Computer rauscht (hohes Betriebsgeräusch)

Hallo!

Ich habe mal eine etwas andere Frage: Und zwar ist es bei meinem PC schon immer so, dass er ein ziemlich hohes Betriebsgeräusch aufweist. Früher hat mich dieses Rauschen nie so wirklich gestört, aber mittlerweile stört es mich schon irgendwie. Ich weiß jetzt nicht, ob das bei dem Computer normal ist (er ist schon von 1998) oder ob da vielleicht irgendein Fehler vorliegt. Die Frage ist vielleicht etwas blöd, aber gibt es da vielleicht irgendwelche „Schalldämpfer“ oder so etwas in der Art, damit man das Rauschen nicht mehr so stark hört?
Also kann man das Problem irgendwie lösen (mildern) oder hilft da nur der Kauf eines neuen PC’s?

Viele Grüße
Tina

Hallo Tina,

dieses „Rauschen“ ist das Geräusch der Lüfter im System. Typischerweise hast du im Netzteil einen, auf dem Prozessor auch. Dann kannst du Pech haben und noch Lüfter auf Graphikkarte und noch einen extra im Gehäuse haben.

1998 hat man von geregelten Lüftern nichts gehalten. Daher laufen die Lüfter vermutlich alle die ganze Zeit volle Drehzahl, auch wenn es die Temperaturen nicht nötig machen. Das Geräusch ist nicht auszuhalten.

Du kannst alle im System befindlichen Lüfter tauschen gegen welche mit Temperaturfühler. Das hilft bis zu einem gewissen Grade.

Allerdings waren die Prozessoren in der Zeit eher Heizungen, die sehr viel Wärme erzeugt haben. Und diese Wärme muss halt weg. Und damit stellt sich dann trotzdem eine relativ hohe Drehzahl ein, die allerdings garantiert weit unter der maximalen liegt und damit ist die Geräuschentwicklung in jedem Fall geringer.

Dann kann es ausserdem sein, dass deine Festplatte über die Jahre lauter geworden ist. Da hilft dann nur eine neue.

der Günther

Die Frage ist vielleicht etwas
blöd, aber gibt es da vielleicht irgendwelche „Schalldämpfer“
oder so etwas in der Art, damit man das Rauschen nicht mehr so
stark hört?

Das Mittel der Wahl wäre vermutlich, die Krachmacher ausfindig zu machen - also mal das Gehäuse öffnen und reinlauschen - und diese gegen leisere Komponenten auszutauschen. Ob sich das lohnt, sei mal dahingestellt. Das hängt davon ab, wie hochwertig der PC ist, wie aktuell die Bauteile noch sind und welche Komponenten überhaupt den Lärm verursachen. Als mögliche Krachmacher kommen die Lüfter von Netzteil, CPU-Kühler und Grafikkartenkühler und Festplatten bzw. CD/DVD-Laufwerke mit hohem Betriebsgeräusch in Frage.

Es macht natürlich keinen Sinn, einer alte, laute 10 GB-Festplatte jetzt noch ein aufwendiges Dämmgehäuse zu spendieren, welches den aktuellen Wert der Platte um ein 10faches überschreitet. Dann kauft man lieber gleich eine aktuelle und leise Festplatte.
Ebenso ins Geld gehen könnte ein neues, leises Netzteil. Ein ordentliches Silentnetzteil übersteigt sicher leicht den Wert eines 7 Jahre alten Billig-PC’s. CPU- und Grafikkartenkühler lassen sich dagegen recht preiswert durch leisere Komponenten ersetzen, aber hier könnte das Alter deines Computers Probleme bereiten - weil entsprechende Ersatzteile einfach nicht mehr hergestellt werden.
Bei billigen PC’s liegt das Geräuschproblem auch oft schon am Gehäuse, welches aus dünnem Blech gefertigt und nicht stabil verarbeitet ist. Hier nimmt das Gehäuse die Vibrationen der bewegten Bauteile (Lüfter, Festplatten und Laufwerke) auf und wird zum summenden, brummenden und klappernden Resonanzkörper.

Also kann man das Problem irgendwie lösen (mildern) oder hilft
da nur der Kauf eines neuen PC’s?

S. oben, man muss die Ursachen finden und für sich persönlich eine Kosten-/Nutzenabschätzung machen. Manche Lärmursachen (lockere Schrauben, ausgeschlagene Lüfterlager) lassen sich ohne große Mühe und Kosten beseitigen. Wenn der Lärm ein prinzipielles Problem von lauten Billigbauteilen ist, kann der Austausch teuer und aufgrund des PC-Alters problematisch werden und lohnt sich vermutlich nicht mehr.

Allerdings heißt auch Neukauf nicht, dass du einen leisen PC bekommst. Die meisten Discounter-PC’s und Billigangebote (aber z.B. auch durchaus preisintensive Rechner von Assemblern wie Dell) sind auch heute noch klapprige, heiße und lärmende Zeitgenossen. Wenn man einen leisen PC will, muss man schon auf eine gewisse Qualität der Bauteile achten und das hat seinen Preis.

Wichtige Kriterien für einen leisen PC:

  • stromsparender Prozessor (z.B. AMD Athlon 64, Finger weg von Pentium 4)
  • Silent-Netzteil
  • geräumiges, stabiles und hochwertiges Gehäuse (Blech lässt sich ned mit dem
    Finger eindrücken, nix wackelt oder hat Luft, kein Plastemüll, Klappen machen
    keinen wackeligen Eindruck, Laufwerke sind nicht verschraubt, sondern auf
    flexiblen Schienen eigeschoben)
  • leise Festplatten (z.B. von Samsung oder Hitachi, Finger weg von
    kugelgelagerten WD-Modellen und allen Seagate-Platten)
  • leise CD/DVD-Laufwerke (muss man testen)
  • auf Zusatzinfos, wie Schalldämmung, passive Kühlelemente, prinzipiell
    durchdachte Kühllösungen (Definition von Wärmezonen, Kühler mit Heatpipe-
    Design, große, langsamdrehende Lüfter) achten

LG, Jesse

zu dem schon aufgeführten möglichkeiten des lüftertausches (bekämpfung der ursache - wäre optimal) bestünde noch die weitere möglichkeit, das gehäuse mit dämmplatten zu versehen - hat den vorteil das du nicht an irgendwelchen bauteilen rumfummeln musst. im idealfalle würde nur noch das netzteillüftergeräusch zu hören sein. die anderen lüftergeräusche würden durch die dämmassnahmen nicht mehr (bzw. kaum noch) nach aussen dringen.

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Hallo Tina,

zu empfehlen ist der Austausch der Lüfter, da es unter Umständen schwierig sein kann einen neuen CPU Lüfter zu bekommen, hilft es vielleicht auch den Lüfter sauber zu machen. Möglich ist es mit einem Pinsel den Staub von den Lüftern zu entfernen. Allerdings kann es sein, dass einer der Lüfter mitlerweile einen Lagerschaden hat, dann hilft nur noch austauschen.
Der PC-Händler „um-die-Ecke“ hilft dir, falls nötig dabei.

Gruß

Heico

zu dem schon aufgeführten möglichkeiten des lüftertausches
(bekämpfung der ursache - wäre optimal) bestünde noch die
weitere möglichkeit, das gehäuse mit dämmplatten zu versehen -
hat den vorteil das du nicht an irgendwelchen bauteilen
rumfummeln musst. im idealfalle würde nur noch das
netzteillüftergeräusch zu hören sein. die anderen
lüftergeräusche würden durch die dämmassnahmen nicht mehr
(bzw. kaum noch) nach aussen dringen.

Davon würde ich gerade bei älteren, kleinen und billigen PCs dringend abraten. In Billiggehäusen herrscht oftmals kaum ein effektiver Luftstrom, die Laufwerkskäfige liegen in thermisch toten Winkeln, die Gehäuseinnentemperaturen steigen auch ohne Dämmung oft schon auf hardwarevernichtende Werte (45°C Gehäusetemperatur killt nach kurzer Betriebszeit jede unbelüftete Festplatte).

Solche Gehäuse auch noch mit Matten/ Schäumen zu dämmen, führt meist zum totalen thermischen Desaster, denn eine effektive Lärmdämmung ist gleichzeitig auch eine effektive Wärmedämmung. Um da gegenzusteuern, müsste man in den meisten Fällen mindestens 2 ausreichend Gehäuselüfter (80 - 120 mm) einbauen, was bei alten Gehäuse gar nicht vorgesehen ist. Da heißt es fleißig dremeln und nicht zu viel erwarten…

LG, Jesse

wollte ursprünglich auch noch die nachteile der dämmung erwähnen (wärmestau usw.) bin dann aber abgelenkt worden, und dann war das maleur schon passiert. aber zum glück haste drauf hingewiesen.
im sommer kann sone kiste schnell zum brutofen werden.

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Allerdings waren die Prozessoren in der Zeit eher Heizungen,
die sehr viel Wärme erzeugt haben. Und diese Wärme muss halt
weg. Und damit stellt sich dann trotzdem eine relativ hohe
Drehzahl ein, die allerdings garantiert weit unter der
maximalen liegt und damit ist die Geräuschentwicklung in jedem
Fall geringer.

der Günther

Hallo,
die Prozessoren jener Zeit (1998) waren wesentlich weniger leistungshungrig als heutige. Es wird sich typischerweise um einen K6-2-300 mit 300MHz und zwischen 15 und 25 Watt Verlustleistung handeln (K6-2-500, etwas jünger, hat 25 Watt). Bei Pentium-2 mit ca. 300 MHz kann ich es aber nicht sagen. Eigentlich müssten damit leise Systeme möglich sein. Die Netzteile hatten zwischen 150 Watt (AT, K-6) und 235 Watt (ATX, K-6 & P-2). Die Gehäuse waren teilweise wirklich sehr klein, was irgendwelche Servicearbeiten zur Geduldsprobe werden läßt. Die CPU-Lüfter waren klein und drehten typischerweise mit 4500 bis 6000 RPM, woher wahrscheinlich das Rauschen kommt. Ein neuer großer, langsam drehender Lüfter würde eventuell gar nicht draufpassen oder ist für diese alten Systeme nicht mehr erhältlich. Man müsste noch wissen, ob der CPU-Lüfter über 3-pin Molex oder 5,25" Laufwerksstromversorgungsstecker angeschlossen ist. Eventuell ist bei einem leisen temperaturgeregelten Ersatzlüfter Lötarbeit angesagt.
Gruß
Leonhard