Hallo Zwergenbrot,
Ich würde nicht in dieses Forum schreiben, wenn ich nicht eine
Frage hätte.
Vor einiger Zeit las ich folgende Stelle:
Drittes Buch Mose, Kapitel 18, Vers 22
„Kein Mann darf mit einem anderen Mann geschlechtlich
verkehren; denn das verabscheue ich.“
Auch im sogenannten neuen Testament wird die Ausübung von Homosexualität klar verurteilt.
1.Korinther 9,10
9 Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, 10 noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich erben.
Nun weiß ich ja, dass man über viele Bibelstellen erstmal
ordentlich nachdenken sollte, bevor man darüber urteilt.
Doch ich komm nicht ganz hinter, hinter diese Stelle.
Soll das heißen, dass die Kirche keine Homosexuellen
akzeptieren kann.
Du mußt hier klar zwischen dem unterscheiden, was in der Bibel steht, dem was die Kirchen offiziell lehren und dem was engagierte Gruppen propagieren.
Wenn man gemäß der Bibel lebt, ist ausgelebte Homosexualität genausowenig akkzeptabel wie außerehelicher Geschlechtsverkehr, Diebstahl oder Totschlag.
Eine Diskrepanz zwischen den biblischen Vorgaben und den kirchlichen Lehren entstanden nach dem Tod der Apostel, Jesu.
Zunächst fanden griechische Philosophien in die christlichen Lehren einzug (Kolosser 2:8). Spätetens nach dem das Christentum zur Staatsreligion wurde, mußten viele Lehren und Haltungen der Staatsdoktrin angepaßt werden.
Beispielsweise, dass Kriegsdienst für einen Christen akkzeptabel ist.
Die Geschichte der letzen beiden Jahrtausende zeigte dann, wie flexibel der „göttliche Wille“ den Erfordernissen der Kirche angepaßt werden kann.
In dem 20.ten Jahrhundert und insbesondere in den letzten Jahrzehnten haben sich die Verhältnisse dramatisch verändert.
Die Kirche hat ihre Machtposition eingebüßt und es gab einen dramatischen Wertewandel.
Die evangelische Kirche reagiert in weiten Teilen darauf, dass sie ihre Lehren den veränderten Werten in der Bevölkerung anpaßt.
Hier gibt es homosexuelle Bewegungen, die sich dafür engagieren, dass die Homosexualität in der evangelischen Kirche völlig akkzeptiert wird. Da Homosexualität mittlerweile in der Bevölkerung akkzeptiert wird und die Ablehnung der Homosexualität als politisch unkorrekt gilt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die evangelische Kirche die Homosexualität rehabilitiert (falls es noch nicht geschehen ist).
Die katholische Kirche ist bekanntermaßen sehr träge, was die Änderung von Lehren betrifft. Hier wird es weiterhin so bleiben wie bisher. Die Homosexualität wird offiziell als Sünde angelehnt und die meisten werden es ignorieren.
Ich habe mal einen schwulen Christen darauf angesprochen und
der meinte, es gäbe später im neuen Testament eine Stelle, wo
man das erklärt bekommt. Leider hatten wir nicht mehr die Zeit
näher darauf einzugehen.
Wie gesagt, die Bibel hat einige einfache und klare Aussagen gemacht, welche die ausgelebte Homosexualität verurteilen. Es bedarf wohl einiger geistiger Klimmzüge , um das Gegenteil herauszulesen.
Gruß
Carlos