Chef sagen, dass Klinikaufenthalt bevorsteht?

Hallo Ihr Lieben,

habe ein für mich großes Problem. Ich soll demnächst, vielleicht auch erst nächstes Jahr für 3 Monate in eine Tagesklinik. Mein Arbeitsvertrag läuft zum 31.12. aus. Demnächst fällt die Verlängerung in Form eines neuen befristeten Arbeitsvertrages an. Soll ich meinem Chef von dem geplanten Klinikaufenthalt etwas sagen? Einerseits bin ich ein sehr ehrlicher Mensch, der gern mit offenen Karten spielt. Andererseits habe ich Angst, dass mein Chef aufgrund des Wissens um die Klinik, mir keinen neuen Arbeitsvertrag anbietet. Was würdet Ihr tun?

LG Painter

Hi Painter,

rechtlich betrachtet […] Ich verstehe Deinen Beitrag so, dass bisher lediglich „irgendwann Mal“ ein Klinikaufenthalt geplant ist resp. bevorsteht.

Im zweifel kannst Du diesen Aspekt im Arbeitsrecht-Brett zur Diskussion stellen.

[Mod: Gemäß FAQ:1129 editiert]

…wenn du genug geld hast: JA!
hi,

tu was du willst, aber eins ist sicher: erfährt ein personalverantwortlicher vorgesetzter von einer gesundheitlichen einschränkung eines mitarbeiters (gar von einer längeren krankschreibung), MUSS er einen anderen mitarbeiter einsetzen. du würdest ihm keine wahl lassen und dein arbeitsvertrag wäre 100%ig hinfällig.

was würdest du denn an seiner stelle machen, wenn dein chef dir in bezug auf arbeitsleistung deiner mitarbeiter verantwortung übergibt? würdest du den arbeitsvertrag eines längerfristig kranken verlängern? DAZU dienen ja die ewigen befristungen, die als verlängerte kündigungszeiten zur minimierung unternehmerischen risikos bis hin zur ausbeutung eingesetzt werden.

also: erst unterschreiben, dann weitersehen. wenn ein klinikaufenthalt ansteht, offen mit dem chef über dauer des ausfalls sprechen. dann besteht die chance, nach gesundung weiterbeschäftigt zu bleiben. wenn man dich wegen krankheit sowieso rauskegeln will, es werden schliessliche heute zu tausenden auch gesunde und hochqualifizierte rausgeschmissen, wirst du es später merken. sichere dir auf jeden fall die weiterbeschäftigung, das ist heutzutage für jeden, der auf selbst verdientes geld angewiesen ist, ein muss.

Hi Painter,

rechtlich betrachtet […] Ich verstehe Deinen Beitrag so, dass
bisher lediglich „irgendwann Mal“ ein Klinikaufenthalt geplant
ist resp. bevorsteht.

Im zweifel kannst Du diesen Aspekt im Arbeitsrecht-Brett zur
Diskussion stellen.

hi,

rechtlich kann […]

wer tatsächlich seinem chef so etwas mitteilt, weil er an die belange der firma denkt (was ethisch-moralisch gesehen lobenswert und ehrenhaft ist), der verhält sich dumm. man würde die harten gesetze des kapitalismus und des leistungs- und geldorientierten arbeitsmarktes völlig übersehen.

ein mitarbeiter wird nicht umsonst wegen seiner ungleichen möglichkeiten gegenüber großen und mächtigen arbeitgebern gesetzlich geschützt. man lese das betriebsverfassungsgesetz.

psychologisch relevant, und das ist hier der punkt, wäre es, zu bedenken, auf welchem entwicklungsstadium ein mensch handeln würde, wenn er glaubt, einer firma gegenüber rücksichtsvoll und ehrlich sein zu müssen.

und -jetzt wird´s krass!!!- es könnte sogar sein, dass sich gesetze finden würden, die das auch vorschreiben, soll man sich aber an diese halten angesichts dessen, was in der zeitung steht: massenentlassungen, abzocke der börsen-casinobetreiber und lebenswerkvernichtende betrügereien durch banken um den gesamten globus??? es geht darum, eigene moralisch regeln für sich aufzustellen (und die verantwortlich vertreten zu können) und dann ruhig schlafen zu können, wenn man sich entschieden hat. auch mal gegen eine vorschrift, weil man es für sich besser weiß.

99% der firmen schmeissen die leute raus, AUCH GEGEN gesetze. oft, nachdem sie vorher noch fördergelder abkassiert und steurmittel erlogen haben, beispiele finden sich haufenweise im deutschen wirtschaftsbild.

bitte bei der rechtsprüfung bedenken.

[Mod: Gemäß FAQ:1129 editiert]

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Ich stimme alpha 100% zu
Eine Mitteilung noch vor dem neuen Arbeitsvertrag grenzt an Selbstaufgabe.
Gruß,
Branden

[Mod] Bitte keine Rechtsberatung!
Hallo alle zusammen,

zur Klärung des rechtlichen Aspekts dieser Frage möchte ich darum bitten, diese bei Bedarf unter Beachtung der FAQ:1129 im Brett „Arbeitsrecht“ zu klären. Ich habe dementsprechend auch rechtliche Hinweise aus einzelnen Artikeln in diesem Artikelbaum entfernt.

Ich danke für euer Verständnis!

Gruß
Birte

Das ist wohl eher . . .
Liebe® alpha,

Deine Symptombeschreibung ist wohl eher moralischer oder politischer Natur als psycholgischer und die Ursachen sind m. E. system-immanent. Jeder Arbeitgeber, der aus welch heheren Gründen auch immer, auf Dauer die Gesetze der Marktwirtschaft missachtet resp. ihnen zuwider handelt, wird früher oder später vom Markt verschwinden.

Was mich daran wundert - und damit wären wir ggf. wieder beim psychologischen Aspekt - ist die Tatsache, dass viele Menschen (bei weitem mehr als nur Arbeitgeber) das offenbar so wollen und befürworten . . . (zumindest nicht bereit zu sein scheinen, daran was zu ändern). Dein Hinweis auf das Betriebsverfassungsgesetz spricht dazu Bände: In wiewenig % der Unternehmen gibts überhaupt Betriebs- oder Personalräte?

Mir fiel in diesen Tagen eine alte Karikatur wieder ein, auf der ein angeketteter Galeerensträfling zu seinem Nebenmann sagt: „. . . aber immer noch besser als wie arbeitslos, Kumpel!“

Psychologisch interessant wäre m. E. zu erfahren, WARUM Menschen so ticken.

hallo,
eine angekündigte krankheit-kann zur kündigung führen.
behalte es für dich und nur für dich. es gibt vorgesetzte die können damit umgehen, demzufolge planen sie zeitweisen ersatz. und es gibt vorgesetzte die können damit überhaupt nicht umgehen. fairness ist nicht immer erwünscht. und wir dürfen nicht erwarten, das was wir als fair emfpinden, der andere es auch so sieht. lg konstanze