Geht es eigentlich nur mir so?
Ich habe das Gefühl, der Weihnachtsmann verdrängt das Christkind und das find ich unglaublich schade.
Ich hab meiner Tochter anfangs erzählt, das Christkind bringt die Geschenke. Später gingen wir dann dazu über, dass das Christkind nicht alle Geschenke selbst bringen kann, nur einen Teil. Und es besucht auf jeden Fall alle Herzen und Gedanken und kann so den Anstoß dafür geben, dass z.B. die Eltern, Geschenk xy kaufen. Inzwischen sind wir bei dem Status, dass Eltern etc. Geschenke besorgen, aber das Christkind trotzdem vorhanden ist - in unseren Gedanken, unsichtbar mit seinen Engeln um uns herumflatternd, sich um uns sorgend und halt (s.o.) in den Gedanken der Menschen dafür sorgt, das Wünsche in Erfüllung gehen.
Hinter dieser Geschichte kann ich voll und ganz stehen, ohne das Gefühl zu haben, mein Kind anzulügen. Denn für mich ist das Christkind existent - es ist für mich Jesus und somit die Basis unseres christlichen Glaubens und unserer Gesellschaft (obwohl ich selbst mich jetzt nicht als absolut gläubigen Christen bezeichnen würde…).
Jetzt drängt sich immer mehr dieser dicke Weihnachtsmann rein. Und ich weiß nicht, wie ich den hätte erklären sollen. Bei der Weihnachtsmann-Geschichte wäre ich mir als Lügnerin vorgekommen.
Der Weihnachtsmann steht für mich irgendwie für reinen Kommerz. Der fährt rum und bringt Geschenke. Punkt.
Das Christkind bringt für kleine Kinder die Geschenke, später gibt es halt nur den Anstoß dafür. Aber es bringt - für mich - noch mehr: Liebe, Zeit zum Innehalten, Freude etc. Also das, was für mich Weihnachten ausmacht.
Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich ganz allein auf der Christkind-Front „kämpfe“. Fängt schon bei Weihnachtsbüchern an. Finde es kuschelig, sich in der Weihnachtszeit auch Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Es ist aber inzwischen echt schwierig geworden, irgendwelche Bücher mit kindgerechten, netten Engelsgeschichten zu bekommen. Über Weihnachtsmänner - kein Problem.
Wüßte gerne mal, wie andere das sehen.
Geht bei meiner Tochter übrigens wunderbar, dass sie sich lange ihren Christkind-Glauben erhält: Wenn sie ankam, und sagte, xy sagt aber, es gibt kein Christkind, konnt ich immer erwidern: Das Christkind kommt nur zu denen, die an es glauben. Bei den anderen kommen die Geschenke von den Eltern. Das war für sie dann vollkommen logisch.
Und wie gesagt - ich glaub ja heute noch ans Christkind 
Gespannt auf Antworten,
Brigitte