Castor und kein Ende

Hi Leute,

gibt es eigentlich eine Mitteilungspflicht behördlicherseits, wenn wieder mal ein paar Castoren durch .de rollen?
Oder wie soll ich mir das sonst erklären, daß schon Wochen vor so einem Transport genauestens darüber informiert wird, wann die Dinger wo rollen, als ob es um die neueste Party ginge?
Hinterher wird dann wieder gejammert, daß der Einsatz Zig-Mios gekostet hat, Hunderte Verletzte und ebensoviel Festnahmen.

Nebenbei gefragt, wer bezahlt das ganze eigentlich? Die Kraftwerksbetreiber (deren Müll das letztendlich auch ist) oder die öffentliche Hand?
Natürlich weiß ich, daß es letztendlich immer die öffentliche Mehrheit ist, sei es durch (höhere) Steuern oder durch (höhrere) Strompreise.

Über A-kraft kann man denken wie man will, leid tut es mir nur um die Polizisten, die für den ganzen Sch… ihren Kopf hinhalten müssen. Unter den (notwendigen) dicken Klamotten stecken auch Menschen!

Tom

Hallo Thomas,

gibt es eigentlich eine Mitteilungspflicht behördlicherseits,
wenn wieder mal ein paar Castoren durch .de rollen?

Ja.

Oder wie soll ich mir das sonst erklären, daß schon Wochen vor
so einem Transport genauestens darüber informiert wird, wann
die Dinger wo rollen, als ob es um die neueste Party ginge?
Hinterher wird dann wieder gejammert, daß der Einsatz Zig-Mios
gekostet hat, Hunderte Verletzte und ebensoviel Festnahmen.

So ist das nun mal bei einem solchen Konflikt.

Nebenbei gefragt, wer bezahlt das ganze eigentlich? Die
Kraftwerksbetreiber (deren Müll das letztendlich auch ist)
oder die öffentliche Hand?
Natürlich weiß ich, daß es letztendlich immer die öffentliche
Mehrheit ist, sei es durch (höhere) Steuern oder durch
(höhrere) Strompreise.

dazu z.B.:
Dreimal, in den Jahren 1995,1996 und 1997, steuerten die Atommüll-Behälter das Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben an. Rund 10.000 Beamte sicherten den ersten Transport 1995. Kosten: etwa 25 Millionen Mark (etwa 13 Millionen Euro), die das Land Niedersachsen tragen musste. Im folgenden Jahr waren es schon mehr als 46 Millionen Mark (rund 23 Millionen Euro).
Die Anlieferung von sechs Castor-Behältern im März 1997 geriet nicht nur zum größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik - etwa 30.000 Politzisten waren zur Sicherung abgestellt - , er kostete auch etwa 110 Millionen Mark (etwa 56 Millionen Euro).

Über A-kraft kann man denken wie man will, leid tut es mir nur
um die Polizisten, die für den ganzen Sch… ihren Kopf
hinhalten müssen. Unter den (notwendigen) dicken Klamotten
stecken auch Menschen!

Yepp, das ist richtig und auch leider nur sehr einseitig.
Auch unter den „Demonstranten“ stecken auch Menschen.
Ich war schon bei einigen Castor Transporten (beruflich) dabei und habe dabei schon ein sehr gutes Aggressionspotential der Beamten beobachten können.
Es sind nicht immer nur die „bösen“ Demonstranten.
Übrigens meine ich nicht die wirklich verschwindent geringe Anzahl von den Radikalen (oft als Vermummte zu sehen).
Es gibt super viele Familien wie du und ich sie eventuell haben, welche einiges einstecken müssen.

Nur so am Rande bemerkt um es ausgleichend zu halten.

Gruß
der Alex

Hi!

Soweit ich informiert bin (schlagt mich, wenn das falsch ist), ist der aktuelle Transport Teil einer Art „Rückruf-Aktion“ deutschen Mülls aus Frankreich, weil eben die Leute, die sich nun an die Gleise ketten, vor ein paar Jahren verlangt haben, auf verschlungenen Wegen nach Frankreich gelangten Müll zurückzubehmen, da man ja dem nachbarn nicht sein Land zumüllen könne.
Weshalb nun also diese zweifellos korrekten Transporte auch noch behindern und gefährden?

Des weiteren würde mich einmal interessieren, wie die Demonstranten dazu stehen, dass regelmässig tagelang die Hölle auf Erden für die Anwohner im Wendland stattfindet dadurch, dass Straßen versperrt, Gleise zerstört und Orte verdreckt werden. Diese Leute sind , wie ich aus erster Hand weiss, beileibe nicht alles Castorgegner und linksgrüne Spinner.

Grüße,

Mathias

Leute Leute Leute…
Mensch Mathias,

hast du dolle Informanten…

Soweit ich informiert bin (schlagt mich, wenn das falsch ist),
ist der aktuelle Transport Teil einer Art „Rückruf-Aktion“
deutschen Mülls aus Frankreich, weil eben die Leute, die sich
nun an die Gleise ketten, vor ein paar Jahren verlangt haben,
auf verschlungenen Wegen nach Frankreich gelangten Müll
zurückzubehmen, da man ja dem nachbarn nicht sein Land
zumüllen könne.

Ja, ist aber nur halb richtig.
Die andere Hälfte ist, dass genau diese Menschen nicht grundsätzlich gegen die Rücknahme des wiederaufbereiteten „Mülles“ sind, sondern

a) gegen die Abschaffung des sogenannten ZWISCHENLAGERS (wie lange und oft wollen wir den Zwischenlagern), also FÜR eine Lösung eines ENDLAGERS,

und
b) FÜR dne GENERELLEN Atomaustieg demonstrieren.

Grundsätzlich haben wir hier in der BRD ein Demonstrationsrecht und das ist auch gut so. Denk mal z.B. an China.

Weshalb nun also diese zweifellos korrekten Transporte auch
noch behindern und gefährden?

Nun ja, wirklich gefährden tut sie niemand von den friedlichen Demonstranten.(oder hast du schon irgendwelche Anschläge auf die Transporte gesehen, welche die Sicherheit der Behälter gefährden? Ich noch nie.)
Bei jeglicher Aktion (z.B. Anketten) wird die Polizei, BGS o.ä. rechtzeitig informiert, natürlich erst nach der Ankettung - ansonsten würd es nach der Aktivisten Ansicht ja nicht funktionieren.

Des weiteren würde mich einmal interessieren, wie die
Demonstranten dazu stehen, dass regelmässig tagelang die Hölle
auf Erden für die Anwohner im Wendland stattfindet dadurch,
dass Straßen versperrt, Gleise zerstört und Orte verdreckt
werden. Diese Leute sind , wie ich aus erster Hand weiss,
beileibe nicht alles Castorgegner und linksgrüne Spinner.

So lieber Mathias,
a) dann frag sie endlich mal, auch ein Münchener kommt ins Wendland
b) dann würde mich mal deine „erste Hand“ brennend interessieren ob diese denn auch wirklich die Mehrheit vertritt (so kommt es von dir rüber)
Wenn du wirklich mal dort oben ein wenig verweilen würdest, würde auch Dir auffallen, dass sich an FAST JEDER Hauswand ein X- oder ähnliches Plakat befindet. (Das allgemeine Zeichen der Castor-Gegner)
Oder glaubst du wirklich die Bauern aus Bayern würden mit dem Trecker bis ins Wendland fahren um dort die Straßen zu sperren???
Ne ne, des sind schon welche von dort oben.

Weiterhin solltest du stark unter den radikalen und friedlichen Demonstranten unterscheiden.
99% sind friedlich, leider gibt es auch dieses 1%.

Dann noch zu guter letzt, glaubst du wirklich du würdest auch nur ein klitzekleines bißchen von den Transporten im fernen München mitbekommen wenn niemand demonstrieren würde??
Nur dadurch wird die Presse aufmerksam, die Nachricht wird verbreitet und der gemeine Bürger ist in der Lage sich über die Dinge eine Meinung zu bilden.

Das du „linksgrüne“ Menschen als Spinner bezeichnest finde ich ein wenig traurig - des scheint von „echter“ Toleranz zu zeugen.

Gruß und letztes Posting dazu
der Alex

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Hallo,

Grundsätzlich haben wir hier in der BRD ein
Demonstrationsrecht und das ist auch gut so. Denk mal z.B. an
China.

dort kannste den Spruch hören „so viel Demokratie wie ihr können wir uns nicht leisten“ - gerade in Bezug auf solche höchst sinnvollen Aktionen wie das Blockieren des ICE kann ich die Chinesen immer mehr nachvollziehen…

Weiterhin solltest du stark unter den radikalen und
friedlichen Demonstranten unterscheiden.
99% sind friedlich, leider gibt es auch dieses 1%.

friedlich ist für mich, sich an die Straße zu stellen und per Plakat und verbal zu demonstrieren, anketten an Gleise ist für mich nicht friedlich

Das du „linksgrüne“ Menschen als Spinner bezeichnest finde ich
ein wenig traurig - des scheint von „echter“ Toleranz zu
zeugen.

da ist Mathias nicht mehr oder weniger tolerant als die von ihm beschriebenen Leute - bei denen wie bei vielen anderen geht Toleranz immer nur soweit, wie sie diese nicht selbst aufbringen müssen.

Gruß Micha

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Hallo Mathias,

Weshalb nun also diese zweifellos korrekten Transporte auch
noch behindern und gefährden?

Kernkraft ist eine feine Sache. Es gibt zwar viel Abwärme, aber keine Stickoxide. Wenn die Entsorgung radioaktiven Materials nicht wäre, für das es bis heute kein schlüssiges Entsorgungskonzept gibt. Also wird zwischengelagert. Auch eine Endlagerung ist beabsichtigt, nämlich in den Salzstöcken unter Gorleben. Die radioaktiven Abfälle sind nun einmal vorhanden. Irgendwo müssen wir damit hin. Niemand kann aber wirklich wissen, was er da tut. Es sind Entscheidungen für Jahrhunderte. Es gibt nur Mutmaßungen, aber zu wenig gesichertes Wissen über die Lagerung für die Ewigkeit. Deshalb gilt das erste Bestreben dem Ausstieg aus einer Technologie mit ungelöster Entsorgungsproblematik.

Die Planer haben die Salzstöcke für die Endlagerung vorgesehen, weil sie nach bisherigem Kenntnisstand stabil zu sein scheinen und weil es sich in der Gegend um Gorleben und Dannenberg um ein dünnbesiedeltes Gebiet handelt. Im Katastrophenfall sind eben nur die paar tausend dort lebender Menschen betroffen. In welcher Weise, weiß natürlich auch keiner…genetische Schäden…

Du machst Dir Sorgen über die Belästigung der Anwohner durch die Aktionen und Demonstrationen. Dann lasse Dir bitte die vorigen Absätze auf der Zunge zergehen und sieh Dir das Wendland an. Du findest kaum eine Wohnung, kaum ein Haus, kaum einen Acker ohne unmißverständliche Bekundungen. Es gibt wohl keine zweite Protestbewegung, die derart fest in der gesamten Bevölkerung verankert ist. Um diese Leute mußt Du Dir wegen möglicher Belästigungen wirklich keine Gedanken machen.

Jeder weiß, daß die Proteste unmittelbar nichts bewirken. Sie bringen aber die ungelöste Entsorgungsfrage immer wieder aus der Vergessenheit ins breite Bewußtsein. Und sie machen die Transporte sehr teuer. Verschweigen, stumme Erledigung und Weitermachen wie gehabt funktioniert aufgrund der Proteste nicht. So entstand ein sündhaft teures Zeremoniell. Die Organisatoren auf beiden Seiten verstehen es inzwischen, gewaltbereite weitgehend Chaoten fern zu halten. Man kennt sich und respektiert auf beiden Seiten den zu erledigenden Job. Der Rest ist Bestandteil des Zeremoniells.

Der Ausstieg aus einer Technologie mit ungelösten Problemen hat nichts mit links oder rechts und nichts mit Ökospinnerei zu tun. Es ist vielmehr eine komplexe Problematik, die nicht an Landesgrenzen endet. Es gibt die überall wiederholten Argumente, wonach wir weiter verantwortungslos handeln müssen, um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden. Oder weil sonst anderweitig noch verantwortungsloser gehandelt wird. Deshalb ist mindestens auf EU-Ebene Überzeugungsarbeit zu leisten, was aber nicht heißen darf, so lange dem Irrwitz im Inland den Lauf zu lassen.

Aber Mathias, wer als Angestellter eines Automobilunternehmens Bäume für die schlimmsten Erzeuger von Stickoxiden hält (das hast Du kürzlich von Dir gegeben…), wer hinter Kritikern linke Öko-Spinner in Kolchosen-Massenunterkünften vermutet (auch O-Ton von Dir), wird vermutlich für Argumente taub sein wollen. Hauptsache, der Spritpreis ist niedrig genug und der Strom aus der Steckdose bleibt billig. Damit aber wirst Du in Deiner städtischen Intensivhaltungsunterkunft zum Technologieverhinderer. Die Bewahrer und Verwalter von altem, überkommenem Krempel sitzen z. B. in der City-Nord Hamburgs und hinter den Glasfassaden der Frankfurter Skyline.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Alex,

hast du dolle Informanten…

Ich lese Zeitung.

Soweit ich informiert bin (schlagt mich, wenn das falsch ist),
ist der aktuelle Transport Teil einer Art „Rückruf-Aktion“
deutschen Mülls aus Frankreich, weil eben die Leute, die sich
nun an die Gleise ketten, vor ein paar Jahren verlangt haben,
auf verschlungenen Wegen nach Frankreich gelangten Müll
zurückzubehmen, da man ja dem nachbarn nicht sein Land
zumüllen könne.

Ja, ist aber nur halb richtig.

Immerhin…

Die andere Hälfte ist, dass genau diese Menschen nicht
grundsätzlich gegen die Rücknahme des wiederaufbereiteten
„Mülles“ sind, sondern

a) gegen die Abschaffung des sogenannten ZWISCHENLAGERS (wie
lange und oft wollen wir den Zwischenlagern), also FÜR eine
Lösung eines ENDLAGERS,

Das Zwischenlager zu blockieren bringt uns aber einem Endlager nicht wirklich näher, sondern es werden Menschenleben gefährdet und sinnlos Geld verbrannt.

und
b) FÜR dne GENERELLEN Atomaustieg demonstrieren.

…was ohnehin Unfug ist, denn dann würden zwangsläufig ca. 60% der Lichter ausgehen. Man bedenke, dass nicht nur Privathaushalte, sondern auch die Industrie versorgt sein muss.

Grundsätzlich haben wir hier in der BRD ein
Demonstrationsrecht und das ist auch gut so. Denk mal z.B. an
China.

Was in Lüchow passiert, hat mit der Ausübung des Demonstrationsrechtes nicht mehr viel zu tun, hier werden Straftaten begangen.

Weshalb nun also diese zweifellos korrekten Transporte auch
noch behindern und gefährden?

Nun ja, wirklich gefährden tut sie niemand von den friedlichen
Demonstranten.(oder hast du schon irgendwelche Anschläge auf
die Transporte gesehen, welche die Sicherheit der Behälter
gefährden? Ich noch nie.)

Wer sich an die Gleise kettet, nimmt einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr in kauf.

Bei jeglicher Aktion (z.B. Anketten) wird die Polizei, BGS
o.ä. rechtzeitig informiert, natürlich erst nach der Ankettung

  • ansonsten würd es nach der Aktivisten Ansicht ja nicht
    funktionieren.

Das haben wir ja gesehen. 5 Leute wären fast von einem ICE getötet worden.
Die Leute, die im Zug selbst durch die Vollbremsung hin und her geflogen sind, interessieren ja sowieso keinen.

Des weiteren würde mich einmal interessieren, wie die
Demonstranten dazu stehen, dass regelmässig tagelang die Hölle
auf Erden für die Anwohner im Wendland stattfindet dadurch,
dass Straßen versperrt, Gleise zerstört und Orte verdreckt
werden. Diese Leute sind , wie ich aus erster Hand weiss,
beileibe nicht alles Castorgegner und linksgrüne Spinner.

So lieber Mathias,
a) dann frag sie endlich mal, auch ein Münchener kommt ins
Wendland

s.u., ich habe Bekannte in Wendisch-Evern, wo ja immer die Zeltstädze stehen…

b) dann würde mich mal deine „erste Hand“ brennend
interessieren ob diese denn auch wirklich die Mehrheit
vertritt (so kommt es von dir rüber)

Die Mehrheit von Wendisch-Evern auf alle Fälle…

Wenn du wirklich mal dort oben ein wenig verweilen würdest,
würde auch Dir auffallen, dass sich an FAST JEDER Hauswand ein
X- oder ähnliches Plakat befindet. (Das allgemeine Zeichen der
Castor-Gegner)

…oder der Generation X, die sich ja bekanntlich für solche Themen nicht interessiert. Du kannst es nicht belegen, ich hingegen weiss, dass die Leute dort einerseits nicht glücklich über Atommülltransporte vor ihrer Haustür sind, andererseits aber eine Verstärkung der Gefährdung durch linksgrüne Spinner ablehnen.
Ist ja auch verständlich.
Demonstrieren halte ich für sinnvoll, wir sind ein freies Land. Menschenleben aufs Spiel zu setzen und auch noch Minderjährige anzustacheln, wie letztes Jahr geschehe, ist jedoch abzulehnen und massiv zu bestrafen.

Oder glaubst du wirklich die Bauern aus Bayern würden mit dem
Trecker bis ins Wendland fahren um dort die Straßen zu
sperren???

Warum auch?

Ne ne, des sind schon welche von dort oben.

Das sind v.a. linke Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet.
Ist doch bei den Interviews deutlich geworden. Die reisen mit ganzen Schulklassen an. Das Gebot der politischen Neutralität bei Lehrern lässt man ob solch wichtiger Themen dann gerne mal unter den Tisch fallen.

Weiterhin solltest du stark unter den radikalen und
friedlichen Demonstranten unterscheiden.
99% sind friedlich, leider gibt es auch dieses 1%.

Das ist immer so und friedliche Demonstranten, die mit der Kerze am Gleisrand stehen, stören ja auch keinen.

Dann noch zu guter letzt, glaubst du wirklich du würdest auch
nur ein klitzekleines bißchen von den Transporten im fernen
München mitbekommen wenn niemand demonstrieren würde??

Ja, über meine Bekannten.

Nur dadurch wird die Presse aufmerksam, die Nachricht wird
verbreitet und der gemeine Bürger ist in der Lage sich über
die Dinge eine Meinung zu bilden.

Nein, er erhält zumeist nicht die nötigen Infos, die linke Presse wettert gegen Atommüll, hat allerdings nichts über die Hintergründe zu bieten.
Ich habe im Umfeld dieses aktuellen Transportes mal wieder nichts über mögliche (also wirklich real machbare) Alternativen gehört.

Das du „linksgrüne“ Menschen als Spinner bezeichnest finde ich
ein wenig traurig - des scheint von „echter“ Toleranz zu
zeugen.

Ich vermag nicht zu erkennen, weshalb ich Leute, die wissentlich hunderte Menschenleben gefährden, in ihren Straftaten tolerieren sollte.

Grüße,

Mathias

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Hallo Wolfgang,

grundsätzlich stimme ich Dir wie meistens absolut zu.

Allerdings kann ich eine Sache bei Mathias ebenfalls nachvollziehen.

Es werden mit absoluter Regelmäßigkeit Transporte aus(!) Frankreich blockiert. Was ist eigentlich mit den Transporten nach Frankreich? Es ergibt sich zum Teil wirklich der Eindruck, dass einige der Demonstranten/Sympathisanten zwar durchaus bereit sind, ihren Strom kostengünstig aus der Steckdose zu bekommen, aber nicht bereit sind, Verantwortung für den dadurch entstehenden Müll zu übernehmen. Überspitzt nach dem Motto: Schickt den Krempel nach F, sollen die sich doch drum kümmern… (besseres Floriansprinzip)

(Das soll jetzt nicht das ehrliche Bemühen vieler um eine Lösung in Abrede stellen)

Ich jedenfalls hielte es für deutlich ehrlicher und wirksamer (da auch kurzfristig für die dt. Stromwirtschaft schmerzhafter aufgrund der begrenzten Läger), die Abtransporte zu blockieren, indem man das Werkstor dicht macht…

Grüße
Jürgen

Yepp, das ist richtig und auch leider nur sehr einseitig.
Auch unter den „Demonstranten“ stecken auch Menschen.

Solange sie friedlich bleiben, sich daneben stellen und keine Straftaten begehen, ist ja alles in Ordnung!
Zum Glück gibt es das Demo-Recht.

Ich war schon bei einigen Castor Transporten (beruflich) dabei
und habe dabei schon ein sehr gutes Aggressionspotential der
Beamten beobachten können.

Ja, leider! Natürlich nicht zu dulden und eine Asnutzung der Macht.

Es sind nicht immer nur die „bösen“ Demonstranten.

Nicht immer, aber solche gibt es auch.

Und genau hier finde ich es richtig, wenn die Polizei hart durchgreift. Einkassieren, Strafanzeige stellen. Ratz Fatz.
Wenn ein Demonstrant meint, sein Demo-Recht über Gebühr ausnutzen zu können, dann hat er die Konsequenzen in vollem Umfang zu tragen. Basta.

Gruss
Thomas

Tag alle zusammen,
die Frage von Thomas hier ist in diesem Brett richtig.
Die Diskussion verläuft allerdings in eine Richtung, die eigentlich ins Plauder Brett gehört.
Bitte hier nur sachlich auf die Frage antworten.
Für und wider Castor gehört hier nicht hin.
Gruß
Dirk m. MOD

Zitat…
"::Wenn du wirklich mal dort oben ein wenig verweilen würdest,

würde auch Dir auffallen, dass sich an FAST JEDER Hauswand ein
X- oder ähnliches Plakat befindet. (Das allgemeine Zeichen der
Castor-Gegner)

…oder der Generation X, die sich ja bekanntlich für solche
Themen nicht interessiert. Du kannst es nicht belegen,…"

Na sicher, und alle fahren Golf dazu.
Mensch Nathias, lese richtige Zeitungen und fahr mal hoch.
Wie gesagt, ich war schon ein paar Mal (beruflich) dort oben.
PS. Beruflich GENAU und WEGEN der Transporte.

Gruß
der Alex

Hallo Wolfgang,

Weshalb nun also diese zweifellos korrekten Transporte auch
noch behindern und gefährden?

Kernkraft ist eine feine Sache. Es gibt zwar viel Abwärme,
aber keine Stickoxide. Wenn die Entsorgung radioaktiven
Materials nicht wäre, für das es bis heute kein schlüssiges
Entsorgungskonzept gibt. Also wird zwischengelagert. Auch eine
Endlagerung ist beabsichtigt, nämlich in den Salzstöcken unter
Gorleben. Die radioaktiven Abfälle sind nun einmal vorhanden.
Irgendwo müssen wir damit hin. Niemand kann aber wirklich
wissen, was er da tut. Es sind Entscheidungen für
Jahrhunderte. Es gibt nur Mutmaßungen, aber zu wenig
gesichertes Wissen über die Lagerung für die Ewigkeit. Deshalb
gilt das erste Bestreben dem Ausstieg aus einer Technologie
mit ungelöster Entsorgungsproblematik.

Die Planer haben die Salzstöcke für die Endlagerung
vorgesehen, weil sie nach bisherigem Kenntnisstand stabil zu
sein scheinen und weil es sich in der Gegend um Gorleben und
Dannenberg um ein dünnbesiedeltes Gebiet handelt. Im
Katastrophenfall sind eben nur die paar tausend dort lebender
Menschen betroffen. In welcher Weise, weiß natürlich auch
keiner…genetische Schäden…

Das ist alles schön und gut, nur wie willst Du die Kernkraft substituieren?
Ich bin keineswegs verliebt in diese Technologie und Deine Argumente sind mir allesamt bekannt und sie sind bzgl. der ungelösten Entsorgungsfrage schlüssig.
Nur hörst Du, wie alle anderen auch, mit dem Thema genau an dem Punkt auf, wo es richtig spannend wird. Nämlich bei den Alternativen.
Steinkohle verbrennen ist sehr umweltschädlich, der Übertage-Abbau schädigt zudem ganze Landstriche massiv.
Wind- und Wasserkraft sind gut für 10% der Versorgung des Landes, und das inkl. der neuen E-On Offshore-Projekte, deren Realisierung noch einige Jahre dauern wird.
Was bleibt da noch? Müllverbrennungskraftwerke bekommen aufgrund des geänderten Verbraucherverhaltens kaum genug Stoff für 50% Auslastung, wir haben dieses Problem beim HKW Nord in München noch massiver als beim HKW Süd, wo man auch kaum über 60% kommt.
Ölverbrennung zur Stromgewinneung ist indiskutabel, wir brauchen das Öl für Autos und Kunststoffe.

Kernkraft ist zur Zeit also gar nicht wegzudenken und die Entsorgung der Brennstäbe ist ein lösbares Problem. Unterirdische Lagerstätten müssen gebaut werden. Das kostet natürlich sehr viel Geld, aber machbar ist es.

Die Schwierigkeit ist, dass man auch einen Bruch in der kulturellen Entwicklung, wie es ihn ja bereits vor 1500 Jahren einmal gab, zu berücksichtigen hat. Ein kulturell dem heutigen Niveau nicht entsprechender Mensch nach einem solchen Bruch darf auch in 1500 Jahren nicht durch das Lager gefährdet werden.

Ich sehe die Gefahr, dass Deutschland durch seinen Alleingang zur Senkung des Sicherheitsstandards beiträgt, denn wir werden immer mehr Strom benötigen, das ist Fakt. Wo kommt er also her, wenn wir ihn selbst nicht mehr produzieren? Aus alten und/oder weniger sicheren AKWs in Frankreich, Tschechien u.s.w.
Ist das dann besser? Intern die weisse Weste, aber die Gefahr für die Bevölkerung ist maximiert?
Strahlung kennt bekanntlich keine Grenzen und wenn Temelin hochgeht, ist Süddeutschland auch dran. Für unsere göttinger Kommunisten á la Trittin haben wir dann ja noch polnische Anlagen zu bieten…

Du machst Dir Sorgen über die Belästigung der Anwohner durch
die Aktionen und Demonstrationen. Dann lasse Dir bitte die
vorigen Absätze auf der Zunge zergehen und sieh Dir das
Wendland an. Du findest kaum eine Wohnung, kaum ein Haus, kaum
einen Acker ohne unmißverständliche Bekundungen. Es gibt wohl
keine zweite Protestbewegung, die derart fest in der gesamten
Bevölkerung verankert ist. Um diese Leute mußt Du Dir wegen
möglicher Belästigungen wirklich keine Gedanken machen.

Ich kenne dort einige Leute, die die radikale Art der Demonstration ablehnen.
Keiner will AKWs, weil er so sehr auf die Technologie und deren Risiken steht. Aber jeder will Strom, also sind sie (noch) notwendig. Und das wissen intelligente Menschen (derer es im Wendland auch ein paar gibt) durchaus.

Jeder weiß, daß die Proteste unmittelbar nichts bewirken. Sie
bringen aber die ungelöste Entsorgungsfrage immer wieder aus
der Vergessenheit ins breite Bewußtsein. Und sie machen die
Transporte sehr teuer. Verschweigen, stumme Erledigung und
Weitermachen wie gehabt funktioniert aufgrund der Proteste
nicht. So entstand ein sündhaft teures Zeremoniell. Die
Organisatoren auf beiden Seiten verstehen es inzwischen,
gewaltbereite weitgehend Chaoten fern zu halten. Man kennt
sich und respektiert auf beiden Seiten den zu erledigenden
Job. Der Rest ist Bestandteil des Zeremoniells.

Deshalb musste letzte Woche auch ein ICE eine Vollbremsung einlegen, um diese Deppen nicht über den Haufen zu fahren…
Ich habe nichts dagegen, dass engagierte Menschen von ihrem Demonstrationsrecht gebrauch machen. Aber die Gefährung hunderter Fahrgäste eines zivilen Zuges geht zu weit und hier muss der Staat nun einmal massiv eingreifen, denn auch Leute, die nicht demonstrieren, haben Bürger- und Menschenrechte.

Der Ausstieg aus einer Technologie mit ungelösten Problemen
hat nichts mit links oder rechts und nichts mit Ökospinnerei
zu tun.

Mittelbar schon, denn es sind eher die Linksaußen, welche die Diskussion ohne die Beleuchtung der Substitutionsfrage führen.

Es ist vielmehr eine komplexe Problematik, die nicht
an Landesgrenzen endet. Es gibt die überall wiederholten
Argumente, wonach wir weiter verantwortungslos handeln müssen,
um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden.

Eher um keinen Versorgungsengpass zu schaffen. Aber das spielt natürlich zusammen.

Oder weil sonst
anderweitig noch verantwortungsloser gehandelt wird.

Auch das ist ein wichtiger Punkt, s.o.
Wir können das nicht verhindern, ausser durch ein Verbot von Stromimporten, aber dann gehen hier die Lichter aus.

Deshalb
ist mindestens auf EU-Ebene Überzeugungsarbeit zu leisten, was
aber nicht heißen darf, so lange dem Irrwitz im Inland den
Lauf zu lassen.

Es wird mangels Alternativen gar nicht anders möglich sein.
Und nur das ist mein Punkt. Die Diskussion wird so geführt, als ob es kein Problem sei, alle AKWs sofort abzuschalten und die Versorgung sei genauso problemlos wie bisher. Und dem ist nun mal nicht so. Solange kein schlüssiges, umweltfreundliches Versorgungskonzept für die Zeit nach den AKWs vorliegt, ist die Diskussion unseriös.

Aber Mathias, wer als Angestellter eines Automobilunternehmens
Bäume für die schlimmsten Erzeuger von Stickoxiden hält (das
hast Du kürzlich von Dir gegeben…)

Ich bin nicht bei einem Automobilkonzern angestellt. Wir liefern lediglich Technologie, mit der Einzelkomponenten wie beispielsweise Lampen für Kfz hergestellt werden. Umwelt- und Entsorgungstechnik ist auch ein großes Thema, auch Kernphysik ist eines unserer Felder. Wir sitzen in Garching b. München.
Würde man sich mal die Mühe machen, in der Diskussion auch mal Leute z.B. aus der TU München/Garching zu Wort kommen zu lassen, die Argumentation wäre sicherlich um einiges seriöser…

, wer hinter Kritikern
linke Öko-Spinner in Kolchosen-Massenunterkünften vermutet
(auch O-Ton von Dir)

Viele der Leute sind nun mal Ökospinner ohne ein Alternativkonzept. Und die kann ich dann nun mal nicht ernst nehmen.
Eine Diskussion, die nur nach dem Motto „das will ich nicht, weiss aber auch keine Alternative“ geführt wird, entspricht Kindergartenniveau.

, wird vermutlich für Argumente taub sein
wollen.

Keineswegs. Vielmehr vermisse ich genau die Argumente, welche stichhaltig belegen, dass Kernenergie uns schadet und wie wir realistisch aus dieser Technologie aussteigen können.
Ich wäre der letzte, der nicht sofort dabei wäre, aber es hat keiner eine Lösung.

Hauptsache, der Spritpreis ist niedrig genug und der
Strom aus der Steckdose bleibt billig.

Das ist nicht meine alleinige Forderung, sondern die der meisten Deutschen. Blöderweise wäre bei den meisten der Vermieter an einer steigenden Stromrechnung schuld, nicht sie selbst durch ihre Forderung, die AKWs abzuschalten…

Ferner sprechen wir hier wohl kaum über den Spritpreis, aber zweifellos helfen Massnahmen wie die Ökosteuer der Umwelt kaum weiter. Sie bieten allerhöchstens ein paar unseriösen Rechtsanwälten und Lehrern in der Regierung für ein paar weitere Jährchen die Möglichkeit, den Kollaps des Sozialsystems zu kaschieren und sich noch schnell die Pfründe zu sichern, bevor der Sauladen an den nächsten Lügnerclub übergeben wird.

Damit aber wirst Du in
Deiner städtischen Intensivhaltungsunterkunft zum
Technologieverhinderer.

Dioesen Vorwurf hat mir allerdings noch niemand gemacht. Hochinteressant…
Ferner wohne ich am Stadtrand sehr schön im Grünen.

Die Bewahrer und Verwalter von altem,
überkommenem Krempel sitzen z. B. in der City-Nord Hamburgs
und hinter den Glasfassaden der Frankfurter Skyline.

Möglicherweise. Allerdings sitze ich dort nicht.
Und nochmal: das einzige, was ich „bewahren“ möchte, ist eine solide und seriöse Energieversorgung. Sobald dies ohne Kernkraft gewährleistet werden kann, können die AKWs sofort abgeschaltet werden. Vorher jedoch ist die Diskussion von seiten der AKW-Gegner schlichtweg unseriös geführt.

Grüße,

Mathias

Endlager… (nur Link)
Hi mathias
Bezüglich der Endlagerungsproblematik gab es mal eine kleine Diskussion
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

ist leider alles nicht so trivial…
(Gut für die Geowissenschaftler, das bringt Aufträge)

Gruß
Mike