Hallo,
Ich bin grade am überlegen, wie der Verlauf im p-V-Diagramm aussehen würde, wenn man den Carnot-Kreisprozess in einer realen Maschine durchführen würde (also mit Reibung etc.). Irgendwie muss ja mehr Wärme zugeführt werden, obwohl die geleistete Volumenarbeit gleich ist? Wie äußert sich das im pV-Diagramm, wo sieht man da die Wärme?
Ich vermute, dass bei einer realen Wärmekraftmaschine der eingeschlossene Flächeninhalt kleiner ist - bloß, was ändert sich genau? Wie kann ich den Wirkungsgrad in dem Diagramm sehen, der muss doch irgendwie kleiner werden als im idealen Falle?
Vielen Dank für jede Hilfe,
Liebe Grüße,
Amoeba
Hallo Amöbe,
Der Carnot- Prozeß beschreibt den idealen Prozess einer Wärmemaschine mit dem höchsten Wirkungsgrad und ist eben nicht dazu gedacht reale Prozesse zu beschreiben.
Irgendwie muss ja mehr Wärme zugeführt werden, obwohl die
geleistete Volumenarbeit gleich ist?
Aus der Formel für den thermischen Wirkungsgrad im Carnotprozess
(eta thermisch = 1-(Tunten/Toben) ergibt sich schon die Unabhängigkeit dieses Prozesses von der zugeführten Wärmemenge.
Ich vermute, dass bei einer realen Wärmekraftmaschine der
eingeschlossene Flächeninhalt kleiner ist - bloß, was ändert
sich genau?
Schau dir mal den Gleichraum- (Ottomotor), Gleichdruck (Dieselmotor)(dabei das Stichwort Spitzendruckbegrenzung) und vor allem Seiliger- Prozeß (das ist der annähernd reale Prozeß in einem Dieselmotor) an, dort siehst du, daß der thermische Wirkungsgrad kleiner ist als der Wirkungsgrad des Carnotprozesses.
Und bei Fragen melden, ich hab die Bücher gerade noch auf dem Schreibtisch…
Anja
Hallo,
Ich vermute, dass bei einer realen Wärmekraftmaschine der
eingeschlossene Flächeninhalt kleiner ist - bloß, was ändert
sich genau? Wie kann ich den Wirkungsgrad in dem Diagramm
sehen, der muss doch irgendwie kleiner werden als im idealen
Falle?
Ich beziehe mich im folgenden auf diese Grafik:
http://www.ieap.uni-kiel.de/plasma/ag-stroth/lehre/p…
Bei realen Maschinen gibt es bei der Bewegung des Kolbens immer Reibungsverluste. Um dies zu kompensieren muss der Kolben bei der isothermen Expansion ein wenig entlastet werden. Dadurch sinkt der Gasdruck und die Kurve 1->2 liegt etwas unterhalb der im Link dargestellten. Ebenso muss der Kolben bei der isothermen Kompression unterstützt werden, indem etwas zusätzlicher Druck auf den Kolben ausgeübt wird. Dadurch steigt nun der Gasdruck und die Kurve 3->4 liegt über der Kurve des idealen Prozesses. Insgesamt ist also die eingeschlossene Fläche und damit der Wirkungsgrad bei realen Maschinen kleiner als im idealen Fall.
Gruß
Oliver
Hallo,
Vielen Dank für eure Antworten, ich glaub ich habs kapiert (-;
Viele Grüße,
Amoeba