Cashflow

Hallo!
Kann mir mal jemand erklären wie das mit dem (Stufen-)Cashflow funktioniert. Das Ganze ist für mich etwas unlogisch. Warum werden Abschreibungen zum Jahresüberschuss dazugerechnet? Mir ist zwar klar das dies auszahlungsunwirksame Ausgaben sind und als solche dem Unternehmen „zufließen“. Aber was ist dann mit z.B. den Personalkosten, hätte ich geringere Personalkosten so wäre mein Jahresüberschuß höher und folglich der Cashflow auch… irgendwie steh ich glaub ich voll auf der Leitung??? HELP ME ;o)

Eigentlich ganz einfach, wenn man einmal die Logig verstanden hat: Hier eine Erklärung aus dem FAZ Börsenlexikon:

Der Cash Flow ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Gewinnkennzahl zur Unternehmensanalyse. Er beschreibt den Zugang an flüssigen Mitteln in einer Abrechnungsperiode Seine Höhe ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Steuern vom Ertrag und Einkommen, Abschreibungen sowie Veränderungen der langfristigen Rückstellungen. Aus seiner Höhe und Entwicklung lassen sich Rückschlüsse auf das Finanzierungspotenzial eines Unternehmens ziehen.

Wenn das Brett immer noch da ist, weiterfragen.
Gruß
C.

Hallo Christoph!

Leider ist das Brett immer noch da. Ich verstehe schon den Gedanken hinter dem Cashflow und für was er gut sein soll. Ich habe eben nur ein Problem mit der Berechnung. Schau mal: Ich rechne zum Jahresüberschuss die Abschreibungen hinzu, da sie ja eigentlich dem Unternehmen zugeflossen sind, d.h. wenn die Abschreibungen nicht gewesen wären, wären der Gewinn entsprechend höher. Das gleiche gilt allerdings auch für Personalkosten oder? Ich versteh einfach nicht warum man Abschreibungen hinzurechnet? Ich benötige doch z.B. eine Maschine zur Leistungserstellung. mmmhhhh this keeps me awake…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Der Cash Flow ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende
Gewinnkennzahl zur Unternehmensanalyse.

Gut, daß das nur ein Zitat ist. :wink: Gewinnkennzahl ist eine interessante Theorie. M.E. (und dabin ich nicht allein) ist der Cashflow keine Gewinnkennzahl sondern schlicht eine Kennzahl zur Beurteilung der Liquiditätslage der Gesellschaft. Von Gewinn also keine Spur.

Er beschreibt den
Zugang an flüssigen Mitteln in einer Abrechnungsperiode Seine
Höhe ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von
Jahresüberschuss, Steuern vom Ertrag und Einkommen,
Abschreibungen sowie Veränderungen der langfristigen
Rückstellungen.

Das ist natürlich totaler Quatsch, genauer: Eine Krücke, um den Cashflow aus der GuV-Rechnung heraus näherungsweise zu ermitteln. Inzwischen eine (fast) völlig unnötige Methode, weil eine Kapitalflußrechnung Pflichbestandteil des Jahresabschlusses einer börsennotierten Gesellschaft (und der meisten Mittelständler) ist.

Aus seiner Höhe und Entwicklung lassen sich
Rückschlüsse auf das Finanzierungspotenzial eines Unternehmens
ziehen.

Auch das ist eigentlich falsch. Der Cashflow ist ebenfalls eine Vergangenheitsbetrachtung und damit für die Aussage zu Potentialen nicht zuständig. Der Cashflow unterliegt im übrigen weit höheren Schwankungen als der Jahresüberschuß und ist damit eigentlich frei von einer vernünftigen Aussage. Der CF ist aber leider im Augenblick sehr en vogue in der Finanzbranche. Das liegt daran, daß sich derzeit viele Kapitalmarktfuzzies mit angloamerikanischem Hintergrund in Deutschland tummeln, denen seltsamerweise jedes Wort erwartungsvoll von den Lippen abgelesen wird.

Nebenbei bemerkt: Einer dieser Spezialisten aus einem nachgelagerten Kreditbüro meinte letzten Mittwoch, daß ich in eine Vorstandsvorlage reinschreiben solle, daß ein spezieller Maschinenbauer über hohe Liquiditätsreserven verfügt. Da das bei einem Maschinenbauer absolut nichts besonderes ist (Anzahlungen für laufende Projekte), habe ich ihn gefragt, ob er mich verarschen wolle. Das Gespräch endete mit den Worten: „Wenn Sie es drin stehen haben wollen, schreiben Sie es selber rein.“ Bisher habe ich von ihm nichts mehr gehört.

Gruß,
Christian

Ok! ICh versuch mir mal selbst eine Antwort zu schreiben… hehe ;o)
Also im ersten Jahr der Anschaffung einer Maschine habe ich Auszahlungen, dies senken mir meinen Jahresüberschuss in Höhe der Abschreibungen. In der Bilanz entsteht ein Aktivtausch… nee damit hat es auch nichts zutun… mmmhh warum werden diese Abschreibungen zum Cashflow gezählt… eigentlich würden die Abschreibungen den Gewinn erhöhen, wenn sie nicht da wären, aber diese Ausgaben müssen doch da sein sonst hättte ich kein Maschinen (z.B.) folglich auch keinen Gewinn… aber Personalkosten werden am abgezogen udn die Verhgalten sich doch gleich, wären Sie nicht vorhanden würden sie den Gewinn erhöhen, aber sie müssen doch da sein da ich ohne Personal floglich auch keinen Gewinn mache… Was sagt mit dann eine hohen Abschreibung die hinzugerechnet wird über die Selbstfinazierungskraft des Unternehmen…
… ich glaube das Brett ist nun so groß, da könnte man drauf surfen…

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Hallo elalemano,

Du musst doch nur einfach überlegen uzu was Abschreibungen gut sind. Sie sind doch letztendlich nur eine kalkulatorische Größe, die Deinen Gewinn mindern, damit Du weniger Steuern zahlen musst und Dir irgendwann eine neue Maschine kaufen kannst und so Dein Unternehmen weiterproduzieren kann (natürlich stark vereinfacht gesprochen)

Es sind aber keine liquiditätswirksamen Zahlungen, d.h. es fliesst kein echtes Geld.

Wenn Du aber Deine Personalkosten ansiehst, dann geht da echtes Geld an echte Personen. D.h. Personalkosten sind auch Auszahlungen, Abschreibungen aber sind nur Aufwand.

Also kannst Du diese nicht liquiditätswirksamen GuV Poitionen wieder zu Deinem Ergebnis dazuzählen, da das „echte Geld“ das dahintersteht ja nie geflossen ist (anders als z.B. bei Deinem Beispiel Personalkosten). Es gibt auch noch andere POsitionen die dazu- bzw. abgezogen werden bei der Berechnung des CFs. Die findest Du aber in jedem BWL Lehrbuch.

Jetzt klarer?
Gruß
C.

Leider ist das Brett immer noch da. Ich verstehe schon den
Gedanken hinter dem Cashflow und für was er gut sein soll. Ich
habe eben nur ein Problem mit der Berechnung. Schau mal: Ich
rechne zum Jahresüberschuss die Abschreibungen hinzu, da sie
ja eigentlich dem Unternehmen zugeflossen sind, d.h. wenn die
Abschreibungen nicht gewesen wären, wären der Gewinn
entsprechend höher. Das gleiche gilt allerdings auch für
Personalkosten oder? Ich versteh einfach nicht warum man
Abschreibungen hinzurechnet? Ich benötige doch z.B. eine
Maschine zur Leistungserstellung. mmmhhhh this keeps me
awake…

Eigentlich ganz einfach, wenn man einmal die Logig verstanden
hat: Hier eine Erklärung aus dem FAZ Börsenlexikon:

Der Cash Flow ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende
Gewinnkennzahl zur Unternehmensanalyse. Er beschreibt den
Zugang an flüssigen Mitteln in einer Abrechnungsperiode Seine
Höhe ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von
Jahresüberschuss, Steuern vom Ertrag und Einkommen,
Abschreibungen sowie Veränderungen der langfristigen
Rückstellungen. Aus seiner Höhe und Entwicklung lassen sich
Rückschlüsse auf das Finanzierungspotenzial eines Unternehmens
ziehen.

Wenn das Brett immer noch da ist, weiterfragen.
Gruß
C.

Hallo,

Leider ist das Brett immer noch da. Ich verstehe schon den
Gedanken hinter dem Cashflow und für was er gut sein soll. Ich
habe eben nur ein Problem mit der Berechnung. Schau mal: Ich
rechne zum Jahresüberschuss die Abschreibungen hinzu, da sie
ja eigentlich dem Unternehmen zugeflossen sind, d.h. wenn die
Abschreibungen nicht gewesen wären, wären der Gewinn
entsprechend höher. Das gleiche gilt allerdings auch für
Personalkosten oder? Ich versteh einfach nicht warum man
Abschreibungen hinzurechnet?

Abschreibungen sind nicht liquiditätswirksam, sondern nur ertragswirksam. D.h. bei der Buchung einer Abschreibung fließt keine Liquidität aus dem Unternehmen ab. Der Cashflow soll jedoch genau diese Veränderungen darstellen. Um also den Cashflow indirekt aus dem Jahresabschluß zu ermitteln, addiert man alle nicht liquiditätswirksamen Aufwandsposition zum Jahresüberschuß, also eben die Abschreibungen, die Aufwendungen für die Bildung zu Rückstellungen usw. und zieht nicht liquiditätswirksame Erträge entsprechend ab.

Das ist aber eine relativ ungenaue und unnötige Methode, weil in den Jahresabschlüssen inzwischen mit der Kapitalflußrechnung eine direkte, zuverlässigere Möglichkeit zur Verfügung steht.

Gruß,
Christian

Hallo Christoph!

Das Ganze ist mir jetzt klar geworden… wenn man es verstanden hat eigentlich easy… mir war schon die Berechnung und alles klar, nur eben nicht der Sinn, das warum eben… sowas macht mich verrückt… Danke für die Hilfe…echt nett!!!

gruß Christian

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Hallo nochmal,

Wenn Du aber Deine Personalkosten ansiehst, dann geht da
echtes Geld an echte Personen. D.h. Personalkosten sind auch
Auszahlungen,

und das ist genau der Grund, warum die indirekte Cashflow-Berechnung für die Tonne ist, denn im Personalaufwand stecken oftmals auch die Zuführung zu den Rückstellungen für Personalverpflichtungen und die sind…na?..genau: Nicht liquiditätswirksam.

So ist das mit praktisch jeder GuV-Position und wer nicht gerade den Bericht den Wirtschaftsprüfers vorliegen hat, wird davon im Zweifel nichts erfahren. Man verabschiede sich also von dem Gedanken, zu Fuß (=indirekt) etwas ausrechnen zu können, das dem Cashflow ansatzweise gleicht

Gruß,
Christian

Hallo Christian!

Danke für die Hilfe! Und vor allem für die Kritik am CF! Jetzt habe ich es verstanden *freu* … das Brett ist weg… eigentlich echt easy… da werde ich mal meine Prof damit konfrontieren… hehe… nachmals vielen Dank!

Gruß Christian

Hi Christian,

da spricht der Banker aus Dir. Ich habe mich bisher nicht sehr für eine Bewertung von Kennzahlen interessiert, da für mich in meinen bisherigen M&A Projekten eher strategische Gründe im Vordergrund standen. Für die rein wirtschaftliche Betrachtung gibt es ja die Banker :wink:

Du magst Recht haben, aber bei der Beantwortung der Frage von elalemano habe ich von dem Eindruck leiten lassen, dass es bei ihm um einige grundsätzliche Verständnisschwierigkeiten ging. Ich kenne das auch, daher habe ich ihm versucht so zu antworten wie es mir geholfen hätte. Ein Apell an die Logik und es hat ja offenbar funktioniert. Was hingegen nicht geht, ist einfach die blöde Berchnung aus den Büchern abzulesen und nicht zu versuchen die Entstehung zu hinterblicken. Aber da wären wir bei der Diskussion pro/contra theorielastige Uniausbildung.

Diese ganzen Scheiss Kennzahlen gehen mir eh auf den Senkel, die sind doch nur erfunden worden, damit jedes Unternehmen in jeder Ertragslage irgendeine Kennzahl aus dem Hut zaubern kann die es gut aussehen läßt. Frei nach dem Motto: „Ich weiss, mein EPS läßt zwar schlimmes vermuten, dafür ist aber mein EBITDAPEOEAM super meine Investoren sagen, dass meine CAGR deutlich über 100% liegt.“

So long und Gruß
C.

Hallo erstmal,

Danke für die Hilfe! Und vor allem für die Kritik am CF! Jetzt
habe ich es verstanden *freu* … das Brett ist weg…
eigentlich echt easy… da werde ich mal meine Prof damit
konfrontieren…

mach das ruhig, aber sei sattelfest :wink: Im Ernst: Ich kenne genug BWL-Studenten, die bis zum Abschluß keinen Geschäftsbericht in der hatten.

Ich habe Dir mal zwei rausgesucht, die etwas ausführlicher sind, als der übliche Mist:
http://www.garant-schuh.de/ir.htm (nach IAS)
http://www.salzgitter-ag.de/de/content/investor/info… (nach IAS)
http://www.vossloh.de/de-DE/173_4_34_98.php (nach US-GAAP)

Da könntest Du Dir mal den Spaß machen, den Cashflow selbst zu berechnen und zwar einmal nach GuV-Rechnung und einmal nach GuV-Rechnung zzgl. Erlätuerung. Das Ergebnis kannst Du dann mit der abgedruckten Kapitalflußänderung vergleichen und weinen.

Über jedes Wort, das Du in den Berichten nicht verstehst, können wir hier gerne reden - zumindest, wenn ich die Zeit habe :wink:. Wie gesagt: Bilanzstudium ist ein heißer Tip von mir. Es werden Dir wahrscheinlich einige Dinge klarwerden, die Du vorher nur in Rechnungswesen oder wie auch immer das Fach bei Euch heißt, erzählt worden sind ohne daß sie mit Leben gefüllt wurden.

Gruß,
Christian

hehe… nachmals vielen Dank!

Gruß Christian

Hallo Christian!

Ich hab die ganze Rechnung (eher die schnelle Version) mal für Garant Schuhe gemacht… ja und was zeigt uns das Ganze? Der Cashflow ist super mega gut… und die Kapitalflußrechnung super schlecht… und dann staune ich und freu mich auf das Hauptstudium damit ich das auch aml verstehe… als 4 Semestern überfordert mich das irgendwie noch… oder ich amch mal ein 2monatiges Praktikum bei Dir! Noch Plätze frei? ;o)

Gruß Christian

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Hallo nochmal,

Ich hab die ganze Rechnung (eher die schnelle Version) mal für
Garant Schuhe gemacht… ja und was zeigt uns das Ganze? Der
Cashflow ist super mega gut… und die Kapitalflußrechnung
super schlecht…

hm, müßte eigentlich eher andersherum sein, aber ich habs jetzt so nicht vor Augen. Garant Schuh hatte einiges an Aufwandspositionen, die nicht liquiditätswirksam waren, was aber auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist. Insofern sollte die indirekte Berechnung eher auf ein schlechteres Ergebnis kommen als die direkte Methode.

Nicht liquiditätswirksam sind im Zweifel bspw. die Aufwendungen aus Verlustübernahme von rd. 18 Mio. und andererseits (ganz sicher nicht) die Erträge aus der Auflösung des passivischen Unterschiedsbetrages von rd. 10 Mio. Der cashflow lt. Kapitalflußrechnung sollte also mindestens 8 Mio. Euro besser sein, als der manuell errechnete, wenn ich jetzt aus dem Kopf nicht irgendwas vergessen habe.

Der Cashflow lt. Kapitalflußrechnung liegt rd. bei 5 Mio. Euro.

und dann staune ich und freu mich auf das

Hauptstudium damit ich das auch aml verstehe…

Ich fürchte, da wirst Du das auch nicht lernen, wenn nicht zufälligerweise jemand ein gutes Praxisseminar anbietet.

Semestern überfordert mich das irgendwie noch… oder ich amch
mal ein 2monatiges Praktikum bei Dir! Noch Plätze frei? ;o)

Naja, zumindest kannst Du hier Deine Fragen stellen, auch länger als zwei Monate von heute an. :wink:

Gruß,
Christian

Hello again!

Ja Du hast recht, habe mich vertippt! Aber sei Dir sicher, das war nicht die letzte Frage!

gruß Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

wir mussten zumindestens lernen:

gewinne + investitionen = CF

weil: wer investiert, der nicht blöde darsteht, wenn es darum geht, zu entscheiden, wer gut gefahren ist. hier werden die investierfreudigen fairer behandelt.

dirk

wir mussten zumindestens lernen:

gewinne + investitionen = CF

Dazu habe ich zwei Fragen: Wer ist wir? :wink: Und: was soll das denn für einen Sinn machen? Die größe sagt über die Liquiditätssituation und -entwicklung wirklich überhaupt gar nichts aus.

Gruß,
Christian