Computer selbst zusammensetzen

Hallo!

Ich möchte mir gerne selbst einen Computer zusammensetzen. Irgendwie trau ich mich aber noch nicht ganz, da ich Angst habe etwas falsch zu machen (was dann ja wieder einiges kosten würde). Gibts irgendwo eine möglichst aktuelle Beschreibung wie man so was macht und auf was man achten muss? Z.B. welche Komponenten passen gut zusammen und vielleicht eine Übersicht über die wichtigsten Kürzel (bei Prozessoren, Arbeitsspeicher …).
Kenn mich ja nicht schlecht aus mit Hardware, vielleicht kann aber trotzdem jemand etwas weiterhelfen.

Danke und lG, Tom

So wird’s gemacht
Hallo Tom,

Ist dir schonmal aufgefallen, daß deine Frage irgendwie nicht zu deiner Vika passt?
Naja, wolln wir mal nicht so sein, nicht jeder hat das Glück mit einer Elektronikerin verheiratet zu sein und einen Dip.Ing TechnischeInformatik als Sohn zu haben, die einem auf die Finger hauen, wenn man was falsch macht
Also, erstmal solltest du wissen, was du haben möchtest (Hardware) und diese besorgen.
Die Arbeitsfläche sollte groß genug sein, damit du die Sachen nicht auf dem Boden auslagern mußt und bei einem dringenden Bedürfnis drauftrittst :wink:
Das Gehäuse aufschrauben und den Deckel gaaanz weit weglegen, der kommt erst dann wieder drauf, wenn das System fertig, das Betriebssystem installiert und der Rechner komplett getestet ist.
Mainboard auspacken, nach den Angaben im Handbuch jumpern, CPU mit Kühlkörper und Lüfter zusammenbauen und einsetzen. CPU-FAN anschließen (auf dem Board) und Ram einsetzen.
Nun das Board mit der CPU und dem RAM ins Gehäuse einbauen und anschließen (Power-Taste, LEDs, Reset…).
Grafikkarte einsetzen und das Slotblech festschrauben.
Netzteil einbauen und anschließen.
Tastatur und Monitor anschließen und einen ersten Testlauf machen. Sollte es hier schon zu Problemen kommen, ist entweder etwas falsch gejumpert oder kaputt.
Wenn alles funzt, ausschalten und die anderen Komponenten einbauen (Soundkarte, Netzwerkkarte… falls nicht On-Board bereits vorhanden)
Laufwerke einbauen (FDD, HDD, CD, DVD…) und anschließen. Bei HDD und CD/DVD auf Master/Slave Jumperung achten !!!
Maus anschließen und Rechner einschalten.
Ab ins BIOS und Einstellungen vornehmen. (Für HDD, CD/DVD ist die beste Einstellung AUTO)
Einstellungen speichern und Bios verlassen. Der Rechner startet neu. Windows-CD (oder Linux, oder…) einlegen und HDD formatieren. Dann das BS installieren und konfigurieren.

Wenn jetzt alles läuft, dann hast du es geschafft.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten selbstgebauten Rechner.

Profis brauchen hierfür 30 Minuten (maximal) zusätzlich der Zeit, die das BS zum installieren benötigt, Amateure schonmal 2 Stunden.

!!!Bitte mach das aber nur, wenn du dir das wirklich zutraust!!!
Denk dran, den Netzstecker zu ziehen, wenn du irgendwas dran rumfummelst
Die Kontakte der Karten und der RAMs nicht mit den Fingern berühren, sondern diese Teile SEHR VORSICHTIG (wie rohe Eier) behandeln.
ACHTE DARAUF,DAß DU NICHT STATISCH GELADEN BIST. ICH EMPFEHLE DIR, VORHER EIN HEIZUNGSROHR ANZUFASSEN UND KEINEN WOLLPULLOVER ANZUZIEHEN UND NICHT ÜBER TEPPICHBODEN ZU SCHLEIFEN

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen und freue mich, sollte dem doch so sein, wenn die anderen Experten darauf hinweisen. (Wenn man es öfter macht, macht man’s schon automatisch richtig, vergisst aber gerne (unabsichtlich) Kleinigkeiten zu erwähnen.

Gruß
Sticky (der in der Zeit, in der er diese Anleitung geschrieben hat, locker nen Rechner zusammengebaut hätte)

PS: Sag doch mal Bescheid, wenn das System läuft.

Moien

Irgendwie trau ich mich aber noch nicht ganz, da ich Angst
habe etwas falsch zu machen

Also: was ohne Gewalt zusammenpasst explodiert nicht beim einschalten. Problematisch beim ersten Mal ist die Wärmeleitpaste* für die CPU. Und man darf nix weglassen (also nicht ohne Lüfter/Kühler mal kurz testen. Das tötet die meisten CPU sofort).

Man braucht:

ein Gehäuse (ATX, Tower)

Motherboard

CPU, RAM (nach der Freigabeliste des Motherboardhersteller, beim CPU zur boxed-Variante greifen, da ist ein Kühler mit Lüfter und Montage-Zeug dabei)

HDD, CD/DVD-LW (ATA oder SATA, Auswahl nach vorhanden Anschlüssen am Motherboard)

Netzteil (400 Watt, auf SATA-Stromanschlüsse und ATX-2-Standard achten)

eine Graka (AGP für Motherboards mit AGP, PCIx für Motherboards mit PCIx, Stromanschlüsse auf der Karte nicht vergessen)

Nix lose im Gehäuse liegen lassen. Beim Gehäuse mit den Abstandhaltern aufpassen (kommen nur in die Löcher mit der Bezeichnung ATX). Auf keinen Fall einen zuviel verbauen.

* Eine hauchdünne Schicht reicht vollkommen. Aber die Schicht muss das Die (das Rechteck in der Mitte der CPU) vollkommen bedecken. Es darf keine Ecke fehlen.

Gibts irgendwo eine möglichst aktuelle Beschreibung
wie man so was macht und auf was man achten muss?

Kuck dich bei den grossen Herstellern um.

cu

Wärmeleitpaste

* Eine hauchdünne Schicht reicht vollkommen. Aber die Schicht
muss das Die (das Rechteck in der Mitte der CPU) vollkommen
bedecken. Es darf keine Ecke fehlen.

Hallo,

unter http://www.dau-alarm.de
kann man sehen, was passiert, wenn man zuviel bzw zu wenig davon verwendet.

Gruß
Sticky

Hallo,

angesichts der Summen, die man als Anfänger mal eben schnell in Rauch aufgehen sieht, wenn man etwas falsch macht, würde ich vor einem ersten kompletten Selbstversuch dringend zu einer gemeinsamen Aktion mit jemand raten, der schon häufiger mal erfolgreich PCs zusammen gebaut hat.

Zudem ist der Eigenbau eines einzelnen Rechners natürlich auch von einer zusätzlichen Schwierigkeit gekennzeichnet, die man nicht unterschätzen sollte: Als Privatmann und Anfänger hast Du üblicherweise keine alternativen Bauteile rumliegen, mit denen Du auf die Schnelle mal eben ein als defekt/nicht passend vermutetes Bauteil testweise austauschen kannst.

Ich selbst habe früher mal gewerblich PCs gebaut, und gerade dieser Punkt war oft von entscheidender Bedeutung, weil es leider mehr Inkompatibilitäten gibt, als man sich vorstellen kann. Da will der eine Speicher nicht mit einem bestimmten Board, läuft dafür mit dem nächsten Board vollkommen problemlos, da macht die eine Grafikkarte mit einem bestimmten Board nicht mal einen Pieps, und rennt mit dem anderen 1A, … Wenn Du dann jedes Mal zum Händler musst und auf dessen Großzügigkeit beim Umtausch hoffen darfst, ist das nicht so der Hit. Daher habe ich mir meinen letzten Rechner (trotz sicherlich guter Kenntnisse des Zusammenbaus) auch vom Händler schrauben lassen, da ich jetzt einige Jahre aus der Branche raus bin, und keinen Vorrat mehr an Alternativbauteilen hier rumliegen habe.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke für die Super Antworten
Hallo!

Danke an alle die mir hier so super Antworten gegeben haben! Werds mal versuchen, kann aber noch ein bisschen dauern, da ich mir noch die Teile zusammensuchen/kaufen muss.

Danke noch mal und lG, Tom

Hallo,

persönlich finde ich es am widerlichsten, diese blöden Stecker vom Gehäuse am Board anzuschliessen, da gibt es wohl bisher keinen Standard, und ganz schlimm wird es mit den USB-Anschlüssen.

Das hat mich manchmal mehr Zeit gekostet als alles andere.

Thema statische Aufladung: das sehe ich relativ locker, aber ich fasse doch immer wieder mal an den Nullleiter einer Mehrfachsteckdose. Abgebrezelt ist dabei noch nichts. Im Gegensatz zu dem Moment, als ich eine alte Grafikkarte mit 5 Volt in ein neues Board setzte, das das nicht vertrug.

Plötzlich wollt sich das Board per Rauchzeichen verständigen, habe das dann auch schnell kapiert. Trotzdem hat die Bude zwei Tage pervers nach verschmortem Plastik gestunken. Am abgerauchten Board konnte man sehr schön erkennen, wo die Leitungen zur Stromversorgung der Graka langliefen. Sie waren nachher schwarz bzw. teilweise kupferfarben und hochgewölbt.

Gruss

Andreas