Hallo,
Hannes!
danke für deine ausführlichen Infos. Das am südöstlichen Ende des
CM - noch? - gegraben wurde/wird, ist für mich sehr interessant. Vielleicht kann mann ja auf aufschlussreiche Funde hoffen.
Die archäologischen Arbeiten gehen in Italien zwar langsam,
aber auch konsequent weiter.
Sehr gut, sehe ich mir vielleicht bei meinem nächsten Rom Besuch mal an. Das müßte eigentlich das Gebiet sein, wo einst, mir fällt gerade der Name nicht ein, ein riesiger Brunnen, mehrere Stockwerke hoch, stand. Ein schier unglaubliches Gebäude. Doch, es fällt mir wieder ein: Septizonium! S. auch:
http://wings.buffalo.edu/AandL/Maecenas/rome/reconst…
Obwohl du dich sehr gründlich mit dem CM befasst hast, erlaube
ich mir den Hinweis auf 2 interessante Darstellungen:
- Piranesi, Urbis Aeternae vestigia, Bd. 3 (Eingangsblatt);
-
Zwar einigermaßen phantastisch ausgeführt (kommt mir vor wie
das Bühnenbild zu einer barocken Oper, mit dem Kaiserpalästen
auf dem Palatin im Hintergrund), Darstellung der spina mit
sämtlichen Zutaten. Geht nachweislich zurück auf von Piranesi
früher angefertigte Zeichnung des CM.
Ich habe glaube ich, fast alle Darstellungen von Piranesi gesehen, und, auch wenn die Skizzen/Zeichnungen pompös wirken mögen, so sind es m.E. die einzigen Vorlagen, die einem eine Vorstellung geben können, wie der CM einst aussah.
- neben dieser Zeichnung verwendete Piranesi auch die
Rekonstruktion des CM in:
Lafréry, Speculum romanae magnficentiae; um 1575. Darin die
Nr. 78: Wagenrennen in einem römischen Zirkus.
Aber die drei Quadrigen und die beiden Rennpferde sind ganz
unauffällig klein. Es dominiert der Blick vom Palatin auf die
spina hinüber zum Aventin (also: Gegenrichtung zu Piranesi).
Die einzelnen Aufbauten auf der spina sind auch beschriftet.
In der Literatur wird zu diesem Stich eine Vorlage von Pirro
Ligorio genannt.
Habe ich eben erst entdeckt und werde mich damit auseinandersetzen.
Dazu habe ich zwei Fragen an dich:
- Auf dem einen der beiden Obelisken haben Piransei und
Lafréry eine Mondsichel, auf dem anderen die Sonne angebracht;
Laféry gibt dazu an: „LUNAE SACER“ und „SOLIS SACER“. Sind
diese beiden Bekrönungen der Obelisken historisch verbürgt?
Das kann durchaus sein, wie ich erfuhr, soll der gesamte CM unter dem „Motto“, göttlicher Kreislauf Mond und Sonne erbaut worden sein. Daher befinden sich die „LUNAE SACER“ und „SOLIS SACER“ jeweils am Ende der Spina.In der Mitte (!), der Spina die säugende Wölfin.
(Steht wohl symbolisch für: Rom ist die Macht im Zentrum des Universums)
- Die Wölfin mit den Zwillingen sehe ich bei Lafréry nicht,
Piranesi (gegen das sö. Ende der spina zu). Wo ist deren
Aufstellung auf der spina erwähnt? Wann hat man sie dort
aufgestellt?
Da kann ich leider nicht viel zu sagen. Mir ist ebenfalls die Wölfin mit den Zwillingen nur von einem Bild Piranesis bekannt.
Hast du vielleicht noch Kenntnisse über:
Wie sah der CM von außen aus? Sicher mit Marmor verkleidet. Farbe? Typ Marmor? Wie hoch war der CM an seiner höchsten Stelle? Wie hoch war die Meta? War die innere Umrandung des CM geschmückt mit Reliefs? Um die Spina herum soll sich, gespeist aus steinernen Köpfen, ein „Kanal“ befunden haben. Hast du auch schon davon gehört?
(Ist eines der Piranesi Bilder zu sehen)
Es freut mich, jemanden kennengelernt zu haben, der sich, offenbar intensiv, mit dem CM beschäftigt und freue auf weitere Dikussionen!
Viele Grüße,
Jürgen