Chron. Hepatitis B und Antikörper

Hallo zusammen

Warum kommt es eigentlich nach einer Impfung bei einer, zum Zeitpunkt der Impfung, unbekannten bestehenden chron. (oder auch akuten) Hepatitis B zu keiner Antikörper-Bildung gegen HBs-Antigen (sogenannte Anti-HBs-Antikörper)?

Hallo,

Warum kommt es eigentlich nach einer Impfung bei einer, zum
Zeitpunkt der Impfung, unbekannten bestehenden chron. (oder
auch akuten) Hepatitis B zu keiner Antikörper-Bildung gegen
HBs-Antigen (sogenannte Anti-HBs-Antikörper)?

Was für eine Impfung war das denn?
Antikörper bilden sich überwiegend nur gegen das injizierte Serum, also den Fremdkörper, der hier eingebracht wird.

Um das Immunssystem insgesamt anzuregen kann man Magnesium-Chlorid einnehmen, das insbesondere die Leukozyten sehr stark anregt, die dann auf die Suche nach allem gehen, das nicht in den Körper gehört… Außerdem ist Vitamin C - höher dosiert hilfreich und ein Präparat mit allen weiteren Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.

Gruß,
Cantate

Chron. Hepatitis B und Antikörper

Hallo,

Warum kommt es eigentlich nach einer Impfung bei einer, zum
Zeitpunkt der Impfung, unbekannten bestehenden chron. (oder
auch akuten) Hepatitis B zu keiner Antikörper-Bildung gegen
HBs-Antigen (sogenannte Anti-HBs-Antikörper)?

Das Problem liegt darin, dass im Gegensatz zur aktiven Hepatitis B (HBsAG; HBcAG und HBV DNA) der Impfstoff von Hepatitis B nur die Hülle der Hepatitis B enthält. Gegen die Hülle wird das Anti-HBs meistens ausgebildet. Es fehlt die krankmachende Struktur bei der Impfung. Wenn jemand sich ansteckt und von selbst nicht ausheilt, hat der Mechanismus der Virenbeseitigung nicht funktioniert. Deshalb ist eine Impfung bei der nur die Hülle gegeben wird nutzlos.

Hepatitis die ausheilt:
Zeichen der Hepatitis B im Blut finden: einerseits findet man Virusantigene wie das HBs-Ag und das HBe-Ag, andererseits sind meist auch schon Antikörper gegen das Virus nachweisbar. Und zwar Anti-HBc.
Als Zeichen, dass unsere Abwehr mit dem Erreger fertig wird, sinkt recht bald das HBs-Ag und das HBe-Ag ab und die Antikörper dagegen, das Anti-HBs und das Anti-HBe tauchen auf. Auch der Anti-HBc-IgM, ein Frühantikörper, sinkt ab. An die überstandene Infektion erinnern nur mehr die Antikörper Anti-HBc (gesamt) und Anti-HBs, die meist lebenslang nachweisbar bleiben.
Eine „Lücke“ zwischen dem Verschwinden des HBs-Antigens und dem Auftauchen des Anti-HBs-Antikörpers nennt man auch diagnostische Lücke, weil in dieser Phase außer den Anti-HBc nichts auf eine Hepatitis B hinweist. Diese „Lücke“ findet man mit den aktuellen, empfindlicheren Labormethoden kaum mehr: Sobald der Anti-HBs-Antikörper auftaucht, verschwindet das HBs-Ag.

Hepatitis die chronisch bleibt:
Wie auch bei der akuten Hepatitis B, findet man zuerst Viren bzw. Virus-Eiweißstoffe (allgemein gesagt Viren-Antigene) im Blut: das HBs-Ag und das HBe-Ag. Auch der Antikörper Anti-HBc wird nachweisbar.
Aber bald schon sieht man Unterschiede. Das HBs-Antigen sinkt nicht (oder kaum) ab. Auch das HBe-Antigen bleibt sehr lange positiv. Die Abwehr wird mit dem Erreger nicht fertig. Die Bildung des so wichtigen Anti-HBs bleibt aus. Das HBe-Antigen mag zwar nach Jahren noch verschwinden, was ein gutes Zeichen ist, aber das HBs-Ag bleibt positiv, d.h. die Krankheit ist nicht ganz überwunden.

LABORBEFUNDE UND SCHUTZIMPFUNG
Die aktive Hepatitis B Schutzimpfung wurde in Deutschland und Österreich in das offizielle Impfprogramm aufgenommen. Die Impfung beginnt im Säuglingsalter und ist dann Teil eines Kombinationsimpfstoffs. Ziel ist alle Kinder spätestens bis zum 13 Lebensjahr zu impfen. Bei Erwachsenen wird die Impfung bestimmter Risikogruppen empfohlen (z.B. berufliches Risiko, Reisen in Risikoländer, privater Kontakt mit Hepatitis B Infizierten u.a.)

Immunität nach Infektion
Ist man Anti-HBs und Anti-HBc positiv, hat man eine ausgeheilte Infektion hinter sich und ist immun. Man braucht keine Impfung.

Anti-HBs-Bestimmung zur Überprüfung der Impfwirkung
Ist man geimpft, entwickelt man Anti-HBs. Diese bieten einen wirksamen Schutz gegen die Infektion. Eine Anti-HBs Konzentration von über 100 IE/l bietet einen mindestens 10-jährigen Schutz.
Außer bei einer Impfung von Kindern und Jugendlichen, prüft man 1-2 Monate nach der letzten Teilimpfung, wieviel Anti-HBs in der Blutflüssigkeit ist. So erkennt man, ob die Impfung funktioniert hat.
Es herrscht aber absolut keine Einigkeit darüber, wann nachgeimpft werden muss und wann eine Auffrischungsimpfung notwendig ist:
Nachimpfungen: Die WHO empfiehlt ein sofortiges Nachimpfen, wenn der Anti-HBs Spiegel nach der letzten Teilimpfung des Grundimmunisierung unter 10 IE/l liegt. Die Ständige Deutsche Impfkommission (STIKO) empfiehlt ein Nachimpfen bereits unter 100 IE/l.
Auffrischungsimpfungen werden für Menschen mit normalem Immunsystem überhaupt in Frage gestellt, weil wahrscheinlich auch ohne nachweisbares Anti-HBs ein Impfschutz besteht. Die STIKO empfiehlt (bei Werten von >100 IE/l nach der letzten Teilimpfung) eine Auffrischung nach 10 Jahren.

Impfversager
Entwickelt man nach der Impfung keine nennenswerten Anti-HBs Spiegel, sollte man auch andere Hepatitismarker (Anti-HBc und HBs-Ag) testen. Es könnte eine chronische Hepatitis B Infektion vorliegen. Auch die Bestimmung von Anti-HBs mit einem anderen Labortest kann man versuchen. Bezüglich Nachimpfungen siehe vorigen Punkt.

Das HBs-Ag zeigt eine Hepatitis B Virusinfektion an (akute Hepatitis B, HBs-Träger oder chronische Hepatitis B). HBs-Antigen-Positive sind prinzipiell ansteckend. Falsch positive HBs-Ag Befunde kommen aber vor.

Was ist das HBs-Ag?
Das HBs-Ag ist ein Abschnitt auf der Hülle des Hepatitis B Virus. Findet man HBs-Ag im Blut, kann das durch ein komplettes Hepatitis B Virus verursacht sein. Mengenmäßig viel größer ist aber die Anzahl der Virus-Teilchen, die eine HBs-Ag-tragende Hülle besitzen. In jedem Fall heißt aber HBs-Ag im Blut, dass Hepatitis Viren im Körper vorhanden sind.

Warum bestimmt man HBs-Ag im Blut?

Diagnose der Hepatitis B (akut und chronisch)
Erkennung von unauffälligen Infizierten (HBs-Ag-Träger, engl. Carrier)
Abschätzung des Verlaufs bei akuter Hepatitis durch Bestimmung des Spiegels des HBs-Ag

Wann und wie lange findet man HBs-Ag im Blut?
Schon bald nach der Infektion und schon Wochen vor Ausbruch der Hepatitis B kann man HBs-Ag im Blut finden. Abgesehen von den sehr empfindlichen Virus-DNA-Nachweisen, ist das HBs-Ag das erste Zeichen einer akuten Hepatitis B. Nur in wenigen Fällen kann man bei akuter Hepatitis kein HBs-Ag finden. Dann muss sich die Diagnose auf das Anti-HBc-IgM stützen.
Bei akuter Hepatitis bleibt HBs-Ag meist 1-4 Monate nachweisbar. Bleibt es länger als 6 Monate positiv, spricht man von chronischer Hepatitis B Virusinfektion. Die Chance, dass das HBs-Ag dann noch verschwindet ist gering, wenn es auch vorkommen kann. Wahrscheinlicher ist dann der Übergang in den HBs-Träger, der zwar keine Beschwerden hat, das Virus aber auch nicht beseitigen kann, oder es kommt sogar zur Entwicklung einer chronischen Hepatitis B.

Was sagt ein positiver HBs-Ag Befund aus?

Ein positiver HBs-Ag Befund kann bedeuten

akute Hepatitis B
chronische Hepatitis B Virusinfektion
HBs-Träger
(beschwerdefrei aber ansteckend).
Chronische Hepatitis B
Falsch positiver Befund (etwa 1% der positiven Befunde also häufig!)
Bezüglich „HBs-Ag und Anti-HBs gleichzeitig positiv“ siehe unter Anti-HBs.

Vorgehen bei positivem Befund:

Durchführung und Einbeziehung der Ergebnisse der anderen Hepatitis B Tests (Befundmuster).
Wenn HBs-Ag einzig auffälliger Befund: Ausschluss eines falsch positiven Befundes wichtig:
Wiederholung,
Wiederholung mit anderem Test,
Wiederholung nach Zugabe von Anti-HBs (wenn immer noch positiv, dann wahrscheinlich falsch positiv),
HBV-DNA untersuchen. Findet man mit modernen Methoden keine HBV-DNA, dann wird der HBs-Ag Befund falsch positiv sein.

Was sagt ein negativer HBs-Ag Befund aus?

Es liegt derzeit keine Hepatitis B Virusinfektion vor
Gelegentlich: Anfangsphase einer akuten Hepatitis B
In diesem Fall können das Anti-HBc-IgM oder die HBV-DNA den Hepatitis-Verdacht bestätigen.
Selten: Hepatitis B mit mutiertem (verändertem) Virus
Es kann sein, dass der Labortest das veränderte HBs-Ag nicht findet. Die anderen Hepatitis B Befunde (z.B. Anti-HBc-IgM, HBe-Ag oder HBV-DNA) werden aber die Hepatitis B anzeigen.
Selten: HBs-Träger mit niedriger HBs-Ag Konzentration, sog. low-level Carrier
Der Träger-Status könnte dann mittels HBV-DNA nachgewiesen werden.

Quantitative Bestimmung des HBs-Ag (HBs-Ag Spiegel)
Tests, die neben der positiv/negativ-Aussage auch noch angeben, wieviel HBs-Ag vorhanden ist, erlauben zusätzliche Aussagen:

Ein abfallender HBs-Ag Spiegel ist das erste Zeichen einer Ausheilung einer akuten Hepatitis B
Bei einem unkomplizierten Verlauf einer akuten Hepatitis B sinkt das HBs-Ag im Serum (Blutflüssigkeit) etwa alle 9 Tage auf die Hälfte ab (= Halbwertszeit von 9 Tagen). Ist das nicht der Fall, deutet das auf die Entwicklung einer chronischen Hepatitis B Virusinfektion hin.

Man bekommt bei Hepatitis B Virusinfektion einen Anhaltspunkt über die Verlaufsform:
die chronische Hepatitis B zeigt HBs-Ag Konzentration von etwa 40000 ng/ml Serum.
Beschwerdefreie, „gesunde“ HBs-Träger haben nur etwa 8000 ng/ml Serum.

HBe-AG:

Das Vorhandensein von HBe-Ag ist das Zeichen einer Virusvermehrung, d.h. einer aktiven Hepatitis B Virusinfektion (akute Hepatitis B, chronische Hepatitis B). HBe-positive Fälle sind infektiöser als HBe-negative.

Was ist das HBe-Ag?
Das HBe-Ag ist ein Eiweißstoff, den Hepatitis B Viren im Rahmen ihrer Vermehrung herstellen und der in das Blut gelangt.

Warum bestimmt man HBe-Ag im Blut?

Zur Beobachtung des Verlaufs einer akuten oder chronischen Hepatitis B
Prüfung des Erfolgs der Behandlung der chronischen Hepatitis B
Abschätzung der Infektiosität/Ansteckungsgefahr des Serums

Wann und wie lange findet man HBe-Ag im Blut?

Bei der akuten Hepatitis wird das HBe-Antigen relativ bald positiv, noch bevor die Infektion ausbricht. Innerhalb von 2-3 Monaten sollte das HBe-Ag wieder verschwinden. Tut es das nicht, ist dies ein Hinweis auf die Entwicklung einer chronischen Hepatitis B Virusinfektion.
Bei der chronischen Hepatitis B ist das HBe-Ag oft jahrelang nachweisbar. Sein Verschwinden zeigt eine Besserung an und ist meist mit einer Besserung der Leberwerte (ALT) und einem Abfall der HBV-DNA Spiegel verbunden.
HBs-Träger haben definitionsgemäß kein HBe-Ag im Blut.

Was sagt ein positiver HBe-Ag Befund aus?
Ein positiver HBe-Ag Befund kann bedeuten

akute Hepatitis B
chronische Hepatitis B (aktivere Form)
Vorgehen bei positivem Befund: Durchführung und Einbeziehung der Ergebnisse der anderen Hepatitis B Tests (Befundmuster).

Was sagt ein negativer HBe-Ag Befund aus?
Ein negativer HBe-Ag Befund kann bedeuten

Gesunder (bzw. überstandene Hepatitis)
akute Hepatitis in Heilungsphase
„gesunder“ HBs-Ag-Träger
chronische Hepatitis (ruhige Phase)

Ausnahmen gibt es bei Infektionen mit der HBe-Ag-negativen Variante des Hepatitis B Virus. In diesem Fall kann das HBe-Ag auch bei aktiver Hepatitis fehlen. Die mutierten Hepatitis B Viren können gar kein HBe-Ag bilden, sind aber sonst leider funktionsfähig.

Infektiosität?
Früher hat man HBe-Ag und Anti-HBe auch als Maß für die Infektiosität des Patienten, also für die Ansteckungsgefahr, die von ihm ausgeht, gesehen.
Und tatsächlich gilt:

HBe-Ag positiv / Anti-HBe-negativ: hohe Ansteckungsgefahr

HBe-Ag negativ / Anti-HBe-positiv: niedrige Ansteckungsgefahr
Die Infektiosität lässt sich heute aber besser über die Bestimmung der HBV-DNA Spiegel abschätzen.

HBe-Ag und Anti-HBe gleichzeitig positiv
Das kann in den Übergangsphasen einer akuten oder chronischen Hepatitis B vorkommen. Eine etwas später durchgeführte Wiederholungsuntersuchung kann dies abklären.

HBV-DNA:
Die Bestimmung der HBV-DNA dient der Abklärung unklarer Befunde, definiert die chronische Hepatitis B und den HBs-Ag-Träger und kann Infektiosität und Therapieerfolg anzeigen.

Was ist HBV-DNA?
HBV-DNA ist die Erbsubstanz des Hepatitis B Virus (HBV).

Warum bestimmt man HBV-DNA?

Abschätzung der Infektiosität des Serums (Bluts)
Prüfung von Blutprodukten (z.B. Blutkonserven, Gerinnungsfaktoren) auf Hepatitis B
Prüfung des Erfolgs einer Behandlung bei chronischer Hepatitis B
Abklärung bei unklaren Ergebnissen der anderen Hepatitis B Befunde
Definieren der verschiedenen HBV-Erkrankungen
(Neuere Definitionen stützen sich auf die Menge der im Blut vorhandenen Viren)

Wann und wie lange findet man HBV-DNA (und wie viel)?

Akute Hepatitis B
HBV-DNA findet man schon wenige Tage nach der Ansteckung im Blut. Hohe Spiegel von HBV-DNA findet man dann während akuten Hepatitis (109 bis 1010 Kopien/ml Serum =1 bis 10 Milliarden/ml). Bei der Ausheilung sinken die Spiegel sehr stark ab.
Geringste Mengen kann auch nach vollständiger Ausheilung jahrelang nachweisen. Was für eine Bedeutung das hat, ist noch unklar.

Chronische Hepatitis
Nach neueren Definitionen zeigt eine chronische Hepatitis einen HBV-DNA Spiegel von über 105 Kopien/ml (= 100000/ml) im Serum.
Ca. 107 bis 109 Kopien/ml Serum (=10 Millionen bis 1 Milliarde/ml) findet man bei chronischer, HBe-Ag-positiver Hepatitis B.
Wird die Hepatitis B HBe-Ag negativ, dann sinkt der HBV-Spiegel ab. Das kann aber Jahre bis Jahrzehnte dauern.
Sinkende HBV-DNA Spiegel zeigen eine Besserung der Erkrankung bzw. eine erfolgreiche Behandlung an.

HBs-Ag-Träger (Carrier)
Neuere Definitionen des HBs-Ag-Trägers beziehen auch die HBV-DNA ein: es sollten sich weniger als 105 Kopien/ml (= 100000/ml) im Serum finden.

Was sagt ein positiver HBV-DNA-Befund aus?

Ein mit empfindlichen Methoden (PCR) gemessener, positiver HBV-DNA-Befund sagt wenig aus, selbst nach ausgeheilter akuter Hepatitis kann HBV-DNA mittels PCR nachweisbar bleiben. Sinnvoller ist daher die quantitative HBV-DNA Bestimmung, bei der auch die Menge der Viruskopien im Blut bestimmt wird. Aus der Menge lassen sich Rückschlüsse ziehen, welche Erkrankung vorliegen könnte (siehe vorigen Absatz).

Ein mit weniger empfindlichen Methoden (Hybridisierung) erstellter, positiver HBV-Befund spricht für Infektiosität des Serums und für das Vorliegen einer Hepatitis B.

Für den Beweis der Hepatitis B Virusfreiheit von Blutprodukten ist die empfindliche PCR ideal. Jeder positive Befund muss zu einem Verwerfen des Produkts führen.

Was sagt ein negativer HBV-DNA-Befund aus?
Ein mit empfindlichen Methoden (PCR) gemessener, negativer HBV-DNA-Befund schließt (bei korrekter Durchführung) eine Hepatitis B und auch einen HBs-Trägerstatus und auch jegliche Infektiosität fast völlig aus.
Lediglich seltene Mutationen (Veränderungen) der Virus-DNA an bestimmten Stellen könnten einen falsch negativen HBV-DNA Befund verursachen.

Ein mit weniger empfindlichen Methoden (Hybridisierung) erstellter, negativer HBV-Befund schließt weder eine Hepatitis B noch die Infektiosität völlig aus, spricht aber für niedrige Infektiosität.

ANTI-HBc:
Anti-HBc im Blut zeigen eine bestehende oder eine einmal abgelaufene Hepatitis B an

Was sind Anti-HBc Antikörper?
Anti-HBc sind Antikörper, die unsere Abwehr gegen den Kern des Hepatitis B Virus bildet. Unter diesen unterscheidet man die Anti-HBc-IgG und die Anti-HBc-IgM. Die Tests zur Bestimmung von Anti-HBc bestimmen beide Antikörper (IgG+IgM), also die gesamten Anti-HBc-Antikörper im Blut.

Warum bestimmt man Anti-HBc Antikörper im Blut?
Diagnose der Hepatitis B (akut und chronisch)
Anti-HBc, HBs-Ag und Anti-HBs sind meist die ersten Suchtests bei Hepatitis B Verdacht.
Absicherung von anderen positiven Hepatitisbefunden (HBs-Ag oder Anti-HBs)

Abklärung der Durchseuchung mit Hepatitis B in der Bevölkerung

Wann und wie lange findet man Anti-HBc im Blut?
Bei akuter Hepatitis B findet man Anti-HBc meist schon kurz vor dem Auftreten der Erkrankung und danach lebenslang. Daher ist Anti-HBc auch bei chronischer Hepatitis positiv.
Anti-HBc beweisen keine Ausheilung oder Schutz vor Infektion.

Was sagt ein positiver Anti-HBc Befund aus?
Ein positiver Anti-HBc Befund kann bedeuten

ausgeheilte Hepatitis B
akute Hepatitis B (relativ niedrige Anti-HBc Konzentration)
„gesunde“ HBs-Ag Träger (hohe Anti-HBc Konzentration)
chronische Hepatitis B (sehr hohe Anti-HBc Konzentration)
Selten: Neugenborene: Anti-HBs von der Mutter
Sehr hohe Konzentrationen sprechen also für eine chronische Hepatitis B.

Vorgehen bei positivem Befund: Durchführung und Einbeziehung der Ergebnisse der anderen Hepatitis B Tests.
Was sagt ein negativer Anti-HBc Befund aus?
Ein negativer Befund spricht mit hoher Sicherheit dafür, dass keine Hepatitis B vorliegt und dass auch früher keine abgelaufen ist.
Nur sehr selten kann das Anti-HBc bei Hepatitis B negativ bleiben. Dies kommt vor bei Immungeschwächten (HIV-Infektion, Dialysepatienten, Immunschwächung nach Transplantationen). Diese bilden zwar Anti-HBc aber zu wenig. Man kann die Hepatitis aber dennoch erkennen: HBs-Ag und HBe-Ag werden positiv sein und die HBV-DNA-Spiegel werden hoch sein.

ANTI-HBc-IGM:
Anti-HBc-IgM sind die Antikörper der akuten Hepatitis B

Was sind Anti-HBc-IgM?
Anti-HBc-IgM sind Antikörper, die unsere Abwehr gegen den Kern des Hepatitis B Virus bildet. Unter diesen unterscheidet man die Anti-HBc-IgG und eben die Anti-HBc-IgM. Die Tests zur Bestimmung von Anti-HBc bestimmen beide Antikörper, also die gesamten Anti-HBc (IgG+IgM) im Blut. Tests für Anti-HBc-IgM bestimmen nur diese.

Warum bestimmt man Anti-HBc-IgM im Blut?
Meist wird beim ersten Verdacht auf Hepatitis noch kein Anti-HBc-IgM bestimmt, sondern nur Anti-HBc. Aber wenn Anti-HBc positiv ist, dann ist sehr wichtig zu wissen, ob da Anti-HBc-IgM dabei sind.
Die wichtigste Aussage des Anti-HBc-IgM ist die Unterscheidung zwischen akuter Hepatitis B (Anti-HBc-IgM positiv) und chronischer Hepatitis B (Anti-HBc-IgM negativ).

Verlaufsbeobachtung der chronischen Hepatitis B:In Sonderfällen bestimmt man HBc-IgM zur Abschätzung der Aktivität und Leberschädigung bei chronischer Hepatitis B. Dazu muss man aber spezielle Tests verwenden, weil dabei nur geringe Mengen Anti-HBc-IgM vorhanden sind, die viele normale Tests nicht erfassen.

Wann und wie lange findet man Anti-HBc-IgM im Blut?
Anti-HBc-IgM gehören zu den ersten Antikörpern, die man bei akuter Hepatitis nachweisen kann. Wenn die Erkrankung ausbricht, kann man sie schon nachweisen. Und sie bleiben dann auch etwa 2 bis 6 seltener 12 Monate nachweisbar.
Hingegen sind bei chronischer Hepatitis B keine Anti-IgM, oder nur sehr geringe Mengen Anti-IgM im Blut. Der Anti-HBc-IgM Test wird dann negativ sein.

Das hängt aber natürlich, wie oben angedeutet, vom Test ab. Bei vielen zur Diagnose der Hepatitis verwendeten Tests, stellt der Hersteller die Empfindlichkeit für Anti-HBc-IgM so ein, dass die Tests nur bei den hohen Antikörpermengen während akuter Hepatitis B positiv werden. Bei chronischer Hepatitis B findet man dann meist keine Anti-HBc-IgM. Mit speziellen Tests kann man aber auch bei chronischer Hepatitis, besonders in den aktiven Phasen, Anti-HBc-IgM finden.

Was sagt ein positiver Anti-HBc-IgM Befund aus?

Ein positiver Anti-HBc-IgM Befund hat eine klare Aussage, er spricht für

Akute Hepatitis B
Selten findet man Anti-HBc-IgM auch bei aktiven Krankheitsphasen einer chronischen Hepatitis B und dann nur in niedrigen Konzentrationen, sodass dies nur mit bestimmten Tests zu erfassen ist.

Vorgehen bei positivem Befund: Durchführung und Einbeziehung der Ergebnisse der anderen Hepatitis B Tests .

Was sagt ein negativer Anti-HBc-IgM Befund aus?
Ein negativer Befund sagt alleine wenig aus. Man kann nur folgendes sagen: es besteht keine akute Hepatitis und es ist in den letzten 2 Monaten höchstwahrscheinlich keine abgelaufen.

ANTI-HBs:

Anti-HBs sind die Antikörper der Ausheilung und der Immunität gegen Hepatitis B

Was sind Anti-HBs Antikörper?
Anti-HBs sind Antikörper, die unsere Abwehr gegen Oberflächen-Eiweißstoffe des Hepatitis B Virus bildet.

Warum bestimmt man Anti-HBs im Blut?

Man kann damit prüfen, ob jemand gegen Hepatitis B immun ist, ob eine Impfung funktioniert hat. Man sieht bei akuter Hepatitis, ob eine Ausheilung erfolgt.
Anti-HBc, HBs-Ag und Anti-HBs sind meist die ersten Suchtests bei Hepatitis B Verdacht.

Wann und wie lange findet man Anti-HBs im Blut?
Bei einer akuten Hepatitis B ist Anti-HBs meist 4-6 Monate nach Krankheitsbeginn nachweisbar. Es taucht meist gleich oder bald nach dem Verschwinden des HBs-Ag auf.
Zwischen dem Verschwinden des HBs-Ag und dem Auftauchen des Anti-HBs ist (mit modernen Methoden gemessen) nur selten eine größere „Lücke“, wie dies früher noch oft gefunden und als „diagnostische Lücke“ bezeichnet wurde.
Das Auftauchen von Anti-HBs ist eine Zeichen der Ausheilung und Immunität gegen die Erkrankung. Nach eine überstandener akuter Hepatitis B findet man Anti-HBs meist lebenslang im Blut. Auch nach Impfung bleibt es jahre- bis jahrzehntelang im Blut.

Was sagt ein positiver Anti-HBs Befund aus?
Ein positiver Anti-HBs Befund kann bedeuten

Einmal überstandene Hepatitis B
Gerade ausheilende Hepatitis B
Zustand nach aktiver Hepatitis B Impfung
(Auch bei Transfusion von Blutprodukten könnten nicht infektiöse HBs-Ag enthalten sein. Das wirkt dann wie eine Impfung)
Nach einer passiven Impfung (in der ist ja Anti-HBs enthalten)
Selten: nach Gabe von Immunglobulinen oder Plasmaprodukten (in diesen kann Anti-HBs vorhanden sein)
Selten: Neugenborene: Anti-HBs von der Mutter
Vorgehen bei positivem Befund: Nur bei Unklarheiten Durchführung und Einbeziehung der Ergebnisse der anderen Hepatitis B Tests.

Was sagt ein negativer Anti-HBs Befund aus?
Ein negativer Befund sagt alleine wenig aus. Er kann vorkommen beim Gesunden, der noch nie eine Hepatitis B hatte, beim chronisch Hepatitis B Virus Kranken der keine schützenden Antikörper ausbildet aber auch in der Anfangsphase einer akuten Hepatitis.

HBs-Ag und Anti-HBs gleichzeitig positiv
Selten findet man HBs-Ag und Anti-HBs gleichzeitig im Blut. Das kann folgende Ursachen haben.

Der Befund für Anti-HBs oder für HBs-Ag ist falsch
(häufigste Ursache)
Labormethoden sind nicht perfekt. Wenn einer der Befunde falsch positiv ist, kann es zu dieser auffälligen Konstellation kommen. Man kann die Befunde wiederholen. Oft löst sich dann das Problem. Falls es trotzdem so bleibt, ist der falsch positive Befund meist nur ganz knapp positiv, zeigt also eine sehr niedrige Konzentration an.

Übergangsphase bei akuter Hepatitis B
Eine kurze Zeitspanne können bei akuter Hepatitis B HBs-Ag und Anti-HBs gleichzeitig im Blut auftreten. Beide sind dann in niedriger Konzentration vorhanden. Man wiederholt die Analyse etwas später: das HBs-Ag sollte verschwunden und Anti-HBs gestiegen sein.

Infektion mit anderem Typ von Hepatitis B Virus (selten)
Es gibt verschiedene Typen (man nennt sie auch Serotypen) von Hepatitis B Viren. Und es kann passieren, dass man Antikörper gegen den einen Typ hat, sich aber mit dem anderen infiziert. Das Anti-HBs, das man im Blut findet „passt“ dann gar nicht zu dem HBs-Antigen, mit dem man sich infiziert hat. Bei einer solchen Situation kann man sowohl Anti-HBs als auch HBs-Ag über längere Zeit auch in hoher Konzentration im Blut nebeneinander finden. Beweisen ließe sich das nur mit Spezialuntersuchungen.
Für die Impfung ist das kein Problem, da entwickelt man Antikörper, die gegen alle Serotypen des Hepatitis B Virus wirken.

Infektion mit einer Mutante des Hepatitis B Virus (selten)
Eine ähnliche Situation wie der vorige Punkt. Man hat zwar Anti-HBs, die passen aber nicht zu den mutierten (veränderten) Hepatitis B Viren. Auch diese mutierten Viren lassen sich nur in Speziallabors nachweisen.
Im Gegensatz zu den verschiedenen Serotypen der Hepatitis B Virus sind diese mutierten Viren für die Impfung ein Problem. Ja man hat sie sogar erstmals bei Personen entdeckt, die trotz Impfung eine Hepatitis B bekamen.

ANTI-HBe:

Anti-HBe zeigen zwar keine Ausheilung an, wie die Anti-HBs, ihr Auftreten ist aber dennoch ein gutes Zeichen (und spricht auch für verminderte Infektiosität/Ansteckungsgefahr)

Was sind Anti-HBe?
Anti-HBe sind Antikörper, die unsere Abwehr gegen Eiweißstoffe des Hepatitis B Virus bildet.

Warum bestimmt man Anti-HBe Antikörper im Blut?
Der Anti-HBe Test ist meist nicht unter den ersten Suchtests bei Verdacht auf Hepatitis B, er wird aber eingesetzt, wenn diese auffällig waren. Die Bestimmung des Anti-HBe hilft bei der Beobachtung der akuten und chronischen Hepatitis und lässt die Ansteckungsgefahr abschätzen.

Wann und wie lange findet man Anti-HBe im Blut?
Bei einer akuten Infektion wird Anti-HBe nach 2-3 Monaten positiv. Dies ist ein gutes Zeichen und deutet auf eine Ausheilung hin. Kommt es nicht dazu, ist dies ein Hinweis auf eine Entwicklung in Richtung chronische Hepatitis B. Nach überstandener akuter Hepatitis B kann Anti-HBe einige Monate lang im Blut nachweisbar sein.
Bei der chronischen Hepatitis B wird Anti-HBe oft erst nach Jahren positiv. Aber auch hier ist dies ein gutes Zeichen und bedeutet eine deutliche Besserung mit verbesserten Aussichten und geringerem Risiko eines Leberzellkarzinoms oder einer Leberzirrhose.
Ausnahmen gibt es bei Infektionen mit der HBe-Ag-negativen Variante des Hepatitis B Virus. In diesem Fall zeigt das Anti-HBe nicht unbedingt eine Verbesserung an, weil es ja gar nicht gegen das die chronische Hepatitis B verursachende Virus gerichtet ist.

Was sagt ein positiver Anti-HBe Befund aus?
Ein positiver Anti-HBe Befund kann bedeuten

akute Hepatitis B (gerade ablaufend in der Heilungsphase oder vor nicht allzu langer Zeit abgelaufen)
chronische Hepatitis B (in einer bereits ruhigeren Phase)
Zeichen des Erfolgs bei Behandlung der chronischen Hepatitis B
Hepatitis B Träger (Carrier; kann Anti-HBe haben)
Vorgehen bei positivem Befund: Durchführung und Einbeziehung der Ergebnisse der anderen Hepatitis B Tests.

Was sagt ein negativer Anti-HBe Befund aus?
Ein negativer Befund ist vieldeutig, allein sagt er wenig aus. Kommt vor bei Gesunden, die noch nie an Hepatitis erkrankt waren, bei schon länger zurückliegender Hepatitis B, bei chronischer Hepatitis B und bei HBs-Trägern. Kann also praktisch immer vorkommen.

Infektiosität?
Früher hat man HBe-Ag und Anti-HBe auch als Maß für die Infektiosität des Patienten, also für die Ansteckungsgefahr, die von ihm ausgeht, gesehen.
Und tatsächlich gilt:

HBe-Ag positiv / Anti-HBe-negativ: hohe Ansteckungsgefahr

HBe-Ag negativ / Anti-HBe-positiv: niedrige Ansteckungsgefahr
Die Infektiosität lässt sich heute aber besser über die Bestimmung der HBV-DNA Spiegel abschätzen.

HBe-Ag und Anti-HBe gleichzeitig positiv
Das kann in den Übergangsphasen einer akuten oder chronischen Hepatitis B vorkommen. Eine etwas später durchgeführte Wiederholungsuntersuchung kann dies abklären.

Anja

Was für eine Impfung war das denn?

Antikörper bilden sich überwiegend nur gegen das injizierte
Serum, also den Fremdkörper, der hier eingebracht wird.

Um das Immunssystem insgesamt anzuregen kann man
Magnesium-Chlorid einnehmen, das insbesondere die Leukozyten
sehr stark anregt, die dann auf die Suche nach allem gehen,
das nicht in den Körper gehört… Außerdem ist Vitamin C -
höher dosiert hilfreich und ein Präparat mit allen weiteren
Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.

Oder Sauerkrautsaft

Anja

Danke für die sehr ausführliche Antwort.

Wenn ich das so richtig interpretiere, dann hätten Impfungs-Non-Responder ein höheres Risiko eine chronische Hep-B zu entwickeln, da sie ja schon bei einer Impfung nicht in der Lage waren Anti-HBs zu bilden, oder?

Ja genau das ist so.
Allerdings gibt es auch Ansichten, die sagen, NON Responder erkranken so gut wie nicht an Hepatitis…

Anja

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