Citalopram abgesetzt und jetzt am Ende

Hallo an alle,
ich bin neu hier, und kenne mich leider noch nicht so gut aus. Ich hoffe, dass ich hier richtig bin mit meiner Frage.

Es geht darum, dass ich jetzt 3 Jahre lang Citalopram 20 mg genommen habe, da ich aber in letzter Zeit überhaupt keine Wirkung mehr verspürt habe,(habe auch schon die mg-Dosis erhöht,aber es geht mir trotzdem schlecht) bin ich zu dem Entschluss gekommen die Tabletten abzusetzen. Ich habe dies auch mit meinem Hausarzt und meinem neuen Psychotherapeuten beredet. Beide standen mit dieser Entscheidung völlig hinter mir.

Ich habe nun ca. 3 Jahre täglich 20 mg genommen, dann hab ich langsam zum Ausschleichen über einen Monat lang 10 mg genommen und dann 3 Tage lang nur noch 5 mg. Und jetzt ist es so, dass ich, seit ich die Tabletten nicht mehr nehme, täglich Nervenzusammenbrüche habe. Ich bin extrem gereizt und agressiv. Es ist total schlimm, und regt mich sowas von auf, dass ich so agressiv bin.

Wer hat ähnliche Erfahrungen? Wie lange dauert es bis diese Absetzerscheinungen wieder vorbei sind?

Es hieß immer, dass diese Tabletten nicht abhängig machen, langsam hab ich aber das Gegenteil als Eindruck.

Ich bin ehrlich gesagt total glücklich, diese Tabletten nicht mehr nehmen zu müssen, hatte von Anfang an ein Problem damit solche Antidepressiva schlucken zu müssen, und wirklich viel gebracht hats mir eh nichts.

Liebe Grüße
Geeny

Hallo!

Vielleicht waren die Citalopram einfach nicht die richtigen Medis für Dich? Hast Du nicht mal ein anderes Medi ausprobiert? Bei den ADs gibt es ja unzählige Sorten und der eine verträgt halt das und der andere das.

Es ist zwar schön, dass Du grad keine ADs mehr nehmen musst, aber besser gehts Dir damit ja auch nicht.
Ich würde den Arzt nochmal aufsuchen oder mal eine andere Meinung einholen und es vllt. mal mit einem anderen Medikament probieren.

Du hast geschrieben, dass Du froh bist, keine ADs mehr nehmen zu müssen weil Du das noch nie gern gemacht hast.
Das ist voll verständlich, denn wer nimmt schon gern Medikamente.
Aber sieh es mal so: ein Diabetiker muss sich täglich Insulin spritzen, ein Hypertoniker muss täglich seine Betablocker nehmen, ein MS-Patient muss auch täglich Medis nehmen. Das sind alles Krankheiten und da ist es NORMAL, dass man Medis dagegen nimmt.
Ich möchte Dich erinnern, dass eine Depression auch „nur“ eine Krankheit ist, nämlich ein Ungleichgewicht bei den Botenstoffen. Und da gibt es nun mal auch Medis, die man da einnimmt und die machen, dass es einem besser geht. Leider hat so ein psychisches Leiden immer noch ein Stigma in unserer Gesellschaft, was ich unglaublich traurig finde.
Deshalb versuch Dir doch zu sagen: ich habe eine Krankheit und muss dagegen Medis nehmen. Ich akzeptiere das jetzt, solange es mir gut geht.
Und es ist egal, ob Du Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen, MS, Krebs, Neurodermitis oder sonstwas hast! Es ist eine Krankheit! Und jeder, der Dir was anderes einreden will, hat keine Ahnung!

Sorry, wenn ich mich jetzt in Rage geschrieben habe, aber ich finde es traurig, dass in unserer heutigen Gesellschaft, die ja ach so aufgeklärt ist, psychische Krankheiten immer noch unter den Teppich gekehrt werden, obwohl sie statistisch gesehen mit die am meisten auftretenden Krankheiten sind! Aber das ist unsere Gesellschaft - jeder macht seins, nach Außen den schönen Schein wahren, alles perfekt! Aber wir sind doch alles nur Menschen! Und dass wir nicht perfekt sind, macht uns doch aus!

Nun ja, ehe ich jetzt noch weiter herumphilosophiere - ich wünsch Dir alles Gute! Du schaffst das! Gib nicht auf!

Liebe Grüße

Nasenbär

Hallo Geeny,

ich möchte noch eine Anmerkung zu o.g. Artikel machen:

auch mit meinem Hausarzt und meinem neuen Psychotherapeuten
beredet. Beide standen mit dieser Entscheidung völlig hinter
mir.

Hast Du das Zeugs von Deinem Hausarzt bekommen oder warst Du schon bei einem Neurologen/Psychiater? Die haben mehr Erfahrung mit den Medis, vielleicht können die Dir ja eins verordnen, das besser anschlägt!

Alles Liebe
Nasenbär

Nicht richtig augeschlichen
Moin

Ich habe nun ca. 3 Jahre täglich 20 mg genommen, dann hab ich
langsam zum Ausschleichen über einen Monat lang 10 mg genommen
und dann 3 Tage lang nur noch 5 mg.

3 Tage 5 mg würde ich nicht als Ausschleichen bezeichnen. Wenn du 3 Jahre täglich 29 mg genommen hast und dein Serotoninspiegel darauf eingestellt ist, dann hättest du nach dem 1 Monat 10 mg noch einen Monat 5 mg nehmen sollen. D a s hätte ich eher als Ausschleichen bezeichnet.

Ich bin extrem gereizt und
agressiv.

Das braucht jetzt ein bißchen, vermutlich weil du zu schnell abgesetzt hast.

Wer hat ähnliche Erfahrungen? Wie lange dauert es bis diese
Absetzerscheinungen wieder vorbei sind?

Rechne mal mit ein paar Wochen.

Es hieß immer, dass diese Tabletten nicht abhängig machen,
langsam hab ich aber das Gegenteil als Eindruck.

Sie machen auch nicht im engeren Sinne abhänguig, so wie z.B. Benzodiazepine abhängig machen. Aber der Serotonuinspiegel hat sich über die 3 Jahre schon etwas eingestellt auf das Medikament.
Gruß,
BRanden

Hallo.

Ich würde nicht mit ein „paar Wochen“, sondern mit einigen Monaten Absetzerscheinungen rechnen. Ich habe im eigenen Freundeskreis die gleiche Konstellation erlebt, wo die Betreffende über mehr als 5 Jahre Cipralex bzw. zuvor citalopram eingenommen hat. Nach einem sehr langsamen Ausschleichen haben sich ebenfalls diese Absetzerscheinungen mit einem Verlust der Impulskontrolle, ständiges Gereiztsein, Ausflippen wegen Kleinigkeiten, usw. eingestellt und dauern nun nach mehreren Monaten der Nichteinnahme immer noch an.

Wobei ich mir die Frage stelle - vielleicht weiss der Fachmann hier mehr - ob es sich nicht nur um reine Absetzerscheinungen, sondern auch teilweise um das Wiederkehren der Depression handelt.

Moin

Ich würde nicht mit ein „paar Wochen“, sondern mit einigen
Monaten Absetzerscheinungen rechnen. Ich habe im eigenen
Freundeskreis die gleiche Konstellation erlebt, wo die
Betreffende über mehr als 5 Jahre Cipralex bzw. zuvor
citalopram eingenommen hat.

Bei 5 Jahren haben wir natürlich mit entsprechend längeren Absetzerscheinungen zu rechnen. Ich würde mich hier auch nicht festlegen, weil das individuell unterschiedlich ist und eben, wie du schon andeutest, auch mit der Frage der weiter bestehenden Depression oder depressiven Nachschwankung oder gar hypomanischen Gegenbewegung zu tun hat.

Wobei ich mir die Frage stelle - vielleicht weiss der Fachmann
hier mehr -

Wolltest du mich damnit direkt ansprechen oder meintest du einen anderen Fachmann?
:wink:
Gruß,
Branden

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Natürlich dich … bei dieser Gelegenheit: ich schätze deine Beiträge hier sehr und lese sie gerne.

merci! :wink:

Hallo.
hallo,

Wobei ich mir die Frage stelle - vielleicht weiss der Fachmann
hier mehr - ob es sich nicht nur um reine Absetzerscheinungen,
sondern auch teilweise um das Wiederkehren der Depression
handelt.

genau das wollte ich auch schreiben :smile:

Hallo Geeny

Ich weiss genau was du jetzt durchmachst die Hölle auf Erden so zusagen.

Les doch mal die Beiträge in diesem Forum.

z.b. Antidepressiva absetzen

Gutes Gelingen und gaaaanz langsam ausschleichen.
Meister Branden hat Recht du hast viel zu schnell ausgeschlichen.

Gute Besserung vom Zitronenfalter

http://www.adfd.org/forum/index.php?sid=8f73355dee1f…

hab ich ganz vergessen sorry :wink:

Hallo,

ich danke euch für eure Antworten. Und freue mich, euch mitteilen zu können, dass es mir schon viel besser wird.
Die erste Woche war sehr schlimm, aber jetzt gehts bergauf…

Danke.