Cashflowstatement

Hallo,

ich hab da mal eine Frage in Sachen Cashflowstatement.

Also…

Das Cashflowstatement ist eine Erweiterung bzw. leitet sich aus der G&V ab.

Der Prinzipielle Aufbau der G&V ist wie folgt:

Ich setze Aufwendungen und Erträge (A/P) gegeneinander.
Die Differenz aus den Erträgen (Umsatzerlösen) ergibt ein Plus oder ein Defizit.
Das Defizit bzw. Plus addiere bzw. subtrahiere ich dem Eigenkapitalkonto zu.

Das Ergebnis benutze ich nun für die CF Rechnung an.

Nun ist es so, dass in den Fachbüchern die Defintion der ersten Stelle der CF Rechnung wandelt. (sowohl direkt als auch indirekte CF Rechnung)

Beim einen steht - Jahresüberschuss, beim anderen Umsatzerlöse.
Sind beide Begriffe die gleichen?
D.h. theoretisch bräuchte ich ja dann nur die Umsatzerlöse aus der Bilanz entnehmen um einen CF zu berechnen???
Wird der eigentliche Gewinn aus der G&V überhaupt für die CF Rechnung benötigt?

Die Cashflowrechnung wiederum berechnet in drei Staffeln (operativ, Inv, und Finanzen) den Cashflow heraus.

Der Cashfflow ist das Kapital, welchem dem Unternhemen (zzgl. Abschreibungen etc…) tatsächlich zur Verfügung steht.

Danach kann ich diverse Kennziffern ausrechnen.

Beispiel:

ROE und ROI --> der Gewinn im Nenner ist der Gewinn aus der GUV?

Ebit und Ebitda, sind das nichts anderes, als die einzelnen Staffelungen des CF?

Was ist die Brutto und Netto Methode beim CF?

Wäre über Kritik und Tips erfreut

Erich

Hallo,

Nun ist es so, dass in den Fachbüchern die Defintion der
ersten Stelle der CF Rechnung wandelt. (sowohl direkt als auch
indirekte CF Rechnung)

Beim einen steht - Jahresüberschuss, beim anderen
Umsatzerlöse.
Sind beide Begriffe die gleichen?

ganz sicher nicht. Die indirekte und die direkte Methode der Cashflow-Ermittlung unterscheiden sich erheblich in der Vorgehensweise. Ich versuche es mal mit einem Vergleich:

Gegeben sei eine Schachtel mit Streichhölzern, der eine unbekannte Anzahl an Streichhölzern entnommen wird. Aufgabe ist nun die Ermittlung der in der Schachtel verbliebenen Streichhölzer.

Indirekte Methode:
Es sei bekannt, daß in der Schachtel ursprünglich 60 Streichhölzer waren. Die Zählung der entnommenen Hölzer ergibt 35. Es sind also noch 25 Hölzer in der Schachtel.

Direkte Methode:
Die Schachtel wird geleert und der Inhalt abgezählt. Bei der Zählung wird ein Bestand von 22 ermittelt.

Ganz klar: Die direkte Methode ist die genauere. Nun übertragen wir das ganze wieder auf die Cashflow-Berechnung. Ein Unternehmen läßt sich nur ungern tief in die Karten (Schachtel) schauen, weswegen oftmals nur die indirekte Methode angewandt wird (zumindesten für die Veröffentlichung).

Bei der indirekten Methode geht man vom Jahresüberschuß aus und addiert die nicht zahlungsmittelwirksamen Aufwendungen hinzu und zieht die nicht zahlungsmittelwirksamen Erträge wieder ab. Am Ende sollte die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes im Geschäftsjahr (=Cashflow) übrig bleiben. Die indirekte Methode ist (wie auch die Streichholzzählerei) u.U. fehlerbehaftet, insbesondere dann, wenn Externe diese Rechnung aufstellen, weil sie nicht oder nur schlecht beurteilen können, welche Buchungen tatsächlich liquiditätswirksam sind.

Bei der direkten Methode geht man vom Umsatz aus und zieht die nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen ab und addiert die liquiditätswirksamen Erträge hinzu. Am Ende kommt auch wieder der Cashflow heraus.

D.h. theoretisch bräuchte ich ja dann nur die Umsatzerlöse aus
der Bilanz entnehmen um einen CF zu berechnen???

Umsatz

  • liquiditätswirksame Aufwendungen
  • liquiditätswirksame Erträge
    = Cashflow

Ja, Du kannst den CF auch selbst berechnen - mit allen denkbaren Fehlern (s.o.).

Wird der eigentliche Gewinn aus der G&V überhaupt für die CF
Rechnung benötigt?

Nur für die indirekte Methode:
Jahresüberschuß

  • nicht liquiditätswirksame Aufwendungen
  • nicht liquiditätswirksame Erträge
    = Cashflow

Die Cashflowrechnung wiederum berechnet in drei Staffeln
(operativ, Inv, und Finanzen) den Cashflow heraus.

Der Cashfflow ist das Kapital, welchem dem Unternhemen (zzgl.
Abschreibungen etc…) tatsächlich zur Verfügung steht.

Nein, Cashflow ist die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes innerhalb des Betrachtungszeitraumes.

ROE und ROI --> der Gewinn im Nenner ist der Gewinn aus der
GUV?

Ebit und Ebitda, sind das nichts anderes, als die einzelnen
Staffelungen des CF?

EBIT und EBITDA sind Gewinn- und keine Cashflow-Kennzahlen.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Jetzt hat es wieder etwas mehr klack gemacht.

Zu den Finanzkennzahlen, ROI, EBIT EBITDA, kannst Du die in der Durchführung erklären?
Auch hier wiederum streitet sich in meinen Büchern die Fachwelt.

Irgendwie macht das jeder auf seine Art und Weise.

Solltest Du evtl. gute Unterlagen zur Thematik haben, auch Finanzplanung wäre ich über jedes Dokument an meine Mail erfreut.

Grüße Erich

Hallo noch mal,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Jetzt hat es wieder
etwas mehr klack gemacht.

schön.

Zu den Finanzkennzahlen, ROI, EBIT EBITDA, kannst Du die in
der Durchführung erklären?
Auch hier wiederum streitet sich in meinen Büchern die
Fachwelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/EBIT
http://de.wikipedia.org/wiki/EBITDA
http://de.wikipedia.org/wiki/Return_on_Investment

Sind eigentlich die gängigen Definitionen.

Gruß,
Christian

Christian,

wenn Dir schon der Fragesteller keinen * für diese ausführliche und anschauliche Antwort gibt; Ich tue es. Das hast Du wirklich schön geschrieben :wink:

Gruß
C.