Computer: Netzteil - durchgebrannt

Hallo liebe Experten,

obwohl das Problem bei einem Computer auftrat, glaube ich jedoch, in diesem Brett „richtiger“ zu sein…

Folgendes Problem/Frage:

Wie kann es sein, dass ein ausgeschalteter Computer (mit dem normalen Ein/Aus Schalter an der Front des Gehäuses, NICHT jedoch der Haupt-Kippschalter hinten am Trafo - der war an) sich einfach so in „Rauch“ auflöst???

Gestern Morgen fiel die Hauptsicherung (Nicht mal der FI des betreffenden Raumes), und als ich das Zimmer betrat, in dem sich der Comp. befand, stand alles in Rauch und roch dementsprechend. Als ich das Netzteil ausbaute waren an der Basis von einigen kleineren Kondensatoren deutliche Schmauchspuren zu erkennen…

Wie kann das sein? Steht ein ausgeschalteter Comp. noch tatsächliche derart unter Spannung? (Muss ja wohl so sein, denn von nix kommt ja nix)…

Hilft wirklich n ur, Netzstecker ziehen? Was ist mit anderen Elektrischen/elektronischen GEräten? Muß ich dort ebenfalls den NEtzstecker ziehen, oder ist beim Ausschalten der Trafo spannungsfrei?

Wer kann mir da ein wenig weiterhelfen?

Fragende Grüße

Midir

hi,

ein pc der nur mit dem schalter (taster) an der fronseite ausgeschaltet wurde, oder mittels herunterfahren des betriebssystems, verhält sich ähnlich einem gerät, welches mittels fernbedienung auf stand-by geschaltet wurde. das netzteil ist eingangsseitig noch in betrieb, lediglich einige sekundärspannungen wurden abgeschltet.
um den pc wirklich auszuschalten musst du den rückseitigen schalter umlegen, oder den stromstecker ziehen oder eine geschaltete steckdosenleiste verwenden (da kannste dann die anderen peripheriegeräte gleich mitabschalten).

gruss wgn

Hallo,

Wie kann es sein, dass ein ausgeschalteter Computer (mit dem
normalen Ein/Aus Schalter an der Front des Gehäuses,

das ist nicht der 'normale Ein/Aus Schalter. Das ist ein Taster, der den Computer in einen je nach Gerät mehr oder weniger stromfressenden, in jedem Fall aber völlig überflüssigen Standbybetrieb bringen soll.

NICHT jedoch der Haupt-Kippschalter hinten am Trafo

DAS ist der normale Ein/Ausschalter.

  • der war an) sich einfach so in „Rauch“ auflöst???

Selbstverständlich ist das möglich. Das Gerät ist doch eingeschaltet, warum soll es denn dann nicht kaputt gehen können?

Hilft wirklich n ur, Netzstecker ziehen?

Nein. Es reicht, den normalen Ein/Ausschalter zu verwenden. Womit eben NICHT der Stromfresserschalter gemeint ist.

Was ist mit anderen Elektrischen/elektronischen GEräten? Muß ich dort
ebenfalls den NEtzstecker ziehen, oder ist beim Ausschalten der Trafo
spannungsfrei?

Kommt drauf an. Wenn noch irgendeine Lampe / Led leuchtet oder der vorgebliche Schalter ein Taster ist, muss man in der Tat den Netzstecker ziehen. Oder, besser, eine Steckdosenleiste mit Schalter verwenden.
Und die beste Lösung: den Kauf derartiger Geräte von vornherein vermeiden.

Gruß
loderunner

Ah ja… bedankt… *
Heißt also, weder beim Toaster noch beim TV, wo der AUS-Knopf am Gerät gedrückt wurde kann so was passieren…

Grüße

Midir

huhu,

Heißt also, weder beim Toaster noch beim TV, wo der AUS-Knopf
am Gerät gedrückt wurde kann so was passieren…

wenn der fernseher über einen richtigen netzschalter verfügt (es gibt leider welche, wo der netzschalter hinten montiert ist), und das gerät dadurch richtig ausgeschaltet ist, kann der kiste das „abrauchen“ nicht passieren (naja beim benutzen des gerätes sehr wohl noch *g*).

gruss wgn

Hallo wgn,

wenn der fernseher über einen richtigen netzschalter verfügt
(es gibt leider welche, wo der netzschalter hinten montiert
ist), und das gerät dadurch richtig ausgeschaltet ist, kann
der kiste das „abrauchen“ nicht passieren (naja beim benutzen
des gerätes sehr wohl noch *g*).

Naja, so gaaanz garantiert ist das auch dann nicht.

Da gabs mal ein TV-Baureihe, bei denen war der Netzschalter nach dem Netzfilter eingebaut war. Hinzu kam noch, dass ein paar Kondensatoren im Netzfilter nicht den Vorschriften entsprachen.
Nachdem sich die Feuerwehr mehrfach mit diesen Geräten beschäftigen musste, gab es einen Rückruf.

MfG Peter(TOO)

Da gabs mal ein TV-Baureihe, bei denen war der Netzschalter
nach dem Netzfilter eingebaut war. Hinzu kam noch, dass ein
paar Kondensatoren im Netzfilter nicht den Vorschriften
entsprachen.
Nachdem sich die Feuerwehr mehrfach mit diesen Geräten
beschäftigen musste, gab es einen Rückruf.

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter, war das zufällig der Kuba / Imperial - Color - TV mit Thyristorzeilenendstufe? Ich hatte einmal so einen. Bei dem traf dies glaube ich, zu.
Michael.

Hallo
Betreff „in Rauch auflösen“:
Nein, so einfach sollte es sich nicht in Rauch auflösen.
Nach meiner Meinung sollte so ein Netzteil über 20 Jahre ohne Probleme laufen.
Ursachen für ein Problem können sein:
Starker Störimpuls aus dem Netz(ähnlich Blitzeinschlag),
Fehlkonstruktion,
Wärmestau aufgrund von Fehlkonstruktion oder Ansammlung von Staub,
Defekt oder Fehldimensionierung eines einzelnen Bauteils, was schon mal vorkommt,
Fehleinstellung der Netzspannung(was aber sofort Ärger machen sollte),
mechanisches Problem mit Lüfter, Verunreinigung mit Metalldraht oder Gegenständen,
Verarbeitungs = Herstellungfehler.
Bei einem Computer aus dem Sperrmüll habe ich z.B. in der Nähe des Mainbords losen drahtähnlichen Stanzgrat gefunden.

MfG
Matthias

Hallo Michael,

Hallo Peter, war das zufällig der Kuba / Imperial - Color - TV
mit Thyristorzeilenendstufe? Ich hatte einmal so einen. Bei
dem traf dies glaube ich, zu.

Keine Ahnung mehr, welches Modell das war.

Ich wollte nur zeigen, dass selbst ein Netzschalter keine Sicherheit bietet, wenn fehlerhafte Bauteile auf eine entsprechende Konstruktion treffen.

Das Problem liegt auch nicht in der Technik selbst, sondern in der billigen Herstellung.

Ich entwickle Industrieelektronik und habe mit Heimelektronik nur gerade im privaten Bereich zu tun.

MfG Peter(TOO)

Hallo Matthias,

Nein, so einfach sollte es sich nicht in Rauch auflösen.
Nach meiner Meinung sollte so ein Netzteil über 20 Jahre ohne
Probleme laufen.

Du musst zwischen Heim- und Industrieelektronik unterscheiden.

Bei Reparaturen an Heimelektronik fällt mir immer wieder auf, dass die Ausfälle schon in der Konstruktion begründet sind.
Da wird dann schon mal ein 0.5W Widerstand dauerhaft mit 0.7W betrieben oder man misst an der Basis eines Transistors Nadelimpulse mit -6V. Oder eine LED wird ohne Vorwiderstand an einem normalen CMOS-Gatter angeschlossen.
Alles Dinge welche eine Zeit lang (das Gerät muss nur die Garantiezeit überstehen) funktionieren, aber zu einem Ausfall führen werden.

Bei Industrieelektronik muss ganz anders gerechnet werden.
Bei einem Maschinenausfall fallen schnell mal 10’000€ bis 100’000€ Verlust pro Ausfallstunde an. Bei einem Dreischicht-Betrieb kann dies nicht einmal mit Überstunden wieder aufgeholt werden.
Selbst bei nur einer einzelnen verhinderten Ausfallstunde, in der ganzen Betriebszeit der Maschine, ist es rentabel wenn die Maschine 9’000€ bis 90’000€ teurer ist.

Bei der Heimelektronik taucht der zusätzliche Aufwand in keiner Buchhaltung auf. Meist wollte man sich sowieso gelegentlich einen neuen Fernseher zulegen …

MfG Peter(TOO)

Hallo

Hallo auch

Betreff „in Rauch auflösen“:
Nein, so einfach sollte es sich nicht in Rauch auflösen.
Nach meiner Meinung sollte so ein Netzteil über 20 Jahre ohne
Probleme laufen.

Na ja… das Gehäuse inkl Netzteil war ein Fujitsu/Siemens aus dem Jahr 1999. Zwar mit anderen Komponenten drin mittlerweile, aber das Ding war grad mal 8 Jahre alt.

Nun hab ich noch eine zusätzliche Frage: Wie sieht es denn mit dem Motherboard aus? Besteht die Möglichkeit, dass das noch funktioniert, oder brauch ich es erst mal nicht zu versuchen?
Ich weiß, eine sehr pauschale Frage :smile:

Grüße

Midir

Hallo

Nun hab ich noch eine zusätzliche Frage: Wie sieht es denn mit
dem Motherboard aus? Besteht die Möglichkeit, dass das noch
funktioniert, oder brauch ich es erst mal nicht zu versuchen?

Also ich bin kein Elektroniker, aber meines Wissens sind diese Schaltnetzteile kurzschlussfest, so das man ohne Probleme ein neues ausprobieren kann.
Ich würde es probieren und versuchen, irgendwo eins „auszuleihen“, bevor ich ein neues kaufe.
Theoretisch könnte es sein, das das Mainbord jetzt auch defekt ist, aber das muß nicht, weil Schaltnetzteile etwas intelligenter geregelt werden.

MfG
Matthias

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Hallo Midir,

Nun hab ich noch eine zusätzliche Frage: Wie sieht es denn mit
dem Motherboard aus? Besteht die Möglichkeit, dass das noch
funktioniert, oder brauch ich es erst mal nicht zu versuchen?
Ich weiß, eine sehr pauschale Frage :smile:

Es kann gänzlich unbeschadet, nur etwas angeschlagen, sodass es erst in ein paar Monaten Fehler zeigt, oder auch ganz hinüber sein.

Kommt ganz darauf an wie das Netzteil beim Ableben noch um sich geschlagen hat …

MfG Peter(TOO)

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Nach meiner Meinung sollte so ein Netzteil über 20 Jahre ohne
Probleme laufen.

Hallo Matthias,

du ruinierst ja die PC-Industrie mit solchen radikalen Parolen! Kennst du die Story vom alten Henry Ford, der auf Schrottplätzen in seinen Autos nach Teilen gesucht hat, die wie neu aussahen? Die hat er dann schwächer dimensionieren lassen, weil: ein Teil, das länger lebt als die gesamte Maschine, ist offensichtlich eine Fehlkonstruktion.

Da sich die PC-Industrie erklärtermassen bemüht, die durchschnittliche PC-Lebensdauer unter 2 Jahre zu drücken, weil sonst die derzeitigen Umsätze nicht gehalten werden können, müsste ein ordentlich konstruiertes Netzteil spätestens nach 3-4 Jahren durchbrennen.

Gruss Reinhard

Wie lange meint ihr das Billigkondensatoren leben?
Netzeile für PC`s gabs fürher teils für 15-20 DM.

Gute (enermax, Lambda, etc.) haben damals schon 200 DM gekostet.

Frage 1: Wie lange glaubt ihr den das die Billigkondensatoren aus einen 15Dm Netzeil leben können? (Nach 4-8 Jahren sind die einfach Kaputt, auch wenn die gar nie gross im Gebrauch waren)

Frage 2: Ich schaltet den PC über einen Taster ein der mit dem Mainboard verbunden ist, wie kommt ihr darauf das euer Netzeil keinen Strom liefert wenn der PC im Ruhezustand ist?

Hallo,

Wie kann das sein? Steht ein ausgeschalteter Comp. noch
tatsächliche derart unter Spannung? (Muss ja wohl so sein,
denn von nix kommt ja nix)…

Die Netzspannung liegt dann noch immer direkt an der Elektronik an und es kann zu den gleichen Raucheffekten kommen wie bei einem in Betrieb befindlichen Netzteil. Das kleine Standby-Netzteil arbeitet quasi noch unter Volllast und ist sogar noch wesentlich anfälliger als im eingeschalteten Zustand: Im ausgeschalteten Zustand schaltet auch der Lüfter ab und das Standby-Netzteil kann dann auch mal überhitzen. Das Ergebnis hast Du gerade erlebt und Du bist auch nur einer von Vielen.

Hilft wirklich n ur, Netzstecker ziehen? Was ist mit anderen
Elektrischen/elektronischen Geräten? Muß ich dort ebenfalls
den NEtzstecker ziehen, oder ist beim Ausschalten der Trafo
spannungsfrei?

Bei manchen Geräten ohne Netzschalter hilft wirklich nur das oder eine abschaltbare Steckerleiste.

Jörg