welche Freeware-Sicherheitsprogramme empfehlt ihr?
Eigentlich keine.
Ich würde dir lediglich die Installation eines Virenscanners empfehlen. Avira Antivir Personal z.B. ist ein kostenloser und für den Heimanwender vollkommen ausreichender Virenscanner.
Ansonsten würde ich die Finger weglassen von Personal Firewalls oder ähnlichen „Sicherheitstools“. Die versprechen viel und halten wenig. In der Tat bergen manche oder sogar viele davon einige Sicherheitslücken in sich. Am Ende bist du sogar wegen der Installation von sog. Sicherheitsprogrammen unsicherer als ohne dieses. Ich empfehle einfach mal ne Stunde Zeit nehmen und dieses Video von einem Vortrag vom CCC anschauen:
http://www.ulm.ccc.de/old/chaos-seminar/personal-fir…
Nochmal:
Das wichtigste ist dein Verhalten. Durch dieses - und nur durch dieses - kannst du deine Sicherheit auf ein akzeptables Niveau bringen.
Zum Verhalten gehört u.a. auch, dass man möglichen Risiken von vorneherein aus dem Weg geht. Der Internet Explorer als Webbrowser ist z.B. wesentlich anfälliger und wegen seiner hohen Verbreitung auch noch ein sehr beliebtes Angriffsziel. Der Umstieg auf einen anderen (und meist ohnehin besseren) Browser wie z.B. Firefox oder Opera bringen dir schon mal ein gutes Sicherheitsplus. Beide anderen Browser sind ebenfalls kostenlos.
Gleiches gilt für Outlook bzw Windows Mail. Die sind auch potentiell unsicherer als diverse Alternativen, wie z.B. Thunderbird, Sylpheed oder der Opera Mail Client.
Ansonsten natürlich noch das übliche Verhalten:
Updates einspielen:
Sowohl für Betriebssystem, Browser und EMail-Client regelmäßig die Updates einspielen. Am besten täglich. Dies lässt sich bei fast allen Programmen auch automatisch einstellen, so dass man sich selbst gar nicht drum kümmern braucht.
Keinen externen Daten vertrauen:
Prinzipielle Vorsicht gegenüber *allen* von außen kommenden Programmen und Dateien, auch von scheinbar bekannten Personen, denn der Absender kann gefälscht sein bzw der Bekannte selbst kann Opfer einer Attacke gewesen sein. Anhänge, von denen man nicht 100%ig weiß, was das ist, öffnet man einfach nicht. Auch nicht von bekannten Personen. Lieber nochmal per Mail nachfragen, was das ist.
Nicht als Administrator surfen:
NICHT als Administrator oder Benutzer mit Administrator-Rechten arbeiten. Immer als normaler Benutzer mit eingeschränkten Rechten.
Codebasis klein halten:
Keine unnötigten Programme installieren und nur solche aus zuverlässigen Quellen. Irgendwelche Freeware-Seiten sind z.B. keine zuverlässige Quelle genausowenig wie Tauschbörsen eine sind.
Sicherheitskopien erstellen:
Backups machen. Regelmäßig. Wenn du mal einen Virus eingefangen hast, ist der einzige Weg den Rechner wieder sauber zu kriegen eine Neuinstallation. Wer dann ein Backup hat, dem fällt die Neuinstallation deutlich einfacher und geht in kürzester Zeit. Am besten erstellt man ein Image eines sauberen, bereits abgesicherten Windows nach der Installation der wichtigsten Programme.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Regeln findest du z.B. hier:
http://www.uni-bielefeld.de/it-sicherheit/Studierend…
Wenn du da noch beachtest, dass du keine Personal Firewall installierst, sondern lediglich die Windows-interne Firewall verwendest, dann fährst du mit diesen Regeln sicherlich gut.
Am aller sichersten fährst du aber, wenn du sogar komplett auf Windows verzichtest. Als alternatives Betriebssystem kann man z.B. Linux empfehlen. Für die meisten Menschen, die v.a. Internet Surfen, eMail schreiben und Office-Programme nutzen wollen, ist Linux absolut ausreichend. Durch die geringere Verbreitung aber z.T. auch durch sein Design gibt es hier faktisch keine Viren und Würmer und die Bedrohung ist daher nahe null (das entsprechende Verhalten, z.B. Updates einspielen usw. natürlich vorrausgesetzt).