Chaingang in Berlin?

Hallo zusammen,

da war ich (da das keine Frage mit persönlichem Bezug ist) gestern doch erstaunt. Hatte gerade kurz vor dem Brandenburger Tor geparkt, als ich eine Rangelei zwischen einem Mann und einer Frau sah. Dachte erst an neckische Spielerei, bis ich bemerkte, dass die zuvor weggelaufene Dame an einer Handfessel zurück zu einigen weiteren Damen gebracht wurde, von denen ich bei zwei im Vorbeigehen erkennen konnte, dass die ebenfalls „Hand-in-Hand“ einen Trupp Profis bei der Heckenpflege unterstützten.

Ist es in Berlin üblich fluchtgefährdete Straftäter in der Öffentlichkeit so zu beschäftigen (wobei ich jetzt natürlich davon ausgehe, dass das keine Zwangsarbeit sein dürfte, sondern sicherlich eine „freiwillige“ Tätigkeit ist)?

Gruß vom Wiz

Was heißt üblich?
Hallöchen,

Ist es in Berlin üblich fluchtgefährdete Straftäter in der Öffentlichkeit so zu beschäftigen (wobei ich jetzt natürlich davon ausgehe, dass das keine Zwangsarbeit sein dürfte, sondern sicherlich eine „freiwillige“ Tätigkeit ist)?

da nicht geklärt ist, unter welchen Gesichtspunkten die Aufräumhelfer ausgewählt wurden, ist es ziemlich unangemessen, von „üblich … fluchtgefährdete … in der Öffentlichkeit“ zu sprechen.

Punkte, die hier relevant sind:

* Warum saß die betroffene Person überhaupt ein? Bloß, weil jemand wegen einer Straftat verurteilt wurde, ist die Person noch lange nicht gefährlich für die Öffentlichkeit. Beispiel: Vermögensdelikte.

* Warum hätte bei der Auswahl eine „Fluchtgefahr“ als signifikant angenommen werden?
a) Hatte die Person vorher schon einmal „Freigang“?
b) Hatte die Person vorher schon einmal einen Fluchtversuch begangen?
c) Hätte die Person überhaupt ein signifikantes Interesse an einem Fluchtversuch?
d) Ist davon auszugehen, dass die Person eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt?

Wenn alle diese Fragen mit „nein“ beantwortet sind, spricht doch überhaupt nichts dagegen, die betroffene Person ein bisschen Stadtluft schnuppern zu lassen.

Wie heißt es so schön - „Jeder soll die Chance haben, sich zu bewähren“.

Gruß,
Michael

Wars vielleicht ein Pokerverein, der Schulden / oder eine verlohrene Wette auf lächerliche Weise einlösen musste?

Oder ein haufen Studenten die etwas durchziehen mussten, um dann irgend einen dämlichen Orden oder in irgend einem blöden Club beitreten zu dürfen?

Wars ein Junggesellenabschied ohne Entführung?

wer weiss , wer weiss…

Hallo,

deine Antwort geht in eine völlig falsche Richtung. Ich habe überhaupt nichts gegen jegliche sinnige Resozialisierungsmaßnahmen. Also verkneif Dir mal deine unterschwelligen Unterstellungen.

Ich habe mich lediglich darüber gewundert, dass die beiden noch am Ort des Geschehens befindlichen Damen aneinander gefesselt waren, und als die Dritte die Flucht ergriff, und dann auch gleich Handfesseln parat waren. Entsprechende mir bislang bekannte Maßnahmen wurden nur mit ausreichend gefestigten Leuten durchgeführt, die dann auch nicht in der Öffentlichkeit aneinander gefesselt einem entsprechenden Labeling ausgesetzt wurden. Dass immer mal „einer Flitzen gehen kann“, ist nicht auszuschließen, und dass man den dann auch einfängt und entsprechend sichert ist klar. Aber gleich so in der Öffentlichkeit an die Arbeit geschickt zu werden, passt so gar nicht zu einem Resozialisierungsansatz. Daher meine Frage.

Gruß vom Wiz

wer weiss , wer weiss…

Vielelicht waren das welche von diesem Club die sich etwas Geld verdient haben.
(man beachte das Logo) :wink:

Gruß
T.

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Hallöchen zurück,

Also verkneif Dir mal deine unterschwelligen Unterstellungen.

Ich weiß nicht mal, wie Du auf Unterstellungen kommst.
Der Hinweis darauf, dass bei Resozialisierungsmaßnahmen ein rigoroser Prozess durchlaufen wird, bei dem Art und Umfang der Maßnahme genau vorgeschrieben werden ist doch keine Unterstellung?

Würde man von im Prozess ein Gefährdung der öffentlichen Sicherheit erkennen, gäbe es keinen Freigang.

Aber selbst dann, wenn Freigang gewährt wird, hängt von vielen Faktoren ab, mit welchen Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet wird.

Aber gleich so in der Öffentlichkeit an die Arbeit geschickt zu werden, passt so gar nicht zu einem Resozialisierungsansatz.

Warum?
Freigang in Handschellen ist für viele ist ein wünschenswerter Zustand.
Und „wer nicht will, der hat schon“: Teilnahme an solchen Maßnahmen ist tatsächlich in so weit freiwillig, als dass jeder sich bereits im Vorfeld weigern kann, die Bedingungen des Freigangs zu akzeptieren: Dann bleibt man halt im Bau.

Gruß,
Michael