Ich diskutiere hier mit Freunden warum hauptsächlich nur alte Filme unter den Top 100 der besten Filme aller Zeiten ist. Allen vorran Citizen Cane seit 60 Jahren auf Platz eins.
Ich bin älteres Kaliber, 40 Jahre, meine jüngeren Kollegen können das nicht nachvollziehen( so um die 20) das ich die Liste so in Ordnung finde.
Sie meinen das die Bewertung nicht mehr zeitgemäß wäre und das sie einfach als Vorbildfunktion gelten.
Kritiker und solche Leute die Filmwissenschaften studiert würden von den Lehrern beeinflusst ohne sich eine gute oder bessere Meinung über neue Filme zu bilden…
deine jüngeren Freunde haben recht. Das ist eine Liste, die ich kenne, seit ich denken kann, also uralt. Es ist aber bedauerlicherweise so, dass zum einen aus Bequemlichkeit, zum anderen auch möglicherweise aus reiner mehr oder weniger begründeter falscher Ehrfurcht wiederum seinerseits seit Jahrmillionen zum einen faul abgeschrieben wird und zum anderen keiner der Herrschaften Filmschreiberlinge die Eier hat, diese in Stein gemeisselte Gesetzestafel ernsthaft in Frage zu stellen.
Aber dieser altbackene Cineastenkanon taugt immer noch vortrefflich, um auf einer Stehparty, in der Stammkneipe oder sonstwo Eindruck zu schinden, wenn man denn so etwas für nötig erachtet, durfte ich letztens leicht amüsiert zur Kenntnis nehmen. Für sonst allerdings nicht mehr viel.
Es ist ein verhängnisvoller Trugschluss, selektiv wahrnehmend und nostalgisch verklärend anzunehmen, das Verhältnis von großartigen Meisterwerken der Filmkunst zum absolut übelsten Schrott unterster Kanone hätte sich auch nur ein Fitzelchen geändert seit die Bilder laufen lernten.
Vielmehr kennt fast niemand mehr die ganz einfach nur entsetzlich schlechten, langweiligen, uninspirierten Machwerke aus der Mottenkiste des Kintopps, dies wusste beispielsweise schon seinerzeit Lotte H. Eisner, die sich noch grinsend an ganz grauenhaft entsetzliche, an Körperverletzung reichende Nachmittage in der Stummfilmzeit erinnern konnte, als alle Welt noch Jahrzehnte später dem angeblich goldenen Zeitalter der hehren Filmkunst hinterherflennte. Nichts neues also.
Aber dieser altbackene Cineastenkanon taugt immer noch
vortrefflich, um auf einer Stehparty, in der Stammkneipe oder
sonstwo Eindruck zu schinden, wenn man denn so etwas für nötig
erachtet, durfte ich letztens leicht amüsiert zur Kenntnis
nehmen. Für sonst allerdings nicht mehr viel.
Ohne zu wissen, um was fuer eine Liste es sich ueberhaupt handelt, ist die Kritik relativ sinnbefreit. Wenn man sich die IMDB-Top250 anschaut, die sich ja zu einem grossen Teil aus Userbewertungen zusammensetzt, sind die alten Schinken doch ziemlich weit oben, aber es gibt auch neue Filme darunter.
Dass aber ein Citizen Kane (8.6 Punkte) im Vergleich zu sagen wir Mal Star Wars (der fuer seine Zeit zweifelsohne revolutionaer war, aber auch recht stumpf), (8.7 Punkte) oder Inception (8.8) nicht voellig abstinkt, koennte vielleicht daran liegen, dass der Film vielleicht wirklich gar nicht so schlecht ist und uns eine halbwegs sinnvolle Story erzaehlt, welche bei dem einen oder anderen der heutigen Blockbuster auf ein Din A6 Blaettchen passt.
Mir persoenlich geht es haeufig nun mal so, dass ich mich von dem einen oder anderen Filmchen im Kino gut unterhalten fuehle, ein Paar Tage spaeter aber eigentlich nicht mehr so recht weiss, was ich da eigentlich gesehen habe (Ausnahmen gibt es, aber die schaffen es meist eh nicht in irgendwelche Top-Irgendwas Listen und laufen im 40-Plaetze-Saal des Programmkinos), waehrend die Handlung von Godfather oder 12 Angry Men (nur um ein Paar Beispiele aus IMDB TOP10 rauszugreifen) mir auch nach Jahren noch gegenwaertig ist.
Die „Top 100 Movies – Die 100 besten Filme aller Zeiten“ ist eine (im Grunde genommen willkürliche und nur bedingt repräsentative) Liste, die vom American Film Institute (AFI) zusammengestellt wurde.
ich habe Ausführungen gefunden, warum „Citizen Kane“ als der beste Film aller Zeiten galt und auch heute noch gilt; ganz interessant geschrieben, finde ich:
„Dank seiner schier unglaublichen Dichte, seiner künstlerischen Perfektion und seinem enormen Einfluss (als sehr eigenwilliges und auch selbstreflexives Werk des Universalgenies Welles in Personalunion als Regisseur, Autor, Produzent und Hauptdarsteller gilt er als Grundstein der seitdem in der Filmanalyse vielzitierten „Auteur“-Theorie) gilt „Citizen Kane“ gerechterweise als bester Film aller Zeiten, als Lieblingsfilm - und hier setzt das Problem mit solcherlei Bezeichnung ein - wird ihn aber kaum ein Filmfan anführen. Er verfügt über keine Identifikationsfigur, lässt emotionale Anteilnahme vermissen und gibt seinem Zuschauer keine Weisheiten mit auf den Weg - außer vielleicht der Erkenntnis, dass Geld nicht glücklich macht, aber das ist auch nicht gerade neu. Ebert bezeichnete „Citizen Kane“ abschließend als „shallow masterpiece“, und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Jeder Cineast wird zugeben, dass der Film in jeder Hinsicht schlichtweg genial ist, aber wenn es darum geht, sich einen schönen Abend mit dem persönlichen Liebling zu machen, wird „Citizen Kane“ im Regal liegen bleiben. Ein Meisterwerk, das so weit oben schwebt, dass der Kontakt zum Gehirn des Filmfreunds noch besteht, zum Herzen aber bereits abgerissen ist.“
Inhalt ist der entscheidende Punkt …
… und nicht billiger Action! Ist aber oftmals schwierig dies zu vermitteln, dass 08/15 Popcorn-Kino zwar ein netter Zeitvertreib ist, aber sonst keine Qualitäten hat.
es geht meist um die Kombination der Fähigkeiten. Gute Story mit toller Optik ist häufig besser als sehr gute Story, aber langweilig verfilmt. Kino ist dann eben doch ein optisches (und akustisches) Medium. Das ist einer der Gründe, warum ich den Dogma- Filmen nicht immer etwas Positives abgewinnen konnte, die Herr-der-Ringe-Filme dagegen in der Tat für Meilensteine der Filmgeschichte halte.
Einer der Gründe, warum ich David Fincher mag oder manches von Ridley oder Tony Scott.
Best-of-Listen können nie mehr sein als ein Hinweis, sich mal Filme anzusehen, die man bisher nicht kannte und im Ozean der Cinematographie nie entdeckt hätte. Der eigene Geschmack ist entscheidend. Ich stehe z. B. auf die sogenannten Mindfuck- Filme, nur kann ich danach nicht suchen, weil ich dann nicht mehr so überrascht werde (meine Lieblingsfilme in dem Bereich: Fight Club, Memento, Donnie Darko).
Tolle Optik ohne Story sorgt im Kino zumindest für Kurzweiligkeit, tolle Story schlecht verfilmt (Bsp: Sophies Welt) langweilt nur.