Hallo,
Nun ist es so, dass in den Fachbüchern die Defintion der
ersten Stelle der CF Rechnung wandelt. (sowohl direkt als auch
indirekte CF Rechnung)
Beim einen steht - Jahresüberschuss, beim anderen
Umsatzerlöse.
Sind beide Begriffe die gleichen?
ganz sicher nicht. Die indirekte und die direkte Methode der Cashflow-Ermittlung unterscheiden sich erheblich in der Vorgehensweise. Ich versuche es mal mit einem Vergleich:
Gegeben sei eine Schachtel mit Streichhölzern, der eine unbekannte Anzahl an Streichhölzern entnommen wird. Aufgabe ist nun die Ermittlung der in der Schachtel verbliebenen Streichhölzer.
Indirekte Methode:
Es sei bekannt, daß in der Schachtel ursprünglich 60 Streichhölzer waren. Die Zählung der entnommenen Hölzer ergibt 35. Es sind also noch 25 Hölzer in der Schachtel.
Direkte Methode:
Die Schachtel wird geleert und der Inhalt abgezählt. Bei der Zählung wird ein Bestand von 22 ermittelt.
Ganz klar: Die direkte Methode ist die genauere. Nun übertragen wir das ganze wieder auf die Cashflow-Berechnung. Ein Unternehmen läßt sich nur ungern tief in die Karten (Schachtel) schauen, weswegen oftmals nur die indirekte Methode angewandt wird (zumindesten für die Veröffentlichung).
Bei der indirekten Methode geht man vom Jahresüberschuß aus und addiert die nicht zahlungsmittelwirksamen Aufwendungen hinzu und zieht die nicht zahlungsmittelwirksamen Erträge wieder ab. Am Ende sollte die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes im Geschäftsjahr (=Cashflow) übrig bleiben. Die indirekte Methode ist (wie auch die Streichholzzählerei) u.U. fehlerbehaftet, insbesondere dann, wenn Externe diese Rechnung aufstellen, weil sie nicht oder nur schlecht beurteilen können, welche Buchungen tatsächlich liquiditätswirksam sind.
Bei der direkten Methode geht man vom Umsatz aus und zieht die nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen ab und addiert die liquiditätswirksamen Erträge hinzu. Am Ende kommt auch wieder der Cashflow heraus.
D.h. theoretisch bräuchte ich ja dann nur die Umsatzerlöse aus
der Bilanz entnehmen um einen CF zu berechnen???
Umsatz
- liquiditätswirksame Aufwendungen
- liquiditätswirksame Erträge
= Cashflow
Ja, Du kannst den CF auch selbst berechnen - mit allen denkbaren Fehlern (s.o.).
Wird der eigentliche Gewinn aus der G&V überhaupt für die CF
Rechnung benötigt?
Nur für die indirekte Methode:
Jahresüberschuß
- nicht liquiditätswirksame Aufwendungen
- nicht liquiditätswirksame Erträge
= Cashflow
Die Cashflowrechnung wiederum berechnet in drei Staffeln
(operativ, Inv, und Finanzen) den Cashflow heraus.
Der Cashfflow ist das Kapital, welchem dem Unternhemen (zzgl.
Abschreibungen etc…) tatsächlich zur Verfügung steht.
Nein, Cashflow ist die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes innerhalb des Betrachtungszeitraumes.
ROE und ROI --> der Gewinn im Nenner ist der Gewinn aus der
GUV?
Ebit und Ebitda, sind das nichts anderes, als die einzelnen
Staffelungen des CF?
EBIT und EBITDA sind Gewinn- und keine Cashflow-Kennzahlen.
Gruß,
Christian