Charaktere

Ich habe schon sehr oft versucht Menschen aus meiner Umgebung zu charakterisieren oder selbst Charaktere zu erfinden. Allerdings musste ich feststellen das diese viel zu oberflälich sind und ich wüsste deswegen gerne worauf ich bei der Charakterisierung eines Menschen oder beim Erstellen eines Charakters alles achten muss/sollte. Worauf würdet ihr besonders achten/ besonderen Wert legen ?

Hallo, Lira,

ich wüsste deswegen gerne worauf ich bei
der Charakterisierung eines Menschen oder beim Erstellen eines
Charakters alles achten muss/sollte.

Hilfen findest Du auf http://www.teachsam.de/deutsch/d_schreibf/schr_schul…

Gruß
Kreszenz

Hallo Lira,

im Prinzip ist das ganz einfach.
Du machst Dir einen Steckbrief.
Fängst an mit den äußeren Merkmalen:
Größe, Haarfarbe, Augen, dick, dünn, was trägt er/sie.
Danach trägst Du sämtliche angenehmen und unangenehmen Eigenschaften des Charakters ein.
Knabbert er an den Fingern / bohrt er in der Nase / lächelt er oft / gackert er beim Lachen wie ein Huhn?
Hat er Schnupfen / sonst eine sichtbare Krankheit?
Hat er Ticks ( nickt ständig, rutscht auf der Stuhlkante herum)
Danach kommt seine Bildung?
Redet er Dialekt, verwendet er Fremdworte?
Danach sein soziales Umfeld
ist er ledig/verheiratet/geschieden/verwittwet/lebt er getrennt/mit/ohen Partner(in)
wie ist sein Verhältnis zu Eltern/Geschwistern/Kollegen/Vorgesetzten?

Wie ist seine Geschichte - was hat er im Leben erlebt (von der Kindheit an)

Hinweis: was Du von der Person nicht weißt, erfindest Du. Du musst Dich nicht wirklich als Detektiv betätigen.

Und am Schluss, wenn Du ein regelrechtes Datenblatt
aufgestellt hast, legst Du es beiseite und schreibst die Charakterbeschreibung.

Wenn man das ein paar Mal geübt hat, funktioniert es auch.

viele grüße
Geli

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Charakter = ‚Typ‘ mit Biographie
Guten Morgen -

aus einem bloßen Typ wird ein Charakter, indem Du schreibend die Vorstellung eines Innenlebens, einer individuellen Biographie erschließt. Der Tip mit dem ‚Steckbrief‘ ist sehr gut, allerdings sollte man bei der Umsetzung zur Erzählung aufpassen, dem Leser dann nicht den Steckbrief erzählen zu wollen. So ein Steckbrief dient vor allem als Werkzeug für Deine eigene Vorstellung.

Mir persönlich ist es in den Seminaren immer wichtig, dass Figuren eine sinnliche Ebene erfahren. Frage Dich nicht nur, wie groß sie ist und welchen Beruf sie hat, sondern vielleicht auch Dinge wie:

  • Welche Musik mag sie?
  • Was trägt sie für Schuhe?
  • Was hat sie an dem Tag, an dem sie in Deiner Geschichte auftaucht, gefrühstückt?
  • Hast Du eine Vorstellung vom Klang ihrer Stimme?
  • Hat sie eine typische Redewendung?
  • Welches Essen kann sie nicht ausstehen?
  • Wovor hat sie Angst?
  • Wovon träumt sie manchmal?
  • Was für ein Kind mag die Figur gewesen sein?
  • Wie würde sie reagieren, wenn ein fremder Hund (z.B. im Park) mit ihr spielen wollte?
    Usw.
    (Du wirst vielleicht bemerken, dass Du mit wachsender Übung immer weniger Hilfsfragen benötigst, um ein Individuum zu kreieren)

Ich finde, erst wenn Du vertraut mit dem Alltag einer Figur bist, kannst Du sie glaubwürdig in einer persönlichen Ausnahmesituation erzählen (und um solche geht es ja meist in Erzählungen).

Gutes Gelingen!

Pengoblin

Vielen Dank für eure Antworten die helfen mir schon sehr weiter. Ich habe mich bis jetzt nämlich nur auf das Aussehen und die Eigenschaften beschränkt bis mir eine Freundin von ihren Allergien erzählte und mir auffiel das ich solche Sachen (wie z.B. Allergien) gar nicht meinen Charakteren zugefügt habe, obwohl die sicherlich sehr wichtig sind um ihnen Leben einzuhauchen und das ist es ja was ich erreichen will. Ich werde mich nun aufjedenfall nochmal an meine Charaktere setzen und nochmal ganz von vorne anfangen sie zu charakterisieren. Ich hoffe sehr das ich mich verbessern werde und bedanke mich deswegen nochmals für eure Ratschläge. Wenn ich wieder ein Problem beim Schreiben habe melde ich mich wieder ^^