Christliche Judenretter

Hi!
Wer kann mir was zu christlichen Judenretter zwischen 1933-1945 sagen? Es geht explizit um christliche Retter. Bin für jeder Art von info dankbar.

DAnke

Rene

Wer kann mir was zu christlichen Judenretter zwischen
1933-1945 sagen? Es geht explizit um christliche Retter. Bin
für jeder Art von info dankbar.

Hallo Rene,
1947 wurde in Israel zur Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der Juden durch Nationalsozialisten die Gedenkstätte Yad Vashem eröffnet. Seit 1963 wählt eine Kommission, die von einem Richter des obersten Gerichtshofs geleitet wird, Menschen aus, denen der Titel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen wird. Diese werden in einer „Liste der Gerechten“, die von Yad Vashem herausgegeben wird, veröffentlicht. Außerdem gibt es in Yad Vashem eine „Allee der Gerechten“, wo zu Ehren dieser Menschen Bäume gepflanzt werden.

Die „Liste der Gerechten“ enthält mittlerweile ca. 19700 Einträge. Darunter dürften auch etliche Christen sein - womöglich stellen sie die Mehrzahl. Eine diesbezügliche statistische Untersuchung gibt es meines Wissens nicht. Willst Du eine erstellen? Anders gefragt, glaubst Du, es handle sich da um eine Frage des religiösen Bekenntnisses - und nicht um eine Frage menschlichen Anstands, die mit dem religiösen Bekenntnis absolut nichts zu tun hat?

Freundliche Grüße,
Ralf

Nachtrag: Link
http://www.yad-vashem.org.il/righteous/index_righteo…

1 „Gefällt mir“

Hallo René,

das Institut für Antisemitismusforschung in berlin hat gerade eine Studie laufen, aus welchen Motiven Menschen Juden versteckt haben.
Sicher wirst Du dort fündig oder schreibst mal eine Mail hin.

Viele Grüsse

Iris

Hi ralf!
darum gehts mir net, abe rich muss ein referat halten über siese thema, und der schwerpunkt liegt auf dem CHRISTLICH…das es noch andere helfer gab ist schon klar.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

darum gehts mir net, abe rich muss ein referat halten über
siese thema, und der schwerpunkt liegt auf dem
CHRISTLICH…das es noch andere helfer gab ist schon klar.

Hi Rene,
hmmm … was heisst christlich in diesem Zusammenhang? Genügt es z.B. schon, als Kind christlich getauft worden zu sein? Ich vermute mal, Dein Lehrer meint Angehörige des christlichen Klerus. Da ist es jedenfalls eindeutig, dass solche Leute ein reflektiertes Selbstverständnis als Christen haben und ihre Handlungen vermutlich auch als christlich motiviert bezeichnen würden.

Als Tip mal die Namen einiger Fälle (eigene Recherchen kann und will ich Dir nicht ersparen):

Abbé Joseph André und Père Bruno Reynders - retteten in Belgien in Zusammenarbeit mit dem jüdischen Untergrund hunderten von jüdischen Kindern das Leben.

Père Marie-Benoit - Kapuzinermönch, organisierte die Flucht von Juden aus Südfrankreich nach Spanien und der Schweiz. Floh vor der Gestapo nach Rom, wo er im Kapuzinerkolleg erneut eine Fluchthilfeorganisation aufbaute.

Monsignore Guiseppe Nicolini, Padre Rufino Niccaci und Padre Aldo Brunacci - leiteten eine Fluchthilfeorganisation in Assisi.

Mutter Marie Skobtzova - Nonne russischer Herkunft, leitete eine Fluchthilfeorganisation in Paris. Im KZ Ravensbrück ermordet.

Dann gibt es natürlich auch noch ‚prominentere‘ Namen, z.B.:

Joseph Höffner, später Bischof von Münster, Kardinal und Erzbischof von Köln, 1976 bis 1987 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz - versteckte ein jüdisches Mädchen im Pfarrhaus; seine Schwester Helene versteckte auf seine Bitte ein halbes Jahr lang ein jüdisches Ehepaar in ihrem Haus. Das klingt vergleichsweise wenig spektakulär, aber auch diese beiden riskierten ihr Leben.

Dietrich Bonhoeffer sprach sich (auch) gegen die Verfolgung der Juden aus und wurde dafür von den Nazis ermordet. Übrigens wurde ihm - da keine konkrete Hilfeleistung belegt werden konnte - der Ehrentitel eines ‚Gerechten unter den Völkern‘ bislang versagt.

Freundliche Grüße und viel Erfolg mit Deinem Referat,
Ralf