Antwort auf den verschwundenen Beitrag
Hallo
Gerade eben wollte ich meine Antwort abschicken, da ging es irgendwie nicht mehr. Da ich sie aber schon fertig habe, möchte ich sie trotzdem hier einstellen. Da wirst du allerdings teilweise zitiert. Wenn das nicht sein soll, musst du mir das mitteilen, dann lösche ich den Beitrag wieder.
Wenn ich es allerdings hier geschrieben sehe, dann kommen mir
diese Gedanken recht selbstsüchtig und albern vor. Als wäre
ich ein Putzteufel der nur glücklich sein kann, wenn alles um
ihn herum penibel in Ordnung ist.
Ne überhaupt nicht. Wenn du deine Sachen zum Teil gar nicht mehr oder im Müll wiederfindest, dann ist das ganz klar keine Putzteufelei.
Ich finde es auch wirklich extrem wichtig, dass die Kinder mal was anderes kennenlernen, sonst werden die es irgendwann mal sehr schwer haben.
Doch, er entlastet mich.
Aber, wie ich feststellen muss, auf die falsche Art und Weise.
Wenn es auf die falsche Art und Weise geschieht, dann ist es doch keine Entlastung.
Meine
(leider schon vor vielen Jahren verstorbene) Schwiegermutter
hat es irgendwann einfach aufgegeben ihm ein bisschen Ordnung
beizubiegen.
Oh, schade. Wo lag da das Problem? Gab es da auch einen Vater, der die Arbeit der Mutter nicht geachtet hat?
Er hat sie schon
ziemlich früh überall mit hingenommen, damit ich mal Ruhe
hatte oder eben den Haushalt auf Vordermann bringen konnte.
Das ist ja ein toller Ehemann! Der geht mit seinem Kind aus, damit die Frau zu Hause aufräumen kann! Oder hattest du ihn damals noch drum gebeten?
War es eher so:
Er (denkt: hier ist es aber ungemütlich): Ich geh mal mit dem Kind raus, kommst du mit?
Sie: Nein, hier muss doch noch aufgeräumt werden.
Er: Na gut. Ich würde ja mitmachen, aber es geht bestimmt schneller, wenn das Kind nicht dabei ist, gell? Ich nehm dir das Kind mal ab, dann hast du frei und kannst in aller Ruhe aufräumen.
Sie: Na gut.
Er: Tschau Schatz, erhol dich gut!
Oder war es eher so:
Sie: Ich will hier mal Ordnung schaffen. Kannst du bitte mal das Kind nehmen und spazieren gehen?
Er: Ja natürlich, gerne Schatz. Wann soll ich wiederkommen? Soll ich was mitbringen?
Als ich das bemerkte, hatten wir eine ziemliche Krise… weil
er absolut kein Verständnis für mich hatte, nicht verstand
worum es mir ging…
Wieso hat er das denn nicht verstanden? Meinte er, es macht dir besonderen Spaß, aufzuräumen?
…die Kinder, als sie noch kleiner
waren, sich logischer Weise eher in meiner Nähe aufgehalten
haben, ist eben das Wohnzimmer, Esszimmer und die Küche
automatisch mit „in ihren Besitz“ übergegangen.
Das finde ich normal so, aber Kinder akzeptieren es auch, wenn man sich seinen Bereich zurückerobert, allerdings nicht gerne. Das ist der Lauf der Welt, dass die Mutter ab einer gewissen Größe der Kinder nicht mehr alles mit ihnen teilen will.
Ich habe häufig, bei Bekannten oder Freunden, gesehen, dass
die Kinder im Wohnzimmer nicht spielen oder toben durften…
bei uns hat es sich eben anders ergeben.
Manche Eltern geben ja von Anfang an den Kindern einen eigenen Bereich und halten sie aus einigen Bereichen raus, wahrscheinlich, weil sie später diese Kämpfe nicht haben wollen. Ich halte es aber für natürlicher, wenn Kinder zuerst immer bei der Mutter sind, und irgendwann schrittweise immer mehr aus dem Paradies vertrieben werden. Diese Kämpfe gibt es auch im Tierreich, z. B. bei unseren Verwandten, den Menschenaffen, es muss also etwas Natürliches sein.
Natürlich haben wir schon oft und endlos darüber gesprochen,
gestritten, geheult… aber er steht am Ende meistens auf dem
Standpunkt „Solange sie sich so respektlos verhalten, haben
sie auch keinen Respekt verdient“.
Das ist natürlich kein pädagogisch wertvoller Standpunkt. Das ist doch ein Teufelkreis. Wenn er sich den Kindern gegenüber so respektlos verhält, hat er doch dann logischerweise auch keinen Respekt verdient, und so weiter und so fort. Na ja, nutzt ja nichts, ihn können wir hier nicht ändern.
Ich weiß im Moment nicht, wer es richtig macht… es tut mir
einfach nur leid, wenn die Mädchen Standpaukenmäßig
heruntergeputzt werden.
Das ist ja auch nicht richtig.
Ich denke dann auch, wie kann er so etwas wie Ordnung fordern,
wenn er es selbst nicht auf die Reihe bringt?
Macht er es denn? Na ja…
Dann bin ich natürlich diejenige, die ihm in den Rücken
fällt… das ist mir schon klar. Und ich fühle mich sehr, sehr
unwohl dabei.
Irgendwie in Abwesenheit der Kinder könnt ihr das nicht mal ausdiskutieren und zu irgendeiner gemeinsamen Lösung kommen? Diese Kämpfe sollte man eigentlich nicht in Anwesenheit der Kinder führen. Aber wenn keine Einigung möglich ist, dann weiß ich auch nicht, wie man das vermeiden kann.
Vielen Dank, so etwas in der Richtung habe ich mir auch schon
überlegt. Das wird wohl das Richtige sein…
Würde er denn da mitmachen?
Wenn nicht, würde ich das alleine machen, das geht auch. Scheint mir wirklich nötig zu sein.
Viel Glück
Simsy