Zitat:
Ich schlage vor, wir lassen das dahingestellt. Die Formulierung mit „an“ im Kontext des Verbs „arbeiten“ habe ich im DUDEN entdecken können, der mir in diesem Fall keineswegs normativ, sondern deskriptiv vorzugehen scheint. Solange du keine Argumente nennen kannst, warum ein anderes Verb obligatorisch einen Wechsel der Präposition verlangt, erscheint mir diese Debatte jedoch substanzlos. Worauf wir uns gerne einigen können, sind die Formulierungen „mit der Maschine“ (angegeben im DUDEN-Bedeutungswörterbuch) oder „maschinell“. Die beiden anderen Varianten sehe ich als umstritten an; falls es dich interessiert, kann ich versuchen, dazu weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
Gruß
Christopher
Zitat Ende
Hallo Christopher.
Dass der Duden für das Verb ‚arbeiten‘ die Präposition ‚an‘ angibt ist richtig, wenn gemeint ist dass jemand aktiv eine Maschine bedient.Der Unterschied wird durch Fragen klar:
a)Wo arbeitet der Mann? An der Maschine.
b)Wo wird das Teil bearbeitet? Auf der Maschine. (Im Wortsinn, weil es sich auch dort befindet!)
c)[Womit? >>> ‚mit‘]
Hier ist aber ein anderes Verb, nämlich ‚bearbeiten, herstellen‘ verwendet worden. Nur wenn die Maschine selbst Ziel der Tätigkeit ist (z.B. Reparatur) wird ‚an‘ einer Maschine etwas bearbeitet.
Ansonaten wird ‚auf‘ oder ‚mit‘ einer Maschine etwas hergestellt oder bearbeitet.
Wenn der Duden hier deskriptiv vorgeht und auch bei dem Verb ‚bearbeiten‘ die Präposition ‚an‘ angibt, dann hat er sich geirrt oder keine Ahnung.
Werkstücke werden bei größeren Maschinen immer auf-, oder eingespannt. Sie befinden sich im Werkzeugbereich ‚AUF‘ der Maschine. Bei kleineren Maschinen, die man vornehmlich von Hand führt, kann man deshalb eher ‚mit‘ verwenden.
Das sind meine Argumente.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Hallo Alexander,
Der Unterschied wird durch Fragen klar:
a)Wo arbeitet der Mann? An der Maschine.
b)Wo wird das Teil bearbeitet? Auf der Maschine. (Im Wortsinn, weil es sich auch dort befindet!)
diese Ausschließlichkeit streite ich ab. Im ersten Fall handelt es sich um eine sehr häufige Verwendung der Präposition „an“, die nichts anderes bedeutet als „in räumlicher Nähe, in Kontakt mit dem im Dativ Stehenden“. Der Mann befindet sich bei der Maschine, fasst sie an, bedient sie und verrichtet auf diese Weise Arbeit. Dagegen stimme ich dir nicht zu, dass das Wort „auf“ im zweiten Satz im Wortsinn „in Berührung mit dem oberen Teil des im Dativ Stehenden“ zu begreifen ist – wie in „Das Buch liegt auf dem Tisch“ oder „Er sitzt auf dem Kirschbaum“. Zumindest ist das nicht, wonach Wladimir gefragt hat. An welcher Stelle der Maschine sich das Werkstück befindet, ist womöglich variabel, vor allem aber unbekannt und irrelevant; hier geht es um eine Benutzung der Präposition „auf“ im Sinne von „mithilfe“. Dass diese Verwendung standardsprachlich ist, bezweifle ich; selbst wenn sie von vielen verstanden wird und daher akzeptabel ist, handelt es sich meines Erachtens nicht um die einzige Lösung. Dass etwas „an einer Maschine“, also in deren unmittelbarer Nähe und in Berührung mit derselben, hergestellt wird, sehe ich durch die Semantik des Wörtchens „an“ gedeckt.
Wenn der Duden hier deskriptiv vorgeht und auch bei dem Verb ‚bearbeiten‘
die Präposition ‚an‘ angibt, dann hat er sich geirrt oder keine Ahnung.
Jein. Es besitzt sogar eine gewisse Aussagekraft, wenn der DUDEN „keine Ahnung“ hat. Ich schrieb bereits, dass ich die Formulierung „auf der Maschine“ für umgangs- oder fachsprachlich halte, für Handwerker- und Arbeiterdeutsch. Bei einer zahlenmäßig starken Berufsgruppe wie dieser kommt es natürlich zu stärkeren Vermischungen mit Standardvarianten des Deutschen als bei kleineren Gruppen. Daher mag die von dir präferierte Ausdrucksweise für Nicht-Maschinenarbeiter eher verständlich sein als ungewöhnliche Konstruktionen aus dem Biochemiker-, Postboten- oder Gärtnerdeutsch. Trotz allem gibt der DUDEN – ob absichtlich oder mangels Möglichkeit – nur in sehr begrenztem Maße fachsprachliche Besonderheiten wieder. Ich glaube dir gerne, dass dir und vielen deiner Kollegen die Formulierung „auf der Maschine“ geläufig ist und streite nicht ab, dass sie im rechten Kontext hinnehmbar ist. Ich sehe jedoch keinen Grund von meiner ersten Einschätzung („Beides ist möglich.“) abzurücken.
Gruß
Christopher