Citalopram - warum NW die die Psyche betreffen?

Hallo,

ich denke ich bin hier besser aufgehoben als im Psychologieforum, da es ja um ein Medikament geht.

Vorab, mir ist klar dass ich mit meinem Arzt persönlich sprechen muss, werde morgen mit ihm telefonieren, aber er hat da dann meist wenig Zeit und vielleicht bin ich besser vorbereitet wenn ich hier ein bisschen was in Erfahrung bringe.

Okay, also aufgrund meiner Epilepsie (seit Jahren kein Grand-Mal-Anfall aber seit ca. 1 Jahr häufiger und stärker werdende Auren) habe ich in der letzten Zeit ziemliche Angstzustände bekommen. Die Auren sind so dass ich völlig die Orientierung und das Zeitgefühl verliere und das kann Einem schon Angst machen. Leider kriegt man das im Moment schwer in den Griff. Also hat mein Neurologe mir jetzt auch mal Citalopram verschrieben, das ist ja ein Antidepressiva was auch gegen Ängste eingenommen wird.

Nun, ich nehme es jetzt seit einer Woche und mir geht es besch… eiden. Ich sehe verschwommen, mir fällt es auch total schwer das hier zu schreiben, ich bin ständig erschöpft und müde, mir fallen dauernd die Augen zu, meine Beine sind schwer, mir ist schwindlig, ich hab Kopfschmerzen, Schweissausbrüche, bin antriebslos (klar bei den Symptomen) zittrig, innerlich unruhig trotz Müdigkeit.

Jetzt frag ich mich halt ob das wieder vorbei geht, also ob das nur die Anpassungszeit ist, bis der Körper sich dran gewöhnt hat oder ob es dauerhaft ist. Dann wäre es ja sinnlos das zu nehmen.

Was ich auch nicht verstehe, ich hab nun halt mal den Beipackzettel gelesen, und da stehen recht viel Nebenwirkungen die die Psyche betreffen. Was mich wirklich sehr wundert. Wie kann das sein? Ein Antidepressivum soll gegen Depression wirken und nicht welche auslösen, das steht da aber. Suizidgedanken, Angstzustände, Depersonalisierung, Derealisierung…alles auch Symptome einer Depression, kann mir bitte irgend jemand erklären wie das zusammen passt? Das ist doch paradox!

Ich bin drauf und dran das wieder abzusetzen, so mies wie ich mich fühle…

Entschuldigt, dass der Text etwas länger wurde.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen

Liebe Grüße
Blumenkind

Viele Antidepressiva bewirken in den ersten Wochen der
Einnahme
Müdigkeit und ähnliche Nebenwirkungen;
es passiert also zunächst mal genau das Gegenteil von dem
was man (als Laie) erwartet.

Nach einer gewisssen Zeit bessern sich bei Patienten mit
bestimmten depressiven Zuständen allerdings die Symptome.

Zudem ist es auch Glückssache bzw. muss man ausprobieren, bei
wem welches Antidepressiva am besten wirkt.

Wegen der vielfältigen und teilweise schweren Nebenwirkungen
der Antidepressiva sollte man im Einzelfall sehr sorgfältig
eine Langzeitbehandlung abwägen

Hallo,

also sind diese ganzen Nebenwirkungen nur vorübergehend? Bzw. die die auf die Psyche gehen? Und auch Schwindelgefühl und Doppeltsehen? Weil dauerhaft möcht ich das auch nicht haben.

Schöne Grüße
B.

Eine Anpassungszeit von 2-3 Wochen ist typisch.
Man darf sich allerdings nicht vorstellen, dass
diese Nebenwirkungen ganz weggehen.

Wegen dieser Nebenwirkungen werden diese
Antidepressiva von vielen Patienten nicht gerne
genommen.

M.E. sollte man schon einige Zeit abwarten, bevor
man seine Entscheidung trifft.

Zudem gibts auf dem Markt der Antidepressiva mittlerweile
auch andere Präparate, die in der Hinsicht nicht so
starke Nebenwirkungen haben.

echt?
Mein Neurologe meinte das sei ein relativ harmloses Präparat. Gibt härtere. Hmm, er schlägt es mir seit ca. einem Jahr vor, aber ich hab immer gesagt, ne, geht schon irgendwie, aber im Moment wird es zuviel. Von daher denk ich dass ich schon lang genug gewartet hab.

P. S.

was ich ja noch wissen wollte, warum sind es ausgerechnet Nebenwirkungen die die Psyche betreffen? Körperliche könnte man doch nachvollziehen. Aber so ist es doch paradox, oder?

Hallo,

also ich hab Citalopram lange Zeit selber in höheren Dosen genommen. Anfangs gings mir damit auch sehr schlecht, doch es wurde von Zeit zu Zeit besser und ich muss sagen, dass sie mir wirklich sehr gut geholfen haben. Sollte ich die Einnahme aber nicht pünktlich gemacht oder vergessen haben, zeigte ich genau die selben Symptome wieder. Ich konnte kaum gucken, sah alles verschwommen, mir war schwindelig und meine Augen waren extrem lichtempfindlich.
Ich denke, dass das für dieses Medikament typisch ist, was ich natürlich nicht genau sagen kann, ich bin kein Arzt. Deshalb sprich lieber mit deinem Arzt darüber, ich denke er kann dir da weiter helfen.
Ich wünsche dir alles Gute!

Hallo,

das lässt ja hoffen. Ich werd jetzt mal die nächsten Wochen durchhalten und wenn es gar nicht geht dann ist es wohl das falsche Medikament.

Danke für deine Antwort.

Lg
B.

Eigentlich nicht, denn es ist ja ein Medikament was auf die Psyche wirkt und da können nun auch ein paar Nebenwirkungen in Bezug auf die Psyche auftreten.

Hi,

nun ja,
wenn es gegen Angstzustände wirken soll, gleichzeitig aber solche auslösen soll dann ist das mMn doch ziemlich paradox und hat somit seinen Sinn verfehlt, oder siehst du das anders?

Der Markt für Antidepressive ist in den letzten Jahren
sehr unübersichtlich geworden;
die Nebenwirkungen sind auch nicht ohne:
http://seele-und-gesundheit.de/therapie/antidepressi…

Wenn Medikamente gegen Angst, Angst auslösen können,
so nennt man das als Nebenwirkung „paradoxe Reaktionen“.

Es gibt auch Antidpressiva wie prozac, die sind in der Kritik,
wegen der „Nebenwirkung“ Selbstmord:
http://www.zeitenschrift.com/magazin/58-prozac.ihtml
http://planet-interview.de/interview-john-virapen-02…

Hier hat leider niemand eine Glaskugel.

Was sagt denn Dein Psychiater dazu?