Hallo!
Zur Begriffsdefinition (Du wirfst das fröhlich durcheinander):
Soweit mir bewußt ist, habe ich den Begriff Wärmemenge in
doppelter Bedeutung benutzt: 1. gespeicherte Wärmemenge
(innere Energie) und 2. zu-/abgeführte Wärmemenge (einfach nur
Wärme). Das ist natürlich nicht 100%ig Korrekt, ich bin mir
aber drüber bewußt. Außerdem tendiere ich dazu Energie und
Arbeit nicht zu unterscheiden (an sich das gleiche Phänomen
wie oben). Waren auch noch andere Ausdrucksweisen unsauber?
Nein, das war’s im Wesentlichen. Aber ich ahne, dass Dein Verständnisproblem darin steckt, dass Du diese Dinge nicht sauber von einander trennst.
Jetzt vergleiche ich aber mal unsere Wärmekraftmaschine mit
einem Wasserkraftwerk. Ich weiß, das solche Vergleiche nicht
immer zulässig sind, aber oft verhelfen sie doch zu mehr
Verständnis (oder umgekehrt - sie sind Quelle von
Unverständnis, wenn der Vergleich unzulässig ist).
Bei einem Wasserkraftwerk haben wir zwei Wasserreservoires mit
einer Höhendifferenz von dh=h1-h2, dies entspricht der
Temperaturdifferenz dT=T1-T2. Beide Wasserreservoires besitzen
eine potentielle Energie E, die der inneren Energie der
Wärmereservoires entspricht. Wenn eine Verbindung zwischen
beiden Reservoires besteht, kann potentielle Energie vom hören
ins tiefere Reservoire abfließen.
Sie tut das in Form von
kinetischer Energie K, die der Wärme Q entspricht.
Nein.
Wenn Wasser von oben nach unten strömt dann transportiert es Energie. Eine Turbine (entspricht der Wärmekraftpumpe) kann diese Energie nutzen, um Arbeit zu leisten. Es gibt kein physikalsiches Gesetz, das verbietet, dass die gesamte potenzielle Energie des Wassers in Form von Arbeit genutzt wird. Tatsächlich ist der Wirkungsgrad eines Wasserkraftwerks sehr nahe bei 1.
Was aber strömt bei unserem Modell einer Wärmekraftpumpe? Es muss etwas sein, was die Wärme vom Körper hoher Temperatur zum Körper niedriger Temperatur transportiert. Es handelt sich dabei nicht um einen Stoff. (Zum Beispiel ist der Stirlingmotor eine Wärmekraftmaschine, die nur Energie aber keine Materie mit der Umgebung austauscht).
Auch wenn es sich komisch anhört: Der Transporteur der Wärme ist in diesem Fall die Entropie. Es fließt Entropie von oben nach unten. Sie führt Energie mit, die zum Teil als Arbeit dem System entnommen werden kann. Da aber die Gesamtentropie mindestens erhalten bleiben muss, muss im unteren Niveau auch mindestens gleich viel Entropie ankommen, wie man dem oberen Niveau entnommen hat. Nach der Formel
dS = dQ/T
bedeutet das, dass das untere Niveau auch eine gewisse Wärme (dQ) aufnehmen muss (wenn es über dem absoluten Nullpunkt liegt, wovon auszugehen ist). Also kann nicht die gesamte oben abgezogene Wärme in Arbeit umgewandelt werden.
Bei einer nichtidealen Wärmekraftmaschine fließt sogar noch mehr Wärme von oben nach unten, was bedeutet, dass die Gesamtentropie zunimmt (d. h. unten kommt mehr Entropie an, als oben abgezogen wurde. Das ist möglich, weil die Entropie im Gegensatz zur Energie keine Erhaltungsgröße ist).
Wenn man den hinkenden Vergleich mit dem Wasserkraftwerk bemühen möchte: Es ist so, als würde die Turbine nur dann laufen, wenn man einen Teil des Wassers völlig ungenutzt ins Tal schicken würde.
Jetzt aber nochmal anders gefragt: ich nehme eine
Wärmekraftmaschine in Form einer Blackbox. Ich stecke eine
Wärme Q hinein und sehe mir an, welche Arbeit W herauskommt.
Dabei gehe ich davon aus, daß ich die Maschine bei einer
Umgebungstemperatur T2 betreibe und die hineingesteckte Wärme
Q einen Wärmepol innerhalb der Maschine auf T1 aufheizt.
Nein. Nochmal! Q ist die Wärmemenge, die von T1 entnommen wird und der Wärmekraftmaschine zugeführt wird. Im optimalen Fall wird durch Q nur das Arbeitsmedium erhitzt und sonst nichts. Dann hast Du - auf den zweiten Blick - dann doch wieder recht. So ist das z. B. beim Verbrennungsmotor. Beim Stirling-Motor steht jedoch ein Temperatur-Reservoir zur Verfügung, aus dem die Maschine ihren Energiebedarf deckt. Q ist dabei die entnommene Wärme. Wenn in Island geothermische Kraftwerke betrieben werden, dann ist nur entscheidend, wieviel Energie der Erde entnommen wird. Wieviel Energie mal irgendwann hineingesteckt wurde, um die Erde auf diese Temperatur aufzuheizen, ist vollkommen unerheblich.
Ich
betreibe die Maschine jetzt einmal am Pol und einmal am
Äquator - jeweils mit dem gleichen Q. Wird jetzt das W in
beiden Fällen wirklich anders sein?
Aber ja! Wenn sich die beiden Wärmespeicher nur um wenige Millikelvin unterscheiden kann der Wärmeaustausch Q trotzdem gleich groß sein (wenn die Speicher nur genügend groß sind), aber es wird mir nicht gelingen, damit irgend etwas anzufangen!
Michael