Castor Faschismus 2

Erfrischend die Beiträge zu meinem Einwurf „Castor Faschismus“. Sie gefallen mir. Kommen wir so doch auf den Punkte der Sache.
Was um den Castor herum passiert ist Faschismus!
Wer Faschismus mit einem kleinen bärtigen Österreicher gleich setzt, verharmlost diese Weltanschauung.
Solch ein Mann kommt nie wieder, er würde sich heute mit seinem Gehabe der Lächerlichkeit preisgeben und war nur in seiner Zeit denkbar.
Faschismus ist die gewalttätige Zerstörung demokratischer Strukturen weil man meint, dies sei im Sinne einer höheren, irrationalen Wahrheit gerechtfertigt.
Diese Haltung ist auch heute gefährlich, wohl mehr denn je.
Faschismus heute kennt keine Braun- oder Schwarzhemden mehr.
Faschismus heute bedient sich der Handys und des Internets.
Faschismus heute kettet sich an Betonblöcke an und zerstört Eisenbahngleise.
Faschismus heute bedient sich demokratisch nicht legitimierter Institutionen, die angeblich im Interesse der Natur und unserer Nachkommen handeln – beides tief im Bauch verankerte Gefühle und verdächtig nahe an der „Blut und Boden Ideologie“.
Faschismus verachtet heute wie damals die Demokratie und weist ihr dreist die Verantwortung für den Terror zu, den er selbst produziert. Die Geschichte wiederholt sich.
Und ebenso wie damals teilt Faschismus die Welt in zwei Gruppen auf: hier die Guten und Klugen, dort die Schlechten und Dummen. Und natürlich wollen die Guten und Klugen den Schlechten und Dummen das richtige Denken und Leben vorschreiben. An ihrem Wesen soll eben die Welt genesen.
Logik und Sachkenntnis spielt dabei keine Rolle.
Wie sonst wäre es zu erklären, dass man einen Eisenbahnzug mit einer angeblich so gefährlichen Fracht so behindert, dass es ohne massiven Polizeieinsatz jederzeit zu katastrophalen Unfällen kommen könnte?
Ebenso gut könnte man dann auch einem Lkw mit Nitroglycerin (Lohn der Angst) Plastersteine in den Weg werfen.

jaja, die faschisten…
…haben schon immer die welt in schwarz und weiss aufgeteilt und selbst die kompliziertesten dinge (z.b. die inhaltliche bedeutung des begriffs „faschismus“) so lange auf ihre rudimentären züge reduziert, bis sie in dieses simple schema gepasst haben…

Genau meine Meinung.
Du hast völlig recht und bist Haupteigentümer der Wahrheit. Besonders schön finde ich, dass du dich - im Gegensatz zu den stinkenden Castorfaschisten - nicht etwa per se für klug und gut hältst und auch weit von dem Versuch entfernt bist, anderen das richtige Denken und Leben vorzuschreiben. Bei dir spielen Logik und Sachkenntnis eine beeindruckend starke Rolle und ich freue mich, dass kluge und gute Menschen wie du heutzutage das Internet benutzen können, um ihre wohlrecherchierten Fakten völlig vorbehaltlos vielen anderen netten Menschen zur Verfügung stellen zu können.

Ebenso gut könnte man dann auch einem Lkw mit Nitroglycerin
(Lohn der Angst) Plastersteine in den Weg werfen.

Ehrlich mal. Schließlich ist es sinnvioll und notwenidg, Nitroglycerin in einem LKW quer durhs Land fahren zu lassen und in deinem Hinterhof zu lagern. Wer diesem Transport Pflastersteine in den Weg legt, muss echt ganz schön bescheuert sein.

Deine Argumentation ist von bestechender Schärfe und ich bin stolz darauf, jemanden wie dich zu kennen.

Viele Grüße von deinem Fan
od*

Faschismusbegriff als Waffe
Hi Boni

Erfrischend die Beiträge zu meinem Einwurf „Castor
Faschismus“. Sie gefallen mir. Kommen wir so doch auf den
Punkte der Sache.

Gut: was ist Faschismus? und nicht DEINE Definition, sondern eine Geschichtswissenschaftlich anerkannte:

Faschismus ist totalitär, er ist nationalistisch, und er negiert die Verpflichtungen des Staates gegenüber des einzelnen Bürgers. Faschismus in Reinkultur kennt keine individuellen, einklagbaren Bürgerrechte.
(Zusammengestöpselt i.w. nach Nolte)

Faschismus ist die gewalttätige Zerstörung demokratischer
Strukturen weil man meint, dies sei im Sinne einer höheren,
irrationalen Wahrheit gerechtfertigt.

gehört auch dazu…

Diese Haltung ist auch heute gefährlich, wohl mehr denn je.

Völlig korrekt

Jetzt kommt das dicke Ende: Es fehlt bei den Protestierern der Wille zum Umsturz. Es fehlt der Nationalismus. UND es fehlt der Ruf nach dem „starken Staat“.

Schlussfolgerungen:
Ein Teil der Protestierer begeht Straftaten. Sachbeschädigungen und Landfriedensbruch.
Sie sind auch grösstenteil von nur geringer Sachkentniss beleckt. (Man kann bereits entstandenen Atommüll ja schlecht in der Pfeife rauchen).
Sie haben ein einfaches Weltbild (Hier die Guten, da die Bösen)
Sie sind z.T. Fanatiker.
Aber Faschisten sind sie nicht.

Es fällt auf, das Du mit der Waffe „Faschismus“ versuchst, diese Protestbewegung zu disqualifizieren. Das Schöne an einer solchen Argumentation ist, das man seine Argumente nicht mehr begründen muss, weil Faschismus per se schlecht ist.

Wenn man einer Gruppe so etwas an den Kopf wirft, dann sollte man wissen, von was man redet. Ansonsten wird die ganze Argumentation unglaubwürdig.

Merke: Fanatiker sind nicht gleich Faschisten.

Gruss
Mike

Hi Boni

Erfrischend die Beiträge zu meinem Einwurf „Castor
Faschismus“. Sie gefallen mir. Kommen wir so doch auf den
Punkte der Sache.

Gut: was ist Faschismus? und nicht DEINE Definition, sondern
eine Geschichtswissenschaftlich anerkannte:

Faschismus ist totalitär, er ist nationalistisch, und er
negiert die Verpflichtungen des Staates gegenüber des
einzelnen Bürgers. Faschismus in Reinkultur kennt keine
individuellen, einklagbaren Bürgerrechte.
(Zusammengestöpselt i.w. nach Nolte)

Schön, dass wir uns auf die gleichen Bücher beziehen können. So haben wir uns beide - vielleicht sogar zur gleichen Zeit - mit Nolte auseinandergesetzt (als man das noch unbefangen tun konnte).Ich glaube nicht, dass meine Interpretion sehr weit von Nolte entfernt ist. Allerdings glaube ich, dass Nolte einen Wesenszug des Faschismus nicht hinreichend berücksichtigt hat: die Verankerung im Mystischen, im Irrationalen, im Ritual. Faschismus als Releigionsersatz. Und diesen Zug halte ich für den gefährlichsten, weil nur so die - aus heutiger Sicht - unglaubliche Zustimung der Bevölkerung zu faschistischen Systemen erklärlich wird.
Hier sehe ich nun allerdings beängstigende Erscheinungen in der aktuellen Entwicklung.

Faschismus ist die gewalttätige Zerstörung demokratischer
Strukturen weil man meint, dies sei im Sinne einer höheren,
irrationalen Wahrheit gerechtfertigt.

gehört auch dazu…

Diese Haltung ist auch heute gefährlich, wohl mehr denn je.

Völlig korrekt

Jetzt kommt das dicke Ende: Es fehlt bei den Protestierern der
Wille zum Umsturz. Es fehlt der Nationalismus. UND es fehlt
der Ruf nach dem „starken Staat“.

Da bin ich mir nicht so sicher! Was tatsächlich fehlt ist die charismatische Führerfigur als Lunte am Sprengsatz.
Und außerdem: heute würde Faschismus in einer völlig anderen „zeitgemäßen“ und zunächst harmlos erscheinenden Form auftreten. Brecht (war es Brecht? Jetzt stöpsle ich) hat dazu einmal die schöne Parabel von einem Reiter geschrieben, der ein Kind aus Gefahr rettet. Er setzt es auf sein Pferd und reitet weiter. Als er sich nach einiger Zeit umschaut, hat das Kind die Fratze des Faschismus.
Ähnlich auch die Schlußszene aus „Tanz der Vampire“.

Schlussfolgerungen:
Ein Teil der Protestierer begeht Straftaten.
Sachbeschädigungen und Landfriedensbruch.
Sie sind auch grösstenteil von nur geringer Sachkentniss
beleckt. (Man kann bereits entstandenen Atommüll ja schlecht
in der Pfeife rauchen).
Sie haben ein einfaches Weltbild (Hier die Guten, da die
Bösen)
Sie sind z.T. Fanatiker.
Aber Faschisten sind sie nicht.

Eigentlich bin ich auch gegen das Etikettenkleben. Wenn man bei den „Fanatikern“ die gleiche Gefährlichkeit erkennen würde, wie ich sie den „Faschisten“ zuschreibe, hätte ich nichts gegen einen Austausch der Etiketten. Ist ziemlich belanglos. Der Name ist Schall und Rauch, die Sache zählt.

Es fällt auf, das Du mit der Waffe „Faschismus“ versuchst,
diese Protestbewegung zu disqualifizieren. Das Schöne an einer
solchen Argumentation ist, das man seine Argumente nicht mehr
begründen muss, weil Faschismus per se schlecht ist.

Das ist allein dem Mangel an Platz an dieser Stelle zuzuschreiben! Und wir sind sind ja nicht in einem Hauptseminar. Ich will auch nichts diesqualifizieren, sondern nur meine Sorge formulieren, dass hier im Keim etwas entsteht, was ich für sehr gefährlich halte.

Wenn man einer Gruppe so etwas an den Kopf wirft, dann sollte
man wissen, von was man redet. Ansonsten wird die ganze
Argumentation unglaubwürdig.

Aber ja doch! Und außerdem sollte man nicht immer annehmen, dass der, der anderer Meinung ist, keine Ahnung hat.

Merke: Fanatiker sind nicht gleich Faschisten.

Merke auch: Aber Faschisten sind Fanatiker!

Lass uns also gegen Fanatiker gleich welcher Couleur kämpfen

Gruss
Bonifatius

Hi,

Wer Faschismus mit einem kleinen bärtigen Österreicher gleich
setzt, verharmlost diese Weltanschauung.

Und liegt ausserdem ziemlich daneben. Mir fallen naemlich nur Italiener und Spanier ein, fuer die der Begriff urspruenglich gemuenzt wurde. Den von Dir angesprochenen Oestereicher werfen eigentlich nur ungebildetere Zeitgenossen in diesen Topf.

Gruss

Thorsten

Stimmt natürlich! Aber gerade bei Menschen, die sich als links bezeichnen geht das häufig durcheinander bzw. wird nicht auseinander gehalten, z.b. Antifa

Hi,

Stimmt natürlich! Aber gerade bei Menschen, die sich als links
bezeichnen geht das häufig durcheinander bzw. wird nicht
auseinander gehalten, z.b. Antifa

Ja, das ist wahr. Bei der AntiFa geht imho noch was ganz anderes durcheinander, aber das gehoert nun wirklich nicht hierher.

Gruss

Thorsten

Faschismus-Begriff
Hallo,

Faschismus ist die von den den altrömischen Rutenbündeln fasces abgeleitete Bezeichnung für das Herrschaftssystem Mussolonis in Italien ab 1922. Später wird er auch auf andere rechtsradikale Bewegungen, wie die ns-Herrschaft in Deustchland und das Regime Francos übertragen. Worin sich NS und Faschismus unterschieden (z.B. die absolute Prioriät der Partei über dem Staat in D.) wäre ein Thread im Geschichtsbrett wert.
Faschismus im eigentlichen Sinn nzeichnet sich vor allem aus durch:

-eine autoritäre, auf das Führerprinzip ausgerichtete persönliche Herrschaft
-die totale Durchdringung aller Lebensbereiche durch Partei- u.ä. Organisationen

Dein Faschismusbegriff entspricht auch nicht der marxistischen Theorie: hier ist F. eine Form der bürgerlichen Herrschaft, um in der kapitalistischen Gesellschaft die bestehende Ordnung in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Krisen zu sichern. (was wohl die Antifa-Definition ist, weil bei denen ja so ziemlich jeder ein Faschist ist, der irgendwie an halbwegs entspanntes Verhältnis zu unserem politischen System hat).

Die Intention, den politischen Gegner mit einem Kampfbegriff zu diskreditieren, hast du aber wohl mit den Antifas gemeinsam, finde ich.

Inwieweit die Castorgegner noch Bodenhaftung haben und rational nachvollziehen, wie wenig Rückhalt sie in der Bevölkerung haben, steht auf einen anderen Papier. Ich finde hier das Floriansprinzip so scheinheilig. Soll das Zeug, das wir produziert haben, denn weiter bei den Franzosen lagern. Wieso denn das? Zwischen zivilem Ungehorsam und gewaltätigem Widerstand ist manchmal nur ein schmaler Grad. Das eine nützt m.e. nach dem politischen Gemeinwesen. Das andere schadet und untergräbt die Demokratie. Das Gleichgewicht zwischen „Tyrannei der Mehrheit“ und „Tyrannei einer Minderheiten“ muss immer wieder neu gefunden werden.

Beste Grüße,

Barbara

orca deluxe: ein ironiefaschist! (OT)
ot

Hallo Barbara,

ich fand deinen Beitrag wohltuend neutral – angesichts der Aufgeregtheit der anderen Texte. Nur finde ich es sehr akademisch, nachzusehen, wie andere den Begriff Faschismus definieren und dann zu entscheiden, ob ich recht habe, vom Castor-Faschismus zu sprechen.

Mir geht es um einen gesellschaftlichen Sachverhalt. Dieser ist neu – er kann gar nicht unter bestehende Faschismusdefinitionen passen.

Die Strukturen des Geschehens um den Castor ähneln aber am ehesten denen, wie man sie im Faschismus schon einmal erlebt hat: Irrationalität, Orientierung an Ängsten, Widerstand gegen vermeintliches Unrecht, Gewalt, Ausnutzung der Unwissenheit von Mitläufern, demokratisch nicht legitimierte Organisatoren, Widerstand gegen demokratische Strukturen und Entscheidungen.
In einem anderen Beitrag habe ich schon mal erwähnt, dass ein wichtiges Merkmal tatsächlich (glücklicherweise) noch nicht vorhanden ist: der charismatische Führer. Die sich entwickelnden Strukturen ließen diesen aber durchaus zu. Wenn man sich z.B. ansieht, wie durchaus problematische Politiker plötzlich zu sehr hohen Popularitätswerten kommen kann man schon nachdenklich werden.

Keine andere politische Bewegung zeichnet sich durch die oben genannten Merkmale in gleichem Maße aus – deswegen das Kürzel „Faschismus“. Vielleicht sollte man wirklich einen anderen Begriff finden. Im Moment haben wir für diese Fehlentwicklung der Zivilgesellschaft aber noch keinen anderen.

Und da ich nicht in der politischen Arena stehe, verstehe ich den Begriff auch nicht als politischen Kampfbegriff. Die Menschen in Gorleben sind nicht meine politischen Gegner. Ich meine aber, dass ihr Handeln politisch gefährlich ist.

Gruß

Bonifatius

wenn Deine Definition von Faschismus stimmen würde, dann wären Die USA die Hochburg des Faschismus! (ohne jetzt auf AKW´s einzugehen)
Grüße
Raimund

Da hast du aber ein etwas ungewöhnliches Bild von den USA

Hallo Bonifatius,

ich fand deinen Beitrag wohltuend neutral – angesichts der
Aufgeregtheit der anderen Texte. Nur finde ich es sehr
akademisch, nachzusehen, wie andere den Begriff Faschismus
definieren und dann zu entscheiden, ob ich recht habe, vom
Castor-Faschismus zu sprechen.

Naja, vielleicht akademisch.:smile: Aber man muss doch erstmal klären, was Begriffe bedeuten oder von mir aus auch bedeutet haben, damit wir beide wissen, ob wir über das gleiche sprechen. Versteht man Faschismus in klassischen Sinn der politischen Theorie, ist ein wichtigtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Ismen die totale Durchdringung aller Lebensbereiche durch Partei- u.ä. Organisationen und das Führerprinzip. Beides verbinde ich nicht mit den Castorgegnern.

Mir geht es um einen gesellschaftlichen Sachverhalt. Dieser
ist neu – er kann gar nicht unter bestehende
Faschismusdefinitionen passen.

Gut. Das verstehe ich. Dann muss man eben einen neuen politischen Begriff finden. Bzw. sich erstmal darüber austauschen und diskutieren, ob hier wirklich was Neues passiert und wenn nein, mit welcher anderen gesellschaftlichen Bewegung es Übereinstimmungen gibt. Ich sehe keine zur NSDAP oder anderen rechtsradikalen Organisationen.

Hm.

Ich werde jetzt sicher gesteinigt und von anderen als Faschistin beschimpft:wink:, wenn ich sage, dass einige (wirklich nur einige und nicht die meisten Demonstranten meiner Meinung nach)der sogenannten Umweltschützer hier mich eher an die RAF in ihren Anfängen erinnern. Die haben nämlich auch nicht kapiert, das sie nicht die Speerspitze des unterdrückten Volkes sind. Und sind langsam aber sicher in den terroristischen Untergrund - auch getrieben worden- aber gegangen.

*duck*

Die Strukturen des Geschehens um den Castor ähneln aber am
ehesten denen, wie man sie im Faschismus schon einmal erlebt
hat: Irrationalität, Orientierung an Ängsten, Widerstand gegen
vermeintliches Unrecht, Gewalt, Ausnutzung der Unwissenheit
von Mitläufern, demokratisch nicht legitimierte Organisatoren,
Widerstand gegen demokratische Strukturen und Entscheidungen.

Hm. Darüber muss ich mal in Ruhe nachdenken.
Beste Grüße, Barbara

Nicht Schall und Rauch…
Hi Boni
setzen wir also unser kleines Proseminar fort

im Kern sind wir uns übrigens einig, auch ich halte die Entwicklung für potenziell gefährlich.

Die Bezeichnung einer Gruppierung als faschistisch bedingt eine Bewertung Ihrer Position. Nun steht die Castor-Fundamentalopposition nicht da, wo die Faschisten stecken. das heisst weder, das sie auf einer besseren position sind, noch, das sie weniger gefährlich wären.
Darum sind Benennungen in diesem Zusammenhang eben NICHT Schall und Rauch, was andere Reaktionen ja auch bewiesen haben.

Einigen wir uns auf „Fanatiker“ das ist wertneutraler…

Zum Castor
Die Totalopposition gegen Kernkraft trägt stark irreale Züge. Die „Macht des Faktischen“ bedingt Nukleare Transporte, übrigens auch, wenn alle AKW´s abgeschaltet werden (Medizin; Forschungsreaktoren). Ein Endlager ist zwingend notwendig.
Nun geschieht folgendes: Das Zwischenlager wird abgelehnt, weil kein Endlager da ist, Die Transporte werden abgelehnt, da das zwischenlager Scheisse ist, das Endlager wird abgelehnt, weil keine 100%ige Sicherheit möglich ist (das ist ein prinzipielles Problem) Hinzu kommen irrationale Ängste vor der „bösen bösen“ Strahlung. (Das Kalidünger radioaktiv ist, wissen die wenigsten… Aber das ist ja natürliche Strahlung)

Ich persönlich halte die Gründe für Gewalttätigkeiten und Blockaden für vorgeschoben bzw Wunschdenken. Der tiefere Kern liegt in der Mutprobe, den Staat herauszufordern. Ähnlich wie mensurfechten ohne Schutz oder eine Kröte zu fressen.
(Damit sage ich NICHTS über die friedlichen Demonstranten, die ihrer legitimen Sorge wegen des Endlagers Ausdruck verleihen)
Gefährlich wird es dann, wenn diese friedlichen Demonstranten sozusagen als Rückzugsgebiet für Gewalttäter dienen und diese decken.
Der gewalttätige Widerstand ist rein destruktiv (ich habe von den Leuten noch nichts konstruktives gehört) und liegt in der Nähe des Anarchismus. Somit fast das Gegenteil zum Faschismus.
Der „harte Kern“ des Widerstandes speist sich zum einen aus der Autonomen Szene, zum anderen aus Umweltschutzfanatikern. Eine ziemlich knackige Mischung.

Barbaras Gedanke weiter oben (bez. RAF) halte ich für korrekt. Die derzeitige Entwicklung der Anti-Kernkraft Bewegung geht langsam denselben weg wie die APO der 60-ger. Das Ziel, der Ausstieg aus der Kernenergie, ist faktisch erreicht. (meineserachtens würde die CDU-CSU beim Versuch einer Änderung politischen Selbstmord begehen) Viele werden zurückkommen (Ins erweiterte „bürgerliche“ Lager), aber einige könnten den Weg der RAF gehen. Das wäre natürlich sehr tragisch.

Lass uns also gegen Fanatiker gleich welcher Couleur kämpfen

dann werd ich mal meine Rosinante satteln…

Gruss
Mike

Anarchismus
hi Barbara
Gratulation zu deinem Beitrag
Geradezu wohltuend, doch noch jemanden Vernünftigen hier zu finden.

Ich werde jetzt sicher gesteinigt und von anderen als
Faschistin beschimpft:wink:, wenn ich sage, dass einige
(wirklich nur einige und nicht die meisten Demonstranten
meiner Meinung nach)der sogenannten

sic!!!

Umweltschützer hier mich
eher an die RAF in ihren Anfängen erinnern. Die haben nämlich
auch nicht kapiert, das sie nicht die Speerspitze des
unterdrückten Volkes sind. Und sind langsam aber sicher in den
terroristischen Untergrund - auch getrieben worden- aber
gegangen.

*duck*

WIE WAHR
(Helmaufsetz und und Zweithelm rüberreich)

Die Strukturen des Geschehens um den Castor ähneln aber am
ehesten denen, wie man sie im Faschismus schon einmal erlebt
hat: Irrationalität, Orientierung an Ängsten, Widerstand gegen
vermeintliches Unrecht, Gewalt, Ausnutzung der Unwissenheit
von Mitläufern, demokratisch nicht legitimierte Organisatoren,
Widerstand gegen demokratische Strukturen und Entscheidungen.

Hm. Darüber muss ich mal in Ruhe nachdenken.

Wenn ich dazu noch was sagen darf: Dasselbe findet man im Anarchismus: Die Herrschende Klasse (Früher Fürsten, jetzt Politiker) und ihre Erfüllungsgehilfen (Polizei u.a.) sind zu bekämpfen. Dem Volk wird „Sand in die Augen gestreut“ und die „Wissenden“ sind verpflichted, diese zu öffnen. Auch und gerade durch spektakuläre Gewalttaten. Das „das Volk“ die Augen offen hat, aber vieleicht was ganz anderes sieht, entgeht diesen Leuten. Sie haben ja „die Wahrheit“.

Fazit: Fanatiker aller Richtungen sind gefährlich.

Gruss
Mike

Hi,

wenn Deine Definition von Faschismus stimmen würde, dann wären
Die USA die Hochburg des Faschismus!

Ist sie nicht? ;->

Thorsten

Will auch mal
bin zwar erst 17 aber ich darf doch bestimmt trotzdem meine Meinung sagen auch wenn ich noch nicht ganz wahlberechtigt bin oder?

Danke

Erfrischend die Beiträge zu meinem Einwurf „Castor
Faschismus“. Sie gefallen mir. Kommen wir so doch auf den
Punkte der Sache.
Was um den Castor herum passiert ist Faschismus!
Wer Faschismus mit einem kleinen bärtigen Österreicher gleich
setzt, verharmlost diese Weltanschauung.
Solch ein Mann kommt nie wieder, er würde sich heute mit
seinem Gehabe der Lächerlichkeit preisgeben und war nur in
seiner Zeit denkbar.

so? Franco Musoulini, stalin, pinochet, Milosowitsch, Hussein,etc.
und da kahm doch vor kurzen son netter Österreicher, ich glaub der Hieß Haider oder so, auf jeden Fall haben mich manche reden von dem doch sehr stark an Adolf erinnert?

weiter ganz unten!

Faschismus ist die gewalttätige Zerstörung demokratischer
Strukturen weil man meint, dies sei im Sinne einer höheren,
irrationalen Wahrheit gerechtfertigt.
Diese Haltung ist auch heute gefährlich, wohl mehr denn je.
Faschismus heute kennt keine Braun- oder Schwarzhemden mehr.
Faschismus heute bedient sich der Handys und des Internets.
Faschismus heute kettet sich an Betonblöcke an und zerstört
Eisenbahngleise.
Faschismus heute bedient sich demokratisch nicht legitimierter
Institutionen, die angeblich im Interesse der Natur und
unserer Nachkommen handeln – beides tief im Bauch verankerte
Gefühle und verdächtig nahe an der „Blut und Boden
Ideologie“.
Faschismus verachtet heute wie damals die Demokratie und weist
ihr dreist die Verantwortung für den Terror zu, den er selbst
produziert. Die Geschichte wiederholt sich.
Und ebenso wie damals teilt Faschismus die Welt in zwei
Gruppen auf: hier die Guten und Klugen, dort die Schlechten
und Dummen. Und natürlich wollen die Guten und Klugen den
Schlechten und Dummen das richtige Denken und Leben
vorschreiben. An ihrem Wesen soll eben die Welt genesen.
Logik und Sachkenntnis spielt dabei keine Rolle.
Wie sonst wäre es zu erklären, dass man einen Eisenbahnzug mit
einer angeblich so gefährlichen Fracht so behindert, dass es
ohne massiven Polizeieinsatz jederzeit zu katastrophalen
Unfällen kommen könnte?
Ebenso gut könnte man dann auch einem Lkw mit Nitroglycerin
(Lohn der Angst) Plastersteine in den Weg werfen.

Da war doch mal ich glaub vor ca. 20 Jahren, da gingen schätzungsweise über 100.000 Menschen nach (ich glaube) Hannover und demonstrierten ganz friedlich gegen die Atomkraft.
da war glaub ich noch Schmidt kanzler der große Beführworter der Atomkraft.
und wen hat diese Demo interresiert, in der Regierung niemand, komisch war da nicht mal was von 100.000 Stimmen auf einer Petition um etwas durchzusetzen. aber egal ist ja demokratie.
ich dene nach über 20 jahren andauernden Protestes ohne Reaktion ist es doch sehr verständlich das man Radikaler wird.
Und man greift mal da an wos wirklich weh tut beim geld. komisch nicht? son paar Zahlen auf ein Stück Papier, wovon ein Großteil nicht mal Real existiert, und trotzdehm das einzige was die Menschen noch wirklich interresiert. Eine Tolle Sache oder diese Wirtschaft, das einzige was diesen Staat wirklich noch interresiert. Meiner Meinung ist das keine Demokratie mehr alle 4 Jahre mal Wählen gehen und sehen wie die neue regierung den selben schwachsinn macht wie die alte. Aber zurück zum thema, also was tut dem Staat weh! genau Geld zahlen also sorg ich doch dafür das der transport soviel wie möglich kostet damits auch dem staat weh tut damit der merkt das da ein paar menschen leben um die er sich kümmern soll.
Dieser Transport hat 140 mio gekostet. bis 2005 sind noch ca 20 transporte geplant.

Also bis dann
henne

P.S. weiter unten stand irgendwo das in Farnkreich nicht so viel Protest und auch nicht soviel Polizei war.
zum einen liegt das bestimmt daran das die Franzosen froh sind das Zeug endlich los zu sein und zum anderen daran das da eine bewaffnete Sondereinheit der armee war.

P.P.S
ich bin auch der meinung das das Zeug Deutschland gehört und deswegen zurück muss.
aber es sollen ja auch noch 2000 Tonnen „Abfall“ nach Frankreich gebracht werden zur Wiederaufbereitung.

Diese Haltung ist auch heute gefährlich, wohl mehr denn je.
Faschismus heute kennt keine Braun- oder Schwarzhemden mehr.
Faschismus heute bedient sich der Handys und des Internets.
Faschismus heute kettet sich an Betonblöcke an und zerstört

Faschismus heute quillt aus Bonifatius’ Beiträgen nach seiner eigenen Definition. Sie entpringen nicht einem streitlustigen Widder, sondern bestenfalls einem gehörnten Ochsen. Wer anderen Grundrechte abspricht, dürfte selbst nicht das Recht auf freie Meinungsäusserung besitzen. Aber neben Springer-Zeitungen ist man hierzulande auch Springerstiefeln gegenüber tolerant.

Logik und Sachkenntnis spielt dabei keine Rolle.

Das hast Du mit Deinen „Kommentaren“ bewiesen.

Hi Henne!

bin zwar erst 17 aber ich darf doch bestimmt trotzdem meine
Meinung sagen auch wenn ich noch nicht ganz wahlberechtigt bin
oder?

Sobald Du denkst, hier stichhaltig argumentieren zu können, bist Du willkommen.

Danke

Bitte.

Erfrischend die Beiträge zu meinem Einwurf „Castor
Faschismus“. Sie gefallen mir. Kommen wir so doch auf den
Punkte der Sache.
Was um den Castor herum passiert ist Faschismus!
Wer Faschismus mit einem kleinen bärtigen Österreicher gleich
setzt, verharmlost diese Weltanschauung.
Solch ein Mann kommt nie wieder, er würde sich heute mit
seinem Gehabe der Lächerlichkeit preisgeben und war nur in
seiner Zeit denkbar.

so? Franco Musoulini, stalin, pinochet, Milosowitsch,
Hussein,etc.

Mussolini regierte zur selben Zeit wie Hitler.
ranco ist seit ca. 30 Jahren erledigt.
Stalin ist ebenfalls schon seit Jahrzehneten von den Würmern gefressen.
Pinochet regierte bis vor 10 Jahren.
Milosewitsch und Hussein sind natürlich zutiefst verachtenswert.

und da kahm doch vor kurzen son netter Österreicher, ich glaub
der Hieß Haider oder so, auf jeden Fall haben mich manche
reden von dem doch sehr stark an Adolf erinnert?

Seine Partei, die FPÖ, ist durch eine demokratische Wahl in Österreich an der Regierung beteiligt.
Haider ist ultrakonservativ und vielleicht ach nicht sonderlich schlau.
Aber der Vergleich mit Hitler ist schon anderen Leuten in der EU nicht allzu gut bekommen.
Bezüglich solcher unausgegorenener Behauptuingen sollte man eher vorsichtig sein.

weiter ganz unten!

Faschismus ist die gewalttätige Zerstörung demokratischer
Strukturen weil man meint, dies sei im Sinne einer höheren,
irrationalen Wahrheit gerechtfertigt.
Diese Haltung ist auch heute gefährlich, wohl mehr denn je.
Faschismus heute kennt keine Braun- oder Schwarzhemden mehr.
Faschismus heute bedient sich der Handys und des Internets.
Faschismus heute kettet sich an Betonblöcke an und zerstört
Eisenbahngleise.
Faschismus heute bedient sich demokratisch nicht legitimierter
Institutionen, die angeblich im Interesse der Natur und
unserer Nachkommen handeln – beides tief im Bauch verankerte
Gefühle und verdächtig nahe an der „Blut und Boden
Ideologie“.
Faschismus verachtet heute wie damals die Demokratie und weist
ihr dreist die Verantwortung für den Terror zu, den er selbst
produziert. Die Geschichte wiederholt sich.
Und ebenso wie damals teilt Faschismus die Welt in zwei
Gruppen auf: hier die Guten und Klugen, dort die Schlechten
und Dummen. Und natürlich wollen die Guten und Klugen den
Schlechten und Dummen das richtige Denken und Leben
vorschreiben. An ihrem Wesen soll eben die Welt genesen.
Logik und Sachkenntnis spielt dabei keine Rolle.
Wie sonst wäre es zu erklären, dass man einen Eisenbahnzug mit
einer angeblich so gefährlichen Fracht so behindert, dass es
ohne massiven Polizeieinsatz jederzeit zu katastrophalen
Unfällen kommen könnte?
Ebenso gut könnte man dann auch einem Lkw mit Nitroglycerin
(Lohn der Angst) Plastersteine in den Weg werfen.

Da war doch mal ich glaub vor ca. 20 Jahren, da gingen
schätzungsweise über 100.000 Menschen nach (ich glaube)
Hannover und demonstrierten ganz friedlich gegen die
Atomkraft.
da war glaub ich noch Schmidt kanzler der große Beführworter
der Atomkraft.
und wen hat diese Demo interresiert, in der Regierung niemand,
komisch war da nicht mal was von 100.000 Stimmen auf einer
Petition um etwas durchzusetzen. aber egal ist ja demokratie.
ich dene nach über 20 jahren andauernden Protestes ohne
Reaktion ist es doch sehr verständlich das man Radikaler wird.

In einer Demokratie kann man nicht einfach radikal werden, nur weil man etwas nicht bekommt.
Die Leute hätten schon viel früher die Grünen in die Regierung wählen können. Da das nicht passierte, scheint das Thema wohl für die meisten doch nicht so brennend gewesen zu sein.
Nun da die Jungs an der Macht sind, tut sich trotzdem nichts, also ist das Thema durch. Fertig.
Wem das stinkt, der kann ja nach Österreich ziehen. Dort gibt´s Wasserkraftwerke und der Atomstrom wird aus dem Ausland importiert…

Und man greift mal da an wos wirklich weh tut beim geld.
komisch nicht? son paar Zahlen auf ein Stück Papier, wovon ein
Großteil nicht mal Real existiert, und trotzdehm das einzige
was die Menschen noch wirklich interresiert. Eine Tolle Sache
oder diese Wirtschaft, das einzige was diesen Staat wirklich
noch interresiert.

Sorry wenn das altväterlich klingt, aber Geld wird Dich auch ziemlich schnell interessieren, wenn Du Dich selbst ernähren mußt.
Ein Land wie Deutschland lebt von Innovationen und Wirtschaft. Wir haben keine 80% Tourismus oder Niedrigststeuern, daher muß man hier eben über die Industrie sein Geld verdienen.

Meiner Meinung ist das keine Demokratie
mehr alle 4 Jahre mal Wählen gehen und sehen wie die neue
regierung den selben schwachsinn macht wie die alte.

Doch, das ist Demokratie zum Anfassen!
Daß wir nur schwachsinnige Lehrer und Anwälte an unserer Spitze haben liegt daran, daß das Volk diese Leute an der Spitze haben will. Niemand hat geputscht, sondern es wurde gewählt. Was willst Du mehr?

Aber
zurück zum thema, also was tut dem Staat weh! genau Geld
zahlen also sorg ich doch dafür das der transport soviel wie
möglich kostet damits auch dem staat weh tut damit der merkt
das da ein paar menschen leben um die er sich kümmern soll.
Dieser Transport hat 140 mio gekostet. bis 2005 sind noch ca
20 transporte geplant.

Mein Gott, ist das dämlich!
Sorry Kindchen, aber der Staat bist Du!
Er ist kein abstraktes Gebilde, sondern er setzt sich aus den Bürgern zusammen! Je teurer der Castor wird, desto mehr Steuergelder gehen dafür drauf.
desto weniger Geld hat Dein Papi also, seinem Prinzesschen neue Klamotten zu kaufen. Klingelt´s?

Also bis dann
henne

P.S. weiter unten stand irgendwo das in Farnkreich nicht so
viel Protest und auch nicht soviel Polizei war.
zum einen liegt das bestimmt daran das die Franzosen froh sind
das Zeug endlich los zu sein und zum anderen daran das da eine
bewaffnete Sondereinheit der armee war.

Vor allem liegt das in Frankreich daran, daß man viel entspannter ist.
Die Leute sind einfach nicht so extrem wie wir und oftmals ist auch der Horizont beschränkter. Daher kümmert man sich um sich selbst und nicht um Dinge wie die Stromerzeugung (solange sie funktioniert).

P.P.S
ich bin auch der meinung das das Zeug Deutschland gehört und
deswegen zurück muss.
aber es sollen ja auch noch 2000 Tonnen „Abfall“ nach
Frankreich gebracht werden zur Wiederaufbereitung.

Klar. Auch das Zeug, das gerade zurückgeschickt wurde, wird wieder nach F. rollen.

Gruß,

Mathias