Castor - Selbstsucht?

Hallo,

wenn ich so die ganzen Leute sehe, die gegen die Castor-Transporte demonstrieren und sie verbieten/verhindern wollen, dann geistert vor meinem inneren Auge immer so rum, wieso jetzt eigentlich die Franzosen was mit unserem Atommüll anfangen sollen.

Klar, durch aussitzen haben wir schon andere Probleme gelöst, nur leider tritt der Atommüll nicht so einfach zurück, und kündigen können wir ihn auch nicht.

Was haltet ihr davon, daß unsere „Castor-Gegner“ es irgendwie vieeel besser finden, daß mit unserem Müll die französische Umwelt und nicht unsere belastet wird?

Gruß Daniel

PS: Haben eigentlich alle die dort demonstrieren einen Öko-Stromvertrag? Ich glaube nicht!

Hi!

Darum geht es doch gar nicht. Gorleben ist halt auf beiden Seiten (Kernkraftgegner und Staat) ein Symbol, ein Fanal gewissermaßen. Beide Seiten wissen, daß sich an der gesamten Entsorgungssituation aufgrund dieser sechs Castoren die jetzt eingelagert werden sollen, absolut nichts ändert.
Die Atomkraftgegener sagen: „Erst wenn die Restmüllmenge definitiv geklärt ist, reden wir über die notwendige Endlagerung. Bis dahin soll möglichst jeder Transport verhindert werden, so daß letztlich die AKW auf dem Müll sitzen bleiben und somit ihre Betriebsgenehmigung erlischt.“ Natürlich, von einigen verbohrten Fundis mal abgedehen, ist auch der Antiatomkraftbewegung klar, daß Deutschland seinen Müll zurücknehmen muß.

Gruß
Tom

Hallo Ihr beiden,
Es ist nicht nur eine Umweltfrage (Franzosen, Gorleben), sondern auch eine Frage der Glaubwürdigkeit des deutschen Staates. Wie steht ein Staat zu seinen Verträgen? Wenns nach Trittin ginge, kann man jeden Vertrag nach Gutdünken brechen.
Es wird halt irgend wann so weit sein, dass die Castors per Luftfracht transportiert werden. Dann können Demonstranten und professionelle Krawallmacher (haben mit den ersteren nichts zu tun) die Scchienen, Straßen usw. besetzen, wie sie wollen.
Grüße
Raimund
heiliger Skt. Florian, verschon mein Haus, zünd´s andere an!

Die Rechnung ist viel einfacher:

Es gibt Leute, die sind gegen Atomkraft.

Atomkraft ist nur möglich, wenn Castortransporte
durchgeführt werden. (d.h. verhindert man die
Transporte, gibt es bald keine AKW-s mehr.)

Ich glaube nicht, dass da noch viel tiefere
Überlegungen dahinterstecken.
(den Demonstranten frankreichfeindliche Überlegungen in
den Mund bzw. in den Kopf zu legen, halte ich für
sehr an den Haaren herbeigezogen.)

Marco

Hallo

Atomkraft ist nur möglich, wenn Castortransporte
durchgeführt werden. (d.h. verhindert man die
Transporte, gibt es bald keine AKW-s mehr.)

das ist zwar eine nette idee, aber daß es dann keine akw mehr gibt ist schon sehr unwahrscheinlich. daß wir einen ausstieg aus der kernenergie so schnell wie möglich hinbekommen müssen, ist klar, aber daß diese bis jetzt noch laufen und auch bis heute müll erzeugen, ist nun einmal so. oder soll ich mich mal bei meinem nachbarn in den weg legen, wenn er seine mülltonne wegbringt. daß er dann keinen müll mehr produziert ist genauso wahrscheinlich, als wenn ich morgen 3,5 m groß auf die straße gehe.

Ich glaube nicht, dass da noch viel tiefere
Überlegungen dahinterstecken.

leider eben, kurz und nicht bis zu ende gedacht!

(den Demonstranten frankreichfeindliche Überlegungen in
den Mund bzw. in den Kopf zu legen, halte ich für
sehr an den Haaren herbeigezogen.)

wer macht das denn?

Gruß
Daniel

Hallo,

Es ist nicht nur eine Umweltfrage (Franzosen, Gorleben)

aber schon anhand der umweltfrage komplett in zweifel zu ziehen (sinn der demonstrationen)

sondern auch eine Frage der Glaubwürdigkeit des deutschen
Staates. Wie steht ein Staat zu seinen Verträgen? Wenns nach
Trittin ginge, kann man jeden Vertrag nach Gutdünken brechen.

nachverhandeln ist immer drin! die verträge sind nun einmal in einer zeit abgeschlossen, als ein akw noch als stein der weisen galt… die situation hat sich geändert, so daß jetzt darüber nachgedacht werden muß was wichtiger ist - der finanzielle oder der ökologische schaden … m.E. ist der saubere (auch vertraglich) ausstieg das wichtigere!

Es wird halt irgend wann so weit sein, dass die Castors per
Luftfracht transportiert werden. Dann können Demonstranten und
professionelle Krawallmacher (haben mit den ersteren nichts zu
tun) die Scchienen, Straßen usw. besetzen, wie sie wollen.

hm… wo die doch nur mit einem zug auf crash-sicherheit getestet sind?

heiliger Skt. Florian, verschon mein Haus, zünd´s andere an!

für den satz würde ich am liebsten ein * vergeben *g* weil man es treffender kaum ausdrücken könnte.

Gruß
Daniel

Hi!

Es ist nicht nur eine Umweltfrage (Franzosen, Gorleben)

aber schon anhand der umweltfrage komplett in zweifel zu
ziehen (sinn der demonstrationen)

Ja. Mal sehen, wie die Gegend im Wendland in 4 Tagen aussieht…
Glaubt Ihr, die Jungs räumen da auf??

sondern auch eine Frage der Glaubwürdigkeit des deutschen
Staates. Wie steht ein Staat zu seinen Verträgen? Wenns nach
Trittin ginge, kann man jeden Vertrag nach Gutdünken brechen.

nachverhandeln ist immer drin! die verträge sind nun einmal in
einer zeit abgeschlossen, als ein akw noch als stein der
weisen galt… die situation hat sich geändert, so daß jetzt
darüber nachgedacht werden muß was wichtiger ist - der
finanzielle oder der ökologische schaden … m.E. ist der
saubere (auch vertraglich) ausstieg das wichtigere!

Wo ist denn der größere ökologische Schaden zu verzeichnen?
Man bedenke, welche Alternativen es momentan zur Kernenergie gibt.
Ein Braunkohlekraftwerk hat wohl nur auf dem Papier die bessere Ökobilanz.

Es wird halt irgend wann so weit sein, dass die Castors per
Luftfracht transportiert werden. Dann können Demonstranten und
professionelle Krawallmacher (haben mit den ersteren nichts zu
tun) die Scchienen, Straßen usw. besetzen, wie sie wollen.

hm… wo die doch nur mit einem zug auf crash-sicherheit
getestet sind?

Tja, die Leute wollen es ja anscheinend so.
Um eine ordentliche Lösung geht es da jedenfalls nicht.
Niemand will Atomstrom, nur jeder braucht ihn.
Wir steigen aus dieser Technologie ausund liberalisieren gleichzeitig den Energiemarkt.
Das Ergebnis ist Yello, welches den Strom in Frankreich einkauft, Atomstrom.
Wirklich toll.
Auf der anderen Seite des LAndes setzen uns die Tschechen einen Meiler vor die Nase, nur um 70% der dort produzierten Energie an uns zu verkaufen aber wir stehen als saubere, politisch korrekte Insel da.
Ich denke, daß es das kleinste Übel ist, wenn wir unsere Kernenergie selber produzieren, denn dann ist wenigstens ein ordentlicher Sicherheitsstandard gewährleistet.
Alles andere ist doch Augenwischerei!

heiliger Skt. Florian, verschon mein Haus, zünd´s andere an!

für den satz würde ich am liebsten ein * vergeben *g* weil man
es treffender kaum ausdrücken könnte.

Die Interpretation ist eben jeweils eine andere…

Gruß,

Mathias

hallo, Daniel

…- der
finanzielle oder der ökologische schaden … m.E. ist der
saubere (auch vertraglich) ausstieg das wichtigere!

So wie bei dem Eurofighter? Den finanziellen Schaden kömnnen wir uns nicht leisten. Oder glaubst Du, dass der deutsche Bürger bereit ist, dafür höhere Steuern in Kauf zu nehmen? Oder weniger Rente?

Es wird halt irgend wann so weit sein, dass die Castors per
Luftfracht transportiert werden. Dann können Demonstranten und
professionelle Krawallmacher (haben mit den ersteren nichts zu
tun) die Schienen, Straßen usw. besetzen, wie sie wollen.

hm… wo die doch nur mit einem zug auf crash-sicherheit
getestet sind?

So viel ich weiß, hat man die Castors aus 100m Höhe fallen lassen. Nichts geschah. Auch ließ man ein Flugzeug dagegen klatschen: Flugzeug gaaaaaaanz kurz, Castor kleine Kratzer.
Transportiert werden soll mit dem CARBOLIFTER, ein speziell für schwere Lasten konstruierter Zeppelin. Fast narrensicher!

Grüße
Raimund

*dummfrag*
hi,

warum werden die transporte eigentlich immer wochenlang vorher in der öffentlichkeit vorgetragen. wenn der zug abends um 22 uhr in frankreich losrollt ist er mittags in D, bis in den norden ist es nur noch ein paar stunden und so schnell können sich eigentlich nicht 10000e sammeln, oder?

sind die grünen schuld? verletzen sie verschwiegenheitspflichten, wenn sie es zum zwekce ausplaudern?

und letztens: macht die DB AG wenigstens schadenersatz gg. die geltend, die gleise bearbeiten, sich einbetonieren etc???

danke sagt der

showbee

hallo daniel,

bei einem dermaßen massiven einschnitt ins privatleben kann ich jeden anwohner (und auch sonstigen atomkraftgegener) verstehen, der sich gegen diese transporte, und damit in letzter konsequenz gegen die atomkrafttechnik im allgemeinen wehrt. es ist irgendwann mal beschlossen worden(70er oder so?!), daß atomkraft der beste weg ist, und es zeigt sich mittlerweile, daß mit dieser technik unkontrollierbare risiken einher gehen, und dagegen protestieren diese menschen. ich würd mir auch nicht solch eine lebensgefährdende technik vor die haustür klatschen lassen, demokratie hin oder her. und wenn so viel widerstand herrscht, muß man sich vielleicht mal nach alternativen fragen lassen. das argument, andere energiequellen hätten eine schlechtere bilanz trifft nur solange zu, wie man die entsprechende wirtschaft rumwurschteln läßt. solange etwas auf freiwilliger basis geschieht, wird man nie adäquate alternativen finden, man muß die menschen schon per gesetz oder sonstiger auflagen dazu zwingen andere techniken voran zu treiben.
der staat hat damals halt den fehler gemacht, die verantwortung NICHT den atomkraftbetreibern zu übergeben, sonst wär dieser wirtschaftszweig aufgrund von wirtschaftlichkeitsrisiken schon lange „abgestorben“. man kann den demonstranten, ich meine hier ausdrücklich nur die die aus ernsthaften gründen dabei sind, nur dankbar sein, daß sie so vehement ihre meinung vertreten und auf die risiken der atomtechnik hinweisen.

grüße, rené