Computer & Internetzugang = Selbstverständlich ?

Hallo

Die Klassenlehrer meiner Tochter sehen es als selbstverständlich an, das sich in ihrem Zuhause ein Computer mit Internetzugang befindet, sowie ein Farbdrucker und Scanner. Es häufen sich Hausaufgaben, die mit diesen Voraussetzungen gefordert werden. Handschriftliche Arbeiten werden nicht akzeptiert und dementsprechend bewertet. Schriftart und Größe sind auch vorgegeben. Teilweise sollen max. 10 Worte auf einem DinA4 Blatt stehen.
Man sollte annehmen, das die Schule die Möglichkeiten bieten sollte, dort die Aufgaben am schulischen PC durchzuführen. Meistens ist aber Nachmittags, keiner mehr da und innerhalb der Schulzeiten darf das nicht gemacht werden. Das kann doch nicht sein. Was ist mit den Elternhäusern, die keinen PC haben. Aus welchen Gründen auch immer. Und ein Besuch im Internetcafe muß auch bezahlt werden.
Wie seht ihr das ?

Computerunterricht in der Schule ist keine schlechte Idee, aber eine Diskette formatieren wird z.B. nicht gelehrt.

Gruß Nino

Hi,
also grundsätzlich begrüße ich es, wenn Lehrer in der Lage sind mit Computern umzugehen und dieses Wissen auch im Unterricht mit einbauen.

ABER!

Fordern kann Sie es von den Kindern nicht. Wenn die Schule keine Möglichkeiten zur Verfügung stellt muß sie das akzeptieren und entsprechende handschriftliche Arbeiten zulassen. Auch darf sie mit Computer erstellte Arbeiten dann nicht besser bewertung sondern muß sich ausschließlich auf den Inhalt beziehen.

Was die Computerkurse in Schulen anbelangt - also da könnte ich Schoten erzählen.
Ich kenne eine Lehrerin, die von mir erklärt haben wollte, wie Sie es anstellen kann Ihre Briefe in Hochformat zu schreiben. Nachdem ich mir angesehen habe, wie sie Briefe schreibt war mir die Frage auch erklärlich. Sie hat Ihre Briefe im Powerpoint geschrieben.
Also soviel zum deutschen Lehrer schlechthin.

Gruß Dobbs

PS: Was sind Disketten? Wozu muß man die formatieren? Wo schiebt man die denn rein im Computer? Steckt man die auch an den USB-Anschluß?

Hi

Was sind Disketten? Wozu muß man die formatieren? Wo
schiebt man die denn rein im Computer? Steckt man die auch an
den USB-Anschluß?

Ich nehme an deine Frage ist ernst gemeint. Ich habe schon gesehen, das die neuen PCs ohne Diskettenlaufwerk ausgeliefert werden. Sicherlich hast du schon in einem Forum von „Startdisketten“ gelesen. Die können sehr hilfreich sein, wenn dein PC abgestürzt ist und sonst nichts mehr geht.

Hier eine Beschreibung von einem Informations Archiv:

Eine Diskette ist ein portables Speichermedium für Daten mit einer heute gängigen Speicherkapazität von 1,44 MB. Die Diskette als Speicher wurde weitestgehend durch die CDROM abgelöst.
as Speicherprinzip einer Diskette ist genau das selbe wie bei einer Festplatte. Eine magnetische Scheibe wird durch einen Schreibkopf in eine von zwei mögliche Richtung polarisiert um Daten auf die Diskette zu schreiben. Ein Lesekopf ruft die Daten später wieder ab. Beim Überfahren einer polarisierten Stelle wird dabei eine polarisierte Induktionsspannung erzeugt die ausgewertet werden kann. Die Diskette löste als Nachfolgemedium Magnetbänder und Lochkarten ab und kam für Homecomputer als 5.25 Zoll Diskette mit einer Speicherkapazität von 360 KB auf den Markt. Eine heute gängige 3.5 Zoll Diskette ist in der Lage 1,44 MB an Daten zu speichern, weiterentwickelte Diskettenmedien wie z.B. die ZIP-Disk oder die JAZZ-Disk können sogar 100 MB bzw. 1 GB an Daten speichern, waren jedoch wegen der im Vergleich zur CDROM sehr hohen Kosten nie ein Massenmedium.

Gruß Nino

Ich nehme an deine Frage ist ernst gemeint. Ich habe schon
gesehen, das die neuen PCs ohne Diskettenlaufwerk ausgeliefert
werden.

ich nehme mal an, dass die frage nicht ganz ernst gemeint ist ;o), aber … „ich
habe schon gesehen, dass die „neuen“ PCs ohen diskettenlaufwerk ausgeliefert
werden“ … dazu kann ich nur sagen, ich hab meinen ersten eigenen rechner 1999/
2000 gekauft und da war schon keins mehr dabei :o). auf meine frage danach
erhielt ich nur irritierte blicke. als „neu“ würde ich diesen rechner aber heute
nicht mehr bezeichen.

Sicherlich hast du schon in einem Forum von
„Startdisketten“ gelesen. Die können sehr hilfreich sein, wenn
dein PC abgestürzt ist und sonst nichts mehr geht.

soweit ich weiß, zum glück blieb ich bis jetzt davon verschont, macht man das
zumindest bei meinem rechner mit ner CD. falls es widererwarten doch mal
passieren sollte.

davon abgesehen, sollten wir diese diskussion wohl eher in einem der tausend
computer-bretter weiterführen …

zu deiner ausgangsfrage:

ich empfinde das schon als ganz schöne frechheit von der schule. ich meine bei
euch scheint es ja kein problem zu sein, aber es soll ja durchaus auch noch
haushalte ohne computer geben oder ohne internetanschluß oder scanner oder so
und warum auch nicht, jeder wie er mag.

wenn diese art der hausaufgabenerledigung vogezogen wird, müssen auch die
gelegenheiten zur erledigung in der schule angeboten werden.

ansonsten würde ich mich einfach mal beschweren.

was sagt denn der lehrer dazu, ich meine als begründung für die schlechtere
bewertung von handschriftlichen arbeiten? das würde mich mal interessieren, denn
inhaltlich müssen sie ja nicht zwangsläufig schlechter, können aber durchaus
besser oder einfach gleich gut sein.

liebe grüße
LeiLoo

Hallo

Die Klassenlehrer meiner Tochter sehen es als
selbstverständlich an, das sich in ihrem Zuhause ein Computer
mit Internetzugang befindet, sowie ein Farbdrucker und
Scanner. Es häufen sich Hausaufgaben, die mit diesen
Voraussetzungen gefordert werden.

Hallo, Nino,

ja, das stimmt. Ich kenne auch kaum Haushalte ohne PC und Internetzugang. Es gibt sie aber, und natürlich müssten gerade diese Kinder irgendwie einen Zugang zum Schul-PC bekommen. Sonst lernen die es ja gar nicht…

Nachdem das Home-Office von meinem Schwager mehrmals die Woche von wütenden Kids belagert worden war, die es überhaupt nicht einsahen, dass er genau dann Bürotag hat, wenn sie eine Computerhausaufgabe hatten (sein großzügiger Sohn hatte zwei russlanddeutsche Schulkameraden sowie ein Mädchen aus einer strenggläubigen, medienfeindlichen - weiß nicht, ich glaube, Adventistenfamilie - eingeladen), habe ich mal einen Wolpertinger gebaut, auf Basis eines alten Pentium II, als Nachbarschafts-PC.

Natürlich ist der den Kindern viiiel zu lahm…

Gruß Nino

Moderne Zeiten! Gruß auch,
Aleysha

Hi

Ich habe am gleichen Tag, wie hier der Artikel veröffentlicht wurde, einen Brief an den Klassenlehrer geschrieben. In diesem Brief habe ich im wesendlichen genau das gleiche geschrieben wie hier.
Meine Tochter hat den Brief übergeben und eine mündliche Mitteilung erhalte.

Diese Art von Hausaufgaben sind vom Schulamt (oder werd die auch festsetzt) nicht vorgegeben und werden jetzt noch mal überdacht.
Angeblich sei ich der erste, der Einwände hat. Weiter wird überlegt, ob diese Arbeiten während des Schulunterrichts gemacht werden können.

Ob ich der erste bin, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich finde nur, das man alle Möglichkeiten in betracht zieht und das schließt Familien ohne PC mit ein. Ich erlebe immer wieder Eltern, die sich erst bei Elternabenden zu Worte melden, wenn man selber den ersten Einwand einbringt. Vorher wird sich nicht getraut.

Gruß Nino

Hallo,

ich hab durch Zufall dein Posting gelesen, weil da
„Computer“ stand. Ich bin EDVler - reinrassig, seit
der Ausbildung…

Die Klassenlehrer meiner Tochter sehen es als
selbstverständlich an, das sich in ihrem Zuhause ein Computer
mit Internetzugang befindet, sowie ein Farbdrucker und
Scanner. Es häufen sich Hausaufgaben, die mit diesen

völliger Schwachsinn. Weitere Worte die mir dazu einfallen
kann ich hier nicht wiedergeben.

DSL ist kein Standard in Deutschland (auch wenns die
deutsche T-Com gerne hätte) und für ISDN/analog-Zugänge
muss noch kräftig bezahlt werden, da es dort keine
pauschalen Abrechnungssysteme gibt. Also sind wir weit
davon entfernt einen Internetzugang als selbstverständlich
zu bezeichnen.
Scanner - ich lach mich halbtot - wer kann von den deutschen
home-Usern schon mit einem Scanner umgehen ? Blatt reinlegen
und auf einen Knopf drücken: ja, aber das wars auch schon.

Voraussetzungen gefordert werden. Handschriftliche Arbeiten
werden nicht akzeptiert und dementsprechend bewertet.

Unverschämtheit

Schriftart und Größe sind auch vorgegeben. Teilweise sollen

hoffentlich dann auch DIN-gerecht

max. 10 Worte auf einem DinA4 Blatt stehen.

aha - Sollen das Folien für einen Vortrag geben ?

Man sollte annehmen, das die Schule die Möglichkeiten bieten
sollte, dort die Aufgaben am schulischen PC durchzuführen.

ja

Meistens ist aber Nachmittags, keiner mehr da und innerhalb
der Schulzeiten darf das nicht gemacht werden. Das kann doch
nicht sein. Was ist mit den Elternhäusern, die keinen PC
haben. Aus welchen Gründen auch immer. Und ein Besuch im
Internetcafe muß auch bezahlt werden.

uneingeschränkte Zustimmung

Wie seht ihr das ?

Welche Schulklasse ?
Mein Sohn hat Abitur inzwischen fertig - und er hat nie
zwingend einen PC benötigt. Hilfreich mag ich durchaus
zugestehen, aber ein MUSS sollte und war es nie.

Computerunterricht in der Schule ist keine schlechte Idee,

dann sollten die Lehrer sich entsprechend qualifizieren,
aber außer Word/Excel bringen die eh nichts auf die Reihe.
Das was einen Computer ausmacht, wissen die nicht. Die
sehen es nur aus AnwenderSicht.
Und dazu ein Beispiel:
In den letzten 10 Jahren hat der Computer sich von einer
Kommandozeile zu einem grafischen System entwickelt, also
eine sehr gravierende Änderung für den Benutzer.

Glaubt irgend jemand ernsthaft, dass das, was jetzt und heute
in den Schulen bzgl. Computer gelehrt wird in 10 Jahren
noch relevant ist ? Glaubt irgend jemand, dass er mit seinem
Word/Excel-Wissen in 10 Jahren noch irgend einen
Personalchef von seinen Computerkenntnissen überzeugen kann ?
Hier denke ich: NEIN

Glaubt irgend jemand, dass er mit dem Wissen um Datenbanken,
Filesysteme, MutliUsersysteme, Rechnerarchitekturen in 10
Jahren noch was anfangen kann ? Hier denke ich: JA

Fazit: das was heute in den Schulen gelehrt wird, können
die Kinder mit dem Eintritt ins Berufsleben vergessen.
(und fürs Internet oder Word/Excel braucht man keine
Ausbildung oder Ähnliches)

aber eine Diskette formatieren wird z.B. nicht gelehrt.

oder auf neue EDV übersetzt: Wie mache ich einen USB-Stick
bootfähig ? Korrekt, das wird nicht gelehrt. Dazu fehlt
ja auch das Know-How und das würde ja auch in Richtung
meiner 2. Glaubensfrage gehen.

Gruß
Manfred