Common Rail, Pumpe, Düse

… ich gestehe, ein bißchen verwirrt zu sein.

Hallöchen erstmal.
Also, ich frage mich, wie die verschiedenen modernen Diesel denn nun gefüttert werden. Ich kenne bisher nur die Einspritzpumpe und die zugehörigen Düsen. Warum also nennt man das nun „Pumpe-Düse“ und was ist eine „Gemeinsame Schiene“ :smile:)

Da es bei mir nicht von selbst zündet bitte ich um den Funken der Erleuchtung.

Dank und Gruß an die Experten

Bernd

Hallo !

Es fehlt bei diesem System die Einspritzleitung. Pumpe und Düse sind ein Bauteil.

Gruß Max

Common Rail, Pumpe-Düse
Hallo,

Da es bei mir nicht von selbst zündet bitte ich um den Funken
der Erleuchtung.

vielleicht ist es hier etwas ausführlicher erklärt, als bei meinem Vorredner:
http://www.netscape.de/automotor/ratgeber/service/te…

Gruß
Christian

Hi Bernd,

CDI steht für Common Rail Direct Injection. Darunter versteht man die Direkteinspritzung des Kraftstoffs in die Zylinder eines Dieselmotors über eine gemeinsame Leitung. Herkömmliche Hochdruckeinspritzungen verfügen über getrennte Leitungen zu den einzelnen Zylindern. Dabei muß die Einspritzpumpe bei jedem Arbeitstakt des Motors den Druck für jeden Brennraum neu aufbauen. Bei der Common-Rail-Technik wird der Kraftstoffdruck in einer gemeinsamen Leitung (Common Rail) gespeichert und an die Einspritzdüsen verteilt. Die elektronische Motorsteuerung regelt den hohen Druck von bis zu 1350 bar unabhängig von der Einspritzfolge je nach Drehzahl und Last des Triebwerks. Die Einspritzdüsen sind mit speziellen Magnetventilen ausgestattet und werden ebenfalls variabel und bedarfsgerecht gesteuert. Der hohe Einspritzdruck, der auch schon bei niedrigen Drehzahlen zur Verfügung steht, und die variable Steuerung des Einspritzvorgangs bewirken eine deutlich bessere Gemischaufbereitung in den Zylindern.

PDE: Einspritzpumpe und -düse bilden eine Einheit für jeden Motorzylinder. Durch den Wegfall der Leitungen sind extrem hohe Einspritzdrücke bis 2.000 bar möglich. Hoher Druck und elektronische Kennfeldregelung ermöglichen eine äußerst präzise Verbrennung und damit geringe Schadstoffe- und Geräuschemissionen.

Quelle: Automobiltechnik

Gruss Sebastian

Hallo Bernd,

ein Motor, der nach dem von Rudolf Diesel entwickelten Prinzip funktioniert, verbrennt den Diesel-Kraftstoff durch Selbstentzündung. Die sich auf und ab bewegenden Kolben verdichten die im Brennraum vorhandene Luft. Bei einem maximalen Druck im Brennraum von etwa 22 bar wird der Diesel-Kraftstoff fein zerstäubt eingespritzt und entzündet sich durch den mit der Kompression entstandenen Druck bzw. durch die Temperaturerhöhung. Die bei der folgenden Explosion enstehende Expansion des Verbrennungsgases treibt die Kolben nach unten und treibt so den Motor an. Soweit zum Prinzip.

Die Frage, wie der Kraftstoff in den Brennraum eingespritzt wird, läßt sich nun unterschiedlich lösen. Zum einen gibt es die indirekte Einspritzung mit etwa 150 bar Einspritzdruck in eine kleinere Vorkammer, wie sie bei älteren Dieselmotoren zu finden ist. Diese bewirkt eine definierte Verwirbelung und damit auch Verteilung des Krafstoffes. Praktisch alle Dieselmotoren im PKW-Bereich verwendeten dieses Prinzip bis in die Mitte der Neunziger Jahre (letzter König der Vorkammer-Diesel war der 300er Turbo von Mercedes mit reichlich 170 PS). Zum anderen kann der Kraftstoff unter höherem Druck (ca. 600 bis 800 bar) direkt in den Brennraum eingespritzt werden. Audi hat dies als einer der ersten Hersteller mit dem TDI zu Anfang der Neunziger Jahre begonnen. Das Ergebnis ist eine erhöhte Leistung, da die Verbrennung kontrollierter ablaufen kann.

Die Bereitstellung des Einspritzdruckes geschieht nun je nach Hersteller auf unterschiedliche Weise. Mercedes, Alfa, BMW und andere Hersteller setzen auf das von Bosch in Zusammenarbeit mit Mercedes entwickelte Common Rail Prinzip. Dabei erzeugt eine Hochdruckpumpe in einer gemeinsamen Einspritzleitung (der Common Rail) einen hohen Druck, der je nach Bedarf auf die einzelnen Zylinder über durch Magnetventile elektronisch gesteuerte Einspritzdüsen verteilt wird. Der VW-Konzern hat dem die sogenannte Pumpe-Düse-Technik entgegengestellt, bei der jeweils eine Pumpe-Düse-Einheit pro Zylinder den sehr hohen Einspritzdruck von bis zu 2000 bar erzeugt. Diese Technik ansich ist schon seit den 50er Jahren aus dem Schiffsdieselbau bekannt (wen es intererssiert, die alten Schnellen Minensucher der Deutschen Marine waren mit den sog. L’Orange-Geräten ausgestattet. Diese Maybach-Schiffsdiesel boten im Betrieb ein sehenswertes Schauspiel, da die einzelnen Pumpe-Düse-Einheiten über lange Zahnstangen im Zylinder-V gesteuert wurden.). Nicht alles, was also heute als absolut neueste Technik verkauft wird, ist auch wirklich brandneu. Ebenso ist es übrigens mit der Benzindirekteinspritzung, denn die Flügeltürer-SLs hatten in der 215PS-Rennversion auch bereits eine Bezindirekteinspritzung …

Gemeinsames Ziel beider Verfahren ist, die Einspritzung des Diesels und damit auch die Verbrennung ansich genauestens zu steuern, um eine maximale Leistungsausbeute bei minimalem Kraftstoffverbrauch zu erzielen.

Bis denn dann,

Felix
250 TD, leider zu Zeit mit Ventilscahden in der Wekstatt :frowning:((((((((((((((((((((((((

Korinthenkackmodusan
Hallo Felix,

deinen vorzüglichen Artikel muss ich an zwei Stellen korrigieren, sons kann ich nicht schlafen :smile:

durch die Temperaturerhöhung. Die bei der folgenden Explosion
enstehende Expansion des Verbrennungsgases treibt die Kolben
nach unten und treibt so den Motor an.

Das Benzin Luftgemisch explodiert nicht, es verbrennt. Die Verbrennungsgeschwindigkeit ist kaum größer als die mittlere Kolbengeschwindigkeit.

Die Bereitstellung des Einspritzdruckes geschieht nun je nach
Hersteller auf unterschiedliche Weise. Mercedes, Alfa, BMW und
andere Hersteller setzen auf das von Bosch in Zusammenarbeit
mit Mercedes entwickelte Common Rail Prinzip.

Auch wenn es Dir als Mercedesfahrer weh tut. Commonrail wurde von Fiat (bzw. einer Fiat tochter) entwickelt und dann gemeinsam mit Bosch zur Serienreife gebracht.

Max

… Nu is vieles klarer.

Dank und Gruß an die Experten

Bernd