Cholesterinsenker

Hallo!
Habe heute erfahren, dass meiner SchwieMu von jetzt an ihr Simvastatin selber bezahlen muss. Ich werde noch mit der Ärztin sprechen, auch mit der AOK, aber vorab, wie ist hier die Meinung: Sie nimmt jede Menge Tabletten, Bisoprolol, Ramipril plus und normal, Marcumar, Palladon, Omep, Simva, Zoloft, schwache Herzleistung, Klappen undicht, die Ärztin sagt, ohne Marcumar geht’s gar nicht. Wäre das Simva ein Medikament in dem ganzen Reigen, das man guten Gewissens weglassen könnte?

Ich will ihr beilebe nichts wegnehmen, aber unnötig viel Pillen schlucken muss sie ja auch nicht und ihr steigen jedes Mal die Tränen in die Augen, wenn sie hört, was das Zeug kostet. Vielleicht hat es Zweck, angesichts ihres Gesundheitszustandes, falls man noch von Gesundheit sprechen kann, bei der Kasse zu intervenieren.

Gruß,
Eva

Hallo,
Zum Weglassen des Medikaments kann ich nichts sagen. Wie alt ist die Patientin?
Wegen der Kosten fällt mir die „Chronikerregelung“ ein, google mal danach. Man muss ja nur 1% der jährlichen Bruttoeinnahmen abzüglich diverser Freibeträge zahlen.

Sylvia

aber unnötig viel
Pillen schlucken muss sie ja auch nicht und ihr steigen jedes
Mal die Tränen in die Augen, wenn sie hört, was das Zeug
kostet.

Hallo Eva,
ich bin kein Mediziner, nicht einmal hobbymäßig. Aber Deine Frage hat mich an ein Buch erinnert, das ich kürzlich gelesen habe. Das möchte ich Dir empfehlen. Es geht unteranderem darum, dass Cholesterinsenker eigentlich nur der Industrie nützen. In vielen Fällen würde es schon mit einer guten und gesunden Ernährung gehen.
Ich meine nur, das Buch könnte Dich bei Deinem aktuellen Problem interessieren.

http://www.bol.de/shop/home/suche/;jsessionid=fdc-y3…

Gruss
PW

hochgefährliche populistische Literatur
Moin
Wenn ich nicht seit Mitte der 70er Jahre, also etwa 35 Jahre schon, hochselektive Cholesterin-Senker einnehmen würde, wäre ich wahrscheinlich schon genauso tot wie meine Eltern, die mir den hohen Cholesterin-Spiegel vererbt haben. Solche Bücher, die einen hohgen Cholesterinspiegel verharmlosen, sind brandgefährlich.
Heutzutage würde man einem Diabetiker ja auch nicht mehr raten, seinen Zuckerspiegel ruhig so hoch zu lassen, weil man weiß, die Lebenserwartung wird drastisch kürzer, wenn er kein Medikament einnimmt. Ähnlich verhält es sich mit dem LDL-Cholesterin.
Gruß,
Branden

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Grundsätzlich bin ich ja ein Freund davon, einen erhöhten Blutfettspiegel mit Ernährung und Bewegung in den Griff zu bekommen. Gleiches gilt für erhöhten Blutzucker.

Allerdings nur so lange es nicht im pathologischen Bereich - wirklich pathologisch, und nicht nur vom Arzt so bezeichnet. Auch bei vererbten, sehr hohen Chol. kann man mit Ernährung alleine nichts ausrichten.

Aber diese Frau scheint offenbar richtig krank zu sein - bei den ganzen Medikamenten. Da so eine Aussage zu treffen, finde ich fahrlässig!!!

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Moin,
pöses Cholesterin…

Ich bin wirklich kein genereller ‚Feind‘ der Pharmaindustrie, deswegen aber alle Infos und Tabletten ohne Nachdenken zu schlucken finde ich auch nicht so prickelnd. Gerade beim Cholesterin lohnt es sich vielleicht mal eine zweite Meinung einzuholen. Die ist allerdings (noch immer nicht) so einfach zu finden. Ein ‚ich wäre schon tot…usw.‘ ist zwar eine Meinung, aber kein wirklicher Beleg - weder für den Sinn noch den evt. Unsinn von Cholesterinsenkern.
Zum Beispiel ist es davon abhängig welcher Art und wie hoch die Erhöhung ist…
Da hier niemand deine Schwiegermutter kennt…
Vielleicht findest du diesen ausführlichen Artikel interessant:
http://www.second-opinions.co.uk/mythos-cholesterin-…
und weißt dann evt. besser mit welchen Fragen du den Arzt deiner Schwiegermutter löchern solltest.
Gruss…lux

Aber diese Frau scheint offenbar richtig krank zu sein - bei
den ganzen Medikamenten. Da so eine Aussage zu treffen, finde
ich fahrlässig!!!

Hallole,
ja ja, ich habe es kommen sehen. Am Anfang habe ich versucht zu sagen, dass ich keinen medizinischen Rat geben kann und will, sondern nur ein Buch empfehlen, das ein paar Zusammenhänge erklärt.

Ich dachte, dass auch, wenn man die Medizin wirklich nehmen muss, man sich trotzdem für Zusammenhänge interessieren könnte.

Dass so eine Buchempfehlung fahrlässig ist, das ist für mich jetzt auch eine neue Erfahrung.

Tschulligung, ich nehme alles zurück. Glaub dem Doc und lese lieber die Apothekenrundschau!

Gruss
PW

Hi Branden,

so richtig wissenschaftlich ist Deine Aussage aber auch nicht:

hochgefährliche populistische Literatur

Der Schreiber ist übrigens Wissenschaftler.

Schöne Grüsse
PW

Danke @ alle
Hallo!
Heute nacht ist SchwieMu gestürzt, jetzt steht erst einmal Badumbau an. Werde beim nächsten Arztbesuch das Cholesterinthema anschneiden.

Mir geht es darum, dass grade bei so zahlreichen Medikamenten die Liste ab und zu durchgeflöht wird, unter dem Aspekt von Sinn und Nutzen. SchwieMu nimmt schon Omeprazol und MCP, weil ihr Magen gegen das ganze Zeug rebelliert. Und mich wundert, dass ein offenbar doch wichtiges Medikament, speziell in ihrer Situation, dem mehr oder weniger gut gefüllten Portemonnaie des Patienten anheimgestellt wird.

Gruß,
Eva

Hallo,

ich hoffe der Schwiegermutter geht es nach dem Sturz gut!

Die Cholesterinsenkerverordnung ist immer wieder ein Streitfall. Bei Herzkreislaufrisiko bzw. bestehender Erkrankung, ist sicherlich aber über einen Cholesterinsenker nachzudenken. Wenn dies aber in der Krankenhistorie Ihrer Schwiegermutter vorliegt, verstehe ich nicht so ganz warum Simvastatin nun selbst bezahlt werden muss (geht es um einen höheren Eigenanteil oder eine volle Selbstzahlung durch Privatverodnung?)

Die Kriterien für die Verodnungsfähigkeit von Cholesterinsenkern wurden 2009 geändert und die Anwendung zu „rationalisieren“. Cholesterinsenker sollen nun nur noch zu Lasten der gesetzlichen Krankenvericherung verodnet werden, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen (durch bestimmte „SCORE“-Werte ermittelt sog. Framingham/PROCAM-Score).

In sofern sollte der Arzt Ihrer Schwiegermutter prüfen, ob eine Verodnung zu Lasten der GKV möglich ist, bzw. falls nicht ob sie troztdem sinnvoll ist.

Es grüßt Galenos

Hallo, Galenos!

ich hoffe der Schwiegermutter geht es nach dem Sturz gut!

Danke der Nachfrage, ja. Zum Glück ist sie auch nicht auf die grade operierte Hand gefallen.

geht es um einen
höheren Eigenanteil oder eine volle Selbstzahlung durch
Privatverodnung?)

Letzteres. Ich habe eigens in der Praxis nachgefragt, aber man sagte mir, nur wenn sie ein Herzinfarkt gehabt hätte oder einen Bypass hätte oder wenn die Eltern an Herzinfarkt verstorben wären, könnte Simvastatin verschrieben werden. Aber man hat mir dort auch gesagt, Haltegriffe fürs Bad wären nicht verordnungsfähig. Nachfrage bei der Krankenkasse ergab, dass solche Griffe durchaus verordnungsfähig sind, nur nicht solche aus dem Baumarkt, sondern die Stützgriffe aus dem Sanitätsfachhandel. Am Donnerstag muss ich mit SchwieMu zum Quicktest, da werde ich mit der Ärztin selbst über das Simva sprechen.

Danke Dir!
Gruß,
Eva

Hallo Eva,

man hat mir dort auch gesagt, Haltegriffe fürs Bad wären nicht
verordnungsfähig. Nachfrage bei der Krankenkasse ergab, dass
solche Griffe durchaus verordnungsfähig sind, nur nicht solche
aus dem Baumarkt, sondern die Stützgriffe aus dem
Sanitätsfachhandel.

wenn das stimmt, wundert mich nicht, dass das Gesundheitswesen so kostspielig ist. Welche Stützgriffe kosten mehr, die aus dem Baumarkt oder die aus dem Sanitätsfachhandel?

Als ich mir vor kurzem E-Mobile für Behinderte anschaute, fand ich neben anderen bestimmte Modelle, die den Vorschriften der Krankenkassen entsprächen. Auf die Frage, worin sie sich unterscheiden, sagte der Fachhändler: „Eigentlich in nichts, außer im Preis.“
Rate mal, welche billiger waren.

Montanus