmgerät, eingeschleift mit Stummschalter, für dritte braucht’s gar keine Hilfsmittel, auch keine methodischen wie Flageolet…

Dieter

na gut, einigen wir uns auf folgendes: wenn man elektrisch verstärkt spielt, ist das stimmen mit stimmgerät einfacher und praktischer, besonders weil man den ton stummschalten kann.
wenn man ohne elektrische verstärkung spielt, ist wiederum alles andere einfacher bzw. praktischer, weil man nicht erst das stimmgerät auspacken muß. und auch wenn man kammermusik macht, ist es einfacher, direkt zu den anderen zu stimmen, als zum stimmgerät, und dann festzustellen, daß gegebenenfalls alle ein bißchen daneben sind.
die vor- und nachteile sind also situations- und sicher auch gewohnheitsabhängig.

Stimmen ohne Schwebung…
Hi Dieter,

das ist wie mit Socken in der Badewanne. Die Gitarre wird eben nicht auf absolute Frequenz gestimmt - was mit dem Stimmgerät vielleicht möglich ist -, sondern um Bruchteile daneben, das ergibt dann eine langsame Schwebung und macht erst einen vollen, satten Klang.

(…Bundreinheit)

Warum nicht? Moderne Stimmgeräte können heutzutage nicht nur Leersaiten auf Tonhöhe bestimmen.

Das sollten wir mal an einer Klampfe ausprobieren. Gemacht habe ich es noch nicht, auch nicht gebraucht, weil ich diesen Misston gerade noch höre.

Gruß Ralf

Hallo,

Ja, das kann man so stehen lassen. Die Frage ist, ob die Dame des ursprünglichen Postings jetzt mehr weiß bzw. ihr Problem erkannt oder gar gelöst hat. Ich denke nicht – obwohl ich mir am ehesten vorstellen kann, dass die Bundunreinheit nicht am Capo liegt, sondern am Instrument.

Dieter

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