Climax von 'einzig'

mein Irrtum!

PS: Sie dürfen mir aber gerne mal per E-Mail mitteilen, was
genau Sie zu solch - sagen wir mal: unsachlichen - Postings
veranlasst!

Unsachlich stimmt. Es war persönich.
Und ein offensichtlich völlig misslungener und grandios abgeschmetterter Versuch, etwas mehr über die Person, die sich hinter diesem bemerkenswerten Pseudonym verbirgt und sich hier so engagiert zum Thema Spracge äußert, zu erfahren.

Soll nicht wieder vorkommen!
Und Verzeihung!
Fritz

Hi!

Kommt es mir nur so vor, oder verwenden dennoch viele Deutsche
die Steigerung von „einzig“ ?

Ja, und mir rollt es jedesmal die Zehennägel auf. Wohl auch, weil es in Ö (glücklicherweise immer noch) unüblich ist.
Ganz kühn stelle ich mal die These auf, das kommt nicht zuletzt vom Gesellschaftsklima des „immer höher, immer besser, immer schneller“.

Livia

Hallo Messalina,

sie schreiben:

Sie scheinen übersehen zu haben, WER hier nach amtlichen
Quellen gefragt hat: nicht ich, sondern Gandalf. Mir
persönlich genügen die Quellen, die ich bereits genannt habe.

Ich lese unter „Messalina, 17.3.2005 10:21“
Andersrum. Ich hab ja zwei Referenzen genannt für meinen Standpunkt -den Duden und Canoo. Also wäre es an Ihnen, mir amtliche Quellen zu nennen, die diese außer Kraft setzen!
Dieser Beitrag scheint von Ihnen zu kommen und nicht von Gandalf.

Es ist doch wenig sinnvoll, einen offiziellen Beschluss über
etwas, das im täglichen Gebrauch eine konkrete Funktion hat,
die nicht diesem Beschluss entspricht, als Qualitätsmaßstab zu
wählen. Und die Steigerung von optimal widerspricht doch
tatsächlich ganz offensichtlich dem eigentlichen Sinn des
Wortes.

Auch für Sie ein weiteres Mal: Steigerungen von Adjektiven,
die bereits einen höchsten oder geringsten Grad ausdrücken,
sind möglich:

a - als Stilmittel der Verstärkung
b - bei relativer Bedeutung
c - bei übertragener Bedeutung (also eben gerade NICHT im
eigentlichen Sinn des Wortes.)

a - Als Stilmittel der Verstärkung: das verstehe ich, bin mir aber nicht ganz sicher, ob das die tatsächliche Verwendung dieser Steigerung beschreibt. Ich meine „nicht ganz sicher“ übrigens wirklich wörtlich, ich lasse mich gerne davon überzeugen, dass ich mich irre. Ich kenne keine Untersuchung darüber, dass Steigerung von optimal eine Verstärkung anzeigt. Ich würde aus dem Gefühl heraus sagen (ohne es belegen zu können), dass die Verwendung dieser Steigerung stark korreliert mit allgemeiner Undifferenziertheit der Ausdrucksweise.
b - bei relativer Bedeutung: das verstehe ich nicht, kannst Du das bitte genauer erklären? Wenn Du möchtest auch gerne über E-mail
c - bei übertragener Bedeutung: Welche übertragene Bedeutung hat „optimal“?

Da die Diskussion (ohne mein Zutun) schon sehr emotional geworden ist, möchte ich -um Mißverständnissen vorzubeugen- betonen, dass ich mit nicht sagen möchte, dass alles, was dem „klassischen“ Deutschlehrer nicht gefällt, undifferenziert oder schlecht ist. Ich beobachte nur manchmal eine Tendenz, in das andere Extrem zu verfallen und allem, was irgendwie klassischem Stilgefühl widerspricht, eine besondere linguistische Bedeutung beizumessen.

Und selbstverständlich kann man hinsichtlich der
Steigerbarkeit von Adjektiven anderer Ansicht sein als der
Duden, aber ohne Belege und ohne Argumente wird hier lediglich
das eigene Sprachgefühl absolut gesetzt.

Ich gebe mir ehrlich Mühe, aber ich kann außer Deinem Verweis auf Duden, Kultusministerkonferenz, etc. kein wirkliches Argument für die Steigerung von „optimal“ finden.
Wenn Du mir auf meine Kommentare a-c valide Antworten gibst, lass ich mich - wie gesagt - gerne eines besseren belehren.
lg
F.

Hi Fredun,

nicht nur Messalina geht davon aus, ich eigentlich auch.
Zumindest für den Schulunterricht beispielsweise.

Na ja, ich glaube, dass die meisten Deutschlehrer so manches, was im Duden steht, in einem Aufsatz anstreichen würden. Aber die Sinnhaftigkeit eines Regelwerkes für Unterricht, Amtsdeutsch, etc. leuchtet mir ein, nicht jedoch ein solches als Grundlage für sprachwissenschaftliche Diskussionen, es sei denn, es wäre wissenschaftlich untermauert, was der Duden in weiten Teilen nicht ist.

Würden die Kultusminister die deutsche Sprache neu erfinden,
wie Dein Beispiel impliziert, wäre das eine andere Geschichte.

Wo ziehst Du die Grenze? Ist der Unterschied nicht irgendwann nur noch graduell?

Was würdest Du denn als Qualitätsmaßstab wählen ?

Ganz einfach: den Stand des Wissens in der Sprachwissenschaft. Es gibt z.B. sehr plausible Untersuchungen darüber, dass obwohl mit Verbzweitstellung in der gesprochenen Sprache eine andere Bedeutung hat als obwohl mit Inversion, noch dazu eine, die sich im Deutschen anders nicht ausdrücken lässt. Das ist für mich eine ausreichende Begründung, nicht aber, dass irgendwer das in den Duden geschrieben hat.

Worte haben keinen Sinn. Im Satz vorher hast Du eigentlich
ganz richtig geschrieben ‚im täglichen Gebrauch eine konkrete
Funktion‘.

Das stimmt…

Und im täglichen Gebrauch wird optimal nun mal nicht im
einfachen mathematischen Sinne benutzt (Optimum einer Funktion
oder so) sondern es wird z.B. die beste Lösung als optimale
Lösung bezeichnet. Aber doch immer in dem Sinne, dass es
lediglich die Beste ist, die man zur Zeit kennt … doch nie
ausschließend, dass es noch eine bessere Lösung gibt … die
wäre dann halt noch optimaler.

…das hingegen nicht, wenns auch ne nette Idee wäre. Ohne jetzt ne Studie gemacht zu haben, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Steigerung von optimal in der Umgangssprache nicht für den Prozess der Erkenntniserweiterung über das Optimum benutzt wird. Es scheint eher so zu sein, dass der Begriff „optimal“ selbst inflationiert ist und nicht mehr das beste sondern nur noch „sehr gut“ bedeutet, so dass die Steigerung für das Ausdrücken des tatsächlich Optimalen notwendig wird. Damit hätte ich auch kein Problem, wenn es nicht dazu führen würde, dass auch die Steigerung „optimalst“ dem schleichenden Relativierungsprozess anheim fällt, was wiederum dazu führt, dass man das tatsächliche (absolute) Optimum in bestimmten Kontexten gar nicht mehr ausdrücken kann. Da zuvor bereits Begriffe für „sehr gut“ existierten, handelt es sich hierbei um eine reine Verarmung der Sprache. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Duden stehen Dinge, die nachweislich falsch sind, (…)

Schön, schön … nur wenn es nachweislich falsch ist, dann
weise es doch mal nach.

Darüber hab ich mein Vordiplom gemacht, schicke Dir die Arbeit gerne zu, wenn es Dich interessiert. Ist etwas zu umfangreich für ein Posting.

Und klar : der optimalste Duden wäre natürlich der völlig
fehlerfreie Duden … solange aber wird man sich wohl mit
optimalen Zwischenlösungen, bei denen die jeweils Folgende
dann hoffentlich etwas optimaler als die Vorhergehende ist,
zufrieden geben müssen.

Das sehe ich anders.
Selbst wenn der fehlerfreie Duden existierte, gäbe es keinen Grund, sich auf irgendwas als Referenz für sprachwissenschaftliche Fragen zu beziehen. Es gibt schließlich auch in der Physik oder Biologie auch nicht „das Referenzwerk“, das im Zweifel recht hat, sondern nur die kontinuierliche wissenschaftliche Diskussion.
lg
F.

Moin Jacobias,

Und klar : der optimalste Duden wäre natürlich der völlig
fehlerfreie Duden

ne, der optimale! Duden wäre fehlerfrei.
Der optimalste Duden hätte dann minus 2 Fehler :wink:

Gandalf