Chinesisch

Hallo, ein Freund hat mich Folgendes gefragt, und da ich Japanisch lerne und nicht chinesisch kann ich ihm nicht so wirklich weiter helfen. Aber vielleicht weiß hier jemand Rat?
Besten Dank schonmal!

„An die die nen Plan von der Sprache haben:
Ich frag mich schon seit ner Weile wie des hinhaut dass man bei chinesischen Liedern den Text versteht? Die Phonetik geht ja dabei voll in Arsch, und somit muss dann ja zwangsläufig die Bedeutung der Silben zumindest teilweise eine andere/mehrdeutig sein. Woher weiss man dann was da so geht? Erschliesst sich dass dann aus dem Zusammenhang (wofür dann überhaupt den Act im normalem Sprachgebrauch?), oder sind gar nicht alle Dialekte (zwingend) phonetisch, so dass für sowas dann ein/mehrere bestimmte herhalten müssen damit man was versteht?
Man kläre einen Unwissenden auf. :smile:

Hallo! :smile:
Also soweit ich weiß, unterscheidet sich das bei Lieder zwischen den verschiedenen tonalen Sprachen mehr oder weniger stark.

Mandarin: Hier gibt es 4 Töne, aber sie werden nicht oder nur kaum hörbar mitgesungen. Das meiste wird tatsächlich vom Kontext her verstanden. Dabei ist das aber gar nicht so erstaunlich, da die meisten Wörter im Chinesischen sowieso mehrsilbig sind und das — auch ohne Töne — die Mehrdeutigkeit arg begrenzt. Ich habe auch mal getestet, einer Chinesin einen längeren Satz komplett nur im 1. Ton vorzulesen — sie hat ihn auch verstanden.

Kantonesisch: Hat 6 bzw. 7 Töne. Hier achtet man schon manchmal etwas mehr darauf, hab ich den Eindruck. Zumindest so, dass fallende Töne nicht dort kommen, wo die Melodie nach oben geht, u.Ä. Aber ehrlich gesagt, bin ich da nicht so vertraut mit.

Vietnamesisch: Hat auch 6 Töne. Und sie werden alle voll ausgesungen. Erstaunlicherweise scheint man bei vielen (allen?) Liedern die Melodie und die Töne aneinander anzupassen, jedenfalls harmoniert das sehr oft sehr schön miteinander.

Ich schätze, die anderen chinesischen Sprachen (Hakka, Wu, etc.) und andere tonale Sprachen (Yoruba, Tibetisch, etc.) liegen wahrscheinlich dazwischen.

Übrigens gibt’s auch tonale Sprachen, die sich pfeifen lassen und dann trotzdem noch verständlich sind. Pirahã aus Brasilien z.B. — dank seiner Töne und Unterscheidung zwischen langen und kurzen Vokalen und die Präsens von phonemischen glottalen Plosiven lässt sich die Sprache komplett pfeifen!

Liebe Grüße,

  • André

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die chinesen verwenden so gut wie nie nur ein wort allein. genauso wie auch der deutsche. nur hofft dieser auf den tag, an dem der chinese kommt und sagt: du hattest recht, wir sollten auch fuer jedes wort eine einzelregel, -schreibung und -betonung entwickeln:wink:

die betonung und die zusammensetzung ist alles, was der chinese braucht. genauso wie wir zum verstehn keine konjugierten und deklinierten verben, pronomen oder substantive bzw. adjektive braeuchten.

aber es werden wohl noch ein paar jahre ins land gehen, bis sich das aendert:smile:

mfg:smile:
rene