Chemotherapie - Nebenwirkungen?!

Hallo,
vor 2 Monaten bekam ich die schreckliche Nachricht, dass mein Vater 3 Lebermetastasen hat, die durch den (bereits erfolgreich entfernten) Darmkrebs entstanden sind.
Er bekommt nun regelmäßig alle 2 Wochen seine Chemo. Zu Beginn war ihm nur sehr schlecht. Dann musste er sich immer öfters übergeben. Inzwischen ist es soweit, dass er mindestens 5 Tage nach der Chemo immernoch den Tag auf der Toilette verbringt und auch schreckliche Magenschmerzen hat. So langsam sieht man auch die ersten kahlen Stellen am Kopf…und das alles erst nach 2 Monaten Behandlung. Sein Arzt sagte, dass diese Chemo immer aggressiver werden würde. Mein Vater hält es jedoch jetzt schon kaum mehr aus und überlegt, bei jeder Chemo die darauf folgenden Tage im Krankenhaus zu verbringen bzw. (wenn dies auch nichts bringt) die Chemo abzubrechen und sich mit dem Schicksal abzufinden.

Meine Frage ist jetzt, ob es eigentlich allen Krebskranken mit Chemotherapie so schrecklich geht.
Wie sind eure Eerfahrungen? Kennt ihr Menschen, die auch Chemo bekommen oder seid/wart ihr selbst schonmal betroffen?
Vorallem wichtig für mich zu wissen wäre auch: Wenn eine Person die Chemo körperlich nicht verträgt (also viele Nebenwirkungen), heißt das dann auch gleichzeitig, dass die Chemo gar nicht erst gegen den Krebs wirkt?
Ich bin um jede Antwort dankbar!

Hallo SilentTears

hast du dir mal erklären lassen / gelesen was so eine „Chemo“ macht?

Das sind üblicherweise Stoffe die die Zellteilung im Körper KOMPLETT unterbinden, denn das ziel ist es natürlich die Krebszellen(welche sich ständig unkontrolliert vermehren) abzutöten.

Moment Aber abtöten macht die chemo ja gar nicht sondern verhindert nur weiteres Wachstum. Dumm nur für die Krebszellen, dass sie sic nicht so schnell regenerieren können wie „normale“ Menschenzellen und das macht man sich zunutze.

Die Wirkstoffe, welche das zellwachstum verhindern machen nur einen kleinen Teil aus, sondern die Pillen enthalten noch viele andereSachen gegen die schlimmsten nebenwirkunen(die können aber wieder welche hervorrufen).

OK aber zu den Schmerzen von deinem Vater.
Nun die chemo verhindert das Zellwachstum richtig?

also alles Gewebe was auf eine schnelle Wachstumsrate angewiesen ist, ist auf einmal stark eingeschränkt. Nun überlege wo ständig neue Zellen „produziert“ werden.

Vor allen eben in Schleimhäuten (Darmsystem, Rachen, haare, Haut)
Wenn also z.B. dein Vater kleine Wunden hat so kann der Körper sie nicht schließen da ja die chemo das verhindert, also kann es sein das es sich entzündet/mehr Erreger in den Organismus eindringen können/evtl. brauchen auch blaue flecke längerzum heilen)

OK das sind so die ersten Sachen die auftreten, bei einer chemo.

Doch die auswirkungen steigern sich mit der Zeit weil trotzdem der ganze Körper auf die Zellregenerierung angewiesen ist.

ABER informiere dich trotzdem anderswo frage Ärzte oder lse ein Buch darüber, denn ic habe das Thema nur leidlich angeschnitten, viel weggelassen und evtl hat sich ein Fehler eingeschlichen, denn das sind Stoffe die auf den ganzen Körper wirken.

Und nochma zur Frage: Ja andere haben auch sehr darunter zu leiden (habe ein ca.10 jahre altes Mädchen in der Bekanntschaft mit krebs).
Es liegt auch viel darin das der Patient und das Umfeld nicht aufgibt.

Hoffe es hat dir geholfen
Rob

Hallo SilentTears,

die Chemo ist wirklich kein Zuckerschlecken. Mein Großvater hatte vor einigen Jahren Prostatakrebs. Er hat die Chemo eigentlich ganz gut vertragen. Ihm war zwar auch übel und er hatte ebenfalls Magenschmerzen, aber ihm sind nicht mal die Haare ausgefallen.

Bei meiner Tante, die an Lympfdrüsenkrebs litt, sah die Sache ganz anders aus. Sie konnte wehrend der Therapie kaum etwas essen, hat fast alle Körperhaare verloren und hatte zudem mit offenen Füssen und starken Schmerzen zu kämpfen.
Bei beiden hat die Chemotherapie geholfen.

Es ist wirklich furchtbar einen geliebten Menschen so leiden zu sehen, zumal ein Erfolg nicht garantiert ist. Aber in vielen Fällen lohnt es sich durchzuhalten. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben.

Wünsche trotzallem ein schönes Fest!
Gruß
Annette

Hallo,

meine Großtante muss eine andere Wirkstoffkombi (auch Lebermetastasen vom operierten Darmkrebs) bekommen haben, da die Ärzte von Anfang an sagen konnten, das Haarausfall bei dem Medikament weniger dazu gehört.
Übel war ihr ganz stark und an den Händen und Füßen bekam sie tiefe Schrunden, alles platze auf, insgesamt ging es ihr überhaupt nicht gut, auch teilweise bis zu 2 Wochen.
Leider hat ein Arzt ein mal zu hoch dosiert, entgegen der Absprache, was zu einem allergischen Schock führte und es 1 Stunde dauerte, bis der Arzt sie „wieder da“ hatte.
Nach dem Erlebnis wollte sie natürlich nur noch niedrigere Dosierung. Das ging auch, dafür dauerte das ganze dann aber doppelt so lange, es lohnt sich also da mit den Ärzten zu sprechen.
Sie hatte nun einen kranken Mann zu Hause zu pflegen, der sonst nur in eine recht miese Kurzzeitpflege gekommen wäre, wenn Dein Vater meint, das er sich da im KH wohl fühlen würde, warum nicht.
Kommt ja darauf an, wieviel Ihr im helfen könnt.
Ich bin immer mindestens eine Autostunde entfernt und konnte nur bedingt helfen.
Was ihr half war 1. selbstgemachter Ingwertee gegen die Übelkeit, und das hielt sie aufrecht, weil sie besser essen und trinken konnte, 2. Hände und Füße dauereincremen 3. habe ich sie behandelt (osteopathisch) und ihre sonstigen Einschränkungen damit so lindern können, das sie es besser aushielt.

Vorallem wichtig für mich zu wissen wäre auch: Wenn eine
Person die Chemo körperlich nicht verträgt (also viele
Nebenwirkungen), heißt das dann auch gleichzeitig, dass die
Chemo gar nicht erst gegen den Krebs wirkt?

Das kann ich Dir nicht beantworten, würde aber eher denken, das sie dann erst recht wirkt, da eben alles Wachstum verhindert wird, wie unten angedeutet, können Zellen dann nicht so gut regenerieren, es kommt zu Wunden etc…

Meine Großtante geht nun regelmäßig zu den Kontrollen und bis jetzt, also 6 bis 9 Monate nach der Chemo sieht alles gut aus, wir hoffen natürlich, das es länger so bleibt.
Da mein Großonkel inzwischen verstorben ist kann sie auch langsam wieder anfangen zu leben, also Dinge zu tun, die sie möchte und wann sie möchte. Vermissen tut sie ihn trotzdem, aber diese Freiheit tut ihr gut und macht ihr Mut.
Also beistehen, evtl mal Ingwertee probieren, Mut machen, einfach dasein.

Gruß
Kathy

Hallo,

Wie sind eure Eerfahrungen? Kennt ihr Menschen, die auch Chemo
bekommen oder seid/wart ihr selbst schonmal betroffen?

Drei Familienmitglieder mit Brustkrebs und Darmkrebs, eine hatte einen Zyklus Chemo, eine zwei Zyklen und eine deutlich mehr, ich weiß nicht mehr wieviele.

Die Wirkungen waren je nach Wirkstoff und Dosierung unterschiedlich. Normalerweise das übliche Programm: schlecht, Haarausfall, Infektionen, …
Aber ich erinnere mich, dass es eine Chemo gab, bei der der Patientin weder schlecht war noch ihr die Haare ausgefallen sind. Die Therapie hat (zumindest kurzfristig) angeschlagen.

Vorallem wichtig für mich zu wissen wäre auch: Wenn eine
Person die Chemo körperlich nicht verträgt (also viele
Nebenwirkungen), heißt das dann auch gleichzeitig, dass die
Chemo gar nicht erst gegen den Krebs wirkt?

Was ich bis jetzt so mitbekommen habe, ist der (Aber)glaube eher andersherum: Je schlechter es geht, umso mehr wird auch der Krebs angegriffen.
Zumindest ist das eine gute Durchhalteparole…

Viele Grüße
Kati

Hallo,

eine Chemotherapie ist beinhart, weil sie eben alles plattmacht,
sowohl die „guten“ wie auch die „aggressiven“ Zellen.
Und darüber, ob sie in allen Fällen eine sinnvolle Angelegenheit
ist, kann man sich auch trefflich streiten.

Ich kann Dir zum einen, als begleitende Maßnahme zur Chemo, eine
Misteltherapie empfehlen. Der Vorteil ist, daß der Patient sich
wohler fühlt, warme Hände bekommt und wieder Appetit entwickelt.
Sie wirkt überwiegend im seelischen Bereich, ein Umstand, der den
meisten Schulmedizinern, die diese Therapie als völlig unwirksam
belächeln, nicht bekannt ist.

Bei einer Chemotherapie wird außerdem die komplette Darmflora
zerstört, auch dieser Punkt wird eigentlich immer von den Ärzten
nicht berücksichtigt. Es gibt in der Apotheke aber entsprechende
Nahrungsergänzungsmittel, die entsprechende Darmbakterien enthalten.

Des weiteren möchte ich Dir (aus eigener Erfahrung resultierend)
folgendes empfehlen: Frage den behandelnden Arzt klipp und klar,
ob diese Metastasen nicht operativ entfernt werden können, denn das
ist eigentlich die normale Vorgehensweise.

Und lass Dich dabei bloß nicht abwimmeln, sondern sei hartnäckig.

Dann weißt Du zumindest genau, wie die Prognose bei Deinem Vater
aussieht, ob ein Ende der Chemotherapien absehbar ist, und ob man
eventuell auch andere Behandlungsalternativen ist Auge fassen sollte,
damit das Leben für Deinen Vater - trotz Krebs - weiterhin lebenswert
ist.

Hier noch ein Link zur Misteltherapie.

http://www.biokrebs-heidelberg.de/
http://www.anthroposophischeaerzte.de/

Liebe Grüße
Silbermaid

Hallo,

hast Du vielleicht die Möglichkeit, beim nächsten Mal mit Deinem Vater mitzugehen und den Arzt genauer zu fragen? Was ist sein Ziel? (manchmal gibt man bei Darmkrebs Chemo, um die Metastasen kleiner zu kriegen und sie dann wegzuoperieren. Eine Chemo ist bei bestimmten Voraussetzungen durchaus üblich nach Darmkrebsoperationen).
Und dann sprich doch den Arzt mal auf die Nebenwirkungen an. Es gibt ja einige hilfreiche Mittel, die es Deinem Vater leichter machen sollten (gegen Übelkeit, gegen Durchfälle etc.). Eventuell auch stationär.
Und falls es so schlimm ist, sollte überlegt werden, ob man vielleicht auf eine andere Therapie ausweichen kann.
Das muss aber der Arzt festlegen.
Falls Du eine Misteltherapie überlegst, dann besprich das genau mit einem Naturheilkundler (Naturheilkundliche Institute gibt es an den meisten Unikliniken). Es gibt auch noch andere unterstützende Medikamente wie Selen etc… Man kann aber auch da einiges falsch machen, das muss man ganz individuell besprechen! Bloss nicht von irgendeinem Heilpraktiker, der keine Ahnung von Schulmedizin hat - da KÖNNTEST Du Deinem Vater extrem schaden (Schulmedizin und Alternativmedizin sollten sich ja ergänzen und nicht gegenseitig schaden!)!
Sprich das alles mal ab - vielleicht wird es dann für Deinen Vater schon besser.
Dann gibt es wirklich noch einfache Dinge wie Salbeitee bei Entzündungen im Mund oder Ingwertee gegen Übelkeit, das muss er ausprobieren, ob ihm das hilft.

Die Verläufe der Chemotherapie sind übrigens immer unterschiedlich, bei manchen Patienten wird es von mal zu mal einfacher, bei anderen immer schwieriger. Bei manchen ist es wechselhaft.

Erstmal wünsche ich Dir und Deinem Vater viel Kraft!

Herzliche Grüße
Garlochi

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