Chron. Blasenentzündung, antibiotikaresistent !

Durch Zufall kam vor Jahren bei einer Urinuntersuchung ein bakterieller Befund heraus miit einer Mikrohämaturie und Leukos waren ebenfalls drin. Nach Cotrimgabe keine Besserung. Dann bekam ich ein Langzeitantibiotikum (6Monate)Eine Woche nach Absetzen leider der selbe Befund. Eine Überweisung zu einem Nephrologen folgte. Ergebnis: ich muß damit leben (kann ich auch, da keinerlei Symptomatik) Mein Filtersystem sei wahrscheinlich zu „großporig“ und lasse darum die Erys durch. Ursache der Bakterien ??
Aktuell: Gestern wegen einer anderen Sache beim Urologen mit erneuter Urinabgabe. Bakterien 3-fach positiv. Dr. will wieder eine Zystospopie machen. Er guckte ziemlich besorgt.
Hat doch schon mal nichts gebracht. Habe doch eh immer Bakterien. Warum besteht er wieder auf diese unangenehme Prozedur? Habe ehrlich etwas „bammel“ Was will er damit ausschließen?
Gibt es jemanden der auch wie ich über Jahre Bakterien im Urin hat? Meine Niere ist NOCH in Ordnung.
Vielen Dank vorab.

Durch Zufall kam vor Jahren bei einer Urinuntersuchung ein
bakterieller Befund heraus miit einer Mikrohämaturie und
Leukos waren ebenfalls drin. Nach Cotrimgabe keine Besserung.
Dann bekam ich ein Langzeitantibiotikum (6Monate)Eine Woche
nach Absetzen leider der selbe Befund. Eine Überweisung zu
einem Nephrologen folgte. Ergebnis: ich muß damit leben (kann
ich auch, da keinerlei Symptomatik) Mein Filtersystem sei
wahrscheinlich zu „großporig“ und lasse darum die Erys durch.
Ursache der Bakterien ??

Stellen wir zunächst einmal fest, daß eine Blasenentzündung nicht antibiotikaresistent sein kann, sondern nur die sie verursachenden Bakterien.
Dieser Unterschied ist sehr wichtig.

  1. Bei einem ansonsten gesunden Menschen kann mit einer einmaligen Antibiotikagabe das Problem beseitigt werden, sog. „one-shot-Therapie“.

  2. Es ist ein Problem, aus dem Urin eine sichere Diagnose zu stellen. Beim Manne ist das zwar relative einfach, man nimmt Mittelstrahlurin.
    Anders bei der Frau: Der Urin läuft immer durch die Vulva ab - hier können bereits Bakterien in den Urin gelangen.
    Aus diesem Grunde bevorzugt man bei Frauen zur Diagnostik Katheterurin, was bei Frauen ja einfach ist. Eine Zystoskopie ebenfalls.

  3. Ein Antibiogramm aus Katheterurin sollte das Poblem lösen.

  4. Es gibt Frauen, bei denen von Natur aus die Harnröhre etwas duselig angelegt ist. Dadurch werdem beim Geschlechtsverkehr durch die Friktionen immer wieder Bakterien in die Harnröhre hineingerieben, die dann in der recht kurzen Harnröhre rasch in die Blase aufsteigen.

Da keinerlei Symptomatik besteht, sollte man sich nicht allzu viele Sorgen machen. Man draf nicht vergessen: Bei mangelnder Symptomatik wird hier ein laborbefund behandelt, das sollte man nie tun.

Danke Priatus für die Antwort. Cotrim habe ich bekommen, nachdem sicher gestellt wurde das ich sensibel reagiere. Aber egal, warum erneute Blasenspiegelung? Anomalien wurden damals nicht festgestellt. An einer falschen „Intimhygiene“ kann es auch nicht liegen. GV habe ich seit Monaten keinen mehr ! (geschieden).
Ich hab halt Panik, dass irgendwann die Infektion aufsteigt und dass schleichend meine Niere geschädigt wird.Auf mein Nachfragen sagte er nur:„Weil der Urin noch nie so „scheiße“ war“. Kann er den Verdacht auf Nierenschädigung haben? Habe keine Blutabnahme bekommen.

Danke Priatus für die Antwort. Cotrim habe ich bekommen,
nachdem sicher gestellt wurde das ich sensibel reagiere. Aber
egal, warum erneute Blasenspiegelung? Anomalien wurden damals
nicht festgestellt. An einer falschen „Intimhygiene“ kann es
auch nicht liegen. GV habe ich seit Monaten keinen mehr !
(geschieden).
Ich hab halt Panik, dass irgendwann die Infektion aufsteigt
und dass schleichend meine Niere geschädigt wird.

Immer mit der Ruhe!
Zunächst: Eine schleichende chronische Nierenentzündung, eine sog. chronische Pyelonephritis, und nur diese ist hier zu diskutieren! gibt es nicht. Die chronische Pyelonephritis gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern, die diagnostiziert werden, die es aber nicht gibt.

Die akute Pyelonephritis gibt es, aber dann sind Sie schwerkrank, mit Schmerzen, hohem Fieber etc - ein Krankenhausfall.

Sie aber sind symptomenlos. Und das dürfte den Urologen beunruhigen: Haben Sie überhaupt eine Blasenentzündung? Und das läßt sich eben nur mit der Cystoskopie klären.

Auf mein
Nachfragen sagte er nur:„Weil der Urin noch nie so „scheiße“
war“. Kann er den Verdacht auf Nierenschädigung haben?

Weiß ich nicht. Aber auch ansonsten gehört diese Aussage nicht gerade zu den üblichen ärztlichen Diagnosen.

Ein Rat: Sie sind doch Krankenschwester! Also müßten Sie selbst etwas von der Diagnostik verstehen. Schauen Sie Sich die Werte doch einmal selbst an!

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Vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt: vor gut 2 Jahren hat selbiger Urologe eine Blasenentzündung diagnostiziert und nach Antibiogramm Antis verordnet.(Keine Wirkung). Danach Zystoskopie ohne Befund, danach Überweisung zum Nephrologen.Der schrieb Epikrise: „unsere Untersuchungen zeigen die bekannte Mikrohämaturie, begleitet von einer Leukocyturie und Bakteriurie. Ursächl.f.d. Mikrohämatutie dürfte eine sog. Glomerulopathie vom Typ dünnen Basalmembran dd.blande verlauf.IgA-Nephropatie sein. Hieraus ergeben sich keine therap. Konsequenzen.“
Der Brief ist ja zu meinem Urologen gegangen.
Folglich ist doch klar: Ich habe IMMER Bakterien und ich habe IMMER
Blut im Urin. Das weiß mein Urologe doch!
Warum wundert er sich jetzt so?
Ich arbeite auf einer chir. Station, Mit Nieren kenn ich mich also nicht so aus. Jedenfalls weiß ich, dass sofortige Antibiotikagabe bei 3-fach pos.Urinprobe (nie Katheterurin) angeordnet wird. Die Nachuntersuchungen sind dann meist ok oder zumindest deutl. besser.
Warum bei mir nicht??
Eine Nierenbeckenentzündung hatte ich vor 17 Jahren in der Schwangerschaft mit wirklich schwerem Krankheitsgefühl.
Aber ich bin jetzt schon mal etwas beruhigt zu hören, das es eine schleichende Pyelonephritis nicht gibt. Vielen Dank!

Eine antibiogrammgerechte Antibiose sollte im Regelfall immer ausreichend sein. Cotrim ist bei ambulant erworbenen Infekten auch das Mittel erster Wahl.
Nun aber zum eingentlichen Problem.
Wie der Vorgänger schon beschrieben hat, kann ein Mittelstrahlurin bei Frauen immer eine gewisse Anzahl an Leucozyten enthalten, bei Frauen im Menstruationsalter sind auch ein geringe Anzahl Erythrozyten häufig, ohne das irgendein Infekt vorliegt.
Bei der vom Nephrologen beschriebenen Erkrankung handelt es sich um eine primär nur kontrollbedürftige Glomerulonephritis die oft als Zufallsbefund gehen wird und in vielen Fällen ohne jegliche Konsequenz bleibt.
Hier wäre wichtig, ob zusätzlich zur Erythrozyturie auch Protein im Urin gefunden wird. Dies gäbe mehr Aufschluss über eine relevante Nierenschädigung oder eine Verschlechterung ( kann der Urologe im U- Status sehen).
Desweiteren sollte zusätzlich zum U- Status ein Urinsediment mikroskopiert werden, in dem man z.B. Erythrozytenzylinder (Aneinanderreihungen von roten Blutkörperchen sehen kann), was ebenfalls Aufschluss über die Durchlässigkeit der Glomeruli (Nierenfilterfunktion) gibt. Dies kann durchaus ein Überbleibsel der vorausgegangenen Nierenbeckentzündung sein, hat aber bei sonst normalen Nierenwerten keine besonderen Krankheitswert („Nierennarbe“).
Hinsichtlich der Bakteriurie sind Leucozyten nicht gleich Bakterien. Bei einer gering ausgeprägten Leukozyturie (ohne pos. Nitrit) und v.a. ohne Zystitisbeschwerden sollte ebenfalls ein Urinsediment untersucht werden um weiteren Aufschluss zu erhalten.
Eine Cystoskopie erscheint insofern sinnvoll, als das man bei einer persistierneden (dauerhaften) schmerzlosen Mikrohämaturie immer einen Blasentumor ausschliessen sollte. Dieser ist bei den beschrieben Vorbefunden zwar unwahrscheinlich, aber sicher ist sicher. Desweiteren kann im Rahmen der Cystoskopie eine sog. Harnröhrenkalibrierung erfolgen, die Aufschluss über eine ggf. zu enge Harnröhre gibt, was bei Frauen zu chronischen oder häufig wiederkehrenden Cystitiden führen kann.
Zudem ist es möglich an der Schleimhaut Anzeichen einer chronischen Entzündungsreaktion zu erkennen. Die Untersuchung erscheint also durchaus sinnvoll.
Abschliessend sollte nochmals eine Urinkultur erfolgen um zu klären ob überhaupt Keime vorhanden sind.