Chef will mich für andere Arbeitgeber sperren

Hallo und schönen guten Abend !

Mein Anliengen wird dem ein oder anderen sehr dumm vorkommen, aber mich beschäftigt dieses Thema sehr.

Es geht um folgendes:

Ich arbeite nebenher in einer Postagentur (400 Euro Basis) und bin auf diesen Job auch angewiesen, da ich hauptberuflich auch nur teilzeitbeschäftigt (sozialversicherungspflichtig) bin.

Jetzt hat es sich für mich ganz kurzfristig ergeben, dass ich die Postagentur (anderer Betreiber) wechseln kann. Ich hätte dort nicht nur einen wesentlich höheren Stundenlohn, sondern könnte auch ein paar Stunden mehr leisten (natürlich innerhalb der 400 Euro Grenze) so dass dies für mich ne deutliche Verbesserung wäre.

Als ich nun heute meinem derzeitigen Chef die Sache erklären (kündigen) wollte, riet mir meine Kollegin dringend davon ab, mit dem Argument, er (mein Chef) könnte mich in sämtlichen Postagenturen „sperren“ lassen. Sprich, er könnte dafür sorgen, dass ich nie mehr in einer Postagentur arbeiten werde.

Normalerweise lasse ich mich nicht so schnell ins „Bockshorn“ jagen aber die Aussage meiner Kollegin, hat mir da schon Angst gemacht.

Ich habe mir nie irgendwas zu Schulden kommen lassen. War immer pünktlich, ehrlich und freundlich zur Kundschaft. Er hat also nichts, was er gegen mich vorbringen könnte, sofern er bei der Wahrheit bleibt.

Nun meine Frage: Hat jemand von Euch mal die Erfahrung gemacht, mit einer ähnlichen Situation konfrontiert zu werden oder gibt es jemanden bzw. kennt irgendjemand jemanden, der tatsächlich schon mal als Arbeitnehmer „gesperrt“ worden ist.

Für jede Antwort und Hilfestellung wäre ich dankbar. Hab nun ein bissel Panik, dass ich letztendlich völlig ohne Nebenjob dasitze.

Vielen Dank !

Beste Grüße
Pepper0307

Ich beantworte diese Frage mal nicht wegen persönlichem Bezug, sondern philosophiere nur ein wenig über die generelle Situation.

Also als erstes Mal existiert in Deutschland Vertragsfreiheit.
Ein einzelner Chef, sei’s nun ein Filialleiter oder wasauchimmer hat bei weitem nicht die Macht, einem Konzern, insbesondere anderen Unternehmen der gleichen Mutter, von sich aus vorzuschreiben mit wem sie welche Verträge eingehen dürfen.

Was der Chef natürlich machen kann, ist sein Wort einsetzen und damit den zukünftigen Arbeitgeber zu überzeugen, dass es besser sei, eine bestimmte Person nicht zu übernehmen.
Ebenso kann er, so es zentralisierte Systeme gibt, dort einen Hinweis eintragen, der eine Person für ähnliche Verträge über dieses zentrale System unattraktiv macht.

Diese Fälle sind jedoch dadurch interessant, dass eine „Sperrung“ (d.h. ein pauschales Abblocken von Verträgen) nur durch Informationen seitens des Chefs gewährleistet sind, für welche er im Zweifelsfall haftbar gemacht werden kann. Persönlich kann ich mir aber kaum vorstellen, dass ein Chef mit seinem durchaus lukrativen Gehalt wegen einer 400€-Kraft, die wechseln möchte, seine Karriere aufs Spiel setzt.

Es gibt aber noch einen anderen Punkt, und den kann man hier einfach nicht pauschal beantworten, nämlich dass es wegen der gleichen Branche oderwasauchimmer eine Nichtabwerbeklausel zwischen den Unternehmen gibt. Damit würde sich dann nämlich jeder zukünftige Arbeitgeber, der einen Beschäftigten eines anderen AG direkt aus einem Anstellungsverhältnis übernimmt, auf’s Glatteis begeben.
Wenn so etwas existiert, dann kann ein Chef natürlich - notfalls mit Rechtsmitteln - zukünftige Arbeitgeber auf diesen Passus hinweisen, und das kommt effektiv einer Sperre gleich.

Gruss,
Michael

Warum musstest Du Plaudertasche auch herumerzählen, wo Du hingehen willst ?

Ok ok, das klingt etwas böse, ist aber nicht böse gemeint. Der Kern der Aussage bleibt jedoch. Behalte für Dich, wo Du hingehst, sag es auch nicht Deinen Kollegen. Du musst das nicht tun.

ich verstehe nicht ganz …
will dein chef das tun ODER meint nur deine kollegin, er könne sowas tun?

in letzterem fall würde ich das als geschwätz abtun.

gruß
ann

Hi Abraxas !

Du hast absolut Recht. Ich hätte meine Klappe halten sollen, wollte aber auch keinen vor den Kopf stossen bzw. anlügen. Also mittlerweile bin ich etwas beruhigter. Habe heute morgen auf der Arbeit (Deutsche Post) meinen Vorgesetzten gefragt, ob mein Chef (vom Nebenjob) irgendwie Einfluss nehmen kann, was meine Weiterbeschäftigung in anderen Postagenturen anbelangt. Der meinte klipp und klar NEIN. Die Personalentscheidungen obliegen ausschließlich den Agenturbetreibern und selbst wenn er sich an die Deutsche Post selber wenden würde, würde das überhaupt keine Konsequenzen nach sich ziehen.

Vielleicht unternimmt er ja auch überhaupt nix. Eigentlich müßte er sogar Verständnis aufbringen. Ihm sollte klar sein, dass man bei einem Magerlohn von 5,64 Euro sofort die Gelegenheit ergreift, wenn sich was Neues bietet.

Liebe Grüße
Pepper0307