Ich hatte schonmal hier reingeschrieben „Zyste im Gallengang“.
Nachdem ich jetzt eine Woche lang mehrere Untersuchungen (MRT,CT und ERCP) über mich hab ergehen lassen, heißt die entgültige Diagnose Choledochuszyste. Im Januar soll diese nun entfernt werden, mitsammt der Gallenblase. Dafür soll ein Stück vom Dünndarm die Verbindung zwischen Leber und Darm bilden. Außerdem sind die Gallengänge, die vom Hauptgallengang in die Leber gehen wohl schon leicht „ausgefranzt“ und da soll auch irgendwas eingesetzt werden (stans, stons oder so???)
Meine Arzt sagte mir, dass das wohl was ziemlich seltenes ist, aber die OP eine gängige OP bei Krebspatienten ist. (biliodigestive Anastomose).
Kann mir jemand sagen, ob das wirklich so eine gänge OP ist und weiß vielleicht jemand Internet-Adressen, auf denen ich mich darüber näher informieren kann ???
Hallo Karin !
In der Tat ist die biliodigestive Anastomose kein außergewöhnlicher
Eingriff, der bei Tumorerkrankungen durchgeführt wird. Ziel ist es,
den Abfluß der Gallenflüssigkeit zu gewährleisten, damit kein Aufstau von Galle entsteht, welcher am Ende zu Gelbsucht oder gar zu einer Entzündung von Gallenwegen oder Bauchspeicheldrüse führen kann.
Bei den Stents handelt es sich um kleine Röhrchen, die operativ oder auch endoskopisch (also ohne OP) in den Gallengang eingesetzt werden
können. Auch sie dienen dazu, die Gallenwege offenzuhalten, damit die
Gallenflüssigkeit ungehindert abfließen kann.
Beide Verfahren sind, wenn sie von einem entsprechenden Facharzt durchgeführt werden, allgemein unkompliziert und mit keinem großen
Risiko verbunden. Sie brauchen also keine große Angst davor zu haben.
Diese Operationstechnik wird wie Dein Arzt schon gesagt hat, u.a. bei Patienten mit Krebs z.B der Bauchspeicheldrüse angewandt oder eben wie in Deinem Fall. Die Teile, die zusätzlich eingesetzt werden sollen heißen „Stents“ und sind aufdehnbare Metallgitter, mit denen die Gallengänge oder Gefäße aufgehalten werden können.
Leider gibt das Netz irgendwie nicht so viel handfestes her, das man empfehlen könnte. Wenn Du magst kann ich Dir aus einem Lehrbuch die entsprechenden Passagen scannen und mailen, dann hast Du zumindest mal eine Skizze der Operation. Falls Dir das was helfen würde, kannst Du Dich ja melden.
Wenn du das tun würdest, würd ich mich sehr freuen.
Du weißt nicht reinzufällig, wie die Nachbehandlung, die Dauer der Op, Dauer des Krankenhausaufenthaltes und Dauer des Krankenscheins ungefähr aussieht ???
Schonmal danke im voraus !!!
gruß
Karin
Wenn Du magst kann ich Dir aus einem
Lehrbuch die entsprechenden Passagen scannen und mailen, dann
hast Du zumindest mal eine Skizze der Operation. Falls Dir das
was helfen würde, kannst Du Dich ja melden.
Wie sieht das eigentlich direkt nach der OP aus? Komm ich wieder auf die normale Station oder is bei so einer OP erstmal Intensiv-Station angesagt ???
Und wie ist das mit der Ernährung nach der OP? Darf ich ein zwei Tage danach wieder was essen oder darf ich nur Flüssignahrung zu mir nehmen bzw. es gibt ja glaub ich auch die möglichkeit über einen Tropf ernährt zu werden oder ???
Komm ich
wieder auf die normale Station oder is bei so einer OP erstmal
Intensiv-Station angesagt ???
Um ein paar Tage Intensivstation wirst Du nicht herumkommen. Ist auch sicherer, da etwaige Komplikationen einfach schneller erkannt werden, wenn die Betreuung rund-um-die-Uhr optimal ist.
Und wie ist das mit der Ernährung nach der OP? Darf ich ein
zwei Tage danach wieder was essen oder darf ich nur
Flüssignahrung zu mir nehmen bzw. es gibt ja glaub ich auch
die möglichkeit über einen Tropf ernährt zu werden oder ???
Das wird von Zentrum zu Zentrum etwas unterschiedlich gehandhabt. Früher wurde man nach so einer OP ein paar Tage lang über den Tropf ernährt, heute geht man eher dazu über möglichst früh normal zu essen. Richte Dich mal auf so 1-3 Tage Tropf ein, danach geht’s langsam wieder mit Trinken, dann mit Essen los.
Die geplante OP ist an größeren Kliniken tägliches Brot, also von daher keine Sorge.
Ich verstehe bei Deiner Schilderung nur eines nicht: Wenn sowieso eine neue Verbindung zwischen Gallengang und Dünndarm geschaffen wird, wieso soll dann trotzdem noch ein Röhrchen (Stent) eingesetzt werden? Man hat doch bei der OP die Chance alle „ausgefransten“ Anteile zu entfernen. Vielleicht in Deinem speziellen Fall nicht, das kann man so nicht sagen. Aber ich würde das nochmal hinterfragen. Denn ein Stent kann wiederum verstopfen, verrutschen etc. und ist nach der OP durch die neuen Dünndarmverbindungen meist nicht zu wechseln. Also irgendwas ist für mich da nicht rund.
Kannst ja nochmal nachhaken wieso- und mir gerne mailen, wenn Du noch Fragen hast.
Grüße, Stephan