Christenverfolgungen im alten Rom

Guten Morgen,

im alten Rom wurden die Christen bekanntlich verfolgt. Warum? Nur weil sie Christen waren?
Nach meiner Kenntnis waren die alten Römer gegenüber den Religionen der eroberten Völker recht tolerant, haben sie lediglich als anderen Ausdruck/Ausprägung ihrer eígenen Götterwelt angesehen und sie daher nicht angetastet.
Wer weiß was darüber?

Danke, Stucki

Der religiöse Hauptgrund
Christen- und Judentum haben einen sehr exklusiven Gottesbegriff: das erste Gebot. Die Römer waren aber nur so lange tolernant, wie auch ihre eigene Götterwelt incl. Kaiserverehrung akzeptiert wurde.

Gerade die Sache mit dem „vergöttlichten Caesar“ spielte aber stark ins politische. Als die Christen da nicht mitmachten, wurden sie untragbar.

Andreas

Guten Morgen,

im alten Rom wurden die Christen bekanntlich verfolgt.

Naja, „bekanntlich“ kann man so auch nicht sagen. Jedenfalls wurden die nicht dauern und ständig verfolgt, sondern es gab eher einzelen Verfolgungen, jedoch bei einem unsicheren Rechtsstatur (religio licita erst Anfang 4.Jh.)
Warum?

Nur weil sie Christen waren?
Nach meiner Kenntnis waren die alten Römer gegenüber den
Religionen der eroberten Völker recht tolerant, haben sie
lediglich als anderen Ausdruck/Ausprägung ihrer eígenen
Götterwelt angesehen und sie daher nicht angetastet.
Wer weiß was darüber?

Nur kurz (mangels Zeit): Das antike Religionsverständnis ist kaum mit dem unseren vergleichbar. Es gab eine Vorstellung einer engen Verbindung zwischen religio, Kult und Ordnung des Kosmos. Ein jeder sollte in dem traditionellen „Volksnomos“, d.h. in den Traditionen und Kulthandlungen, seiner Vorfahren zum Erhalt des Kosmos und damit auch des römischen Imperiums beitragen. Die Christen jedoch sah man als eine Neuerung an („Neuerung“ ist im antiken Denken ein Disqualifikationsgrund). Die Christen hätten sich von dem traditionellen Nomos ihrer Vorfahren abgewandt. In Zeiten außen- und innenpolitischer Krisen, so im 3. und 4. Jahrhundert, war man an einer inneren Festigung des Reiches interessiert (Kaiserkult), dem die Christen sich verweigerten… naja, und einen Sündenbock zu haben ist ja nie schlecht.

Aus dem Brief Plinius’ des Jüngeren an Trajan (112 n. Chr.) geht jedoch sehr deutlich hervor, daß es auch wirtschaftliche Gründe gab. Plinius hält die Christen zwar für völlig irre (da sie einer ‚unvernünftigen‘ Religion anghören), aber harmlos. Sein Problem ist es, daß diejenigen, die Gegenstände für den Opferkult herstellen sowie die Metzger, die ja die Tiere schlachten, sich bei ihm über die Christen beschweren, da diese geschäftsschädigend seien.

Und mit der Toleranz der Römer wäre ich eher vorsichtig. Das war Machtpolitik. Wenn ihnen ein Volk ansonsten nicht genehm war, zerstörte man schon mal gerne Tempel (und man wußte beim Jerusalemer Tempel sehr genau, was man da tat).
Grüße,
Taju

Hallo, Andreas!

Was die (gemeinsame) Geschichte von Caesar und Jesus betrifft, fand ich das Buch von Francesco Carotta: „War Jesus Caesar“
ä u ß e r s t interesaant.
Und: glaubst du eigentlich immer noch an die „Wahrheit“ der Geschichtsbücher und des Geschichtsunterrichts?
Und warum haben wir den immer als soooo langweilig empfunden?
Weil sie tote ist (und eben glz erfundene)?
Caesar, und v.a. seine nachfolgenden „Caesaren“ (Kaiser) brauchten die Idee „wiederkehrender“ vielleicht genauso wie Jesus, äh, seine Thronerben Petrus und Paulus.

Gristliche Krüße, moin, manni

Hallo Stucki,

Nach meiner Kenntnis waren die alten Römer gegenüber den
Religionen der eroberten Völker recht tolerant, haben sie
lediglich als anderen Ausdruck/Ausprägung ihrer eígenen
Götterwelt angesehen und sie daher nicht angetastet.

In Rom war die Ausübung von fast jeder Art Religion erlaubt, solange man auch den Kaiserkult pflegte. Der Kaiserkult wurde als bedeutender Faktor angesehen, der das Reich vereinte. Wer sich nicht daran beteiligte, wurde als Staatsfeind betrachtet. Christen pflegten diesen Kult nicht.
Weiterhin übten Christen keine Berufe oder Ämter aus, die sie nicht mit ihren Gewissen vereinbaren konnten.
Der Militärdienst kam hicht in Frage, ebensowenig normale Staatsämter, weil man dem Kaiser Opfer darbringen musste.

Christen gingen nicht zu Theateraufführungen mit unsittlichen Inhalt und zu grausamen Vorführungen in der Arena. Stattdessen versammelten sie sich regelmäßig in „obskuren“ Treffen.

Damit war offensichtlich, dass die Christen Staatsfeinde waren.
Es gab auch Gerüchte über diese unbeliebte Minderheit, z.B. über die kanibalistischen Riten, die sie ausübten.

Die Verfolgung der Christen war somit naheliegend.

Gruß
Carlos

kulte im alten Rom
hallo!

den rörmern war es gleichgültig, welche götter die eroberten anbeteten. sie waren polytheisten, da ist sozusagen alles erlaubt. es gab also keinen religiösen grund, irgendwelche kulte zu verfolgen. außerdem wurden auch nicht nur christen verfolgt, und schon gar nicht deswegen, weil sie christen waren. damals gab es alle möglichen religiösen kulte aus dem vorderasiatischen raum, die modern waren und immer mehr anhänger hatten. das christentum war zufällig einer davon. die meisten dieser kulte propagierten sexuelle promiskuität, gruppensex und „heilige hochzeiten“. nur einige wenige propagierten genau das gegenteil: ehelosigkeit, enthaltsamkeit und sogar kastration. das römische reich fraß steuern. um steuern einzuheben braucht man menschen. alle antisexuellen kulte wurden verfolgt, weil sie keine kinder sprich steuerzahler, produzierten. darunter fiel auch das christentum. den juden wurde die beschneidung verboten, weil die römer das als kastration mißverstanden. mit religion hat es nichts zu tun.

grüße lehitraot.

Hallo,

den rörmern war es gleichgültig, welche götter die eroberten
anbeteten. sie waren polytheisten, da ist sozusagen alles
erlaubt.

Erlaubt war, was sich aus der Geschichte eines Volkes erklären ließ, einen neuen Kult hinzuzunehmen, war so lange legitim, solange man damit nicht politisch gefährlich war oder sich dadurch gegen die Tradition stellte.
es gab also keinen religiösen grund, irgendwelche

kulte zu verfolgen. außerdem wurden auch nicht nur christen
verfolgt, und schon gar nicht deswegen, weil sie christen
waren. damals gab es alle möglichen religiösen kulte aus dem
vorderasiatischen raum, die modern waren und immer mehr
anhänger hatten. das christentum war zufällig einer davon. die
meisten dieser kulte propagierten sexuelle promiskuität,
gruppensex und „heilige hochzeiten“. nur einige wenige
propagierten genau das gegenteil: ehelosigkeit, enthaltsamkeit
und sogar kastration. das römische reich fraß steuern. um
steuern einzuheben braucht man menschen. alle antisexuellen
kulte wurden verfolgt, weil sie keine kinder sprich
steuerzahler, produzierten. darunter fiel auch das
christentum.

Naja, nicht alle antisexuelle, sagen wir lieber asketische Richtungen wurden verfolgt. Askese war d-a-s Merkaml eines heiligen Mannes, ob nun christlich oder nicht. Die Philosophie des zweiten Jahrhunderts propagierte immer mehr das asktetische Leben und der berühmte Kaiser Julian war immerhin auch Neuplatoniker. Die sogenannten Christenverfolgungen waren dafür auch zu kurzfristig angelegt, als das eine Erklärung annehmbar ist, man hätte damit die Kinderproduktion erhöhen wollen. An sexuelle Ausschweifungen der östlichen Kulte sollte man so ohne weiteres nicht glauben, da ist man in der Regel sowohl paganer als auch christlicher Polemik aufgesessen.

den juden wurde die beschneidung verboten, weil

die römer das als kastration mißverstanden. mit religion hat
es nichts zu tun.

Das wußte ich noch gar nicht. Kannst Du mir dazu eine Jahreszahl/Quelle nennen?

Grüße,
Taju

hi,

Askese war d-a-s Merkaml eines
heiligen Mannes, ob nun christlich oder nicht.

nun, das stimmt einfach nicht global. in vielen nah- und fernöstlichen kulten war genau das gegenteil der fall. was heißt war? auch heute noch gibt es asketische religionen und auch hedonistische kulte, grade auf sexuellem gebiet.

An sexuelle Ausschweifungen der östlichen Kulte sollte
man so ohne weiteres nicht glauben, da ist man in der Regel
sowohl paganer als auch christlicher Polemik aufgesessen.

ich glaube nicht:
http://www.liveindia.com/khajuraho/2.html
http://www.liveindia.com/khajuraho/4.html

und was ist mit tantra und anderem religiös überhöhtem gruppensex? das ist keine propaganda, das gab es und gibt es immer noch!

grüße lehitraot.